Friedel-Crafts-Alkylierung

Namensreaktionen und deren Mechanismen.

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frankie
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Friedel-Crafts-Alkylierung

Beitrag von frankie »

Friedel-Crafts-Alkylierung

Die Friedel-Crafts Alkylierung dient der Darstellung von Alkylaromaten mit Hilfe von Alkylhalogeniden. Für diese elektrophile Substitution ist ein Katalysator von Nöten der die Kohlenstoff-Halogenid-Bindung weiter polarisiert - dafür eignen sich katalytische Mengen von Lewissäuren. Weitere Alkylierungsmittel können Alkohole und Alkene sein. Die Reaktion ist reversibel.

Benannt nach: Charles Friedel und James Crafts (F & USA)
Entdeckung: 1877

Mechanismus:
Die Reaktion benötigt Lewissäuren, wie AlCl3 oder AlBr3 als Katalysator, diese schwächen die Bindungen zwischen dem Halogenid und dem Alkylrest und erhöhen die partiell positive Ladung auf letzterem. Der Grad der Polarisierung hängt vom Katalysator und dem Alkylrest ab; im Extremfall bildet sich ein Carbenium-Ion. Das elektrophile Agens ist normalerweise ein Komplex aus dem Halogenid und der Lewissäure:
Bild
Zunächst reagiert der Aromat unter Addition des Elektrophils:
Bild
Anschließend wird das Proton abgespalten und der Aromat rearomatisiert (und wieder stabilisiert):
Bild

Die Friedel-Carfts Alkylierung funktioniert nicht am deaktiviertem Aromaten, desweiteren wird die Reaktion von einer Reihe von Problemen eingeschränkt: Es besteht die Möglichkeit einer Mehrfachalkylierung sowie einer Umlagerung in der Seitenkette. Diese oft unerwünschten Reaktionen senken den präparativen Nutzen.
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Schön :D , aber:

- Abkürzung des Herkunftslands der Entdecker?
- Bitte das einfachst mögliche Beispiel nehmen, aber ohne "R-", also bitte kein "R-Cl". :wink:
- Du musst das HCl nicht einrahmen. :wink:
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frankie
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Beitrag von frankie »

Danke :-D
- gemacht !
- werd ich mir merken, was ist an R- aus zusetzen ?
- soll ich das jetzt wieder entrahmen, bzw. neu zeichnen ?

mfg
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

- Wir wollen echte Beispiele, so einfach wie möglich, aber "echt". :wink:
- Ja, bitte. :wink:
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frankie
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Beitrag von frankie »

- Done Sir;,. obwohl es jetzt etwas "seltsam" aussieht :wink:

mfg
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Ist ein Ethylrest wirklich das einfachst mögliche? Warum Ethylchlorid und nicht Methylchlorid? :wink: Naja, ist schon gut so. :)
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Xato
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Beitrag von Xato »

Und ein paar Rechtschreibfehler sind auch noch drin...

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frankie
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Beitrag von frankie »

hmm, ein Methylrest wär wohl einfacher, aber jeder kann sich den Rest denken, den er will, meinetwegen einen Pentylrest mit roter Schleife...:-)

mfg
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Trotzdem ist die Vorgabe für Namensreaktionen-Artikel, die einfachst möglichen Reste, meist also Methyl oder Phenyl, zu nehmen. :wink:
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frankie
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Beitrag von frankie »

..Ist einleuchtend, ich weiß auch nicht warum mir grad ein ethyl-R in den Sinn gekommen ist ?! Ich merks mir fürs nächste mal - Namensreaktionen gibts ja scheinbar wie Sand am Meer. Wie soll man eigentlich dieses "Namesreaktionen" verstehen - kann man da auch allgemeine Mechanismen beschreiben, wie z.B. die Substitution (-die hat ja sehr oft die Finger im Spiel) ? Eben eine generelle Erklärung, samt allen Variationen: elektrophil, nucleophil, radikalisch, monomolekular,...

mfg
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Eben eine bekannte, rel. präzise definierbare Reaktion - "Substitution" ist zu generell, auch die Mechanismen dafür (wie du schon erkannt hast: SN1, SN2, elektrophil,...). Eben sowas wie die Sandmeyer-Reaktion, die Sonogashira-Hagihara-Kupplung, die Friedel-Crafts-Alkylierung...muss allerdings nicht, wie in diesen Beispielen den Namen der Entdecker tragen. So ist die z.B. auch die Benzidin-Umlagerung eine Namensreaktion.
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frankie
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Beitrag von frankie »

ist gut,... vlt. könnte man noch eine allgemeine Darstellungsvorschrift hinzufügen, wie im Organikum ? Oder zu kompliziert ?

mfg
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Ne, nur nen Link zu nem entsprechenden Artikel falls er existiert (s. Sandmeyer-Reaktion).
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Kohlenstoff
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Beitrag von Kohlenstoff »

Kann man die Alkylierung dirigieren? (Ich hoffe ihr wisst was ich meine) :)

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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Ja und nein. Sie erfolgt eben an den "aktivierten" Stellen. Einige funktionelle Gruppen sind eben o- und p-dirigierend, andere m-dirigierend. Das bestimmt dann auch, wo alkyliert wird, genau wie es auch bestimmen würde, wo halogeniert, acyliert, sulfoniert,... würde, wenn das die jeweils durchzuführende Reaktion wäre.
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