Rückgewinnung von Platin aus Platinsäure

Anorganische Chemie.

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Arowana
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Rückgewinnung von Platin aus Platinsäure

Beitrag von Arowana »

Ich habe 20 l einer Lösung die etwa 1 kg Platin enthält.
Die flüssige Lösung besteht aus Hexachloro(IV)-säurehydrat vermischt mit Alkohol (Isopropanol).
Meine Frage:
Lässt sich mit ralativ einfachen Mitteln das Platin aus dieser Lösung zurückgewinnen ?
Unter einfachen Mitteln verstehe ich erhitzen, filtrieren, zugeben handelsüblicher Laugen etc. (will damit sagen habe kein Chemielabor).

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NI2
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Beitrag von NI2 »

Hallo Arowana,

da können dir einige unserer Leute sicherlich weiterhelfen, die mit der Edelmetallrückgewinnung Erfahung haben, aber ich denke, dass sich hier wie beim Silber die Reduktion mit Glucose im basischen anbieten würde, nachdem man den Isopropanol entfernt hat (abdampfen lassen).

Wichtig zu wissen wäre: Was ist noch in der Lösung drinne/ könnte drinne sein? (Falls du dazu nichts genaueres weißt, wäre es sinnvoll die Herkunft zu kennen um auf eventuelle Verunreinigungen schließen zu können) Handelt es sich sicher NUR um Platin oder sind auch andere Edelmetalle vertreten?
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Pok
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Beitrag von Pok »

Falls nur Platin in der Lösung enthalten ist, sollte man die Lösung erstmal auf ein kleineres Volumen eindampfen (unterm Abzug oder im Freien ohne offenes Feuer wegen der Isoprop.-Dämpfe). Danach kann man das Platin als Ammoniumhexachloroplatinat durch Zusetzen von Ammoniumchlorid fällen (geringe Platinreste bleiben aber in der Lösung, weil dieses Salz nicht völlig unlöslich ist). Das Salz kann man dann thermisch zu Platin zersetzen. Daraus einen Barren zu machen, wird allerdings unmöglich sein, weil Platin eine so hohe Schmelztemp. hat. Eine Orientierung, was zu tun ist, wenn auch andere Edelmetalle enthalten sind, kann man sich hier holen (den User dort zu fragen ist allerdings sinnlos, weil er nicht mehr aktiv ist).

Alles natürlich erstmal im Minimaßstab testen und erst dann hochskalieren. Gibts auch einen Hintergrund dazu? Wo hast du diese riesige Menge her?

Arowana
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Beitrag von Arowana »

Ich habe das alte Anwesen meines Großvaters geerbt. Im Anbau befindet sich ein ehemaliger kleiner galvanischer Betrieb. Dieser ist seit mehr als 15 Jahren geschlossen (der Großvaters lebte seit 14 Jahren im Altersheim). Im Lager dieses Betriebes stehen noch Fässer mit den damaligen Verbrauchsmaterialien.
Mein Problem ist, daß es so gut wie keine Unterlagen mehr zu diesen Materialien gibt, also auch keine Einkaufsbelege. Wenn ich nun meine chemischen Lösungen zu einer Scheideanstalt geben würde, kann ich mir vorstellen, daß diese eine Herkunft erfragen werden. Zudem ist auch bestimmt eine entsprechende Aufbereitung recht teuer. Das Finanzamt könnte womöglich auch noch dumme Fragen stellen etc.
Wenn ich nun relativ reines Platin zu verkaufen hätte, wäre ein Verkauf um einiges einfacher.
Das Fass welches meine oben beschriebene Lösung enthält, stand verschlossen all die Jahre im Lager. Der Inhalt sieht fast wie frisch hergestellt aus (ob sich im laufe der Jahre Zersetzungen gebildet haben weiß ich natürlich nicht). Meine Chemiekenntnisse sind nicht ausreichend um das zu beurteilen. Das Fass ist jedenfalls beschriftet mit: 5 % ige Platinlösung nebst dem Isopropanolaufkleber. Als Pulver sind ebenfalls noch Hexachloroplatinsäure Gefässe vorhanden.

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NI2
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Beitrag von NI2 »

Okay, klingt als sei es eine Lösung ZUR Galvanisierung, und nicht nur irgendein "Abfall"-Edelmetall-Sammelbehälter. Das macht das ganze schon mal wesentlich einfacher. Der erste Schritt sollte aber die Entfernung des Isopropanols sein. Dennoch wird zur Isolation von Platin als Metall ein gewisses Equipment notwendig sein (einige Chemikalien und auch Möglichkeiten zur Filtration etc.).
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Pok
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Beitrag von Pok »

Am besten sollte man eine Probe zum Labor zur Analyse schicken. Und für die Aufarbeitung wäre neben Equipment auch Erfahrung im praktischen chemischen Arbeiten wichtig.

Die Scheideanstalt wird zwar keine Traumpreise zahlen, aber das wäre m.E. immer noch der bessere Weg! Denn beim Selbstversuch besteht die Gefahr, dass massive Verluste und Verunreinigungen entstehen - erst recht, wenn du Laie bist. Zudem ist es vermutlich genauso schwer, Platinpulver loszuwerden wie eine (relativ konzentrierte) Platinlösung. So einfach wie man glaubt, kann man Edelmetalle nämlich leider nicht zu guten Preisen verkaufen.

Lass dir doch von der Scheideanstalt mit Angabe des Analsezertifikats, das du beifügst, doch einfach einen Preisvorschlag machen. Dann kannst du ja immer noch sehen, ob sich der Eigenversuch lohnt (wobei du aber nicht mit dem Börsenpreis von 1 kg Platin rechnen darfst!).

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