Flusssäure Verdünnung halb automatisch

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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BJ68
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Flusssäure Verdünnung halb automatisch

Beitrag von BJ68 »

Vgl.
http://www.chemieonline.de/forum/showth ... 2685174412

Wer jemanden kennt soll sich bitte rühren....


Bild: Bild

Bj68

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NI2
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Beitrag von NI2 »

Bitte hier das Bild ebenfalls hochladen oder verlinken.

//EDIT: Danke, das ist für alle nicht-chemieonline.de-User einfacher.
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CD-ROM-LAUFWERK
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Beitrag von CD-ROM-LAUFWERK »

Das sieht schon ziemlich abenteuerlich aus. Alleine dieses Holzbrett zum rühren... :shock:
Was, wenn dir das Zeug rumspritzt und oben in die Öffnung der Handschuhe rein läuft? Wie sind deine Hände/Arme dort gesichert?
Was, wenn der Behälter berstet und das Zeug sich im Raum verteilt? Gibt es da keinen 2. Behälter innen?

Wenn ich das richtig sehe sollte es für die geforderte Genauigkeit recht einfach umsetzbar sein (z. B. einfach über die Ventilschaltdauer für Leitungswasser / Pumpdauer für die Flusssäure).
Der Behälter sollte wohl aus Kunststoff sein (PTFE oder PP?) mit entsprechendem Ablasshahn. Ebenso muss das Rührorgan aus soetwas sein und ggf. so ausgelegt, dass man es am Rand einhängen kann.
Aber ehrlich gesagt sieht das dort nicht so aus, dass dafür überhaupt ausreichend Geld übrig ist...

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Timmopheus
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Beitrag von Timmopheus »

Zum Rühren:
Es gibt Fassrührer für die blauen "Chemiefässer" ebenso für IBCs. Da dürfte es sowohl was Fass wie auch Rührer betrifft was HF-beständiges geben. Hätte den Netten Effekt eines fast geschlossenen Systems, Spritzer werden zurückgehalten.
Wenn ihr an HF nur 30L Gebinde bekommt, werdet ihr ja nicht um mehrfaches umstecken eines Schlauches oder umschütten dieser Kanister kommen.
Bei einem 200L Fass könnte man dieses auch auf einer Waage positionieren und so die Mengen bestimmen.

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NI2
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Beitrag von NI2 »

Ich denke über die doch recht suboptimalen Arbeitsbedingungen wurde schon (auch bei chemieonline) schon geschrieben, aber gut.
Alleine dieses Holzbrett zum rühren...
Holz findet man im Semiindistriemaßstab vermutlich häufiger als gedacht. Habe die Erfahrung selbst mal in einer Firma gemacht wo neutralisierung in 60 L Fässern mit einem Besenstiel gerührt wurden (dabei war der Stiel natürlich immer nur für genau diese Synthese und das Produkt wurde letztendlich eh noch destilliert). Holz ist recht korrossionsbeständig und vermutlich gar nicht so schlecht hierfür geeignet. Wenn ich mich recht entsinne ist die HF letztendlich auch nur zum Ätzen von Glas und minimale Verunreinigungen sollten dann kein Problem darstellen.
Meine Kritik gilt aber der Tatsache, dass hier ein BRETT genommen wurde! Hierbei muss man extrem vorsichtig Rühren damit es an der Phasengrenze wurde die Brettform nicht zu "schabbern" beginnt. Ich würde hier auf jedenfall zu einem Holzpaddel raten, damit die "Brettfläche" komplett unter der Phasengrenze ist und sich in der Phasengrenze nur der Stiel (rund!) befindet, damit kann es nicht schwabbern und man minimiert das Risiko des Spritzens. Sofern sich ein lackiertes Paddel eignet würde das natürlich auch das Vollsaugen mit HF verhindern.

Ansonsten halt Rührkessel mit Auslass und Rührer, alles Kunststoff verkleidet, Zugabe des Wassers mit computergesteuertem Ventil, Einfüllung der HF und Abnahme manuell oder auch PC-gesteuert über Vorratsgefäße (manuelle Befüllung) und angeschlossenen Tanklaster als diskontinuierlichen Prozess. Aber je nach Auftragslage lohnt sich das nicht sofern nicht über mehrere Hundert/Tausend Chargen verdünnt werden sollen.
I OC

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BJ68
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Beitrag von BJ68 »

Stimmt...Holz ist deswegen genommen worden, um der Korrosion zu entgehen....
Brett: Das Schabbern hatte ich da nicht...es wurde auch nicht im Kreis gerührt, sondern von unten nach oben und das sehr langsam...so dass kein spritzen auftrat....
Handschuhe: liegen oben dicht an....und so hoch spritzt es normalerweise nicht....denn ansonsten müsste ich auch noch ein "Faceshield" anlegen, da ja auch die Stelle Maske vs. Haube ein Problem darstellen würde.
Btw. der Raum wurde schon recht lange so genutzt, darum schaut er nicht mehr so gut aus....

Bj68

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Ich hätte da mal einige Fragen zum Bedarf und der Portionierung der verdünnten Säure:

- Wie groß ist die größte Einzelportion, die auf einmal entnommen wird?
- In welchem Zeitabstand werden Einzelportionen der Säure gebraucht?
- Wie lange reicht eine Charge der verdünnten Säure im Moment?

Jetzt mal zur möglichen Lösung:

Es gibt Verhältnisdosierpumpen, die zwei Medien in konstantem Volumenverhältnis fördern. Im Gartenbau werden sie benutzt, um Düngelösungen zum Bewässerungswasser zuzumischen. Dort werden die Geräte meistens von Wasserdruck angetrieben und saugen bis zu 10% Volumen-Zumischung selbst an.

Man müßte im hier diskutierten Fall zwei Pumpen mit gleicher Fördermenge auf der selben Welle eines Antriebes montieren, um beim Zapfvorgang die benötigten Mengen Säure und Wasser parallel zu fördern. Die Säure müßte dann in ein Voratsgefäß gefüllt werden, aus dem die Pumpe fördert. Das zweite Gefäß läßt sich dann nutzen, um die Spülwässer der Kanister aufzufangen und diese zu nutzen. Es gibt auch Pumpen, die ein bei konstanter Motordrehzahl verstellbares Fördervolumen haben. Eine solche Pumpe für das zuzumischende Wasser würde schwankende Konzentrationen an Säure im Spülwasser ausgleichen.

Im Labormaßstab würde ich zwei TELAB-Pumpen verwenden, die über einen gemeinsamen Schalter bedient werden. Diese Pumpen haben alle medienberührten Teile aus Teflon und lassen sich in Frequenz und Hub jeweils unabhängig verstellen.



Kleine Erinnerung: Beim Arbeiten mit Flusssäure muß immer ein großzügiger, hygienisch frischer Vorrat an Dekontaminationsmittel einsatzbereit vorhanden sein. Meistens werden Calciumgluconat-Lösungen und -Gele verwendet.

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