Buttersäure herstellen

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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Bamboleo
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Buttersäure herstellen

Beitrag von Bamboleo »

Guten Tag allerseits! Ich versuche gerade wegen einer Wühlmausplage, Buttersäure herzustellen. Ich habe nun 3ml Brennspiritus mit einer Messerscheibe Butter und Natriumhydroxid aufkochen lassen und anschließend mit Salzsäure und Wasser abgelöscht. Anschließend habe ich aber eher eine grünliche Substanz mit fruchtigem Geruch, ich nehme an, es handelt sich um den Ester von Buttersäure. Aber wie kann ich nun wirklich Buittersäure, also ohne fruchtigen Geruch gewinnen? Außerdem soll auch noch die Möglichkeit bestehen, reine Buttersäure über Destillation herzustellen, wie muss da wohl der Sumpf zusammengesetzt sein?
Beste Grüße ins Forum

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Lass die Sauerei mit der Buttersäure. Davon stinkt nur die ganze Gegend wie (schonmalgegessen und wiedergesehen) und Du bekommst noch eine zweite Plage (Ordnungsamt) dazu.

In der Praxis haben sich akustische Maßnahmen bewährt. Man steckt hohe Metallstangen (2-2,5m lang) in den Boden und bindet leere Blechdosen lose dran, daß die Dosen vom Wind bewegt werden können und gegen die Stangen schlagen. Von diesem "Glockenläuten" nehmen die Tiere einen gewissen Abstand. Man braucht ca. alle 5m eine solche Stange.

Ein Bekannter von mir hatte, vor den Stangen, versucht, ein Beet mit "biologischem Wühlmauspulver" zu schützen. Er wollte eine Lieferung junger Obstbäume im Einschlag schützen und hat das Beet zuerst gelockert und ausgehoben, erste Lage Pulver. Dann kamen die Bäume (ohne Erdballen) hinein und die Hälfte der Erde, erneut Pulver. Dann der Rest Erde und die dritte Lage Pulver. Nach der Hälfte der Arbeit war das Pulver verbraucht. Rate mal, in welchem Beet die Bäume recht bald schief standen und wie angespitzte Bleistifte aussahen! Vom Hersteller hat er zwar nicht den Fraßschaden ersetzt bekommen, aber den Kaufpreis für das Pulver.

Um Obstbäume sicher in einer wühlmausverseuchten Wiese zu pflanzen kleidet man das Pflanzloch bis 30cm über die Grasnarbe mit Maschendraht aus. Da hinein pflanzt man den Baum wie gewohnt und schlägt den Pfahl außerhalb des Drahtkäfigs ein. Im Winter muß man darauf achten, daß die Schneedecke nicht zur "Räuberleiter" wird, da die Mäuse sonst doch einen reich gedeckten Tisch finden.



PS: Ab dieser Antwort OT statt OC.

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Pok
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Beitrag von Pok »

Buttersäure würde ich mir lieber kaufen. Gibts billig bei ebay. Hilft aber nix gegen Wühlmäuse. Die graben sich in 0,3 Sekunden einen neuen Gang.

Das mit dem Krach ist m.E. ein Mythos. Wühlmäuse lassen sich durch nichts vertreiben, weder durch Krach noch durch Gestank. Man muss sie mit speziellen, maulwurf-ungefährlichen Fallen töten, wenn sie wirklich massiven Schaden anrichten . Oder eben wie von Glaskocher beschrieben die Bäume usw. weitläufig in feinmaschiges Drahtgeflecht (13 mm Kaninchendraht) pflanzen. Unverzinkter Draht zerfällt ziemlich schnell durch Rost. Verzinkter hält viele Jahre. Wenn man das weitläufig um den Baum tief eingräbt, besteht trotzdem nicht die Gefahr, dass Wurzeln abgeschnürt werden. Bei zu engen Netzen kann das aber passieren und der Baum stirbt dann später durch diesen Schaden.

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Phil
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Beitrag von Phil »

Du kannst auch 50% Kaliumnitrat 20% Schwefel und 30% Kohle Mischen und in das Mausloch geben, dann anzünden, du hast eine langsam brennende Mischung, das mögen die Mäuse auch nicht, oder Calciumphosphid.

Bamboleo
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Beitrag von Bamboleo »

och mensch, vielen Dank für die ganzen Tipps, aber sagt mir doch bitte wie ich reine Buttersäure bekomme! Es ist halt gerade auch eine etwas sportsmännische Angelegenheit! Den Ester einfach mit Natronlauge knacken?

Bamboleo
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Beitrag von Bamboleo »

ach so, wegen den Wühlmäusen: Komisch ist auch, dass gar keine richtigen Gänge vorliegen, es sieht eher so aus, als ob die Wurzeln von der Erdoberfläche angegraben werden. (Sind auch keine Baumwurzeln, sondern eher PFefferminz, Rosmarin, Thymian und so was). Ob das überhaupt eine Wühlmaus ist?

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

@Pok sagte es bereits. Mit selbermachen bekommst Du mindestens die gleiche Sauerei wie mit der Remoulade.

Hausaufgabe:
Wieviel Buttersäure ist als Ester in handelsüblicher Butter enthalten?


EDIT: Laufgänge knapp unter der Grasnarbe sind typisch für Wühlmäuse. Die sind schnell aufgeschoben und schützen recht gut gegen Raubvögel. Kleine Einzellöcher deuten auf andere Nager hin. Die haben meist lange Ohren und hoppeln weg.

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Pok
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Beitrag von Pok »

Wühlmäuse fressen eher keine Kräuter, sondern gerne Pfahlwurzeln von z.B. Löwenzahn, Tulpenzwiebeln, Mohrrüben, Kartoffeln oder eben Baumwurzeln. Überall da gibts viel zu holen. Ich hab noch nicht erlebt, dass Pfefferminze von Wühlmäusen angefressen wird.

Wie du reine Buttersäure bekommst? Ich hab doch gesagt ebay. Wenn du selbst herstellen meinst: Forensuche. Aus Butter kannste das vergessen. Wie Glaskocher schon angedeutet hat, ist da nur sehr wenig veresterte Buttersäure drin. Wenn du nicht 1-Butanol als Ausgangsstoff verwenden willst, kannste auch einen käuflichen Ester benutzen und daraus probieren, die Buttersäure zu gewinnen.

Bamboleo
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Beitrag von Bamboleo »

ich habe nochmal geguckt, wahrscheinlich wirklich eher karnickel. aber das die auch auf wurzeln stehen, wußt ich gar nicht.

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eule
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Beitrag von eule »

Karnickel? warum - glaubst du ? - werden die traditionell mit Möhrchen dargestellt? sind Möhrchen keine Würzeln? ;)

naja für die Buttersäure könntest du vllt Laufkäfer züchten, diese bedrohen und deren Stinksekret sammeln, da soll Buttersäure drin sein
Sonst anaerobier kutivieren!
Spaß beiseite!

die beste chance zur Herstellung dürfte whl eine Kettenverlängerung von zb Essigsäure sein.

Kaufen ist da die praktikabelste Variante.
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

Bamboleo
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Beitrag von Bamboleo »

stimmt, jetzt fällts mir auch auf. Möhrchen sind ja gar keine Obststücke.

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eule
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Beitrag von eule »

Nach etas Nachdenken kam sone etwas ältere variante in den Sinn, die mir mal ein älterer Bauer erzählte: So es sich weder um Kaninchen (stehen auf Möhrchen und son Kram), noch und Hässchen (füttert man lieber mit Nazissen und Obst) und auch kein (Nackt~)Schnecken (lieben beinahe alles, was Menschen so im Garten anbauen) sondern wirklich um Wühlmäuse handelt stele man eine brennende Kerze vor eines der EEingangsöcher des Baues, leite von einem anderen aus frisches Karbidgas (Ethin) in großer Menge in den Bau und warte in einiger Entfernung. Der irgendwann auftretende Knall soll die Mäuse zu Tode erschrecken.

naja, soviel zur Idee alter Leute zur Todesursache. Aber richtig ist, daß diese Viecher früher von Vielen unter Zurhilfenahme von Calciumcarbid vergast wurden.

Moderne Varianten stützen sich wohl eher auf Hilfe durch die passenden Raubtiere. Katzen, Hunde, Füchse, Frettchen und diverse andere lieben Mäuse, Wühlmäuse und die meisten anderen Nager.
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mgritsch
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Beitrag von mgritsch »

oh ja, gute Idee - hier gibt's ein genaues Anleitungsvideo dazu:


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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

@mgritsch; cooles Video! :thumbsup:

Da der Gemüsegarten meiner Eltern in meinen Kinderjahren oft von gewöhnlichen Wildkaninchen unterwandert war, hat mein alter Herr oft zum Gartenschlauch gegriffen und solange "Wasser marsch" gemacht, bis die erwachsenen Karnickel völlig durchnässt aus den Löchern flitzten. Die Jungtiere haben das oft nicht überlebt und ertranken in den Gängen jämmerlich...
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

"Wenn man es nur versucht, so geht´s; das heißt mitunter, doch nicht stets." (Wilhelm Busch 1832 -1908)

Bamboleo
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Beitrag von Bamboleo »

jaja, da gibt es Methoden, die erinnern noch an schwarze Pädagogik aus der Kaiserzeit. Ein sehr unbarmherziger Zeitgenosse der alten Herren Generation stand bei uns im Garten immer mit einem Spaten vor dem Maulwurfshügel. Stundenlang verharrte er da ohne ein Geräusch zu machen. Und flog ein kleiner Erdballen aus dem Hügel, wurde mit eiseskälte der Spaten in den Boden gerammt. Mir stehen noch heute die Tränen in den Augen wenn ich an diese traumatische Kindheitserfahrung denken muss.

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