Mühlstein herstellen

Anorganische Chemie.

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Powerplay
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Mühlstein herstellen

Beitrag von Powerplay »

Hallo liebes Forum,
ich wohne ein bischen fernab. Vielleicht habt Ihr eine Idee, wo ich 2 Stoffe bestellen kann. Bei uns hier sieht's da bisher echt öde aus, was die Versorgung mit Chemikalien betrifft.

Ich habe eine Getreidemühle, die mit einem Kunstmahlstein ausgestattet war . Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Korund, MgO und MgCl.
Alternativ würde vielleicht auch Kaliumoxyd und Kaliumchlorit (d) gehen - das Pulver, welches mit Wasser angemacht wird, wäre dann meinen Infos zufolge wasserfest.
Da die Mühle älter ist und der Stein nicht resistent gegen Feuchtigkeit - ist er nun dahin - kaputt.
Bin zwar experimentierfreudig, aber wünsche mir nun einfach eine Quelle , wo ich das Zeugs bestellen kann. Korund ist schon mal vorhanden - vom Sandstrahlen.
Bis bald Adrian

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lemmi
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von lemmi »

Sorry aber ich verstehe deine Frage nicht ganz. Was genau brauchst Du wofür? Willst du deinen Mühlstein kitten?

MgO = Magnesiumoxid und MgCl2 = Magnesiumchlorid sind gängige, billige Chemikalien. Kannst du z.B. bei S3 chemicals kaufen - aber was willst du damit mit deinem Mühlstein? Dass aus Korund (Aluminiumoxid), Magnesiumoxid und Magnesiumchlorid einfach so durch Anrühren eine wasserfeste Masse entsteht, ist m.E. nicht zu erwarten (aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren wenn du dafür eine glaubwürdige Quelle hast)

Kaliumoxid willst du nicht verwenden, das ist hochgradig ätzend und bildet mit Wasser Kalilauge. Da muss ein Mißverständnis vorliegen. Kaliumchlorit (du meinst wahrscheinlich Kaliumchlorid) ist extrem gut wasserlöslich. Da stimmt was nicht mit deinen Vorinformationen.

Vielleicht kommst du in einem Fach-Forum für Müller/Mühlen/Mahltechnik weiter?
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Glaskocher
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Glaskocher »

Zuerst mal Herzlich Willkommen bei Illumina-Chemie!

Von dieser Magnesit-Bindung habe ich irgendwann mal was gehört. Das Material hat neben vielen Vorteilen den Nachteil, wasserempfindlich zu bleiben. Außerdem wirkt es korrosionsfördernd, weil das enthaltene Chlorid recht mobil ist.

Diese Art der Bindung wird mit Kaliumverbindungen unmöglich sein, da das Kaliumoxid so hygroskopisch ist, daß es innerhalb kurzer Zeit an "normal trockener" Luft zerfließt und Kohlendioxid zieht. Das sich bildende Kaliumcarbonat ist als Sesquihydrat (1,5H2O je Formeleinheit) nur unterhalb von 50% relativer Feuchte stabil, ansonsten löst es sich in einkondensiertem Wasser. Fast alle Kaliumsalze sind sehr gut wasserlöslich; zu gut, um einen Mahlstein daraus herzustellen.

Beim Schreiben der Salzbezeichnungen muß man sehr genau aufpassen, sonst bekommt man das Falsche geliefert. Kaliumchlorid (KCl) ist dem Steinsalz ähnlich, was die Reaktion mit Wasser und verdünnten Säuren angeht. Kaliumchlorit (KClO) dagegen setzt elementares Chlor frei, wenn es mit verdünnten Säuren in Kontakt kommt.


Ich kann mir vorstellen, daß man die Rohstoffe im Baustoff-Fachhandel bekommen kann. Mit Holz- und Korkmehl als Zuschlagstoff wurden/werden Steinholzböden damit gebunden. Allerdings kann es sein, daß man "etwas" größere Gebinde bekommt, so im Zementsack-Maßstab. Eventuell können auch Estricht-Leger bei dem Projekt helfen, wenn sie mit Steinholz Erfahrung haben.

Hier gibt es Information zum Magnesitbinder als Baustoff.
Dies ist Information zu Mühlsteinen, u.A. auch mit Magnesitbindung.



Um unsere Antworten besser an dein Vorwissen anpassen zu können ist es sehr hilfreich, wenn Du dich dort mal vorstellst.

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eule
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von eule »

Bitte haltet mich nicht für komplett irre, aber das mit dem Kaliumoxid klingt in dem Zusammenhang für mich, als wollte er Quarzsand mit Kaliumcarbonat aufschmelzen, und so am Ende zu einem Kaliwasserglas kommen, aber son bischen was an den Kaliumsalzen verwechselt hat. Vllt. kann man das auch noch durch Zugabe von Aluminat noch ein bischen modifizieren (naja, ist dann halt so Zeolith-porös -> mit entsprechenden Änderungen an den mechanischen Eigenschaften). Das wird am Ende wasserfest, aber irgendwie habe ich leichte Zweifel, daß das ne optimale Grundlage für Mühlsteine ist.

@Powerplay, kauf dir lieber im Malerbedarf dein Wasserglas, vermenge das mit nem Mix aus (alles in Pulverform) Korund, Quarzsand und Magnesia (oder wasimmer da für Schleifmittel reinsollen), gieß das in eine passende Form und lass es an der Luft oder unter Einwirkung von CO2 oder ner anderen Säure erstarren.
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

Xyrofl
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Xyrofl »

Dass aus Korund (Aluminiumoxid), Magnesiumoxid und Magnesiumchlorid einfach so durch Anrühren eine wasserfeste Masse entsteht, ist m.E. nicht zu erwarten (aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren wenn du dafür eine glaubwürdige Quelle hast)
Das ist wenn ich mich nicht irre, einfach das Rezept für Sorelzement. Das Alox ist natürlich hier ein inerter Zuschlagstoff und die Magnesia muss unbedingt kaustische Magnesia sein, keine Sintermagnesia und um Himmelswillen keine Schmelzmagnesia, denn die sind totgebrannt. Wie wasserfest der Sorelzement ist, kann ich nicht genau sagen, aber er hat mechanische Eigenschaften, die normalem Portlandzement deutlich überlegen sind, z.B. ist er weit weniger spröde. Allein schon aufgrund des Chlorids, wäre so ein Schleifstein zum Nassschleifen nicht zu empfehlen. Die Bindung wird dann auch leiden, aber wie schnell sie genau versagt, müsste man ausprobieren.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sorelzement

Powerplay
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Powerplay »

Hallo liebe Forumsgemeinde,
nun freue ich mich erst einmal, dass Ihr mir so zahlreich und auch anregend geantwortet habt.
Das ich mich erst jetzt melde, hat auch mit meiner Laune zu diesem Thema zu tun – ich bin einfach schon etwas abgefressen, was das Thema Chemikalienbeschaffung hier betrifft. Das gute Teil liegt nun glaube ich schon so gut 4 Jahre bei mir – helfe mir im Moment mit dem Thermomix, um das Korn für mein Brot klein zu kriegen – optimal ist das natürlich nicht – aber nach meiner eigenen Erfahrung ist frisch gemahlenes Mehl das Beste für eine optimale Sauerteig Gärung – natürlich mit gutem Trinkwasser (nach Möglichkeit unchlorid oder abgekocht).

Vorab: Habe mehrere Lexika, die lese ich quer, wenn ich ein Thema habe oder auch einfach so. Darunter auch den Hagerer von 1919 – es tut mir leid, aber die Stelle mit dem Kaliumoxyd und Kaliumchlorid finde ich leider immoment nicht mehr – da muss ich erst mal passen, was mir gar nicht so gefällt (:-(.

Zu Lemmi:
Nun das Rezept geht glaube ich so , dass ich in eine Magnesiumchlorid Lösung - Magnesiumoxyd einrühre und diese Mischung dann erstarrt – keine eigenen Erfahrungen, da das Zeugs nicht hier ist. (Quelle : Hagerer)
S3 Chemicals hab ich mir mal angesehen – klingt verlockend – habe mich noch nicht mit den Liefergebühren beschäftigt.

Hallo Glaskocher,
habe aufmerksam Deine Antwort gelesen – Knauf müsste es hier auch geben. Ein Lichtblick – werde ich mich mal dranmachen (:-). Könnte es sein, dass sich mittels Wasserglas beigabe( Na oder K silikaten?) die Wasserbeständigkeit von Sorrel Zement erhöhen lässt?

Bin unter anderem auch dabei einen Ofen zu bauen, wo ich auch höhere Temperaturen, als ca 800 Grad bei der Holzkohleherstellung erreichen kann ( geschätzt – Ölfassblech wird gegen Ende - wenn nahezu alle Holzgase oxidiert sind und die reine Holzkohle anfängt umzusetzen - so dunkelrot glühend).
Da elektrisch mir zu aufwendig z.B. über die Verbrennung von Gas oder Öl – wäre da dieses Sorrelzement auch ein geeigneter Dämmstoff oder fällt Dir da noch was beständigeres ein – Glaswolle - je nach Sorte ist schon in der Isolation bei der Holzkohleherstellung einfach weggeschmolzen – gibt’s aber wohl auch Unterschiede?!? Sollten ja 1200 Grad nötig sein für Wasserglas, ansonsten aufschmelzen von Messingen und Bronzen – gießen von Alu wäre auch noch sehr interessant für mich.
Guten Ton gibt es hier – zum Herstellen geeigneter Tiegel -in Verbindung mit Holzkohle – habt ihr da eigene Erfahrungen – oder kauft man sowas heute eher fertig – so wegen der Sicherheit ???

Habe mich gerade durch Deinen Link zu den Mühlsteinen gelesen. Basalt haben wir hier viel. Brennen kann ich „noch“ nicht – also wird es wohl erst mal eine Sorell Zement Stein werden. Basalt haben wir hier echt viel – wäre es nach Eurer Meinung also besser – den Sorell Zement mit Basaltmehl – hab ich schon!!! (Naxos Basalt ?) zu mischen, als mit Korund – nicht das mir der Korund aus dem Magnesit ausbricht und ich das dann im Mahlgut habe – das wäre dann ja sehr übel für die daraus gebackenen Brote bzw. deren Esser - naja – werde ich wohl beides mal herstellen und dann guggen wir weiter – mach mich jetzt erst mal auf die Suche nach Knauf Produkten hier auf meinem Eiland. Unter Sorell Zement fand ich nämlich nicht mal in Deutschland einen Link.
Vielen Dank auf jeden Fall für Deine Antwort – Vorstellung ist erfolgt.

An Eule:
Auch wieder ein interessanter Ansatz – Wasserglas im Mahlerbedarf – werde guggen – bisher habe ich auch diese Substanz seit langem vergeblich gesucht -da diese sehr vielseitig für meine Zwecke einsetzbar ist.
Habe sogar schon darüber nachdedacht, dieses selbst her zu stellen. Deshalb auch der Ofen – siehe oben. Gutes altes Handwerk ist rar – Firmen, die versuchen alles NEUE zu verkaufen - sehr weit verbreitet – Leider – Deshalb auf die Idee mir alte Bücher zuzulegen, wo noch Praxis vermittelt wird , anstatt nur die lapidare Angabe, wo ich das Endprodukt kaufen kann – so in der Art in ausgewählten Fachgeschäften….

So und nun noch zu Dir – Xyrofl:
Ja Sorell Zement – da fällt mir noch was ein – oder gerade auf – beim Verkauf auf der Seite von S3 Chemicals bin ich darauf aufmerksam geworden, dass es verschiedenes Magnesiumoxyd gibt. Ist das so ähnlich wie bei Ca sulfat – Gips soll ja auch je nach Brenngrad unterschiedlichste Produkte ergeben – vom einfachen weichen Verputzergips über Stuckgips bis hin zu marmorähnlichen Bodenbelägen soll da alles drin sein – je nach Brenntemperatur des CaSo4. Sehr interessant. Deshalb und weil mein elektrischer Ofen gerade mal wieder seinen Geist aufgegeben hat – suche ich nach einer fertigen Mischung.

So - nun habe ich viel gelabert über das was werden soll und wie ich Dinge sehe – muss jetzt mal wieder los -freue mich auf einen regen Austausch mit Euch von Meinungen. Euch allen eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute Adrian

Eventuelle Rechtschreibfehler werden gratis mitgeliefert und sind von der Reklamation ausgeschlossen. :)

Glaskocher
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Glaskocher »

Hi Powerplay

Ich weiß nicht, ob man diese beiden "Bindersysteme" mischen kann. Das Wasserglas ist nur im extrem alkalischen Bereich eine Lösung. Es koaguliert schon, wenn es mit den verschiedenen Salzen in Berührung kommt. Hier ein Bild zum Experiment "Chemischer Garten" mit verschiedenen Chloriden. Das bedeutet, daß das Wasserglas schon während des Mischprozesses aushärtet und die Masse vermutlich nicht mehr gießfähig bleibt, bevor sie homogenisiert ist.

Zum Thema Ofenbau mal der Tipp, im Fachhandel für Glaskunst zu suchen. Dort werden hitzefeste Materialien für den Formenbau zum Fusing und für Pate de Verre angeboten. Glasfaser wird aus Rohgläsern ähnlich Flaschenglas hergestellt und beginnt oberhalb von ca. 600°C ihre Form zu verlieren. Steinwolle ist zwar als Dämmstoff im Baugewerbe eine Alternative, macht aber beim Erhitzen andere Probleme. Viele Dämmfasern "älterer" Rezeptur haben das Problem, in den Bereich "asbestähnlicher" Eigenschaften bei der Lungengängigkeit und -persistenz zu kommen. Als rieselfähige Dämmstoffe kann man Holzasche, eventuell auch nach dem Extrahieren der wasserlöslichen Bestandteile, nennen und den Hohlkugelkorund. Letzterer hat ca. senfkorngroße, (namensgebend) hohle Kügelchen, die überall hin "fließen". Ansonsten gibt es da noch Schamotte- und Feuerleichtsteine aus dem Ofenbau.

Beim Verwenden lokaler Tone mache bitte zuerst Testbrände in einem Ofen mit halbwegs korrekter Temperaturmessung und stelle auch die passenden Segerkegel daneben. Ein gerissener Tiegel (Glashafen) ist kein Spaß, wenn man die Sauerei "unter Feuer" aufräumen muß. Flüssiges Metall "vergibt" in diesem Fall weniger als Glas, weil es dünnflüssiger ist. Hier kann es sinnvoll sein, zunächst mit Handelsprodukten Erfahrung zu sammeln, bevor der Eigenbau getestet wird.

Ich gehe davon aus, daß die Korngröße des harten Zuschlagstoffes einen großen Einfluß auf das Mahlverhalten des gegossenen Steins hat. Wenn der Zuschlag zu fein ist, dann wird der Stein zu glatt und poliert sein Gegenüber. Schau mal am beschädigten Stein nach, welche Korngröße der harte Zuschlag hat. Achte auch auf das Verhältnis von Zuschlag zu Binder, da die Kornzwischenräume gebraucht werden, um den Stein rauh zu halten, während er langsam verschleißt. Bei nahezu jedem Mahlverfahren gelangt Abrieb ins Mehl. Das ist kaum zu verhindern, außer bei magnetisierbaren Stählen, deren Abrieb sich magnetisch abtrennen läßt. Die Kunst, einen "selbstschärfenden" Stein herzustellen ist, das Korn möglichst lange "stehen" zu lassen, während die Zwischenräume immer ein Wenig eher verschlissen sind. Dadurch bleibt die Oberfläche über lange Zeit gleichmäßig rauh und kann mahlen, ohne zu verschmieren. Korund ist härter als Basalt, sollte also selbst langsamer verschleißen. Dadurch sollte im optimalen Fall deutlich weniger Abrieb im Mahlgut landen. Beide genannten Zuschlagstoffe sind chemisch recht inert, sollten den Darm also schadlos passieren können. Kornd ist da sogar noch im Vorteil gegenüber dem Basalt.



PS: Rechtschreibvela führen zu leichten Holberern beim Lesen, LINKschreibfehler dagegen ins digitale Nirvana ;--)

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mgritsch
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von mgritsch »

Glaskocher hat geschrieben:
Donnerstag 17. Dezember 2020, 11:53
Korund ist härter als Basalt, sollte also selbst langsamer verschleißen. Dadurch sollte im optimalen Fall deutlich weniger Abrieb im Mahlgut landen. Beide genannten Zuschlagstoffe sind chemisch recht inert, sollten den Darm also schadlos passieren können. Kornd ist da sogar noch im Vorteil gegenüber dem Basalt.
abgesehen davon dass es ärgerlich ist wenn so ein Mahlstein verschleißt - solange keine größeren Stückchen ausbrechen an denen man sich einen Zahn ausbeißen würde oder die zumindest unangenehm zwischen den Zähnen knirschen sollte ein bisschen Abrieb so oder so nicht stören. Im Gegenteil, gesunder Mineralstoff-Anteil ;)
Das mit dem Zähne ausbeißen ist aber vielleicht schon ein Thema, der Binder muß diesbezüglich hohen Anforderungen genügen dass da nichts ausbrechen kann...

Powerplay
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Powerplay »

Hallo Glaskocher und alle Anderen,
hier ist der einzige Link den ich bei Knauf gefunden habe - bisher - wollte eben noch schnell guggen, ob ich den Produktnamen bei Knauf für den Kauf hier finden kann.
https://www.knauf.de/wmv/?id=18964
Hier handelt es sich wohl um einen Boden, der auf z.B. Fussbodenheizung draufkommt. Ist auf Calciumsulfatbasis - also Gipsbasis? - Nun - noch nicht ganz das Richtige, aber denke doch, dass sich das finden lassen muss - die Canarios hier sind sehr hilfsbereit - aber sie brauchen den richtigen Namen des Produkts, sonst geht da garnichts - normalerweise.
Euch allen noch mals schöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue - bis dahin Adrian

Glaskocher
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Glaskocher »

... Diese Ausgleichsmasse auf Zementbasis ...
... ist bedingt geeignet zur Verarbeitung auf ... Magnesiaestrich, Steinholzfußboden...
... wird NICHT empfohlen zur Verarbeitung auf gipshaltigen Untergründen ...

und fällt somit aus dem "Beuteschema" heraus. (... ?)


Wenn Du an Zement als Binder denkst, dann nimm lieber "reinen" Zement und gib die unterschiedlichen Füllstoffe selber zu. Du wirst zum Beispiel eine Basaltkörnung (Hartkomponente) und ein Kalk- oder Tuffsteinmehl (Weichkomponente) benötigen, um "selbstschärfende" Mahlsteine gießen zu können. Das Tuffsteinmehl (auch Trass genannt) kann auch in Verbindung mit Branntkalk einen unter Wasser abbindenden Beton bilden. Es verbessert die Ausblühbeständigkeit von Zement und verlangsamt den Abbindeprozess, sorgt aber für ein festeres und eventuell auch zäheres Endprodukt. Um eine größere Anzahl an Testgüssen wirst Du nicht herum kommen.

Es wird vermutlich auf die chemischen Bezeichnungen von Magnesiumchlorid und Magnesiumoxid (kaustisch) hinaus laufen.


Hast Du mal die Reste der alten Mühlsteine angesehen? Da müßtest Du die Körnung der Hartkomponente und das ungefähre Mischungsverhältnis von Binder zu Hartkomponente erkennen können. Zur Not müßtest Du ein möglichst gut erhaltenes Stückchen versuchen zu analysieren. Zuerst das Startgewicht bestimmen und dann die Wasserverdrängung. Die daraus errechnete Dichte kann später hilfreich sein. Dann unter Zugabe von Salzsäure (kann einige Zeit dauern) den Binder auflösen und die übrig bleibende Hartkomponente abfiltrieren. Danach ist die Korngröße und der Gewichtsanteil im Material besser zu bestimmen.

Mir fehlt gerade eine Idee, rasch den Magnesium- und Chloridgehalt im Rohmaterial zu bestimmen. Dazu müßte man vermutlich mit einer von Salzsäure unabhängigen Säure den "Aufschluß" machen. Möglich sind Schwefel- und Salpetersäure, weil Magnesium mit beiden gut lösliche Salze bildet.


Tante EDIT überlegt...
ob man auch ein Ersatzmahlwerk für das Gerät bekommen könnte. Laut der oben verlinkten Seite über Mühlen gibt es für verschiedene Mühlentypen Ersatz- oder Wechselmahlwerke, um mit einer Geräteeinheit unterschiedliche, untereinander nicht kompatible Mahlgüter zu verearbeiten.
Aber das kann ja Jede/r...

Powerplay
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Powerplay »

Hallo,
nun trotz aller Bemühungen bin ich also wieder am Anfang. Habe eine Opferanode hier liegen für einen Warmwassererhitzer. Wollte das Zeugs ja eigendlich mal fertig bestellen. Mir fehlt noch Salzsäure. Magnesium hab ich auch noch nie verbrannt - nun viele Möglichkeiten. Vielleicht sollte ich mal schauen, was der Versand aus dem Chemikalienhandel kostet - machmal ist der Versand hierher teuerer, als der eigendliche Stoff - macht kreativ.
Na dann - bis bald und allen eine gute Zeit Adrian

Glaskocher
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Glaskocher »

Jaaa... Die Transportbestimmungen können manchen Kauf ins Unwirtschaftliche verdrängen. Ein Radikalstarter, den wir im Labor für eine Synthese nachkaufen wollten, kostet ca. 150€ je 100g. Der Transport, weil der Stoff gekühlt werden muß und unter widrigen Umständen explosiv sein könnte, kostet über 1000€. Das war dann zu teuer! Wir haben inzwischen mehrere geeignete Ersatzstoffe getestet und erfolgreich eingesetzt.

Bei den beiden Chemikalien Magnesiumchlorid und Magnesiumoxid (kaustisch) sollte der Transport nicht wesentlich aufwändiger sein, als bei Calciumchlorid (beliebtes Trockenmittel und Staubbinder) oder Zement. Von daher sollte der Kauf der "gerdaeste" Weg sein. Eventuell kannst Du ein geeignetes Unternehmen (Estrichleger, Drogerist, ...) finden, das beim Besorgen hilfreich ist, wenn man diese Substanzen nicht an "Privat" verkaufen will.


Die Reaktion von Magnesium mit Salzsäure läuft recht problemlos, wenn man die Geschwindigkeit über die Dosierung der Säure steuert. Bei der Reaktion wird brennbares Wasserstoffgas frei gesetzt, also bei guter Lüftung und Vermeidung von Zündquellen arbeiten. Nach beendeter Reaktion solltest Du die Lösung vorsichtshalber filtrieren und dann vorsichtig einengen, um die Menhe an Magnesiumchlorid besser dosieren zu können.

Beim Verbrennen von Magnesium, in dieser Größenordnung, mache Dich auf ein unlöschbares extrem grelles Ereignis gefasst. Grell bedeutet, daß man eine echt dunkle Schweißerbrille braucht, um in die Nähe des brennenden Metalls schauen zu können. Magnesium brennt, einmal gezündet, nicht nur mit Sauerstoff, sondern auch mit Stickstoff. Es brennt auch in CO2 und Wasser(dampf) weiter, bis kein Metall mehr übrig ist. Nur mit (viel) Argon hat man eine Chance, es zu löschen, wenn man die Luft verdrängt, bis es ausreichend erkaltet ist.

Besser ist es, das Magnesium mit einer Raspel in Späne zu zerteilen und diese in kleinen Portionen zu verbrennen. Dann läßt sich die Ansatzgröße langsam steigern, bis man das Optimum gefunden hat.

Powerplay
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Powerplay »

Hallo Lemmi,
S3 zeigt sich, wie ich das schon von anderen Lieferanten kalt, wenn es um die Kanaren geht. Ausserdem ist die Pauschale fürs Festland schon Königsklasse - ein Freund sagte mal ein ähnliches Thema betreffend: Wenn der Sattel teurer wie das Pferd wird - vergiss es.
Nun also - es lebe das Experiment! Eine andere Möglichkeit wäre es mir von Privat schicken zu lassen, aber glaube - ich will ja jetzt um die Feiertage auch niemandem auf den Nerv gehen.

Spanien (kein Versand auf die Kanarischen Inseln und andere Außengebiete) 33,80 Euro pauschale Versandkosten bis 31,5kg Warengewicht. reguläre Lieferzeit + 2-10 Werktage

An Glaskocher:
Schöne Anekdote - mit dem Radikalstarter - ja -ich fühle mich hier pudelwohl, bin aber eben weit weg vom Schuss - und Industrie in dem Sinne gibts hier auch eher nicht - hat auch sein Gutes!

Ja - daß Magnesium blendend brennt, weiss ich seit ich in meinem Chemiekasten mit ca. 10 Jahren die Magnesiumlitze abbrannte - das war schon erstaunlich - hatte ich aber schon vergessen - kann ja mal passieren :roll: - also danke für den guten Tipp :wink: - weiss eh noch nicht, ob welche Ausbeute ich da hinbekomme - und wenn Mg auch mit Stickstoff brennt, hab ich nachher vielleicht sogar gasförmige Stoffe, statt reines Mg2O?. Die Verbrennung unter reiner Sauerstoffatmosphäre traue ich mir indess immoment nicht zu - das werden ja irre Temperaturen, dass Glas da locker schmilzt- muss mich da erst noch belesen und informieren - Sauerstoff wäre vom Autogenschweißen vorhanden.

Appropos abbrennen - weiss ja nun nicht, ob ich das zum Besten geben darf - versuchs einfach mal. Wenn der Admin es für ungut hällt - kann er ja zensieren. :(

Hab früher mal meine eigenen Feuerwerkskörper gebaut - so mit Schwarzpulver, allerdings mit Kaliumpermanganat als Oxidationsmittel. Waren Sprühfontänen mit Bengalischen Lichern und verschiedenen Farben - die Größe naja is ja egal - möchte hier ja keine Anleitung liefern - auf jeden Fall wollte ich das Loch, wo der Zünder reingesteckt wurde irgendwie sichern -so für den Transport bis zum Einsatzort, damit nix rausrieselt, wenns denn mal umfällt. Hab dann die Wunderkerze mit Kerzenwachs vergossen - für den Tranport war das super - die Kerzen brannten nächtens dann munter bis zu dieser Stelle ab und aus wars - das finde ich erstaunlich, wo Kerzenwachs doch auch brennen kann - aber eben da nicht!

Die Opferanode ist für Trinkwasser, um den Boiler galvanisch vor Oxidation zu schützen - von daher dürfte da zumindest nix Bedenkliches drinne sein - so für den späteren Mahlstein - meine ich .

Estrichleger und Drogisten - hm - aslo die Firma Knauf ist hier auf der Insel vertreten auch Andere, ansonsten prallen da kulturmäßig eher zwei Welten aufeinander. So schön, wie das früher bei uns war - von wegen - Chemikalien Bedarfs Handlung - das hab ich hier noch nicht gesehen - die Läden sind bei Euch mittlerweile auch leider Vergangenheit.

Is ja auch in Deutschland so, dass viele Menschen einfach ein Produkt kaufen und verarbeiten wollen, dabei aber keinen Schimmer davon haben, was sie wirklich vor sich haben - aber für den Anwender reicht das ja auch vollkommen aus - wenn sie/er man sich steng an die Anleitung hält :idea2: .

Hier hab ich leider noch keine geeignete Quelle für Chemikalien gefunden.

Habe Phosphorsäure aus der Agrarchemie - war ganz stolz, den Kanister käuflich ergattert zu haben. Is aber wohl eher eine sehr stark verunreinigte Substanz - die Säure ist schwarz gefärbt - vermutlich sind vom Gesteinsaufschluss noch Substanzen drinne - habe mal ne Doku gesehen, dass größere Mengen Uran in den Phosphaten /Phosphorsäue sein können, weil das Rohgestein eben diese Substanz enthält und eine Reinigung bei dieser Menge unwirtschaftlich sei- ob das nun eine quakende Ente ist, die immer wieder reinkarniert oder nicht - kann ich nicht beurteilen - war damals aber eine offizielle Doku.
Phospatieren kann ich damit vergessen - funkt nicht - ständig irgendwelche Fehlstellen im Stahlblech.
11er Schutzschild vorhanden - vom Schutzgasschweissen - das dürfte ja wohl reichen für das Umsetzen von Magnesium.
Naja - kommt Zeit - kommt Rat - folgt die Tat. :angel:

Glaskocher
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von Glaskocher »

Ich habe eben Magnesiumchlorid Hexahydrat bei Amazon im Kiloeimer gefunden. Könnte das hilfreich sein?

Einige Links zu kaustischem Magnesiumoxid
Erzkontor
Magnesiaestriche
Literatur
lehvoss-magnesia.de
alte DIN-Norm
Salz-minerals (Magnesiumverbindungen)
baywa.de

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PSE
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Re: Mühlstein herstellen

Beitrag von PSE »

Gibt es handelsübliche Keramiken die sich bei und nach dem Brand mit Siliziumcarbid oder Korund vertragen?

btw. Hatte letztens die Idee mir Schleifwerkzeuge für Normschliffhülsen und -kerne aus Epoxy und
Siliciumcarbid (loses Korn) selbst herzustellen. (Ob ich es umsetzen werde steht aber auf einem anderen Blatt^^)
"Bei seinen Experimenten mit der gefährlichen Verbindung kam es zu einer Explosion, bei der Dulong drei Finger verlor, was ihn dazu anregte, den Stoff weiter zu untersuchen."

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