Ethanol

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extremchemiker
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Ethanol

Beitrag von extremchemiker »

Synthese von Ethanol


Geräte:

6l Einhalsrundkoben, Zweihalskolben, Claisenaufsatz, Kühler (Liebigkühler, besser Kugelkühler), Erlenmeyerkolben, Vakuumvorstoß gebogen, Kontaktthermometer, Hitzequelle (z.B. Heizpilz, Wasserbad), 2 Stative, 2 Stativklemmen, 2 Muffen, Trichter, Filterpapier, Dreibein, Gärspund

Chemikalien:

Wasser

Zucker

Hefe

Aktivkohle Warnhinweis: f
----------------------------------

Ethanol

Durchführung:

1. Ethanolgewinnung

Man gibt 3kg Zucker in den 6l Kolben und füllt so viel Wasser hinzu, bis sich der ganze Zucker darin gelöst hat.
Anschließend kommt noch ein Päckchen Trockenhefe hinzu. Nun wird der Kolben mit einem passenden Gärspund verschlossen.
Die Reaktion müsste spätestens nach 1 Minute beginnen. Dies erkennt man daran, dass Gasblasen aufsteigen.
Diese Apparatur stellt man dann für ca. 1 Woche (solange, bis keine Gasblasen mehr aufsteigen) an einen warmen Ort.

Bild

2. Ethanolisolierung

In dem 6l Rundkolben befinden sich nun Wasser, Ethanol und Hefe. Die Konzentration des Ethanols beträgt ca. 15% Vol. Um das Ethanol nun grob von der Hefe zu trennen, wird filtriert. Nach dem Filtrieren wird das Filtrat (welches nun zum Großteil aus Wasser und Ethanol besteht) in den Zweihalskolben gegeben. Auf den Kolben kommt der Claisenaufsatz. An den Claisenaufsatz kommt der Kühler. Daran dann einen gebogenen Vakuumvorstoß, den man in den Erlenmeyerkolben steckt.
Eine normale Destillationsapparatur eben.
Der Kühler muss noch an kaltes Wasser angeschlossen werden.
Diese Apparatur wird nun noch an den Stativen fixiert.
Sollte man mit einem Heizpilz arbeiten, ist es sinnvoll, den Heizpilz auf einen Dreibein zu setzen. Besser ist ein Magnetheizrührer, da man so die Flüssigkeit gleichmäßiger erwärmen kann und so „Stoßsiedungen“ vermieden werden können.
Das Kontaktthermometer kommt in die zweite Öffnung des Kolbens.
Nun stellt man das Kontaktthermometer auf 80°C ein.
Jetzt mit der Destillation begonnen werden.
Hitzequelle einschalten und langsam erhitzen. Sobald das Ethanol anfängt zu sieden, sollte man die Wasserkühlung beim Kühler einschalten.
Wenn ca. 5 min lang keine Siedeblasen mehr aufsteigen, dann ist die Destillation fertig und es kann (falls noch etwas vom Filtrat übrig ist) die abdestillierte Flüssigkeit im Kolben durch das Filtrat ersetzt und erneut destilliert werden.
Das so erhaltene Destillat hat einen Ethanolanteil von ca. 75-80%. Um eine höhere Konzentration zu erhalten muss entweder mehrmals destilliert werden oder man benötigt noch eine Kolonne.
Zum Schluss kocht man das Destillat noch mit Aktivkohle auf um die Geschmacks- und Geruchsstoffe von der Hefe zu binden. Anschließend wird nochmals filtriert.

Bild
Prinzipieller Aufbau. Hier ohne Wasserkühlung, Kontaktthermometer und Kolonne.

Erklärung:

Die Hefe “frisst“ den Zucker auf und scheidet Ethanol aus.

2 H2O + C12H22O11 --> 4 C2H5OH + 4 CO2 + H2O

CO2 + H2O --> H2CO3

Aus Zucker, Wasser und Hefe entsteht so Ethanol und Kohlensäure.
Das Gemisch aus Ethanol und Wasser lässt sich durch Destillation trennen, da Ethanol einen Siedepunkt von ca. 78°C und Wasser einen Siedepunkt von 100°C hat.

Entsorgung:

Abfälle können zum Restmüll gegeben werden.
Das Ethanol kann stark verdünnt in den Abfluss gegeben werden.
Besser wäre es, wenn man ihn vernichtet, wenn er nicht mehr gebraucht wird.
Also einfach in eine kleine Schale geben und abbrennen lassen.
Bild

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cybercop
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Beitrag von cybercop »

Wieso das Ethanol vernichten? Ich hab auf diese Art Wein hergestellt und getrunken, will den auch noch destillieren. Bin mir nur dann nicht sicher ob Methanol drin sein könnte?!
Alle Ding' sind Gift und nichts ohn' Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist. (Paracelsus 1493-1541)

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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Bei Wein wird schon etwas Methanol bei sein, sollte sich aber stark in Grenzen halten. Schliesslich ist das bei "normalem" Wein ja auch kein Problem.

Warum vernichten? Ist Schwarz brennen, deshalb. :twisted:

mfg

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extremchemiker
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Beitrag von extremchemiker »

Wo habt ihr denn lesen gelernt? :? :roll:
extremchemiker hat geschrieben:Besser wäre es, wenn man ihn vernichtet, wenn er nicht mehr gebraucht wird.
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cybercop
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Beitrag von cybercop »

Mög zwar sein das das verboten ist! Aber die solln sich nicht so anstellen ist doch nicht zu kommerziellen zwecken sondern nur zum Eigenbedarf :P .
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extremchemiker
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Beitrag von extremchemiker »

Das ist aber trotzdem verboten!!!
Mir macht das nix aus. :)
Wenn ich den herstelle, dann wir der zu 100% verexperimentiert. :wink:
Bild

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Beitrag von cybercop »

Wenn ich da vlt 100 ml raus bekomme ist es viel. Also sau wenig.
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HerrAmmoniumnitrat
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Beitrag von HerrAmmoniumnitrat »

extremchemiker hat geschrieben:Das ist aber trotzdem verboten!!!
Mir macht das nix aus. :)
Wenn ich den herstelle, dann wir der zu 100% verexperimentiert. :wink:
Tut mir Leid, aber auch das Verfahren ansich ist nicht legal. Ob du es nun komplett trinkst oder verbrennst ist dem Ordnungsamt oder der Polizei egal :?

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cybercop
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Beitrag von cybercop »

Aber wenn die wegen solchen geringen Mengen ein Gerichtsverfahren in die Wege leiten würden, dann würde man mal wieder die bekloppte Bürokratie von Deutschland sehen.
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Da brauchst du keine 100 ml Ethanol zu. Da reicht es auch, wenn die Kupfersulfat bei dir finden. :evil: Wobei Kupfersulfat im Gegensatz zu Schwarz gebranntem nicht mal illegal ist. :evil:

mfg

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extremchemiker
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Beitrag von extremchemiker »

Aber für Forschungs- und Experimentelle Zwecke ist es doch legal, EtOH herzustellen, oder etwa nicht? :shock:
Man darf das selbst synthetisierte EtOH nur nicht für den Verzehr verwenden, oder?
Bild

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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Ne, ist auch schon illegal. :evil: :( Ich hab mir f. das Caesiumazid vorgestern reinen Ethanol geholt (Apo, der wollte nichtmal unbedingt sehen, ob meine Eltern einverstanden sind. :lol: ) 100 ml im Wert von etwa 20 Cent kosteten 4,50 Euro. :evil: Eine Frechheit was der Staat da dran verdient :evil: .

mfg

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cybercop
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Beitrag von cybercop »

Ich geb euch mal nen Tipp: WEnn ihr Ethanol rein braucht geht zu den Tschechen! Hab für 500 ml 9 € bezahlt. :P
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Na schön dass ich nur etwa 500 km (oder mehr?) von der Tschechoslowakei wegwohne! :P Aber auch in Italien ist der recht billig (19 Euro pro Liter, also fast wie bei den Tschechen.)

mfg

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extremchemiker
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Beitrag von extremchemiker »

Wenn ich für ein Experi mal EtOH brauche, dann stell ich mir das selbst her. 8)
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