Ammoniumnitrat

Anorganische Chemie.

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Xyrofl
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Beitrag von Xyrofl »

@TStift: Ich war von der KAS-Methode ausgegangen, wenn mann das so macht wie du das vor hast, dann ist das Risiko sicher viel geringer. Das sollte eher ein genereller Hinweis sein, weil die Toleranz an Verunreinigungen hier so extrem gering ist und von unerklärlichen Verfärbungen gesprochen wurde.

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Timmopheus
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Beitrag von Timmopheus »

Meine KAS Methode hat bisher immer gut funktioniert, als Ergebnis hatte ich in Lösung eine gaaanz leicht gelbliche Färbung. Das zuerst an der Luft, dann mit einem Warmluftgebläse getrocknete Salz ist aber schneeweiß.

TStift
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Beitrag von TStift »

Xyrofl hat geschrieben:@TStift: Ich war von der KAS-Methode ausgegangen........
Dachte ich mir schon.
Drum habe ich ja eingangs gleich geschrieben, dass ich diese Methode zwar kenne aber sie für mich nicht in Frage kommt.

Erstens wüsste ich nicht was ich mit 50kg von dem Zeug anstellen soll, wenn ich doch nur ein paar Gramm AN zum anschauen haben will
Zweitens ist es mir irgendwie zu aufwändig und das dabei entstehende Produkt zu unrein.
Außerdem ist ja der Weg das Ziel :D
ich will es herstellen und nicht einfach irgendwo auswaschen.

Apropos KAS: Das Zeug ist übrigens gar nicht so einfach zu beschaffen wie überall geschrieben wird. Weder in diversen Online Shops noch in Baumärkten etc. habe ich bisher den berühmten Dünger finden können.
Wer es besser weiss, der darf meine Bildungslücke gerne schließen !!!!!
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Timmopheus
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Beitrag von Timmopheus »

Ich habe meinen KAS bei einem regionalen Großmarkt (ZG Raiffeisen) gefunden

Manfred
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Beitrag von Manfred »

In NRW muss mittlerweile in vielen Läden für KAS Perso und EVE geleistet werden wenn man KAS kaufen will!
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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

...was auch nicht weiter wundert, wenn man mal bedenkt was diese lebensmüde veranlagten Bialke-Jünger damit so alles für einen Blödsinn anstellen/angestellt haben.
Und natürlich könnte ja auch ein bööööööser Kopfwindelträger, der auf 70 Jungfrauen im Paradies spekuliert, mit dem KAS was Anderes machen als Blumen düngen. :out:

btw: AN-Lösung würde ich im Wasserbad einengen, da so die max. Temperatur auf 100°C begrenzt bleibt und das AN nicht schmilzt und zersetzt (oder Schlimmeres)
...auf der Steuerflucht erschossen! :twisted:

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Newclears
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Beitrag von Newclears »

@ Tobi, so kriegst Du das Zeug aber nie vernünftig trocken und ewig dauern tuts auch. Einfach ein Thermometer in ein Sandbad und die Temperatur bei 110°C einpegeln. Geht schneller und wenn man etwas geschickt ist geht auch nix schief. Ansonsten halt im Vakuum das Wasser abziehen.
"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

Wer die Möglichkeit hat so genau die Temperatur zu halten sollte es natürlich so machen. Aber die Wasserbadmethode hat bei mir noch nie versagt... und seit mir mal geschätzte 0,5g AN den Boden einer Abdampfschale kreisrund "ausgestanzt" haben bin ich vielleicht etwas übervorsichtig. (Man sollte aber auch nicht mit dem Bunsi auf Vollgas feuern bei sowas. Neiiiiin, sollte man wirklich nicht!) :angel:
btw: "trocken" und "Ammoniumnitrat" passen sowieso nicht gut zusammen. Meins hat trotz Schraubdeckelglas derart viel H2O gezogen das es jetzt eher eine AN-Lösung ist. ;)
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ChemDoc
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Beitrag von ChemDoc »

Bei der AN-Gewinnung aus KAS habe ich ein fast schneeweisses AN erhalten. Leider zeigte es, trotz anfänglicher Rieselfähigkeit, auch die Neigung sich zu "Verflüssigen".
Seltsamerweise zeigt das KAS dieses Verhalten nicht. Im angebrochenen Sack, der nun schon drei Jahre hier steht und nur dürftig verschlossen ist, verklumpen die Körner kaum.
Am beigesetzen Dolomitmehl kann es eigentlich nicht liegen.

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Newclears
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Beitrag von Newclears »

Seltsamerweise zeigt das KAS dieses Verhalten nicht. Im angebrochenen Sack, der nun schon drei Jahre hier steht und nur dürftig verschlossen ist, verklumpen die Körner kaum.
Ich hatte damals bei der Aufarbeitung den Eindruck, daß die Prills mit einer hauchdünnen Wachschicht oder ähnlichem überzogen sind um Feuchtigkeit fernzuhalten. Auf der rohen Lösung schwamm ein Schaum welcher sich leicht fettig anfühlte.
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Timmopheus
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Beitrag von Timmopheus »

Newclears hat geschrieben:Ich hatte damals bei der Aufarbeitung den Eindruck, daß die Prills mit einer hauchdünnen Wachschicht oder ähnlichem überzogen sind um Feuchtigkeit fernzuhalten. Auf der rohen Lösung schwamm ein Schaum welcher sich leicht fettig anfühlte.
Das mit dem Schaum ist mir auch aufgefallen, ob er allerdings fettig war, weiß ich nicht.


Edit: Ich habe meine Lösung über Feuer eingeengt, als es deutlich dickflüssiger war, hab ich den Rest draußen verdunsten lassen. Die Kristalle habe ich dann auf einem Blech mit Heißluft getrocknet. Das ganze Lager ich in zugebundenen Gefrierbeuteln, hält ziemlich dicht. Eine gewisse Verbrauchsmenge habe ich in einer Aponorm-Dose, das Gewinde ist mit ein wenig Teflonband umwickelt, das hält bisher auch ganz gut.

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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

Fett oder Wachs mit AN? :shock: Kann ich mir kaum vorstellen. Zu mindest nix Brennbares, sonst: Siehe SprengG :roll:
...auf der Steuerflucht erschossen! :twisted:

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Newclears
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Beitrag von Newclears »

Wie gesagt, das ist sehr wenig gewesen. Es reicht ja aus, wenn die offene Oberfläche verringert wird dafür reichen mengen im Promillebereich. Der Kalkgehalt lässt das Zeug ja auch schon nicht mehr unter das Gesetz fallen.
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Manfred
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Beitrag von Manfred »

dg7acg hat geschrieben:...was auch nicht weiter wundert, wenn man mal bedenkt was diese lebensmüde veranlagten Bialke-Jünger damit so alles für einen Blödsinn anstellen/angestellt haben.
Und natürlich könnte ja auch ein bööööööser Kopfwindelträger, der auf 70 Jungfrauen im Paradies spekuliert, mit dem KAS was Anderes machen als Blumen düngen. :out:

btw: AN-Lösung würde ich im Wasserbad einengen, da so die max. Temperatur auf 100°C begrenzt bleibt und das AN nicht schmilzt und zersetzt (oder Schlimmeres)
Du sprichst mir aus der Seele :thumbsup:
Bialke und Gefolge sollte man einsperren und den Schlüssel verschlucken.


Zum AN-Eindampfen:

Ich hab das bestimmt schon mit 2 Säcken a 50kg gemacht und aus dem AN hinterher teilweise andere Nitrate oder Säure gewonnen.
Es ist völlig egal, wie heiß die Schmelze wird, man sollte sie sich nur nicht (wie ich) über den Finger laufen lassen (möchte jemand ein Bild?!).
Es ist absolut sicher und zersetzt sich nur bei starker Initialzündung nach der "zweiten" Zerfallsgleichung.
Und wer ist schon so scheel und wirft einen Stifzünder in die Suppe?! :angel:
Im Wasserbad trocknen kommt für mich nicht infrage, da das sehr energieaufwändig ist.

Ich gieß die heiße Ammoniumnitrat Schmelze ganz flach in eine backblechgroße Alu Schale, so wird das Zeug sehr schnell hart und man kann u.A. mit einem Hammer die weiche und brüchige Masse gut zerkleinern.
Danach ist es wichtig , dass sofort luftdicht verpackt wird.

Man kann natürlich jetzt noch aufreinigen aber ich lass es meistens so (man muss nicht unbedingt chemisch reines AN haben) und trockne bei Bedarf im Ofen nach.
Eisen und andere leicht korrodierbare Metalle sollte man vermeiden (z.B. wenn man mit einem Eisensieb siebt), da das Nitrat sonst rosarot wird :)

Indikatoren für Feuchtigkeit lassen sich natürlich auch zusetzen. Ich verwende dafür Rhodamin.
Sobald das AN zu viel Wasser gezogen hat, verteilt sich das Rhodamin und man hat eine deutliche Rotfärbung im Nitrat.
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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

Manfred hat geschrieben:Es ist völlig egal, wie heiß die Schmelze wird
Naja, soooo egal ist es dann auch nicht. OK, im 100kg-Maßstab fällt es vielleicht nicht weiter auf, aber bei Kleinmengen sind die Verluste schon gewaltig. Auch wenn man das in dem Moment sicher zum Lachen findet, der Effekt hält nicht lange an. :mrgreen:
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