Ein Vakuum- Manometer aus einfachsten Mitteln

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platon58
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Ein Vakuum- Manometer aus einfachsten Mitteln

Beitrag von platon58 »

Hier etwas aus der Abteilung simpel

Aufgabe: Ich will wissen, mit wievielen bar Unterdruck meine Kunststoff-Wasserstrahlpumpe arbeitet, ohne dafür ein Vermögen auszugeben und damit verhindern, dass ich allenfalls empfindliche Behälter zur Implosion bringe.

Material:

1. Eine leere Bordeauxkiste ( sic!)
2. Ein analoges Vakuum-Manometer ( Materialkosten approx 15 EUR)
3. Vakuumschlauch
3. Etwas dickwandigen PVC-Schlauch
4. Schlauchbriden
5. ein PVC-T-Stück
6. Heissleim, Stichsäge, Akkubohrschrauber, einach alles was Mann haben sollte
7. keine 2 linken Hände

Die Passgrössen für PVC- Schlauch- und T-Stück sind genormt ( Baumarkt/ Aquarienladen)

Bild 1 Übersicht:

Bild[/img]

Mitte links blau ist die Konnektion zur Saugflasche, der lange Schlauch geht an die Wasserstrahlpumpe
unter dem Manometer findet sich das T-Stück, das den Unterdruck ans Messgerät meldet.

Wie gezeigt im Bild 2:

Bild

Und dieses ist ein simples Analog- Manometer, das man übers Internet für etwa 15 EUR erhält.
-1 bar deshalb, weil ich mich entsinne gelesen zu haben, dass diese Pumpen nicht über diesen Wert hinauskommen. Ich weiss, dass
dieser Wert abhängig vom Wasserdruck ab Wasserhahn ist. Und das höchstgelegene Reservoir liegt liegt etwa 200 Höhenmeter über
unserem Haus. Rechne...

Bild 3 Manometer

Bild

Resultat: Problemloser Vakuumaufbau bis -0,6 bar, dann wird langsam ein etwas dünnerer PVC-Schlauch vor der Pumpe aufgrund des Wasserdrucks gebläht.
Da ich dazu rund 2/3 der Verfügbaren Wasseraustrittsmenge laufen habe, denke ich, dass -1 bar hinkommen wird, wenn ich den zu weichen PVC-Schlauch ersetzt habe.

Problem: Das habe ich erst jetzt beim Suchen des analogen Manometers im Internet realisiert: Das Teil ist nicht resistent gegen aggressive Gase. Zur Not kann ich diese Zwischenschaltung weglassen, wenn ich z.B. mit Chlor arbeite und den maximalen Unterdruck bereits kenne. Ansonsten müsste ich es durch ein Resistentes ersetzen, die kosten dann aber das 3-5-fache. Allerdings ist das Gerät passiv zugeschaltet und die Wahrscheinlickeit gering dass bei Normalbetrieb dort etwas zurückschlägt

Nun viel Spass beim Nachbauen

Kritik und Hinweise sehr erwünscht

platon58
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NI2
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Beitrag von NI2 »

Schick!

Aber ich habe mit der Scalierung ein Problem, Boxah hat sich auch so eines gebaut.
Bitte dazu Schreiben, dass es sich um ein (soweit ich das einschätzen kann) MEDIZINISCHES Manometer handelt. Denn die Vakuumangabe 0 (bar) bezieht sich auf den Normaldruck von 1013 mbar (der Einfachheit halber und weil ich nicht denke, dass auf 0 m NN wohnst eher um die 1000 mbar = 1 bar) Daher zeigt das Manometer an wie viel mbar/bar vom Normaldruck abgezogen wurden, der reale Druck in der Apparatur bleibt stets positiv (1 bar - [ANZEIGE] = Druck, Bsp.: 1000 mbar - 0,6 bar = ~400 mbar). Auch sollte die Abnahme des Druckes exponentiell erscheinen, wenn dein Zeiger in der Region von -1 steht ist eine genaue Angabe des Druckes kaum mehr möglich.
Eine Abdichtung mit Schlauchschellen (aus Metall) wäre vielleicht auch nicht schlecht, da die eine höhere Dichtigkeit der Apparatur dienlich sind (musste ich bei meiner Pumpe auch machen, und trotzdem ist sie nicht sonderlich dicht :?).
Auch hast du ein Y-Stück verwendet und T-Stück geschrieben, ist aber Krümelkackerei, also kein Problem :D
Alles in Allem aber interessant und - wie du schon gesagt hast - mit kleinen Mitteln zum Vakuum-Manometer :D

Bei Chlor wird (in der Anorganik) in der Regel bei Normaldruck oder im Autoklaven (Überdruck) gearbeitet. Für Chlor im Vakuum fiele mir auf Anhieb kein Beispiel ein (weil man das Chlor ja dann aus der Apparatur saugen würde, und wenn es drin sein soll wäre das kontraproduktiv ;)). Von Vorteil wäre es wenn im Schlauch der Vakuumpumpe ein kleine Loch ('Ventil') wäre, dadurch wäre zwar der Druck geringer (oder die Pumpe muss mehr leisten) aber du hast einen kontinuierlichen Luftstrom VOM Manometer WEG. Außerdem ist beim Arbeiten mit aggressiven Gasen eher die Pumpe das Problem als das Manometer - und dafür gibts ne LN2-Kühlfalle ;)
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Final Destillation
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Beitrag von Final Destillation »

Bordeaux-Kiste :mrgreen:
Kann das sein, dass du das vor einiger Zeit schonmal auf VC gepostet hast?

Ich weiß nicht, warum alle Vakuumschläuche benutzen ...


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NI2
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Beitrag von NI2 »

Final Destillation hat geschrieben:Ich weiß nicht, warum alle Vakuumschläuche benutzen ...
Jo! Ich nehme normale Gewebe-Schläuche ausm Baumarkt... sind billig und ich komme trotzdem auf die gewünschten z.B. 0,1 mbar, ohne dass der Schlauch einknickt.
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Boxah
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Beitrag von Boxah »

Genau sowas habe ich mir auch gebaut:
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Das ist meine Anlage. Ich habe halt noch nen Kühler vorgeschalten, damit meine bisherige Pumpe nicht so leidet. Das graue ist ein Dornventil extra zum Vakuum regeln. Am Druckanzeiger sieht man ja auch ne mmHg Anzeige. Das Problem bei mir war, weshalb ich mir diesen Pumpstand gebaut habe, dass meine Pumpe über ein an- und ausschalten der Pumpe lief um den Druck, den ich in 100mbar schritten einstellen konnte, regeln zu können. Dadurch kam es im Roti halt dazu, dass so viel Flüssigkeit über ging und regelrecht in meinen Kühler schoss, dass ich zum Teil auch Kondensat im Schlauch zur Pumpe hatte, wo bei mir die Alarmglocken los gingen, da meine Pumpe eine Medizinische Pumpe ist udn somit nicht wirklich für Lömis geeignet ist. So stelle ich die Pumpe immer auf ,,Max´´ wodurch sie einen Enddruck von
-850mbar(~150mbar) schafft und auch niemals ausschaltet, den Rest mache ich über das Ventil mit Blick auf die Anzeige.
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wirehead
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Beitrag von wirehead »

@platon
Am Manometer hast du ein Leck, Schläuche die auf Gewinde gesteckt sind sind nicht dicht. Da gibts aber passende Schlaucholiven für das Gewinde, dürfte keine 2eu kosten.

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NI2
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Beitrag von NI2 »

BTW: es ist sinnfrei dein Gas oben einzuleiten damit es nach unten gekühlt wird :D Wenn doch etwas kondensieren sollte, bzw. deine Dämpfe schwerer als Luft sind zieht es dir alles in die Pumpe. Deshalb: von unten nach oben kühlen!
Und der Abstand zwischen Kühler und (Pumpe) und Kühler (Roti) ist auch ein wenig unflexibel, falls du den Kühler vom Roti mal neigen musst weil du ein Kölbchen rotierst ;)
Und - wie auch schon gesagt - das ganze sieht ein wenig wacklig aus, was mir bei dem sexy Kühler echt zu heikel wäre :?
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Boxah
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Beitrag von Boxah »

Das ist ein Vakuumvorstoß, weshalb das Kondensat zuerst in den Kolben kommt und von dort müsste es wieder nach oben. Ich komme mit meinem System zurzeit noch gut zu recht, du hast zwar recht das es anders rum etwas besser funktionieren würde, da ich aber nicht nach dem Motto ,,gib ihm destilliere´´ reicht mein System und es ist mit meinem Roti nicht anders möglich.
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NI2
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Beitrag von NI2 »

Vakuumvorstoß hin oder her - bei 'nem richtig harten Luftdurchlauf zieht's im Vakuum auch Tröpfchen gerne mal nach oben, was hier aber nicht der Fall sein wird. Trotzdem sind dann noch die Gase das Problem. Einfach die Schläuche wechseln. Unten Roti, oben Pumpe - so einfach xD

Und Beide mit dem gleichen (lauwarmen) Kühlwasser zu Kühlen bringt recht wenig wenn's um die Pumpe geht, weil die Dämpfe dort dann wieder entstehen und in die Pumpe gesaugt werden würden - Bei Eiswasser isses natürlich nicht der Fall.
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Final Destillation
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Beitrag von Final Destillation »

Wenn ich irgendwann mal bisschen viel Geld übrig haben sollte, zimmer ich mir das:
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Das mit dem Stutzen für nen Gasentwickler is ne Schnapsideegewesen. Regeln würde ich über ein MV für die Belüftung mit vorgeschaltetem Nadelventil um die Hysterese nicht zum ausrasten zu bringen und keine zu argen Schwankungen zu verursachen.
Momentan regle ich auch mit PTF-Ventil aus nem kaputten Exsikkator :D, da ich grad kein funktionierendes MV für den Controller da hab, aber das ist echt ne Plage.


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platon58
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Beitrag von platon58 »

@final destill: War SICHER NICHT VC, war VG, und damit mein Post in der Unendlichkeit des Cyberspace entschwunden :wink:
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platon58
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Beitrag von platon58 »

@ NI2: "Schick"
Es gibt da ein paar Dinge die ich einfach so voraussetze. Z.B dass klar ist, dass -1 bar unter normalem Atmosphärendruck ungefähr 0 bar entspricht. In der Praxis ist das im wesentlichen egal, weil der evakuierte Hohlraum unter dem Druck von 1 bar steht. Natürlich könnte man das so ausformulieren, dass auch der letzte Dummy die Gasdruckgesetze versteht, aber es ist in diesem Forum hier nicht meine Aufgabe einem jeden die hintersten Prinzipien der Chemie und Physik erklären zu müssen. :evil: Ganz abgesehen davon, dass der Titel lautet: Mit einfachen Mitteln. Der mit den metallenen Schlauchschellen ist gut, Muss die in der Grösse aber erst finden. Ich werde das System in einem Wassertank testen um herauszufinden, ob und wo es leckt. Das Resultat werde ich filmen und hier hochladen, wenn das geht.
@whirehead.:danke, an das Gewinde hatte ich nicht gedacht, aber auch das werde ich unter Wasser sehen.
Aber abgesehen davon: mehr als 1 bar wird es mit Sicherheit nicht hergeben.Da wette ich 1 Flasche Moet et Chandon Brut Imperial :wink:
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NI2
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Beitrag von NI2 »

War doch auch nicht böse gemeint oder so, es sieht halt nur 'ungewohnt' aus, da i.d.R. in der Physik, Physikalischen Chemie und der Chemie der Druck wenn in mbar dann auch als positiver Wert angegeben wird. Das es nicht deine Aufgabe ist hier die Grundfeste der Naturwissenschaften auszukramen ist klar, aber ich denke es wäre den jungen Forenmitgliedern gegenüber nur fair wenigstens darauf hinzuweisen, da es mit Sicherheit genug gibt, die es nicht auf Anhieb verstanden hätten ;)
Und das 'mit einfachen Mitteln' habe ich durchaus wahrgenommen und finde ich auch toll, deswegen war mein Kommentar trotz allem positiv zu werten. (Und Schlauchschellen in allen rößen liegen bei uns zu Hauf :P)

Soso... ich könnte ja einen De Luze & Fils Bordeaux vom Château Leoville Lascases von 1900 dagegen setzen, aber das lass ich lieber ;)
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Newclears
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Beitrag von Newclears »

...und ich nen "Steintorer Südhang" / "Schöninger Katzenbuckel" premiere. Eigener Anbau von Frühburgunder an der Fassade dieses Jahr die ersten sieben Liter gekeltert. :mrgreen:
"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken

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Beitrag von NI2 »

:angel:

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