Suche das für Menschen unschädlichste Silberfischchengift

Über die Toxizität und die Wirkungsmechanismen von Giften. Keine medizinische Beratung!

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Grashalm
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Suche das für Menschen unschädlichste Silberfischchengift

Beitrag von Grashalm »

Hallo,

mir ist klar, dass es kein ungiftiges Gift gibt, aber vielleicht kann man ja doch irgendwie sagen welches von den folgenden man im Haushalt anwenden kann, wenn man in dem Raum auch schläft, ohne sich dabei irgendeiner Gefahr auszusetzen.

Ameisenpuder Cleanprince

- Löst Wachsschicht der Insekten auf
- Inhaltsstoffe noch nicht gefunden (scheint aber unbedenklich, da durch Reibung funktioniert?)

Bayer 79507275 Garten Ameisen streu- und gießmittel

- Etofenprox (kaum Infos, noch keine Gefahrenzeichen bei Wikipedia gesehen)

Naturen Ameisenmittel - Streudose - 500g

- Spinosad

Cypermethrin
http://www.tedi-shop.com/reinex-ameisen ... ittel.html

Cyhalothrin


Chlorpyrifos


Fiprinol


Chlorpyrifos (siehe Compo) und Fipronil fragwürdig (giftig, lebensgefährlich). für Gehirne Ungeborener Chlorpyrifos schädlich?

WELCHES WÄRE ZU EMPFEHLEN BEZÜGLICH VERTRÄGLICHKEIT?

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Warum willst Du überhaupt gegen diese Tiere vorgehen? Hast Du eine starke Population in deiner Wohnung oder findest Du sie in der Bibliothek? Vom Hygienestandpunkt werden sie als "nur lästig" betitelt, und sind bei gelegentlicher Sichtung als harmlos anzusehen.
Nahrung und Fressfeinde

Silberfischchen suchen ihre Nahrung im Dunkeln und bevorzugen stärkehaltige Stoffe oder Dextrin in Klebstoffen: Kleister, Bucheinbände, Fotos, Zucker, Haare, Hautschuppen und Hausstaubmilben. Aber auch Baumwolle, Leinen, Seide, Schimmelpilze, Papier und Kunstfaser verschmähen sie nicht, ebenso wenig wie tote Insekten oder eigene Exuvien (abgestreifte Haut). Silberfischchen gehören zu den wenigen Tiergruppen, die körpereigene Cellulasen besitzen, also zum Verdauen von Cellulose nicht auf Endosymbionten angewiesen sind.[1] Durch ihren Schabe- und Lochfraß können sie Lederwaren und Kunstfasergewebe beschädigen. Sie können über einen Zeitraum von mehreren Monaten hungern, ohne Schaden zu nehmen.

Als Fressfeind des Silberfischchens ist der Gemeine Ohrwurm (Forficula auricularia) bekannt. Auch Spinnen gelten im häuslichen Bereich als Prädatoren der Art.


Nützling

Vereinzelt in Bad oder Küche auftretende Silberfischchen sind harmlos. Ein extremer Befall kann auf ein Feuchtigkeitsproblem und Schimmelbefall hindeuten. Die Silberfischchen sind hier nur ein Warnsignal. Sie mildern sogar den Schimmelbefall, da sie sich von diesen Pilzen ernähren. Außerdem fressen sie Hausstaubmilben, die beim Menschen Allergien auslösen können. Daher sind sie auch als Nützlinge zu betrachten.[2] Sie sind keine Krankheitsüberträger; eine Bekämpfung ist aus hygienischer Sicht nicht erforderlich.
(aus Wikipedia)
Ich schlage vor, zuerst die Lebensbedingungen der Tiere zu verschlechtern. Das heißt, im betroffenen Bereich die Luftfeuchte herabsetzen und möglichst die Verstecke zu zerstören (=Fugen und Ritzen verschließen). Dazu kommt, daß man ihr Nahrungsangebot schmälern sollte. Das reicht normalerweise aus, um ihre Zahl gering zu halten. Ihre Fressfeinde (Ohrenkneifer) zu kultivieren ist in Wohnungen nicht ratsam. Man kann sie sicher durch starkes Aufheizen des Raumes (über 60°C am Fußboden, eine Stunde halten) töten. Der Energieaufwand ist enorm und diese Behandlung wird meistens von spezialisierten Unternehmen durchgeführt.



Wenn Du unbedingt mit Chemie arbeiten willst, dann wähle Zubereitungen, die als Fraßköder angeboten werden. Die können dann gezielt in Bereichen höherer "Verkehrsdichte" ausgelegt und durch Abdeckungen gegen Aufwirbeln geschützt werden. Zum Monitoring solltest Du zunächst geeignete Klebefallen aufstellen, um einen Überblick über die wahre Populationsdichte zu bekommen.

Ein für den Menschen ungefährliches Präparat ist Diatomeenerde (=Kieselgur), das rein mechanisch funktioniert. Dazu müssen Schutzstreifen mit diesem Pulver ausgestreut werden, damit die Tiere gezwungen sind, darüber zu laufen. Die stacheligen Gehäuse der Kieselalgen zerstechen dann die Gelenkhäute der Insekten, worauf diese austrocknen.

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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

Oft genug wird der der Fehler begangen, zum Lüften das/die Fenster des Raumes für längere Zeit nur anzukippen. Das führt nur zu Wärmeverlusten und die zu feuchte Luft wird nicht ausgetauscht! Man sollte das Fenster richtig aufmachen und Durchzug durch zusätzliches richtiges Öffnen des Fensters in einem anderem Raum und die Türen dieser Räume über den Flur erzeugen - nur durch diesen Luftaustausch lässt sich die Feuchtigkeit in den Räumen und in der Wohnung insgesamt senken...

Bei dieser winterlichen Witterung macht man das kurz (einige Minuten); dafür öfters. Ganz wichtig ist es auch, die Räume zu heizen; das wird oft aus Angst vor hohen Nachzahlungen oft vernachlässigt. Wenn die Kombination aus Heizen und Lüften richtig gemacht wird, kann man sogar noch Guthaben erwirtschaften. Natürlich kommt es auch darauf an, ob es ein Alt- oder Neubau ist. Beim Neubau macht sich fehlerhaftes Lüften besonders bemerkbar - durch die bessere thermische Isolierung....
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

"Wenn man es nur versucht, so geht´s; das heißt mitunter, doch nicht stets." (Wilhelm Busch 1832 -1908)

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eule
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Beitrag von eule »

Nachdem hier im Haus mehrfach "mit größeren Mengen Wassers experimentiert" (1x Löschwasser von Feuerwehr, mind. 3x Wasserschaden durch Fehlbedienung) wurde ließen einige der Bewohner angesichts der danach auftretenden Silberfischchenschwemme den Kammerjäger anrücken.
Dieser stellte Köderdosen und Klebefallen auf, äußerte sich aber auch ganz ähnlich den Wikipedia-Eintragungen:" Die Fischchen sind nur ein Symptom. Die Viecher fressen nur, was angesichts nasser Bausubstanz oder dergleichen an Schimmel und so wächst. Man muß das nur trockenlegen, dann verschwinden die schn ganz von selbst wieder. Vllt. Muß dafür aber schon das Mauerwerk richtig durchgetrocknet werden."
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

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Pok
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Re: Suche das für Menschen unschädlichste Silberfischchengif

Beitrag von Pok »

Grashalm hat geschrieben:Gift [...] wenn man in dem Raum auch schläft, ohne sich dabei irgendeiner Gefahr auszusetzen.
Biozide sollte man überhaupt nicht in Wohnräumen anwenden, schon gar nicht da, wo man schläft!

Warum erwähnst du nur die 2 Gifte als fragwürdig? Sieh dir mal Cypermethrin und Cyhalothrin an. Da gibts auch einen Totenkopf. Es gibt aber auch noch andere unangenehme Folgen außer "Tod", wenns um Biozide geht - wie z.B. Allergien, krebserregendes Potenzial oder hormonelle Wirkung. Das kann man so leicht gar nicht beurteilen. Etofenprox ist zum Beispiel reproduktionstoxisch.

Wie schon gesagt wurde, sollte man die Ursache bekämpfen und nicht das Symptom. Solange du die Rückzugsräume bzw. Nester nicht ausfindig gemacht hast, bringt auch Gift nix. Und wenn du die Nester ausfindig machst, sind andere Methoden effektiver. Neben den schon genannten Maßnahmen gibts hier noch ein paar Tipps:
- in Dunkelheit Licht anschalten, damit man sieht, wohin die Tiere flüchten (Verstecke/Nester)
- Rückzugsräume, wie Ritzen oder Spalten, regelmäßig absaugen oder gleich abdichten
- Abflüsse zu Badewanne und Waschbecken nachts verschließen und regelmäßig kochendes Wasser eingießen

Hygienische Sorgen brauchst du aber nicht haben, denn "Durch ihre Ernährungsweise kann es zu einer Verunreinigung von Lebensmitteln kommen, die Übertragung von Krankheiten auf den Menschen ist jedoch nicht bekannt." und "Verluste an Lebensmitteln durch Fraß sind zu vernachlässigen." :mrgreen:
Mantra, Mantra ist eine deutsche Actionkomödie aus dem Jahr 1991.

Grashalm
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Beitrag von Grashalm »

Danke euch allen!

Ja, es sind große Populationen, in allen Räumen.

Wir hatten früher sehr/extrem wenige Silberfische und wissen auch nicht, woher das auf einmal kommt. Zeitlich fällt es in etwa zusammen mit dem Umstieg von Öl- auf Luft-Wasser-Wärmepumpen-Heizung. Wobei ich mir auch da nicht sicher bin. Interessanterweise sind mit den Silberfischchen auch die Spinnenpopulationen angestiegen. Wir haben dann erstmal gedacht, ok vielleicht beseitigen die Spinnen die und wenn es dann im nächsten Jahr ne Überpopulation von Spinnen gibt, sollten sich die Spinnen im Folgejahr Mangels Nahrung auch wieder zurückgehen.
Achja, die Fenster (1970er) wurden gegen 2-fach-Verglasung ausgetauscht.

Jetzt hatten wir 2 Jahre (oder schon 3?) Jahre so viele. Im Sommer hat meine Mutter dann aus einem Resteabverkäuferladen (Centershop) ein Mittelchen mit Cypermethrin gekauft, nachdem ich jedesmal, wenn es darum ging sowas zu kaufen sagte, dann lass es uns bitte bei Amazon bestellen und nciht bei nem 1,-EUR-Laden für Assis. Wer weiß, was da irgendwer in Polen zusammengemischt hat und gegen welche gesetzlichen Bestimmungen das verstößt, womit man es in nem normalen Laden wegen Nichtverkehrsfähigkeit nicht finden würde.

Nachdem Sie das Zeug nun in ein paar Räumen hinter die Leisten gekippt hatte und die Leisten wieder zugeschraubt hatte und auch hin und wieder tote zu finden waren und es scheinbar tatsächich weniger geworden sind, fast sogar deutlich, hat sie es dann rausgesaugt. Wo ich ihr noch sagte, dann wirbelt sie es auf, sie soll es wie es auf der Does steht aufwischen und im Restmüll entsorgen. Ich hatte in meinem Zimmer und in den Badezimmern kleine Kartons gebastelt, verklebt und an einer Seite offen gelassen und dort etwas von dem Pulver verwendet. Ich dachte mir, die werden durch den Lockstoff da reinkrabbeln und man kann die Schachteln später gut wegwerfen. Übrigens soll das ja auch so funktionieren, dass die das Zeug als Nahrung in die Nester tragen. Wohl war mir dabei immer noch nicht.

Neuerdings hat sie rausgefunden, dass sich die Tiere gerne in leeren Eierkartons, die sie für die Enkel aufhebt, aufhalten und hat diese als Köderkartons benutzt.

Ich wollte aber jetzt einfach, um selber beruhigt zu sein, eine Recherche anstellen, um das geeignetste zu finden. Bzw. auch, um das andere auszumustern, da es mir doch Sorge macht.

Achja, wieso ich nur die zwei als bedenklich aufgeführt habe? Weil ich zu den anderen nichts gefunden habe. Mir schien Spinosad noch am Etofenprox noch am vertrauenswürdigesten, wenigst-gefährlich. Allerdings war eins davon auch sehr neu und es gab nicht viele Infos. Bei einigen steht auch dabei, dass sie in D. und EU verboten sind ode rnur mti Sondergenehmigung verwendet werden dürfen. Wieso diese dann bei Amazon in Präparaten von Markenherstellern zu finden sind, frage ich mich allerdings auch.

Bausubstanz:
- Altbau 1950
- 2-fach verglaste Scheiben (scheinbar zeitlicher Zusammenhang mit Silberfischchen)

Hygiene:
- wegen meiner chronischen Erkankung achten wir sehr auf Hygiene. Regelmäßig werden die Ausgüsse mit kochendem Wasser ausgegossen. Meine Mutter putzt ständig. Andere Leute, die wir kennen putzen nicht so viel. (und bitte nicht denken, wir wären Assis, weil meine Mutter das Silberfischchen-Mittel in einem Centershop eingekauft hat).

*Ernährung* aber tagsüber sind die Tiere ja auch in ihren Nestern, da kommt man mit Putzen ja dann doch nicht hin. Wo sie Nahrung finden, wenn bei uns keine Essensreste verstreut werden und wir keine Assis sind, weiß ich nicht. Hautschuppen, Haare, etc. wird ja tags beim putzen beseitigt. Wir haben viele Bücher, vielleicht ist da was zu holen (Leim?). Ich weiß auch, dass beim Bau des Hauses teils Zeitungen als Trittschalldämmung in den Böden verarbeitet wurde, aber das sollte nach 50 Jahren raus sein, oder?

Lüftung:
- das ist ein Problem, weil jeder eine andere Überzeugung hat, wie Verfahren werden soll und es jeder in seinen Räumen anders macht, hat aber Einfluss auf das ganze Haus. Ein Bewohner lässt auch im Winter die Heizung aus und kippt teilweise das Fenster durchgehend, weil es ihm zu warm ist. Der Rest des Hauses soll warm werden, indem man unten in zwei Räumen die Heizung anmacht und es soll dann nach oben durch alle Räume ziehen; so meint er. Die anderen Bewohner wärmen ihre Räume streiten sich aber darüber, ob das Fenster gekippt oder hin und wieder zum Stoßlüften geöffnet werden sollte. Letzteres bevorzuge ich. Die letzten beiden Optionen will aber Person 1 nicht: er meint, wenn Fenster auf, dann auch Heizung aus, egal welches Wetter ist und Nachts die Heizung ausschalten (anstatt sie Nachts anzulassen und niedriger zu drehen, damit sie morgens nicht wieder von Null hochfahren muss und viel Einstiegsenergie verbaucht wird).

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Deine ausführliche Antwort muß ich mal etwas zerteilen...
...
Zeitlich fällt es in etwa zusammen mit dem Umstieg von Öl- auf Luft-Wasser-Wärmepumpen-Heizung. ...
Achja, die Fenster (1970er) wurden gegen 2-fach-Verglasung ausgetauscht.
Ich nehme an, daß die Ölheizung eine wesentlich höhere Wärmeleistung hatte als die Wärmepumpe jetzt. Deshalb mußte auch das Haus "dichter" gemacht werden, um mit der Wärmepumpe die "Bude" warm zu bekommen. Das größte "Loch" waren die alten, vermutlich nicht allzudichten und einfach verglasten, Fenster. Zugleich wurde damit das Gebäudeklima und die natürliche Lüftung umgekrempelt. Wo bisher die Undichtigkeit für die Abfuhr feuchter Luft sorgte muß jetzt aktiv und RICHTIG gelüftet werden.
Ich weiß auch, dass beim Bau des Hauses teils Zeitungen als Trittschalldämmung in den Böden verarbeitet wurde, aber das sollte nach 50 Jahren raus sein, oder?
Die Zeitung hält sich trocken über sehr lange Zeit, das Papier wird nur mit der Zeit spröder. Auch nach hundert Jahren kann man sie noch lesen, wenn das Papier nicht zu stark beim Bewegen bröselt. Eierkartons bestehen auch aus einer recht fluffigen Zellulosemasse, die den Tieren als Nahrung dienen kann (sie besitzen als eine Besonderheit körpereigene Zellulasen und sind nicht auf Bakterien mit diesen Enzymen angewiesen). Kurz: Bücher, Eierkartons und altes Zeitungspapier sind eine willkommene Nahrungsgrundlage, wenn sie leicht feucht (70+%rel) sind. Der mögliche Schimmel wird gleich mit abgeweidet.


Im Block "Lüftung" wird so ungefähr ALLES falsch gemacht, was nur möglich ist!

- Die Luft im ungeheizten Raum kann nur sehr wenig Feuchtigkeit "tragen". Das Wasser schlägt sich an den kälteren Bereichen nieder, weil es nicht mehr durch die Fensterritzen raus geblasen wird. Durch das gekippt Fenster, eventuell sogar hinter der geschlossenen Gardine, bringt kaum Luftaustausch, ist aber ein Wärmeloch erster Güte. Regelmäßiges Stoßlüften (einige Minuten Durchzug) sind effektiver und sparsamer. Außerdem senkt es den CO2-Gehalt der Luft effektiv, was das Wachbleiben erleichtert.

- Die Zentraleinstellung sollte so eingestellt sein, daß im Raum mit dem größten Wärmebedarf die Solltemperatur erreicht wird; aber nicht höher. Gekippt Fenster --> siehe oben.

- Richtig: Kurz und heftig gelüftet ist am sparsamsten. Um eine Komplettfüllung Frischluft aufzuheizen braucht man nur wenig Heizenergie, die meistens in den warmen Wänden "geborgt" werden kann. Kalte Wände führen zu einem subjektiv kälteren Befinden, da man nicht nur durch Wärmeleitung und Wärmetransport, sondern auch durch Wärmestrahlung mit seiner Umgebung interagiert. Man nimmt aber nur einen Durchschnittswert aus den Drei Parametern wahr.

- Das "Mitversorgen" von Räumen mit Wärme bedeutet auch das Mitversorgen mit Feuchtigkeit über die sich dort abkühlende Luft. Die dann abgekühlte und vermutlich dadurch auch getrocknete Luft strömt dann, subjektiv "frischer" geworden, zurück an ihren Ursprung.

- Stimmt: Die individuelle Absenkung der Raumtemperatur über Nacht bringt mehr, als die eiskalte "Bude" wieder von "Null" aufzuheizen. Optimal wäre es, erst mal gut durchlüften und dann aufzuheizen, um die wassersatte Luft der Nacht gegen vermutlich Trockenere (Gramm je Kubikmeter) auszutauschen.



Du solltest mal einige Hygrometer kaufen und diese vor Gebrauch überprüfen und ggf. kalibrieren. Wenn man das Gerät über einige Stunden in ein gut feuchtes Frottetuch wickelt, dann kann man die 100%rel-Marke überprüfen. In einer dichten Plastikbox über einer gesättigten Lösung Kaliumcarbonat (mit Ungelöstem!) kannst Du die 50%rel-Marke testen. Achtung: Kaliumcarbonat-Lösungen neigen zum "Kriechen", weil an ihrem Rand Kristallkrusten an der Gefäßweand entlang wachsen, die durch Kapillarkräfte weitere Lösung nachziehen.
Mit den Hygrometern und einem Thermometer miss mal in den unterschiedlichen Räumen die relative Feuchte. Mit einem Feuchte-Temperatur-Diagramm läßt sich die relative Feuchte in absoluten Wassergehalt umrechnen. So kannst Du das Lüften besser überwachen und erkennen, wo Du zuerst für Veränderung der "liebgewordenen" Gewohnheiten sorgen mußt.

Eine weitere Energiesparmaßnahme wäre der Einbau einer Art "Zwangslüftung", die über einen Wärmetauscher die Wärme zurück gewinnt. Man saugt die Luft bevorzugt in den "nassen" und wärmeren Räumen (Bad, Küche) ab. Mit einem Wärmetauscher (z.B. Kreuzstrom-Plattenwärmetauscher) wird die Wärme auf die Zuluft übertragen und oft zu ca. 80% zurückgewonnen. Nebeneffekt: Durch den kontinuierlichen Luftwechsel läßt sich die Feuchtigkeit besser kontrollieren.



Ich äußere mich bewusst NICHT zu den Insektiziden, da diese nur den "Indikator" töten, nicht aber den Grund für sein Auftreten. Das Endstadium von zu feuchten und falsch gelüfteten Räumen ist irgendwann der SCHIMMEL; und DAS wird dann richtig ärgerlich. Schaue bitte mal hinter Möbeln nach, die nahe an Außenwänden stehen, ob Du dort schon Flecken findest.

Gold(III)-oxid
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Beitrag von Gold(III)-oxid »

Also ich würde Borax nehmen. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Borax
"Des Weiteren wirkt Borax als vorbeugendes Holzschutzmittel gegen Schimmel und Insekten"
galt früher als ziemlich unschädlich
Problem ist nur das Zeug zu bekommen :roll:

Dr. Death
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Beitrag von Dr. Death »

Gold(III)-oxid hat geschrieben:Also ich würde Borax nehmen. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Borax
"Des Weiteren wirkt Borax als vorbeugendes Holzschutzmittel gegen Schimmel und Insekten"
galt früher als ziemlich unschädlich
Problem ist nur das Zeug zu bekommen :roll:
Borax gibt's bei Dr. Death in beliebigen Mengen :D
Borsäure und ihre Salze sind sehr wirksame und milde Biozide. Vor vielen Jahren hat man mal Ratten damit gefüttert und *möglicherweise* festgestellt, dass ihre Fruchtbarkeit nachließ. Das Ergebnis war unterhalb der statistischen Signifikanz.
Die chemische Industrie hat das aufgebauscht und gegenüber den Behörden als großes Risiko dargestellt. Die Folge war, dass es nun von Amts wegen (denn einen sachlichen Grund gibt es nicht) mit GHS08 (organschädigend) gekennzeichnet werden muss. Da waren ein paar Brüsseler Beamte sehr freundlich.
Das Interesse der Industrie an der Verteufelung von Borverbindungen ist deshalb so groß, weil diese Stoffe wirksam, mild und vor allem erschwinglich waren. Das verdarb den Herstellern von irgendwelchen halogenierten Polyaromaten das Geschäft.
Die Folgsamkeit der Bürokraten ging sogar so weit, Borverbindungen als SVHC-Kandidat (substances of very high concern) einzustufen, und nun sind diese bewährten Stoffe, vereinfacht ausgedrückt, auf der Kandidatenliste für ein vollständiges Verbot außerhalb besonderer zugelassener Anwendungen.

Grüße vom
Dr. Death
[Bei dem es trotz Borsäure in den Socken noch ganz gut funktioniert]

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Lithiumoxalat
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Beitrag von Lithiumoxalat »

Wenn man glück hat bekommt man Borax noch als "Keramikhilfsmittel", auch wenn das ziemlich sicher nicht mehr an Privat abgegeben wird. In der Schweiz bekommt man dies so noch gut im kG-Massstab, ohne probleme.

LG
Lithiumoxalat

Grashalm
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Beitrag von Grashalm »

Bei Amazon gibt es Natriumtetraborat das hilft mir wahrscheinlich auch nichts, oder? Kann das ja nicht auflösen und dann damit das Holz einreiben :D

Wegen der Silberfischchen, könnte da irgendein Soda helfen? Dass die das essen und dann auftreiben/platzen?

Also von den Fraßgiften (Pulverchen) ist wirklich keins zu empfehlen? Spinosad z.B.? Man könnte sich ja z.B. über die Regel retten "Die Dosis macht das Gift". Dann nutzt man es so sparsam wie möglich (z.B. ein 10 Körner auf einen 10x1cm großen doppelseitigen Klebestreifen) und nimmt dabei das, was eh schon am schwächsten ist.
Ein Problem bei den Pulvern ist ja, wie ich aus euren Posts verstanden habe, dass sie halt leicht verweht weren können, oder?

Oben meinte ja jemand von euch man solle diese Köderfallen auslegen. Die hatten wir auch mal, das hat kaum bis eher gar keinen Effekt gehabt. Außerdem sind diese kleinen Köder-Dosen ziemlich teuer, wenn man sie in ausreichender Menge aufstellen will.

Ansonsten Ursachen bekämpfen - sauber sind wir ja - ist auch schwer. Da müsste man mal jemanden kommen lassen, der Schimmel finden kann und so ein professionelles Hygrometer hat, oder?

Naja, ok. Es scheint ein hoffnungsloses Unterfangen zu sein. Trotzdem Danke!

ChemDoc
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Beitrag von ChemDoc »

Das Amazon-Angebot ist einfach Spitze: 3mg Wirksubstanz pro Tablette. Lege ich die dem Silberfischchen zum Suizid aus?

In Friesland liegt die relative Luftfeuchtigkeit extrem hoch, gefühlte 140%.
Da lacht der Schimmel und das Silberfischchen - jedoch nicht lange:
Das Bad wurde z.B. total erneuert, alles raus und neu (Badewanne, Fliessen, Boden, Waschbecken).
Der Putz für die Fliessen bekam eine Spezialbehandlung mit einer ordentlichen Portion Kupfersulfat ( 2-4%), dito der Fugenmörtel.
Die freien Wände und die Decke wurden mit Sumpfkalk von Kremer** (50% Calciumhydroxidabschlämmung in Wasser) gestrichen, ebenfalls mit Kupfersulfat versetzt.
Selbst jetzt nach über 5 Jahren ist nicht der Hauch von Schimmel und Silberfischchen feststellbar.

Ein Gefühl für die Luftfeuchtigkeit bekommst du: Nach nur einer Nacht holte mein Hoover-Luftentfeuchter nur aus der normal großen Garage über 8 Liter Wasser aus der Luft und aus den Wänden.

** Leider verkauft den Kremer nur noch an den Fachhandel.
Du bekommst gelöschten Kalk jedoch wesentlich billiger in jedem Baumarkt.

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Pok
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Beitrag von Pok »

@Grashalm: ich verstehe nicht, wieso du unbeirrt weiter Gift einsetzen willst, wenn dir doch ausführlichst erklärt wurde, wo die wahrscheinliche Ursache liegt. Es wurden dir etliche Tipps genannt, wie du ohne Gift vorgehen kannst. Wenn dir das zu aufwendig ist, kannst du ja einfach die Augen zumachen. Dann siehst du die Silberfischchen auch nicht. Das ist am einfachsten. :wink:
Grashalm hat geschrieben:lso von den Fraßgiften (Pulverchen) ist wirklich keins zu empfehlen? Spinosad z.B.? Man könnte sich ja z.B. über die Regel retten "Die Dosis macht das Gift". Dann nutzt man es so sparsam wie möglich (z.B. ein 10 Körner auf einen 10x1cm großen doppelseitigen Klebestreifen) und nimmt dabei das, was eh schon am schwächsten ist.
:lol: So solltest du den Satz nicht interpretieren. Entweder willst du ein starkes Gift / hohe Dosis, das die Tiere tötet und dabei auch gesundheitsschädlich ist. Oder du machste es umgekehrt, wobei in beiden Fällen keine Wirkung eintritt. Genau das ist doch das Problem mit Giften!

Die Lösung von ChemDoc mit einem Luftentfeuchter wäre noch ein weiterer Tipp, wenn auch Anschaffungskosten damit verbunden wären. Richtiges Lüften hingegen kostet nichts. Kupfersulfat würde ich keinesfalls empfehlen, damit macht man sich die Wand wirklich zur Giftmauer und kann sie später als Sondermüll entsorgen. Auch in Friesland wird es Häuser geben, die schimmelfrei sind und natürlich keine Gifte dafür einsetzen. Außerdem fressen Silberfischchen doch nicht ausschließlich Schimmel.

Lass dich einfach von nem Schädlingsbekämpfer beraten. Die werden für die Beantwortung solcher Fragen bezahlt und sind kompetent, auch wenn er dich vermutlich ebenfalls erstmal auf das richtige Lüften hinweisen wird und niemals dauerhaft Gift empfehlen wird. Der kann auch viel besser die Lage beurteilen als wir ohne jegliche Bilder / Kenntnisse von den lokalen Umständen usw. Eine Beschreibung hilft da auch nicht viel weiter.
Mantra, Mantra ist eine deutsche Actionkomödie aus dem Jahr 1991.

ChemDoc
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Beitrag von ChemDoc »

Ein preiswertes Mittel, das gegen Kellerasseln, Silberfische, Bettwanzen, Rote Vogelmilbe, Taubenzecken, Ameisen, Flöhe, Schaben, etc. helfen soll und angeblich völlig giftfrei ist, findet sich hier:
https://www.futura-shop.de/kriechende-i ... d-insekten

@Pok: Weinberge wurden massenhaft mit Kupferkalkbrühe behandelt und zählen immer noch nicht zu Sondermülldeponien. :angel

"Stoßlüftung" in Friesland - das ist amüsant. Hier fällt der Regen waagerecht!!!

Schwermetalle werden sehr häufig aufgrund ihrer fungiziden und keimtötenden Wirkung eingesetzt. Da die Stoffe oft nur in Spuren enthalten sind, fehlt meist eine Deklarationspflicht.
Gold(III)-oxid hat geschrieben:Also ich würde Borax nehmen. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Borax
"Des Weiteren wirkt Borax als vorbeugendes Holzschutzmittel gegen Schimmel und Insekten"
galt früher als ziemlich unschädlich
Problem ist nur das Zeug zu bekommen :roll:
Calciumborat fällt nicht unter diese Bestimmungen und ist beim Töpferbedarf ohne Auflagen erhältlich.
Hieraus kann man mit Salzsäure die Borsäure extrahieren und zu anderen Boraten umsetzen.

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Pok
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Beitrag von Pok »

Dass Stoßlüften als Patentrezept in deiner Region geeignet wäre, hab ich nicht gesagt. Nur dass es Methoden gibt, die ohne Schwermetalle oder andere Fungizide auskommen. 2-4 % Kupfersulfat in der Wand sind auch keine "Spuren" mehr. ;-) Die lange mit Kupfer behandelten Weinberge sind durchaus als Sanierungsfall anzusehen. Immerhin werden z.T. Konzentrationen erreicht (bis 0,29 %), die fast schon an abbauwürdige Kupfererze (ab 0,3 %) rankommen.
Mantra, Mantra ist eine deutsche Actionkomödie aus dem Jahr 1991.

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