Filternutsche vs. Filtertiegel

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Heliumoxid
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Filternutsche vs. Filtertiegel

Beitrag von Heliumoxid »

Ich verwende schon "seit immer" zum Filtrieren entweder Büchnertrichter oder Filternutschen.
Zwei Fragen an die Profis in dieser Runde.
1. Frage : Welchen Vorteil bringt es anstelle einer Glas-Filternutsche einen Glas-Filtertiegel einzusetzen ?
Den einzigen Vorteil den ich sehe ist, dass z.B. der Filtertiegel mitsamt des Substrats zum Trocknen in den Excicator wandern kann.

Gibt es weitere ?

2. Frage : Ein Porzellanfiltertiegel kann man genauso verwenden wie ein Glasfiltertiegel. Zusätzlich kann der Porzellanfiltettiegel geglüht werden ohne das der Filter beschädigt oder zerstört wird ????
(Vorausgesetzt das Substrat reagiert nicht mit dem Filter ). Ist das so richtig ? Was muss evtl. beachtet werden ?

Danke für eure Antworten
Heliumoxid
Bei Heliumoxid, genauer Helium(II)- oxid, handelt es sich um eine Mischung aus Helium(I)- oxid und Helium(III)- oxid. Richtigerweise heisst es somit Helium(I,III)- oxid.

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NI2
Illumina-Moderator
Beiträge: 5739
Registriert: Dienstag 19. August 2008, 09:33

Beitrag von NI2 »

Soweit korrekt. Die (Glas)Filtertiegel sind eigentlich für die quantitative Analytik. Dazu wird z.B. in einem Wittschen Topf filtriert und der Tiegel kann vorher konstangewogen und dann mit dem Feststoff im Trockenschrank getrocknet und anschließend platzsparend und vor allem stehend im Exsi ausgekühlt werden. Porzellanfiltertiegel sind für höhere Temperaturen, ob man sie Glühen sollte weiß ich nicht. Bei Veraschungsgravis benutzt man eigentlich nitrierte (aschefreie) Filterpapiere und "verbrennt" diese dann im Muffelofen mit dem Analyten.
Da man in der quant. Analyse eigentlich immer wässrig arbeitet schadet das Filtrat nicht dem Gummikonus. Organische Lösungsmittel auf Dauer schon, weswegen eine Fritte sinnvoller ist wenn man Lösungsmittel durchjagt.
Beachtet werden muss natürlich, dass keine stark basischen Reste im Sintermaterial bleiben. KOH und Konsorten würden in der hitze die Fritte zersetzen und spröde machen.
Zumindest ist das mein Wissensstand zu diesen Teilen.
I OC

There is no sadder sight in the world than to see a beautiful theory killed by a brutal fact. [T. Huxley]
The pursuit of knowledge is hopeless and eternal. Hooray! [Prof. H. J. Farnsworth]

lord henry
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Registriert: Sonntag 6. Dezember 2009, 18:39

Beitrag von lord henry »

Ein Porzellan Filtertiegel ist auch deutlich "feinporiger" als ein Glasfiltertigel.

Xyrofl
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Registriert: Samstag 25. September 2010, 00:49

Beitrag von Xyrofl »

Dennoch gibt es sowohl Glasfiltertiegel als auch Porzellanfiltertiegel in verschiedenen Feinheiten. Das sollte man auch bedenken. Nicht jeder Glasfiltertiegel ist gleich. G4-Filtertiegel haben eine Porenweite von 10-16 µm was schon nahe an einem A3-Porzellanfiltertiegel mit 8-10µm ist. G5 wäre 1-1,6 µm, aber die sind extrem selten. Alle anderen Glasfritten sind viel gröber als die gängigen Porzellanfilter. Um alles noch verwirrender zu machen sind A1-Porzellanfilter feiner als A3, nämlich 6µm Porenweite, also immer noch viel gröber als G5.

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