Bleigiessen

Fragen zur allgemeinen Chemie; alles, was in keine andere Kategorie passt.

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NI2
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Beitrag von NI2 »

Toxikologische/Medizinische Beratungen sind hier nicht 'einklagbar' oder ähnliches... Daher: keine Garantie!

Meiner Meinung brauchst du dir aber keine Gedanken zu machen,... elementares Blei kann in der Form nur schwer in schädlichen Mengen in den Körper eindringen. Das Spritzen wird durch die hohe Temperaturdifferenz zustande gekommen sein (auch wenn ich das selbst so derart noch nicht erlebt habe). Wenn es ein neues Bleigieß-Set war, könnte es auch Zinn gewesen sein... Dabei bestünde ebenfalls keine Gefahr... und solange keine Verbrennungen etc sichtbar sind wird der 'Schock' nur durch den kleinen Unfall hervorgerufen sein.
Außerdem: Du lebst ja noch :D
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Vitello
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Beitrag von Vitello »

Danke für die schnelle Antwort.

Ich hatte das Set nicht gecheckt. Anscheinend sind aber doch noch viel Bleigieß-Sets zu 70-80% aus Blei.
Meinst Du denn, daß das Blei gewesen sein könnte?
Und sollte ich mein Hemd von dem Abend nochmal checken?
Vor kurzem kam ich durch das Thema Blei in Billig-Schmuck überhaupt auf diese Thematik.
Wenn an dem Hemd kleine Bleipartikel sind, könnten die sich ja schon lösen und dann z.B. beim Arbeiten in der Küche ins Essen fallen oder so.

Klar, würde gern darauf verzichten, mit darum Gedanken zu machen, aber anscheinend ist Blei schon ein problematisches Zeug.
Anscheinend gibt es auch keine klare Meinung, ob sich- wenn man es irgendwie unwissentlich verschluckt/zu sich genommen hat- nun Giftstoffe im Magen durch die Magensäure lösen oder nicht.

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NI2
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Beitrag von NI2 »

Ist nicht unrichtig,... Aber damit wirklich schädlich Wirkungen zustande kommen, müsstest du wirklich schon größere Mengen 'gegessen' haben. Da Blei nur als Organoblei-Verbindungen (sowas wie Tetraethylblei) durch die gesunde Haut diffundieren und auf diesem Weg zu Vergiftungserscheinungen führen kann brauchst du dir da weniger sorgen zu machen,.... Aber ich denke kaum, dass du jetzt auf dem Shirt/Hemd noch Spuren finden würdest... Aber versuchs, vielleicht findet sich was.
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Newclears
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Beitrag von Newclears »

Kann flüssiges Blei beim Auftreffen auf Wasser derart hochspritzen?
Das klingt eher nach flüssigem Bismut. Den Effekt konnte ich bei Blei noch nicht beobachten, wohl aber beim Versuch Bismut in Granalienform zu bekommen. Das spritzt wie Sau. Außerdem enthalten diese Sets heute i.d.R. kein Bleioder bleihaltige Legierungen mehr sondern Zinn oder Bismut.
Und sollte ich mein Hemd von dem Abend nochmal checken?
Wenn an dem Hemd kleine Bleipartikel sind, könnten die sich ja schon lösen und dann z.B. beim Arbeiten in der Küche ins Essen fallen oder so.
Was die Giftigkeit von Bleibetrifft "mach dir mal keinen Fleck ins Hemd". Die Mengen die du z.B. durch normale Lebensmittel aufnimmst sind bei weitem größer als das was da ins Essen fallen könnte. Blei ist kein VX oder TCDD. Wäre es so toxisch wie von den Medien häufig verbreitet wäre jeder Klempner, Elektroniker, Dachdecker oder jeder der mal Fisch, Pilze oder mit Schrot geschossenes Wild gegessen hat ein Wrack.
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Final Destillation
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Beitrag von Final Destillation »

Also das mit dem Spritzen kann ich von Gießen von Löt-Zinn auch ab und zu berichten, is ja auch etwas Blei drin.


MfG TC
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Newclears
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Beitrag von Newclears »

Klar, spritzen tuts immer mal. Kommt auch auf die Temperatur an. Bei Bi ist das aber wirklich heftig. Das zerreißt es regelrecht in kleine Fetzen.
Teste das gleich noch mal an und halte Euch auf dem Laufenden.
p.s.: kennt wer ein gutes Flussmittel für Bi? Habs nur als Granulat vorliegen.
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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

Ja Lars, teste das mal! Ich habe geschmolzenes reines Bismut auch als sehr herumspritzend in Erinnerung! :wink:
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Beitrag von Newclears »

Ist in Arbeit. Ergebnisse so inner Stunde ;) Hab das vorJahren mal gemacht als ich Bi aus dem Oxid reduziert habe und als Granalien gewinnen wollte. Bei Blei und Zinn kein Problem. Habe ne Theorie worans liegen könnte ...
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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

Als Flussmittel für Bismut fällt mir verdünnte Salpetersäure ein, die offensichtlich in der Schmelze oberflächlich enstehende Oxide löst... :wink:

Und: Flüssiges Bismut dehnt sich als einer von wenigen Stoffen beim Erstarren aus (Dichteanomalie).
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Beitrag von Newclears »

Als Flussmittel für Bismut fällt mir verdünnte Salpetersäure ein, die offensichtlich in der Schmelze oberflächlich enstehende Oxide löst...
...aber leider nicht mehr bei 270°C als Schutfilm darüber liegt. Egalhabsunter granulierter A-Kohle bei höherer Temp. (dunkle Rotglut) gemacht und den Regulus dann für den Versuch bis knapp über den Schmelzpunkt erhitzt.
Fazit:
Bismut mit einem Schmelzpunkt ~270°C spritzt beim Eingießen in kaltes Leitungswasser wie bekloppt und zerlegt sich z.T. in kleine Partikel.
Blei mit einem Schmelzpunkt von >320°C weist diesesVerhalten nicht auf.
Bild
Links Bismut mit ca. 300°C in kaltes Wasser gegossen, rechts Blei mit ca. 350°C aus gleicher Höhe in kaltes Wasser gegossen. Die Fragmentierung des Bi ist gut zu erkennen. Einzelne Spritzer des Bi flogen ca. 50cm.
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Beitrag von Uranylacetat »

Da fliegen ja beim Bi richtig die Fetzen.... :wink: Außerdem bildet Blei wenigstens so einigermaßen Figuren, die man deuten kann...
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Beitrag von Newclears »

...aber hallo! Hab sogar selbst noch was abbekommen. Schutzbrille is immer gut :thumbsup: :mrgreen:

p.s.:
Waren in beiden Fällen etwa gleiche Volumina an Schmelze. Das im Hinterkopf wird klar wie sehr es das Bi "zerfieselt"...
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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

Bismut iss eben halt nicht ganz "dicht"... :mrgreen:
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Beitrag von Newclears »

...würd ich sonicht sagen. Es ist halt etwas "ordnungsliebend" (...komm ich noch drauf zurück wie das imo mit dem Spritzen zusammenhängen könnte.). Weil es so "schön" ist teste ich das gleich nochmal mit Cd und Sn :angel:

edit:
Reines Sn hatte ich leider nicht mehr genug da. Deshalb nur ein Bild von reinem Cadmium unter gleichen Versuchsbedingungen.
Bild

...die "Spritzerei" scheint also bei den reinen Elementen in diesem Schmelzbereich wirklich dem Bi vorbehalten zu sein. Zinn habe ich jetzt nicht explizit getestet aber weiß aus Erfahrung, das es dem am Anus vorbeigeht wenn es schnell den Zustand von flüssig nach fest wechseln muss.
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Beitrag von NI2 »

Wenn's im Lab nicht so kalt wäre würde ich's noch mit Sn und Sb machen ums bei dir zu ergänzen xD
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