Universitäts-Empfehlungen

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Glaskocher
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Glaskocher »

[OT] Dann müßte dieses Unterforum ähnliche Attribute in der Sichtbarkeit haben, wie die "Illumina-Technik". Jetzt müßten wir überlegen, ob in diesem Unterforum Themen besprochen werden, die "ungooglebar" sein sollen, oder ob Jede/r es lesen darf.[/OT]
Bitte ebenfalls nach Gebrauch löschen.

Vanadiumpentoxid
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Ich kann das zuvor Gesagte inhaltlich leider nicht ganz einordnen...

Den Thread kann ich auch eingeloggt manchmal nicht direkt im Portal finden...

Gibt es dafür nun eine Lösung?
Gott gebe mir die Kraft, zu ändern, was ich verändern kann,
die Gelassenheit, hinzunehmen, was ich nicht verändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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mgritsch
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von mgritsch »

Dann mag es mit den Berechtigungen für Gäste in dem Forum zu tun haben. Oder es weiß dass ihr keine Studenten seid :dita:

Vanadiumpentoxid
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

mgritsch hat geschrieben:
Freitag 2. Juli 2021, 23:36
Oder es weiß dass ihr keine Studenten seid :dita:
Na, dann hättest Du da ja auch nicht antworten dürfen.... :wink:
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Bernd
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Bernd »

Auch ich habe das Problem das ich nur im eingeloggten Zustand diesen Artikel sehen kann.

Doch zurück zum eigentlichen Thema.
Ich möchte Chemie studieren, weil es mich schon seit einigen Jahren fasziniert und ich habe mich auch außerhalb vom Chemieunterricht damit befasst. Auch habe ich ein paar Praktika an Universitäten an Chemie-Lehrstühlen und Industrie gemacht und finde es sehr spannend! Ich wüsste auch nicht was ich sonst studieren könnte.
Das der Arbeitsmarkt für Chemiker nicht des beste ist, ist mir bewusst und ich bin auch bereit entsprechend meine Lokalität zu wechseln. Auch ist mir bewusst das man als Chemiker dann nicht mehr im Labor steht, sondern ein Leiter eines Labors o.ä. ist. Und das ist auch gut so, würde ich im Labor stehen wollen, würde ich eine Ausbildung machen, aber das ist nicht das was ich für immer machen möchte. Ich denke nach ~10 Jahren Labor kann man darauf dann auch mal verzichten. ^^

Eure Informationen waren auch alle Fälle schonmal hilfreich. Ich denke das am Anfang von einem Studium die Universität tatsächlich noch nicht so wichtig ist, weil man sowieso weniger in der Forschung involviert ist. Die Universität sollte eben nur eine gute Lehre aufweisen. Und das eine jetzige Spezialisierung evtl. zu früh ist stimmt, denn ich kenne ja nur einen sehr sehr kleinen Teil der Chemie. Vielleicht interessiert mich etwas anderes noch viel mehr, wenn ich es erst kennen gelernt habe.

Mir machen gerade nur etwas die Nebenfächer Sorgen. Wie gesagt war ich in Mathe und Physik mittelmäßig bis gut. Schafft man das Chemie-Studium wenn man lernt? Da ich eben keine Uni-Erfahrung habe stelle ich mir das ganze sehr unmenschlich vor. Knallen die Dozenten den Stoff einfach hin und keiner hilft einen? Es gibt ja auch Übungen, wie laufen diese dann ab? Vor dieser "unmenschlichkeit" und "rauen, kühlen Ton" habe ich etwas Furcht oder stelle ich mir das Unileben nur so vor und in Wirklichkeit ist das schon recht in Ordnung?

Ich habe auch gelesen dass das Chemiestudium sehr anstrengend ist, weil man so viel im Labor steht. Wie läuft so ein Uni-Tag dann ab? Früh Vorlesung und Nachmittag Labor und Abends noch 2-3 h Lernen? Hat man überhaupt Zeit für Essen? Man muss auch Protokolle für das Praktikum machen, welche sehr viel Zeit benötigen? Schafft man das alles oder fliegt man sofort raus, wenn man mal das Protokoll nicht fertig hat?

Vanadiumpentoxid
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Mit Deiner Erwartungshaltung an Deine berufliche Zukunft wäre das Chemie-Studium grundsätzlich nicht der falsche Weg. Dass Du über Praktika schon mal in die Praxis hineingeschnuppert hast, war genau richtig.

Gute bis befriedigende Noten in Mathe und Physik sind fürs Chemie-Studium bei entsprechenden Fleiß und Lernbereitschaft vermutlich noch ausreichend. Dass Du Physik vor drei Jahren abgewählt hast, könnte sich evtl. noch als Nachteil erweisen. Wahrscheinlich musst Du das dadurch fehlende Grundwissen per Eigenstudium nebenher bzw. fallweise nachholen.
Wie sieht es bei Dir denn nun mit den Fremdsprachen aus? Bei der Lektüre von entsprechender Fachliteratur kannst Du Dich ja nicht immer nur auf den Google-Übersetzer verlassen... :wink:

Vor allem kannst Du nirgendwo erwarten, dass die Dozenten ihr Vermittlungsniveau Deinem Kenntnisstand anpassen. Eigenverantwortliches Auffüllen von Wissenslücken ist in fast jedem Studium gefragt. Aber keine Sorge: für die Vermittlung von Grundlagenwissen gibt es ja auch eigene Veranstaltungen.
Und grundsätzlich ist es ja meist auch erlaubt, am Ende einer Vorlesung Rückfragen zu den Inhalten zu stellen - was an kleineren Standorten mit weniger Teilnehmern in der Veranstaltung natürlich umso eher sinnvoll umsetzbar ist.
Manchmal werden Tutorien/Repetitorien von studentischen Hilfskräften der höheren Semestern angeboten: dort besteht die Möglichkeit, auch auf generelle Verständnisprobleme nochmals im Detail einzugehen und die Dinge wiederholend einzuüben.
Auch die Assistenten haben oftmals eher Kapazitäten für fachliche Beratungsgespräche als die Profs.
Übungen sind auch ein guter Rahmen für gemeinsames Arbeiten in kleineren Lerngruppen. Jedoch geht es dort selten um Grundlagenwissen, sondern eher um Spezialthematiken.
Ein zusätzlicher Vorteil bei kleineren Veranstaltungen: hier lassen sich leichter Kontakte zu Kommilitonen knüpfen, um selbstorganisierte Lerngruppen zu bilden - was gerade in Richtung Prüfungsvorbereitung von unschätzbarem Wert ist.

Generell sind naturwissenschaftlichen Studiengänge schon sehr anspruchsvoll, gerade weil viel fachübergreifendes Wissen und Können erforderlich ist. Wahrscheinlich wird der durchschnittlich begabte Student dabei auch eher nicht mit einem 8-Std.-Arbeitstag bzw. mit einer 5-Tage-Arbeitswoche auskommen. Und ja, ich habe schon gehört, dass es dabei auch Phasen gibt, in denen selbst Kochen/Essen, Schlafen und (in einem mir bekanntem Fall) sogar die Körperpflege in Form von Duschen, Rasieren und Friseurbesuch mal etwas zu kurz kommen können. Grundsätzlich sind die Studiengänge aber so konzipiert, dass sie schaffbar sind und nicht unnötige Hürden aufbauen - alles andere wäre ja auch kontraproduktiv.
Und nochmals: knüpfe Kontakte und nutze diese - das ist schon die halbe Miete! Von einem Studenten der Tiermedizin habe ich mal folgendes Gruppenlernmodell für eine vorübergehend kurze Phase besonders stressigen Arbeitens geschildert bekommen: reihum immer einer aus der Gruppe ging in die Vorlesung, schrieb mit und verteilte anschließend seine Mitschrift sowie die Handouts unter den Kommilitonen, die jenen freien Morgen stattdessen dann genutzt haben, um mal wieder auf 8 Stunden Schlaf pro Nacht zu kommen...

Was den rauhen Ton im Uni-Labor angeht: da wirst Du Dir wohl ein etwas dickeres Fell zulegen müssen.
Überall, wo es handfest zugeht, geht es beim Lernen darum, zunächst einmal stumpf Techniken und Handgriffe einzuüben. Dazu gehören auch die oftmals etwas einsilbigen Kommentare des Ausbilders. Das ist in der Chemie nicht anders als in Handwerksberufen. Diskussionen und Eigeninitiative sind da gerade anfangs eher weniger gefragt - allein schon, um den straffen Lehrplan einhalten zu können. Das hat noch nicht mal etwas mit Boshaftigkeit und Gefühlskälte zu tun, sondern ist schlichte Notwendigkeit.

Es wäre natürlich schön, wenn auch die "echten" Chemiker hier im Forum zu Deinen Fragen aus ihrem Erfahrungsschatz der eigenen Ausbildung etwas beitragen könnten - zumindest etwas mehr als ich als "verhinderter" Chemiker, der Labore nur als Gast kennt und die dortigen Gepflogenheiten nur vom Hörensagen. Ich kann da leider nur sehr allgemeine Dinge zum Studieren generell vorbringen, von denen einiges vll. auch nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Ich hoffe aber, dass es Dir trotzdem etwas weitergeholfen hat.
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Bernd
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Bernd »

Danke! Dann schließe ich daraus, dass eine kleinere Universität also besser wäre und im Prinzip durch lernen das Studium schaffbar ist. Ich kann ja in der Zwischenzeit bis zum Studium ja fehlende Grundlagen in Mathe und Physik beseitigen, vielleicht können wir darüber nochmal in einem anderen Thread sprechen.

Da ich im Praktikum die praktischen Dinge eigentlich immer ganz gut hinbekam, sollte das Praktikum wohl in Ordnung sein. Scheitern wohl manche Studenten am Praktikum? Und wäre das Studium ohne Praktikum wesentlich einfacher oder überschätzt man dieses einfach immer?

Ansonsten wäre es tatsächlich noch hilfreich, wenn "richtige" Chemie-Studenten ein wenig ihre Erfahrung schildern könnten, um eben dann eine entsprechende Universität auszusuchen.

P.S. englische Publikationen verstehe ich zum Großteil eigentlich schon.

Vanadiumpentoxid
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Es gibt bei kleinen Fakultäten auch Nachteile! Wenn eine Disziplin von einer "tauben Nuss" gelehrt wird, sprich der Lehrstuhl fehlbesetzt wurde, hat man weniger Alternativen/Ausweichmöglichkeiten als an einer großen Fakultät. Auch die Auswahl an Assistenten, wenn man mit jemand Bestimmtem mal absolut nicht klarkommt, ist geringer. Schlimmstenfalls kann einen das zum verfrühten/ungeplanten Studienortwechsel zwingen...
Also gut umhören - aber auch nicht mehr allzu lange, denn
es sind nur noch knapp 3 Monate, die Bewerbungsfristen laufen und eine Wohnung muss vor Ort auch noch gefunden werden, sobald Du eine Studienplatzzusage hast...

In den 90er Jahren galten die kleinen Fakultäten in den neuen Bundesländern für viele Fächer als Geheimtipp - ob das immer noch so ist und auch für die Chemie gilt, kann ich jedoch leider nicht sagen... Viele kleine, aber feine Fachbereiche wurden damals auch - im Osten wie im Westen - unter Kostendruck/Sparzwang geschlossen bzw. zusammengelegt und sind daher leider nur noch Geschichte...
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mgritsch
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von mgritsch »

Also es ist sicher an jeder Uni alles etwas anders organisiert, aber man muss weder mehr als 10 Stunden pro Tag noch mehr als 5 Tage die Woche einplanen. Das sind Schauergeschichten. Schauermärchen über böse oder einsilbige Vortragende habe ich auch manchmal gehört. Die Praxis war anders - ich habe nur konstruktive, nette Menschen getroffen die mich unterstützt und gefördert haben. Nicht jeder eine didaktische Leuchte, aber definitiv alle guten Willens. Lass dich von den Märchen aus dritter Hand nicht einschüchtern :)

Laborübungen sind oft „geblockt“ - konzentriert über wenige Wochen. Andere Lehrveranstaltungen sind entsprechend vorher oder nachher am Programm - es ist daher sehr zu empfehlen vor allem am Anfang wo diese Dinge anstehen sich sehr gut an den Studienplan zu halten, sonst kommst du in ein Terminchaos. Später wird alles etwas flexibler und aufgelockerter. Jede Uni bietet Informationsveranstaltungen wo man sich Ablauf/Organisation von Studenten (Studienvertretung) erklären lassen kann. Am besten dort anklopfen, hier gibts nur allgemeines ;)

Ebenso ist „stumpfes einüben“ absolut kontraproduktiv, gerade in diesem Fach. Bitte bloß nicht mit der Einstellung rein gehen, das wird schmerzhaft. Das mag bei Juristen der Fall sein wenn sie Gesetze pauken, in der Chemie geht es immer um Verstehen! Es gibt nur einen sehr kleinen Basissatz von Dingen die man „halt wissen muss“, dann baut alles bald sehr logisch auf.

Wie immer hilft jedes Vorwissen. Egal ob Mathe und Physik vertiefen oder praktisch im heimlabor spielen. Das berühmte „Ionenlotto“ war für mich ein Spaziergang weil ich das schon alles im Reagenzglas zuhause durch hatte ;) Bei Mathe empfehle ich vor allem Vektoralgebra, Integral- und Differentialrechnung gut drauf zu haben.

Vanadiumpentoxid
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Also, erstmal gut, dass sich hier noch jemand vom Fach gemeldet hat...

Meine "Schauermärchen" sind Erfahrungsberichte, die von Chemikern, Biologen und Veterinärmedizinern stammen, die ich schon seit meiner Schulzeit kenne - also somit allenfalls aus zweiter Hand...
Auch klar: über die vielen guten Erfahrungen, die eigentlich meist überwiegen, wird naturgemäß weniger gesprochen...
Und heute bereut keiner von den Obengenannten sein Studium...
Also: weder zu blauäugig ins Studium gehen, noch zu ängstlich - und alles wird gut!

Das stumpfe Einüben (= sichere Routine erwerben) bezog sich auf das Erlernen der Handgriffe in der Laborpraxis (= Können), nicht aufs Lernen der Theorie (= Wissen)!

Und die "tauben Nüsse" habe ich in meinem Fach selbst mehrfach erleben dürfen/müssen - erfreulicherweise hatte ich aber immer das Glück sehr qualifizierter Alternativen - selbst wenn das bedeutete, auch mal das doppelte Arbeitspensum in einem Semester auf sich zu nehmen, um die Seminare bei den Dozenten seiner Wahl vorzuziehen/belegen zu können anstatt das gleiche Seminar im kommenden Semester beim weniger qualifizierten Kollegen zu haben...
Einen meiner Studienorte habe ich sogar hauptsächlich wegen eines bestimmten Profs gewählt, der ein Semester, bevor ich sein begehrtes Seminar besuchen wollte, dann "spontan" eine Berufung an eine andere Uni annahm... Shit happens! :wall: Was meint Ihr wohl, wo ich dann zwei Semester später studierte?... :wink:
Vermutlich gibt es so stark dozenten- oder denkschulenbezogene Studienortentscheidungen in der Chemie ja auch gar nicht zu treffen... Das wissen aber, wie gesagt, andere hier besser als ich...

Wie wär's, wenn Du Dir 3-4 Studienorte Deiner engeren Wahl in den kommenden Wochen mal vor Ort anschaust und dort auch von der angesprochen Möglichkeit einer Fachschaftsberatung Gebrauch machst, mit dem festen Vorsatz, spätestens 3 Tage nach der letzten Reise eine Entscheidung bzgl. des Favoriten sowie notfalls einer Alternative zu treffen, und Dich dort zeitnah zu bewerben?
Wie gesagt: es wird schon recht eng zum 01.10., wenn jetzt noch keine Entscheidung gefallen ist... Nicht einmal wegen des Studienplatzes, sondern vor allem wegen einer Wohnung... Du bist nicht der einzige, der zum Wintersemester sucht...
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Bernd
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Bernd »

Sehr sehr lieb von euch, dass ihr so ausführlich schreibt!!!

Eine sehr gute Idee in geraumer Zeit ein paar Universitäten meiner Wahl anzuschauen. Das werde ich auf alle Fälle machen. Da informiere ich mich nochmal im Internet und dann melde ich mich hier nochmal, welche Unis ich anschauen werde.

Falls noch jemand seine Sichtweise mir schreoben will immer her damit!

Ansonsten schonmal vielen vielen Dank bis hier her!

Vanadiumpentoxid
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Berichte dann mal von Deinen Plänen und natürlich von Deiner Tour und den Begegnungen dabei, gern auch mit ein paar (ggf. chemie-historischen?) Städte- und Uni-Fotos...
Wie heißt es noch so schön: Wenn jemand eine Reise tut,... :wink:
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Calciumcitrat
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Calciumcitrat »

Bernd hat geschrieben:
Donnerstag 1. Juli 2021, 23:00
Danke für den Input! In Mathe war ich in der Schule mittelmäßig, schafft man das Studium auch mit mittelmäßigen Mathekenntnissen und Physik hatte ich in der 10. Klasse das letzte Mal war da aber immer ganz okay. Braucht man für das Studium Vorkenntnisse?
In Mathe für Chemiker wird erstmal der Matheoberstufen-LK Stoff in zwei Monaten wiederholt (Ableiten, Integrieren, etwas basic Analysis und Reihen), dann noch Vektorrechnung und etwas Wahrscheinlichkeitstheorie. Das fand ich als Grundkursler ohne Bestnoten noch gut machbar. Im zweiten Semester kommen dann Differenzialgleichungen und Matrizen, das war für mich happiger, aber auch noch machbar. Ich hatte aber da auch einen didaktisch top aufgestellten Prof.

Physik ist seeehr grundlegend. Mit LK musste man in den zwei Semestern nichts Neues lernen...

Chemolumineszenz
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Chemolumineszenz »

Ich habe vor einigen Jahren ein paar Semester an der Uni in Marburg Chemie studiert.
Grundsätzlich war ich sehr zufrieden.
Da ich aber der sehr praxisorientierte Typ Mensch bin, habe ich nach dem 2. Semester eine Ausbildung zum Chemielaboranten angehängt. Diese konnte ich direkt an der Uni, allerdings im Fachbereich Pharmazie, absolvieren.
Somit habe ich beide Seite des Wirkens an der Uni erleben dürfen. Einmal aus studentischer Sicht und einmal aus Sicht eines Mitarbeiters. (Studentenbetreuung, Vor- und Nachbereitung von Praktika und Aufsicht in Prüfungen lagen auch in meinem Aufgabenfeld.)

Marburg ist eine super schöne und noch relativ kleine Stadt.
(Durch meine Selbstständigkeit und Firmengründung musste ich ein paar Orte weiter ziehen, daher vermisse ich die Jahre dort schon etwas.)
Die Uni verteilt sich über das gesamte Stadtgebiet, was manchmal etwas nervig ist wenn man zwischen den Vorlesungen pendeln muss.
Hat aber auch wiederum den Vorteil, das es an den Orten nicht überlaufen ist.
Der Studiengang Chemie ist im ersten Semester meisten recht voll, das nimmt aber recht schnell ab, weil viele erst später merken das es doch nicht das richtige ist.
Ich hatte mit Mathe die größten Schwierigkeiten, das war letztendlich auch das was mir signalisiert hat aufzuhören.
Die Grundlagen in den Fächer Physik, Mathe und Chemie werden in den ersten paar Vorlesungen zwar angesprochen/wiederholt, allerdings in einem zügigen Tempo.

Freizeit hat man, wenn man entweder sehr gut ist oder wenig Anspruch auf die Noten/Punkte legt (Hauptsache bestanden).
Ansonsten ist es schon recht viel und man muss immer am Ball bleiben, sonst wächst einem die Arbeit über den Kopf.
Das kann aber auch Spaß machen, wenn man in einer Gruppe etabliert ist und alle gemeinsam an einem Strang ziehen. (Meine Gruppe hatte sich damals leider aufgelöst, da nur 2 von 10 das Studium bis zum Bachelor durchgezogen haben)

Fachlich und menschlich habe ich in der Zeit nur positive Erfahrungen gemacht!

Vanadiumpentoxid
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Re: Universitäts-Empfehlungen

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Zu meiner Zeit galten hier bei mir im Norden Bielefeld, Oldenburg und Hamburg als gute Standorte fürs Chemie-Studium. Leider habe ich keine Ahnung, ob das immer noch so ist...

Weil ich mein Fach in Bielefeld, Hamburg und Göttingen studiert und diese Städte aus beruflichen Gründen auch in den vergangenen Jahren immer mal wieder besucht habe, kann ich zwar wenig zu den dortigen Chemie-Fakultäten sagen, aber ein bisschen was über die Städte als Studien- und Wohnorte:

- Bielefeld liegt am Rand des Teutoburger Waldes, einer der regenreichsten Gegenden Deutschlands mit dem gleichzeitig schlechtesten UKW-Empfang (für alle, die noch analog Radio hören)...
Die Stadt in Ostwestfalen ist auch sonst nicht gerade der Nabel der Welt, hat aber eine der kürzesten U-Bahn-Strecken derselbigen und eines der besten Irish Pubs in Deutschland... :wink:
In der Innenstadt gibt es vergleichsweise wenig historisch Bedeutsames zu entdecken (vieles wurde im Krieg zerstört). Die Uni liegt eher am Rand, ist ziemlich beton-klobig und versprüht als Lernort nur wenig Flair und Inspiration...
Ich habe jedoch nicht an der Uni studiert, sondern an der Kirchlichen Hochschule in Bethel, einem eigenen, sehr idyllisch grünen Stadtteil, stark geprägt durch das Zusammenleben mit Menschen mit geistigen Behinderungen. Die KiHo bildete einen eigenen Campus mit integrierten Wohnmöglichkeiten. Alles war räumlich und fachlich sehr konzentriert. Studieren, Wohnen und Leben bildeten dort eine enge Einheit. Das kann man lieben oder hassen. Ich habe es eher genossen und genutzt, es war optimal für den Start. Leider existiert die KiHo in dieser Form dort nicht mehr.
Wenn man im Stadtteil Bethel-Gadderbaum eine Wohnung finden kann, sollte man das Angebot ernsthaft in Erwägung ziehen. Mobilität per Auto oder E-Bike ist dort angesichts der z. T. erstaunlich steilen Wege aber sicher von Vorteil. Ein Blick von der Sparrenburg über die gesamte Stadt gehört dann auch bereits zu den größten touristischen Attraktionen... Und wenn sich der Wind dreht/das Wetter ändert, riecht es auf der Sparrenberg-Promenade schon mal nach Vanille- oder Schokoladen-Pudding (Oetker-Werke - im Zweifelsfall bereits ein erster potentieller Arbeitgeber für Chemiker vor Ort...)

- Hamburg ist das Tor zur Welt. Was Leben, Freizeit und Kultur angeht, findet dort wirklich jeder seine Nische. Die Fakultäten verteilen sich über ganz Eimsbüttel. Mein Fachbereich befand sich damals in unmittelbarer Nachbarschaft zum Fachbereich Chemie. In einigen Fächern pendelt man ziemlich viel durchs Stadtviertel. Schön sind die historischen Universitätsgebäude (Hörsäle) gegenüber Bahnhof Dammtor. Der Rest sind nicht selten eher in die Jahre gekommene, z. T. stark sanierungsbedürftige Betonbauten. Die Fachschaften bilden räumlich ziemlich in sich abgeschlossene und zugleich verstreute Einheiten, zu fächerübergreifenden Studienkontakten kommt es daher - wenn man es nicht gezielt darauf anlegt - eher nicht. Aber auch innerhalb der eigenen Fachschaft fand ich es eher schwieriger, sich zu vernetzen, weil die KommilitonInnen nach Vorlesungsende meist wieder in alle Stadtteile auseinanderstieben - und Hamburg ist wirklich groß!
Die über den zentralen Stadtteil verteilten Mensen bieten übrigens auch heute noch vergleichsweise gutes und preisgünstiges Essen an, wenn selber kochen auf der Studentenbude oder in der WG - vll. auch aus Zeitgründen - keine Option darstellt.
Die Möglichkeiten zur Stadterkundung und Freizeitgestaltung sind nahezu unbegrenzt. Das kann zur Ablenkung verführen, aber auch eine willkommene Abwechslung bieten, wenn man auch seine Wochenenden meist am Studienort verbringt. Besonders schön fand ich es immer in Blankenese direkt an der Elbe. Aber auch die Logistik des Hamburger Hafens ist faszinierend, wenn man die Chance bekommt, über die obligatorische Rundfahrt hinaus auch hinter die Kulissen schauen zu können. Selbst Europas größter Friedhof (in Ohlsdorf) ist beeindruckend und lässt viel historisch und botanisch Interessantes entdecken.
Leider ist das Wohnen in Uni-Nähe wirklich sehr teuer, rar und meist beengt. Ich habe jenseits der Stadtgrenze im Übergang zu Schleswig-Holstein gewohnt, was wegen der engmaschigen Anbindung per U- und S-Bahnen und dank Semesterticket trotzdem kein Problem war. (Es ist ohnehin nicht ratsam, in HH regelmäßig mit dem Auto unterwegs zu sein...) Und als Land-Ei war ich nach einem langen Uni-Tag manchmal sogar froh, abends aus dem Großstadt-Gewusel wieder raus zu sein...

- Göttingen: die Studentenstadt schlechthin, Universitätsstandort mit großer Historie mitten in Deutschland (und somit eigentlich von nirgendwo her wirklich weit entfernt). Studentisches Leben hat dort eine ganz eigene Kultur entwickelt, die sehr interessant zu entdecken ist. Die Veranstaltungsstandorte verteilen sich über die Innenstadt und den angrenzenden "neuen" Campus. Nahezu alles ist per Fahrrad und z. T. sogar auch fußläufig zügig zu erreichen. Die Altstadt ist historisch erhalten, nett, wirkt stellenweise aber fast ein wenig provinziell (vll. lag es auch daran, dass ich damals direkt aus HH dorthin kam...). Innenstadt- und uni-nahes Wohnen ist noch bezahlbar (sofern verfügbar), insbesondere wenn man an den Wohnstandard nicht die aller höchsten Ansprüche stellt (viel unsanierter Altbaubestand). Die Universitätsbibliotheken bieten schier unbegrenzte Möglichkeiten des Recherchierens (der Handbestand ist gigantisch, aber selbst Exotisches/Historisches ist schnell verfügbar und muss nicht erst lange bestellt werden) und ungestörten Arbeitens.
Göttingen wäre ohne die Uni nur ein Provinznest. Die gesamte städtische Infrastruktur und Wirtschaft ist darauf abgestellt. Studierende und Universitätsbedienstete machen ein großen Teil der Gesamtbevölkerung aus. Vorteil: studentisches Vernetzen und der Kontakt zu Dozenten fallen wirklich sehr leicht; Nachteil: die Gefahr, nur im eigenen Saft zu kochen, ist recht hoch... Es macht Sinn, Göttingen am Wochenende auch mal zu verlassen. Kassel-Wilhelmshöhe, Harz, Weserbergland, Eichsfeld und sogar Eisenach sind per Auto oder Zug gefühlt nur einen Katzensprung entfernt und immer einen Ausflug wert.
Tipp: sich schon jetzt - bereits vor der Immatrikulation möglich - beim Studentenwerk auf die Warteliste für einen Wohnheimplatz setzen lassen. Vll. wird's schwierig, noch zum Wintersemester eine Wohnung in GÖ zu finden...
Edit: habe gerade gesehen, dass sich der FB Chemie in GÖ auf dem Nordcampus befindet - von daher könnte man alternativ auch nach einer Wohnung in Bovenden oder Nörten-Hardenberg Ausschau halten, wenn man fürs Pendeln ein Auto zur Verfügung hat...
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