Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Hier können Erfahrungsberichte zu Experimenten auch formlos geschrieben werden.

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Seaborg
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Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von Seaborg »

Hallo Rätselfreunde,

beim Blick durch mein Mikroskop sah ich jüngst, zu meinem nicht geringen Erstaunen, bei einer Vergrößerung von etwa 400x folgendes Bild.
UK21.jpg
Und nein- es sind nicht die Reste älterer digitaler Zeitanzeigen eines alten Sony-Weckers oder Taschenrechners

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mgritsch
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von mgritsch »

Hilf mal auf die Sprünge - ist das Dunkelfeld oder Fluoreszenzmikroskopie?
Das Grün sieht ja irgendwie verdächtig nach Element 92 aus... :)

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Seaborg
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von Seaborg »

Das ist Polarisation (sog. "gekreuzte Nichols")
Kein Fluo; kein 92

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mgritsch
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von mgritsch »

okay, also was optisch aktives was aber grundsätzlich eher farblos ist?
und optisch aktiv nur an den Kanten... auch bemerkenswert! muss eine interessante Kristallform sein.

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Seaborg
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von Seaborg »

sehr heiß....!!!

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mgritsch
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von mgritsch »

kommt darin ein organisches Anion vor? (würde ich der chiralität wegen erwarten...) oder ist das was ganz "ordinäres" von dem man das nicht geglaubt hätte?

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Seaborg
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von Seaborg »

die reine anorganische Chemie.
Hier ein weiterer Aspekt:
UK24.jpg

aliquis
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von aliquis »

Sieht tatsächlich so aus, als wäre eine Flüssigkristallanzeige kaputtgegangen... :lol:

Hatten wir solche Rätsel sonst nicht immer hier: viewtopic.php?f=28&t=2961&start=2940 ? :?

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mgritsch
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von mgritsch »

Uff, also ich bin kein Kristallo-Graf und auch sonst nicht adelig veranlagt, da fehlt es mir an den passenden Beschreibungen. sieht alles aus wie "Oktaeder mit abgeplatteter Spitze" oder ich glaube man sagt eher sargförmig (ein Sarg für Personen die etwa gleich breit wie hoch sind :twisted: ). Alle schön würfelig, aber abgekantet. IIRC sieht Zucker so aus, aber es war ja (wenig überraschend 8) ) reine Anorganik. Die Tatsache dass am geraden Weg hindurch keine Rotation auftritt, nur an den Abkantungen sagt mir es ist irgendwie anisotrop, so a la Doppelspat.

Dass ich aus Kristallformen auf den Stoff schließen könnte, da mach ich mir keine Hoffnungen, war somit ziemlich das Ende meiner Fahnenstange was ich aus sowas herauslesen kann...

aliquis
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von aliquis »

Also, Aufnahme unter UV-Licht würde ich schon mal tippen.
Sieht aus wie Natriumchlorid-Kristalle, an denen sich etwas Fluoreszierendes angelagert hat.

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Seaborg
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von Seaborg »

keine Fluoreszenz!
Nur polarisiertes Licht.
Auflösung morgen in eigenem threat.

aliquis
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von aliquis »

Ich bin gespannt.

Glaskocher
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von Glaskocher »

Seaborg hat geschrieben:
Dienstag 15. November 2022, 19:02
... Auflösung morgen in eigenem threat.
Braucht man viel Wasser dazu?... zum Auflösen der Kristalle

[Exkurs]
Von Natriumchlorat weiß ich, daß es chiral kristallisiert. Läßt man die Lösung ungerührt kristallisieren, dann findet man die Kristalle als Racemat. In der gerührten Lösung dagegen bekommt man "enantiomerenreine" Kristalle. ... Mal die eine Sorte, mal die Andere, je nachdem, welcher Kristall sich zufällig zuerst gebildet hatte.

Meine erste Assoziation waren die zweifarbigen Tripelnitrite. Damit kann ich aber auch minder-knapp daneben liegen, aber einen Versuch ist es jas wert.

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mgritsch
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von mgritsch »

Glaskocher hat geschrieben:
Dienstag 15. November 2022, 21:36
Von Natriumchlorat weiß ich, daß es chiral kristallisiert. Läßt man die Lösung ungerührt kristallisieren, dann findet man die Kristalle als Racemat. In der gerührten Lösung dagegen bekommt man "enantiomerenreine" Kristalle. ... Mal die eine Sorte, mal die Andere, je nachdem, welcher Kristall sich zufällig zuerst gebildet hatte.
wie schaffen einfache, hoch symmetrische Ionen einen chiralen Kristallaufbau?
Und kurios genug dass das auch noch von der Rührung abhängt.

Glaskocher
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Re: Ein kleines Rätsel zum Dienstag

Beitrag von Glaskocher »

Eine Chiralität schaffen sogar zwei Sorten Atome im Kristallgitter. Es kommt nur darauf an, daß das Kristallgitter die Möglichkeit zur optischen Rotation unterstützt. Deshalb drehen Quarzkristalle auch die Polarisationsebene des Lichtes.

Es kommt bestimmt darauf an, wie die in sich nicht völlig symmetrischen Chlorationen sich im Kristall anordnen. Dabei scheint es zwei spiegelsymmetrische Möglichkeiten zu geben. Ohne Rühren wächst jeder Kristallkeim dort, wo er liegt, weiter und ist unabhängig von dem Keimbildungsgeschehen um sich herum. Mit Rühren dagegen können vom ersten Kristallkeim Stückchen abbrechen und dadurch die Chiralität dieses ersten Keimes "kopieren" und so im Ansatz verteilen

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