Alte Antibiotika

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SebastianV
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Alte Antibiotika

Beitrag von SebastianV »

Guten Abend.

Ich habe einige alte Antibiotika aus der DDR und von Serva. Wie lange hält sich so etwas? Das Erythromycin sieht noch ganz frisch aus, schneeweiß und pulverig wie Stärke.
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Das Ampicillin und das Oxytetracyclin soll trocken gelagert werden, steht auf den Packungen.
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Ich habe etwa 12 Gramm Ampicillin aus den Hartkapseln geholt. Der Inhalt einer Kapsel soll 250mg wiegen, aber es wog immer 300 mg. Ist das Mehr ein Zusatzstoff? Auf der Packungsbeilage stand nichts davon. Oder ist es durch Luftfeuchtigkeit verdorben?
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Kann man interessante Chemie damit machen? Oder sollte ich es wegwerfen? Die zwei letzten sind bis 1982 und 1983 haltbar. Aber vielleicht ist es wie mit Nudeln. Die halten sich ja auch länger.
"Ein Chemiker, der kein Physiker ist, ist gar nichts." Robert Bunsen. der Erfinder des Bunsenbrenners!

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mgritsch
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Re: Alte Antibiotika

Beitrag von mgritsch »

Interessante Chemie ziemlich sicher keine, das sind eher große Moleküle und Naturstoffe. Allenfalls Biochemie oder Mikrobiologische Versuche am Agar-Nährboden wo man die Inhibition zeigen oder gar resistente Keime züchten kann. Keinesfalls benutzen, da weder Wirkung noch mögliche toxische Zerfallsprodukte nach all den Jahren klar sind.

Ich würde sie als historisch wertvolle Sammlerstücke in eine Vitrine geben! Schade dass du die Ampicillin-Kapseln bereits zerstört hast..,

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SebastianV
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Re: Alte Antibiotika

Beitrag von SebastianV »

Ah, daran habe ich nicht gedacht. Ich hatte sogar drei dieser Ampicillin Ampullen. Nun ja, dann werde ich das behalten.
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lemmi
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Re: Alte Antibiotika

Beitrag von lemmi »

Ich schließe mich mgritsch an. Ja, heb' die aus historischem Interesse möglichst unverändert auf!

Das Erythromycin ist ziemlich stabil, das dürfte unverändert sein - natürlich wird man es dennoch nicht mehr zu medizinischen Zwecken verwenden. Ampicillin ist ein Beta-Lactam, die sind notorisch instabil. Die Gewichtszunahme könnte auf Aufnahme von Luftfeuchtigkeit und Hydrolyse zurückzuführen sein. Oxytetracyclin könnte durch die phenolische OH-Gruppe ebenfalls relativ leicht oxidativ veränderbar sein. Es wird heute praktisch nicht mehr verwendet.

Du könntest eine DC der Substanzen machen um die Zerfallsprodukte nachzuweisen. Viel Chemie geht damit nicht.
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher." (A. Einstein 1871 - 1955)

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SebastianV
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Re: Alte Antibiotika

Beitrag von SebastianV »

Danke für die Informationen. Das hilft mir weiter. Das Erythromycin sieht wirklich noch gut aus. In einer Krisensituation ist es vielleicht keine schlechte Idee so etwas vorrätig zu haben.
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lemmi
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Re: Alte Antibiotika

Beitrag von lemmi »

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