Thallium

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Cyanwasserstoff
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Thallium

Beitrag von Cyanwasserstoff »

Thallium

Elementsymbol: Tl
Molmasse: 204,38 g/mol
Dichte: 11,85 g/cm3
Aggregatzustand: fest
Schmelzpunkt: 304°C
Siedepunkt: 1473°C
Dampfdruck: --- (20°C)
Massenanteil an der Erdhülle: 3 x 10-5%
Gefahren: T+, C
Warnhinweis: tWarnhinweis: c
R-Sätze: 26/28-33-35
S-Sätze: (1/2-)13-28-45-61

Eigenschaften:

Thallium ist ein bleiähnliches, silbrig glänzendes Schwermetall der dritten Hauptgruppe, das an der Luft rasch anläuft. Dabei bildet sich Thallium(I)-oxid, Tl2O, das mit Wasser zu der starken Base Thallium(I)-hydroxid reagiert.
Entdeckt wurde Thallium 1861 durch William Crookes im Bleikammerschlamm einer englischen Schwefelsäurefabrik durch seine charakteristische, grüne Sprektrallinie die dem Thallium seinen Namen gegeben hat (griech. thallos: grüner Zweig).
Thallium und seine Verbindungen sind äußerst giftig, Mengen ab 50 mg können tödlich sein. Thalliumionen werden schnell und vollständig im Darm resorbiert. Thallium wird zwar von den Nieren aus dem Blutstrom entfernt, dann aber wieder zurückresorbiert.
Die Symptome einer Thalliumvergiftung sind denen einer Poloniumvergiftung so ähnlich, dass zuerst angenommen wurde, Litvinenko sei mit Thallium vergiftet worden.
In der Forensik ist die charakteristische grüne Spektrallinie des Thalliums zum Nachweis von Vergiftungen mit Thallium wichtig.
Thallium verhält sich in seinen Verbindungen oftmals ähnlich dem Kalium. Zwar existiert Tl3+, aber Tl+ ist stabiler. Im Gegensatz zu den meisten Schwermetallhydroxiden ist Thallium(I)-hydroxid gut wasserlöslich und eine starke Base.
Man gewinnt Thallium als Nebenprodukt der Aufarbeitung von Pyrit oder Kupferschiefer. Aus den beim Rösten dieser Erze entstehenden Gase scheiden sich Thalliumverbindungen ab, die mit Schwefelsäure als Thalliumsulfat Tl2SO4 gelöst werden. Die Gewinnung von metallischem Thallium erfolgt meist durch Ausfällen mit Zink. Die Weltjahresproduktion von Thallium beläuft sich auf fünf Tonnen pro Jahr (vgl. Schwefelsäure: 300 Megatonnen/Jahr).
Verwendung findet Thallium zur Herstellung niedrigschmelzender Legierungen (Schmelzpunkt eutektische Quecksilber-Thallium-Legierung mit 8,5% Tl: -60°C). Die Verwendung von Thalliumsulfat als Rattengift ist in vielen Ländern aufgrund der Giftigkeit des Thalliums verboten.

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Thallium

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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Ein Bild folgt spätestens nächstes Jahr...dann werde ich auch etwas Thallium mit Zink ausfällen...oder ich kauf's mir hier auf eBay... :mrgreen: :twisted:
eutektische Quecksilber-Thallium-Legierung
Na die muss ja gesund sein! :mrgreen: Wobei Thallium akut sogar ein bisschen giftiger ist als Quecksilber...

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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

ich frag mich nur wieso man das essen sollte? :mrgreen:

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HerrAmmoniumnitrat
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Beitrag von HerrAmmoniumnitrat »

Cyanwasserstoff hat geschrieben: Na die muss ja gesund sein! :mrgreen: Wobei Thallium akut sogar ein bisschen giftiger ist als Quecksilber...
Ein bisschen? Wenn wir hier über das Metall und nicht über die Salze reden, ist Thallium um ein vielfaches giftiger.
Ich behaupte mal, dass das Trinken von Quecksilber in nicht exorbitanten Mengen ohne Nebenwirkungen bleibt, bis auf naja "erhöhtem Stuhlgang"(In Köln wird es Driserrei genannt). Das mag damit zusammenhängen, dass Quecksilber nun mal ein Edelmetall ist, was von Thallium ja nicht zu behaupten ist. :lol:

Metallisches Quecksilber hat deshalb ja auch nur den R-23 Giftig beim Einatmen und noch nicht mal R-22 Gesundheitsschädlich beim Verschlucken.

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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Bilder zu Indium, Erbium, Samarium und Thallium eingefügt und die Elementebeschreibungen verschoben.

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"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
- Claude Rimington

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