Labortransformator und Platinelektoden

Anorganische Chemie.

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Boxah
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Labortransformator und Platinelektoden

Beitrag von Boxah »

Ich habe jetzt mal so in ebay gestöbert und habe 3 schöne Modelle gesehen, also vom gleichen Hersteller. Welchen sollte man nehmen, wenn man fürs Erste einzelne Lösungen elektolysieren will und auchmal eine Chlorat- oder Bromatzelle anschmeißen will nehmen? Aber man sollte keinen neue kaufen müssen, nur weil mann mal eine Schmelzflusselektolyse machen will. Also einen Allround-Gerät für den Allgemeinen Laborversorgungsstrom. Ich will mir das auch nicht unbedingt gleich kaufen, es kommt drauf an welchen ich nehme.
Also zur auswahl stehem dies:
http://cgi.ebay.de/Labornetzgerat-Labor ... 230c955a14

http://cgi.ebay.de/Regelbares-Labor-Net ... 230c95500a

http://cgi.ebay.de/Regelbares-Labornetz ... 5d2cacd923

Ich habe bisher den Zweiten ins Visier gefasst, da er nicht die Welt kostet aber auch mal größere Ströme und Spannungen von sich gibt.
Meine zweite Frage: Ich habe diese Platinelektroden gesehen und wollte fragen ob die für z.B. Chloratzellen geieignet sind. (sie sind zu meinem Verwundern 15cm groß und man bekomm für 66euro 2 Stück)
http://www.lehrmittel-reinhold.de/cgi-b ... aftauswahl
oder soll ich mir welche aus Platindrähten selber bauen? Was habt ihr für Erfahrungen? Danke schonmal im Vorraus und ich möchte auch bitte nicht wieder Streit, wenns geht. Danke! Ihr könnt mich bitte drauf hinweisen wenn was falsch ist. Ich habe versucht darauf zu achten.
"Denkt ihr die Flüchtlinge sind in Partyboote gestiegen, mit dem großen Traum im Park mit Drogen zu dealen?"-K.I.Z.

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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

Das Erste reicht massig aus für dein Vorhaben. Aber das dritte NT ist auch recht sexy.
So ein Netzteil ist eine Anschaffung die an Nützlichkeit noch einiges mehr intus hat.
Soll heißen: Es wird sich auch lohnen ruhig etwas tiefer in die Tasche zu greifen, dann hat man was Gutes im Labor stehen, mit dem man noch viel mehr schöne Sachen machen kann.

Zu der Elektrodensache kann ich dir nicht viel sagen, mangels Erfahrung mit Pt-Elektroden.
...auf der Steuerflucht erschossen! :twisted:

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Boxah
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Beitrag von Boxah »

Ok danke. Ich werde mir warscheinlich das 2 kaufen. Weil ich bin der Meinung, das ich mit diesem nicht so stark nachhelfen muss beim Heizen einer Schmelzflusselektolyse, desweiter würde dies auch bis zu einem bestimmten Punkt schneller gehn und auch so. Ich hatte auch mal über einen Galvanischen Platinüberzug Gedacht, wobei ich aber nicht an die passende Lösung kommen würde. Es kommt jetzt nur noch auf die Größe meines Geburtstagsgeldes an welchen ich nehme. :angel: Da ja noch min 50euro für diese s****ß Platinelektroden drauf gehen, ich hoffe das ich nie das Dichromat vergesse, sonst sind sie im Eimer.
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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

Das mit dem Dichromat hast du aber falsch verstanden wie mir scheint. Das wird bei der Chloratzelle zugesetzt um eine ionendurchlässige Schicht Chromhydroxid quasi als Membran an der Kathode (dem Minuspol, kann aus Kupfer sein) zu bilden, damit der dort gebildete Wasserstoff (Naszierender Wasserstoff) nicht dein Chlorat gleich wieder zum Chlorid zurückreduziert. Es geht auch ohne, erhöht aber die Ausbeute.

Ob deine Pt-Anode (Pluspol) die Elektrolyse von Chloridlösung überlebt oder nicht, wird durch die Chloridkonzentration gesteuert. Du darfst halt nicht durchlaufen lassen bis alles Chorid weg ist, besser so bei (jetzt geschätzten) 60% abschalten. Aber ohne Zugriff auf meinen HoWi kann ich dir da auch nix genaueres sagen jetzt.
Vielleicht ist ja ein anderer User auch im Besitz des Buches und guckt für dich mal nach den genauen Werten.
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ChemDoc
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Beitrag von ChemDoc »

Industrielle Anlagen zur NaClO3-Herstellung arbeiten heute mit

> 2.85 bis max. 3.7 Volt
> 1.5 bis 4 kA/m²
> Ausbeuten 93,5 bis 96%
> Temperatur 65 bis 80 Grad
> ph 6 bis 7
> Anode: Platin/Ir/RuO2 in der Regel sind die auf Titanblechen "aufgetragen und eingebrannt" (=coated) und halten >5 Jahre
> Kathode: Stahl, Titan
> NaCl-Konzentration über 70g/L, meist 100g/L
> max. NaClO3-Konzentration 550 bis 700g/L
> Na2Cr2O7-Konzentration 1 bis 3g/L

> entstehende Zellgase: >97% Wasserstoff mit 1 bis 2,5% Sauerstoff und 0,1 bis 1% Chlor

Zur Herstellung von 1t NaClO3 (100%) werden benötigt:
>550 bis 570kg NaCl
>30 bis 50kg HCl(33%)
>0 bis 60kg NaOH(30%)
>0 bis 5kg Na2Cr2O7*2H2O

Angaben aus Ullman 2007

Im Labor werden die besten Ergebnisse mit einer Anode aus Platin-Iridium-Legierung (90%Pt, 10%Ir) erreicht

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Timmopheus
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Beitrag von Timmopheus »

d.h. ist für das Labor unter umständen recht schwierig bei solch einer Ausbeute zu fahren, da man Entsprechend Messgeräte für Temperatur und pH-Wert mit drin haben sollte, sowie hin und wieder die NaCl-Konzentration bestimmen müsste?

Die geringen Ströme der Netzteile haben mich auch etwas gewundert...

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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

Die Ströme der Netzteile sind total ausreichend für eine kleine Chloratzelle. Wir fahren ja keine Massenproduktion wie die Industrie.
Bei 1,5kA/m² = 1500A/m² = 0,15A/cm² Stromdichte und bei hobbychloratzellenüblichen 10cm langen 1,5mm² Kabeln hat man ca. 4,3cm² Elektrodenfläche und 4,3x0,15A = 0,645A = 645mA (!) Strom. Das geht mit einem 5A Netzgerät doch super, das wird nicht mal warm. ;)

Für den pH-Wert tut es auch etwas Lackmuspapier zum hin und wieder mal reinhalten und die Temperatur sagt uns das labortypische Glasthermometer...
Der Rest eben "Pi mal Daumen"... oder den Großrechner zwischen den Ohren anwerfen und sich ausrechnen,
wie lange bei welchem Strom und welcher Anfangskonzentration an Chlorid für 90% Ausbeute an Chlorat elektrolysiert werden muss.
ochnööö, dann lieber "Pi mal Daumen"! :mrgreen:
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Timmopheus
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Beitrag von Timmopheus »

Für solche Zwecke sollten auch PC Netzteile genügen, wie man sie auf dem Schrottplatz findet. Wer Glück hat findet ein 300-500W Gerät. Auf den Gehäusen sind oft die Leistungsangaben für die verschiedenen Schienen angegeben.

Zum Vergleich, ich habe in meinem Rechner ein 500W Netzteil verbaut, welches an 3,3V stattliche 23A liefern würde. bei 5V wären es gar 28A.
Nun kenne ich mich in der Elektronik nicht all zu gut aus, aber über entsprechend stark ausgelegte Widerstände sollte man das doch regeln können?

Final Destillation
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Beitrag von Final Destillation »

Ich verweis mal auf VC :D:
KALICKEN BAHITTE


MfG TC
Quasi Impressum+Haftungsausschluss :D
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Boxah
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Beitrag von Boxah »

Das ist doch cool.

Ist das wirklich so einfach? Einfach das Titanblech mit Cobaltoxid beschichten und fertig.
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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

Kann ich leider nix zu sagen ob das funzt. Ich kenne das nur mit Pt...
Aber DAS ist es doch was die Hobbychemie ausmacht: Versuch durchführen und gucken obs geht oder nicht. ;)
...auf der Steuerflucht erschossen! :twisted:

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Boxah
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Beitrag von Boxah »

So ich habe mich jetzt eigentlich schon für den Mittleren entschieden, aner ich habe noch ander gefunden mit gleicher Leistung, etwas schöner und zumteil auch mit aktiver Kühlung.
Wie ich das sehen kann hat das aktive Kühlung oder gar keine.
http://cgi.ebay.de/Regelbare-Labornetzg ... 4aa9e91f4c

Sieht schön mit aktiver Kühlung
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... K:MEWAX:IT

Und zuletzt, der den ich am Anfang hatte.
http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... K:MEWAX:IT
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Boxah
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Beitrag von Boxah »

Nochmal Kurz ne Frage, aber ich will jetzt nicht nochmal ein extra Thread aufmachen. Also in einem Buch von mir steht, das man für die Schmelzflusselektolyse eine Stromstärke von 1-2A brauch, aber es steht nicht da wie viel Spannung ich brauche. Ich denke mal, das die Stromspannung von dem Wiederstand und der Stromstärke und der Zersetzungsspannung abhängig ist, aber hat jemand da erfahrung. Ich wollte nochmal fragen, bei welchen Elektrolysen, brauch man den eine Stromstärke von über 2A und eine Spannung von über 15V, sonst kann ich mir ja auch das Kleine SV holen.

PS: Kann mir jemand den Wiederstand pro cm von einer Natriumhydroxidschmelze sagen oder mir sagen wo man solche Werte findet, denn ich habe keine gefunden.
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Ich sage ein letztes Mal das Wort: GOOGLE!!!

Eingabe: "spezifischer Widerstand Natriumhydroxid Schmelze", dritter Google-Treffer spuckt dir einen Wert aus. :evil: Aus diesem errechnest du dir aus den Parametern deines Aufbaus den Widerstand.
"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
- Claude Rimington

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Boxah
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Beitrag von Boxah »

Ich wollte ja nicht nur wegen dem Wert fragen, sondern auch wegen Erfahrungenwerten. Also was verwendet ihr dafür. Ich frage deshalb, weil das Buch gute alte Nachkiegsware von meinem Opa ist und die Chemie entwickelt sich doch auch weiter, oder? :wink:
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