Anforderungen an HPLC Lösungsmittel

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Vanadium
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Anforderungen an HPLC Lösungsmittel

Beitrag von Vanadium »

Hi Leute,

Angenommen ich kaufe mir ein bestimmtes Lösungsmittel, filtriere es durch einen Filter <0.5 Mikrometer Porengrösse. Kann dieses dann bedenkenlos als HPLC Eluent benutzt werden? Die Reinheitsansprüche sind in diesem Fall nicht allzu hoch, also minimale Mengen absorbierende Verunreinigungen können in Kauf genommen werden. Was sagt ihr? Hat jemand das schon gemacht oder sollte man ausschließlich HPLC grade Lösungsmittel kaufen?

Liebe Grüße :)

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Test beweist. Das Lösemittel sollte im Detektor ein möglichst geringes Signal erzeugen. Zusätzlich kommt es auf die Methode an, da bei Gradienten auch "Gradientenpeaks" im Detektor gefunden werden können.

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Vanadium
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Beitrag von Vanadium »

Danke für die Antwort! Tatsächlich brauche ich das Lösungsmittel nur zum längeren Waschen der Säule. Deswegen sind absorbierende Verunreinigungen egal. Es geht nur darum, dass die HPLC-Anlage bzw. die Säule keinen Schaden nimmt.

Reosir
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Beitrag von Reosir »

Vanadium hat geschrieben:Tatsächlich brauche ich das Lösungsmittel nur zum längeren Waschen der Säule. Deswegen sind absorbierende Verunreinigungen egal. Es geht nur darum, dass die HPLC-Anlage bzw. die Säule keinen Schaden nimmt.
Als prinzipielle Gefahren sehe ich:
- Verunreinigungen aus dem LM, die sehr langsam wieder von der Säule runtergehen
- Verunreinigungen aus dem LM, die die Belegung der Säule angreifen (z.B. Spuren Alkali)
Das ist besonders dadurch etwas problematischer, da du den Eluenten ja in großer Menge im Verhältnis zur Säule einsetzt.

Nach meiner letzten Dreckige-HPLC-Spül-Erfahrung kann ich nur raten, den stärksten für die Säule vom Hersteller erlaubten Eluenten zu verwenden: Habe viele Stunden mit Acetonitril gespült gehabt - runtergekommen ist der Dreck von der C18 aber erst (dafür dann flott) mit Dichlormethan. Mit einem starken Eluenten solltest gar nicht zu viel Liter brauchen.
Als ich früher mal präparative HPLC für Doktoranden gemacht habe, habe ich zig Liter Synthese-Lösungsmittel (dürfte Toluol gewesen sein) dafür abrotiert. Die haben das schon Jahre so gemacht. Scheint also prinzipiell zumindest im präparativen Bereich möglich, qualitativ eher nicht so tolle Lösungsmittel zu nehmen. Kommt aber auch darauf an, was sonst noch mit der Säule getrennt werden soll.

Wenn du wirklich mit zig Litern spülen musst, könntest den Eluenten auch im Kreis fahren, so lange keine Absorption vorliegt. Bei schwer flüchtigem Zeug, das von der Säule eluiert werden soll, kannst auch den gebrauchten Eluenten destillieren, wenn du das hinkriegst, ohne Schlifffett oder ähnliche Verunreinigungen reinzukriegen.

Bei viel Dreck auf der Säule würde ich außerdem die Vorsäule wechseln, vor dem Spülen.

Um die HPLC-Anlage selbst musst dir im Gegensatz zur Säule weniger Gedanken machen: Da sind nur Partikel problematisch und wenn du filtrierst sollte das passen.

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