Halbschattenpolarimeter

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Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Aus welchem Metall sind die Gewinde? Bei Aluminium bitte NICHT mit Isopropanol-KOH-Lösung behandeln, ansonsten ist das Zeugs echt gut im Zersetzen von Organika. Es hinterkriecht viele Beläge, die sich dann lockern lassen. Was nicht mehr fest verklebt ist läßt sich einfacher zerbröseln und heraus holen.

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lemmi
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Beitrag von lemmi »

Danke! Ich hatte mir eine Antwort von dir erhofft! :D

Die Gewinde sind aus verchromtem (Edel)Stahl. Wie ist die Isopranolische Kalilauge denn zusammengesetzt? Einfach die Gewinde einlegen über Nacht und dann herauspopeln, was herauszupopeln geht?
Und kannst Du mir empfehlen, mit was ich das neue Rohr einkleben soll? Ich hatte an Zwei-Komponenten-Kleber gedacht, aber vielleicht gibt's dafür ja einen speziellen Kitt.

Ach ja, ich habe mal im Netz nach Niederdruck-Natriumdampflampfen gesucht. Die gibt es ja in 1000 Varianten. Wie viel Watt sollte so eine Lampe denn haben? Groß muss sie ja offensichtlich nicht sein.
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Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Du nimmst mal ca. 10g KOH (techn.) je Liter, es löst sich langsam über Nacht. In Sachen Kleber höre ich mal nach...

Es gibt eine Na-Lampe von PHYWE bei uns im Keller. Da müßte ich mal nachsehen... kann aber dauern. Wichtiger als die Leistung ist, daß sie wirklich "analysenrein" ist, da Lampen zur allgemeinen Beleuchtung Hg enthalten können oder mit höherem Betriebsdruck zu seltsamen Effekten (verbreiterte Linie mit Lücke auf der Originallinie) führen.

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Newclears
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Beitrag von Newclears »

Wenn Du nur mit wässrigen Lösungen arbeitest, würde ich Pattex Stabilit verwenden. Das Zeug hält wirklich bombenfest und bindet schnell ab. Epoxidkleber neigt bei Glas dazu sich abzulösen. Vielleicht wäre auch ein UV härtender Acrylkleber eine gute Wahl. Letzteren habe ich aber noch nicht ausprobiert.
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eule
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Beitrag von eule »

also was den leber angeht kann ich aus Erfahrung diese UV-aktivierten Kleber wie Bondic oder Blufix (kenne jetzt nur diese beiden Marken, gibt garantiert noch deutlich mehr) echt empfehlen. wenn sauber verarbetet sehr haltbar, auch für etas härtere Bedingungen. Hatte in der Spülmaschine was am Korb repariert und das hat so gut gehalten, daß die Struktur drumrum lettlich schneller hin war, als das von mir geklebte.
Falls so ein Gerät originalgetreu restauriert werden soll ist es natürlich eher nicht das Mittel der Wahl.

zum Licht: Da die "richtigen" Na-Dampf-Lampen in der richtigen Größe wg vermeintlichen Hg- Anteil immer weniger zu finden sind ging mir durch den Kopf ob es nicht mittlerweile bezahlbare high-power-LED gibt, die (fast) nur die 589nm Doppellinie emittieren.
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Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Die Idee mit der LED ist interessant. Man könnte mit verschiedenen "Schmalband-LEDs" untersuchen, ob es beim Drehwert auch ein der Dispersion bei der Brechzahl entsprechendes Phänomen gibt. Dann müßte sich der Drehwert abhängig von der Wellenlänge des Lichtes ändern.

Bei Spannungsdoppelbrechung kann man bei Beleuchtung mit "Weißlicht" Regenbogenstreifen beobachten, die um den Spannungsherd herum auftreten.

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frankie
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Beitrag von frankie »

@Glaskocher: Optische Rotationsdispersion (ORD) ?
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lemmi
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Beitrag von lemmi »

Den LEDs traue ich nicht über den Weg. Aber das ist ein Vorurteil - ich kenne mich da schlicht nicht aus. Ausserdem riecht das nach Bastelarbeit und das mache ich (im Gegensatz zur Chemie) nicht gerne.
Ich würde eine "richtige" Natriumdampflampe vorziehen. Niederdrucklampen haben soweit ich weiß ein ganz schmales Spektrum. Gibt es die Phywe-Laborlampe noch?

Alternativ könnte man ja sicher auch eine Natrium-Gasflamme verwenden, wenngleich die sicher deutlich lichtschwächer ist. Das Problem dabei ist: wie kriege ich eine längere Zeit anhaltende Flammenfärbung hin, und zwar ohne mir den Brenner auf immer zu versauen? Die Einstellung/Messung am Polarimeter braucht nämlich seine Zeit!

Ich arbeite nicht nur mit wässrigen, sondern auch mit ethanolischen oder acetonischen Lösungen. Heute habe ich gesehen, dass das Pattex Stabilit der einzige Klebstoff ist, bei dem explizit draufsteht, dass er sich für Glas eignet. ls Zusammensetzung steht drauf, dass es Methylmethacrylat enthält und BPO als Starter. PMMA sollte ziemlich Lösemittelresistent sein. Ich würde das verwenden - oder habt ihr Einwände?
UV-härtenden Klebstoff habe ich im Handel noch nie gesehen. Braucht man dafür nicht eine spezielle Lampe, so wie der Zahnarzt?

Ausserdem denke ich nicht, daß es so sehr auf deie Klebkraft ankommt. Eher fände ich eine Beständigkeit gegen Lösungsmittel wichtig.
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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

Eine länger anhaltende Flammenfärbung erreicht man mittels Zerstäuber oder idealerweise nach der Methode von Török:

https://books.google.de/books?id=WsfvBg ... 6k&f=false
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

"Wenn man es nur versucht, so geht´s; das heißt mitunter, doch nicht stets." (Wilhelm Busch 1832 -1908)

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mgritsch
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Beitrag von mgritsch »

lemmi hat geschrieben:Ich arbeite nicht nur mit wässrigen, sondern auch mit ethanolischen oder acetonischen Lösungen. Heute habe ich gesehen, dass das Pattex Stabilit der einzige Klebstoff ist, bei dem explizit draufsteht, dass er sich für Glas eignet. ls Zusammensetzung steht drauf, dass es Methylmethacrylat enthält und BPO als Starter. PMMA sollte ziemlich Lösemittelresistent sein. Ich würde das verwenden - oder habt ihr Einwände?
UV-härtenden Klebstoff habe ich im Handel noch nie gesehen. Braucht man dafür nicht eine spezielle Lampe, so wie der Zahnarzt?

Ausserdem denke ich nicht, daß es so sehr auf deie Klebkraft ankommt. Eher fände ich eine Beständigkeit gegen Lösungsmittel wichtig.
Einwand! PMMA (vlg plexiglas) ist sehr schlecht beständig gegen Lösungsmittel!
Ich persönlich schwöre auf 2-Komponenten Epoxid...

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lemmi
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Beitrag von lemmi »

Ja natürlich - du hast recht.

Und wie wäre es mit einem anorganischen Kitt/Klebstoff? Ich denke da an Wasserglas mit Gips oder Bleiglätte angerührt.
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mgritsch
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Beitrag von mgritsch »

Wäre perfekt für Glas, stimmt! Es muss nicht immer ein Produkt aus dem Supermarkt sein ;)

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eule
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Beitrag von eule »

bzgl. Wellenlängenabhängigkeit: Cotton-Effekt und Chiroptische Methoden

H, habe mal versucht, was mit Wasserglaskitt zu kleben, wurde zu porös für meinen Bedarf, aber habe evtl was verkehrt gemacht (kann ich nicht ausschließen)
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lemmi
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Beitrag von lemmi »

Ich glaube, ich werde da erstmal ein paar Versuche mit dem Kleben von Objektträgern machen. Ich berichte dann.
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

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Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Durch Anrauhen der Glasoberfläche läßt sich die Festigkeit der Klebeverbindung enorm steigern. Die Frage ist nur, ob man schleift, sandstrahlt oder ätzt. Bei letzterem hat man bei Borosilikatglas ein gewisses Problem, da das Glas recht beständig gegen Ammoniumhydrogendifluorid ist. Mit härteren Ätzmitteln (Flusssäure oder Fluorsulfonsäure) habe ich keine Erfahrung. Beim Sandstrahlen kann man vor dem exakten Zuschnitt abdecken und mattieren, was dann zu sauberen Kanten im Bereich der Klebenaht führt. Beim Schleifen müßte man aufpassen, daß man nicht versehentlich abrutscht und Kratzer im freien Bereich der Röhre hinterläßt.

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