Plasmolyse

Interessante Versuche aus der Biologie, Biochemie und Biotechnologie.

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frankie
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Plasmolyse

Beitrag von frankie »

Plasmolyse

Geräte:

Lichtmikroskop, Objektträger, Deckgläser, Pipette, Filterpapier, Skalpell oder Rasierklinge

Materialien:

Glucoselösung (~5%)
Neutralrot
Allium cepa
Wasser

Durchführung:

Einer roten oder weißen Küchenzwiebel (Allium cepa) wird zuerst ihre äußerste verholzte Schale abgenommen, anschließend wird die Zwiebel zwecks leichterer Bearbeitbarkeit geteilt oder geviertelt. Mit einem Skalpell oder besser einer Rasierklinge wird jetzt ein hauchdünnes Stück der frei liegenden Epidermis entfernt und auf einen Objektträger überführt. Es wird mit einigen Tröpfchen Wasser versetzt und ein Deckglas aufgesetzt; das erhaltene Präparat kann nun unter einem Mikroskop betrachtet werden - man sollte unbeschädigte Zellen mit einer den Zellkörper voll ausfüllenden Zentralvakuole feststellen (diese kann bei Bedarf mit Neutralrot-Lösung angefärbt werden). Zur Demonstration der Plasmolyse wird mit einer Pipette vorsichtig (hypertone) Glucoselösung an eine Seite des Deckgläschens gegeben, wobei gleichzeitig mit einem Filterpapier von der anderen Seite dagewesenes Wasser abgesaugt wird. Nach wenigen Minuten sollte sich bereits Kappenplasmolyse bemerkbar machen.

Entsorgung:

Anfallende Reste können gefahrlos über den Hausmüll entsorgt werden.

Erklärung:

Durch den Konzentrationsunterschied an Glucose zwischen extra- und intrazellulärem Raum entsteht ein Konzentrationsgradient, quasi eine "Spannung". Durch Osmose diffundiert nun aus der Pflanzenzelle Wasser durch die semipermeable Membran nach außen um den Konzentrationsunterschied und den osmotischen Druck auszugleichen - die Plasmamembran löst sich von der Zellwand, der Protoplast schrumpft.

Bilder:

Bild
Epidermiszellen, 100x Vergrößerung

Bild
Epidermiszellen, 400x Vergrößerung, gefärbt

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Eintretende Kappenplasmolyse

Bild
Fortgeschrittene Plasmolyse (Konkavplasmolyse)
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Kohlenstoff
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Beitrag von Kohlenstoff »

Wirklich geiler Bioversuch!! :D

ein kleiner Rechtschreibfehler: gefiertelt--> geviertelt

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Newclears
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Beitrag von Newclears »

Ein Klassiker! :D Schön ist übrigens der gut erkennbare Zellkern auf dem zweiten Bild.
"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken

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frankie
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Beitrag von frankie »

Dankeschön :-D Na dann werde ich vlt. noch ein paar weitere Bio-Versuche hochladen ...nur frage ich mich in welche Kategorie diese passen - BioCHEMIE ist es ja eigentlich keine, AC schon garnicht ... :mrgreen:

mfg
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Naja, Biochemie passt am besten, also...solltest du dich nicht durch das Fehlen einer exakt passenden Kategorie im Schreiben von Artikeln einschränken lassen. :mrgreen:
"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
- Claude Rimington

Bariumchlorid
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Beitrag von Bariumchlorid »

Schöner Versuch ! Einfach immer wieder cool den zu machen :)
Das müsste doch auch mit Kochsalzlösung gehen , oder ? Die hat ja auch , sofern nicht 0,9 %, nen anderen Osmotischen Druck als die Zellen ?

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frankie
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Beitrag von frankie »

klar ... obwohl ich mich mit dem verwendeten Gefüge "nen anderen Osmotischen Druck" nicht wirklich anfreunden kann, sagen wir: ein anderes chemisches Potential ...

mfg
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lemmi
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Beitrag von lemmi »

ein kleiner, aber sinnentstellender Schreibfehler ist auch noch drin :mrgreen:
wird mit einer Pipette vorsichtig (hypotone) Glucoselösung an eine Seite des Deckgläschens gegeben
es muss hypertone Glucoselösung heißen
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

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