Propylenoxid stellt sich vor.

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Propylenoxid
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Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Propylenoxid »

Hallo zusammen,

Angefixt hatte mich vor jahren das Buch: Chemische Experimente die gelingen von den Herren Römpp und Raaf. Damals in der Ausbildung (fast ohne Chemie Bezug) konnte ich noch mit Schwarzpulvern und Selbstbaufeuerwerk und einem selbstgebauten Feuerlöscher meine Mitlehrlinge in erstaunen versetzen, leider fast alles inzwischen illegal... (gilt das auch für mengen von weniger als 1g?)

so bin ich auch ein wenig auf der suche nach der einen oder anderen Lücke im deutschen Gesetzesdschungel.

Interessant finde ich auch: Bekanntes Unwissen (Phänomene die nicht, nicht vollständig oder einhellig erklärt sind) gibt es sowas in der Chemie überhaupt?

Propylenoxid ist ein bereich in der BASF in dem ich mal auf Abstellung gearbeitet habe. Gerüchten zufolge ist dieses hochgiftige Gas das unmittelbare Vorprodukt für Polypropylen.

Mit freundlichen Grüßen
Propylenoxid

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mgritsch
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von mgritsch »

Willkommen auch :)
Ja, alles was mit Feuer und Geräusch einhergeht ist mittlerweile tabu. Ich sehe das mit einm weinenden Auge da damit viele schöne Versuche unverdient kriminalisiert wurden. Und mit einem lachenden, denn da gab es immer eine Gruppe die es übertrieben hat und vor Schaden nicht zurückschreckte…

Glaskocher
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Glaskocher »

Herzlich Willkommen bei Illumina-Chemie!

Es gibt eine Menge an Phänomenen in der Chemie, von denen Man weiß, wie sie gemacht werden. Aber Man weiß in einigen Fällen weiß man wenig über den Reaktionsmechanismus. In anderen Fällen funktioniert das Produkt als Indikator, es ist aber eine Produktmischung, deren Zusammensetzung nicht völlig aufgeklärt ist. Mir sind auch schon bei Synthesen im Labor Nebenkomponenten aufgefallen, die in der Weltliteratur nicht erwähnt wurden. Die konnte ich über NMR und HC-MS dann charakterisieren.

Du hast Recht, die Feuerwerksversuche liegen (leider) recht nahe am Illegalen. Ich weiß nichts von einer Gewichtsuntergrenze für derartige Reaktionen, sie müßte aber für jeden Stoff neu definiert werden. Da ist die NULL einfacher.

Was ein rolles Experiment (und legal) ist, das ist die Flammfärbung mit Alkali- und Erdalkalisalzen in Methanol. Da kann man eine Reihe Schälchen hinstellen und beim Anzünden bekommt jede Flamme eine andere Farbe.

Propylenoxid wird für recht viele Zwecke genutzt, aber im Poly~ ist nur Propylen das Edukt. Setzt man das Oxid mit Wasser um, bekommt man Propandiol, das in den Liquids für E-Dampfer drin ist. Mit Ammoniak umgesetzt entsteht zuerst Aminopropanol, aus dem man 1,2-Diaminopropan machen kann. Das hatte ich bei Bayer vor längerer Zeit mal bearbeitet, so kreuzen sich die Wege... Man kann aus Propylenoxid ein Polypropylenglykol machen, das vermutlioch dem Polyethylenglykol ähnliche Eigenschaften hat.

aliquis
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von aliquis »

Hallo Propylenoxid,

herzlich willkommen im Forum!

Das von Dir genannten Buch war in den 80ern auch eines meiner Lieblingswerke der Hobbychemie - damals, als noch (fast) alles erlaubt war, kein Hahn danach krähte und noch nicht alles kriminalisiert wurde...

Deine Frage und meine Antwort habe ich mal in den Thread mitgenommen, wo er m. E. am ehesten hinpasst: viewtopic.php?f=31&t=5749&p=88139#p88139

Propylenoxid
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Propylenoxid »

ach ganz vergessen: Farbige Nachweisreaktionen finde ich auch sehr interressant.

Nochmal kurz zum Thema Pyrotech: Seinerzeit hab ich nie Rohrbomben trotz leichtem drängen hergestellt. Farbige flammen fand ich viel cooler...
Sehr schön hier finde ich das keiner Panik schiebt und auf die Gefährlichkeit von allem und jedem hinweist...

Was mich auch interessiert ist eine Chemie die ohne gekaufte Spezialstoffe auskommt. (kann man "from scratch" auf deutsch übersetzen?) Ausgangschemikalien aus dem Supermarkt und was man daraus machen kann... (z.b. sogar hochgiftiges Chlorgas... )

Sebacylbrause
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Sebacylbrause »

Ich habe auch noch eine Flasche Propylenoxid, mit gut 500 mL drin, stehen. Die im Labor niemand braucht. Jemand ne Idee, was man damit machen könnte? Wollte mal Trockeneis reinschmeißen, aber naja.

aliquis
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von aliquis »

@Propylenoxid: Grundsätzlich wird hier vorausgesetzt, dass man als Erwachsener weiß, was man tut - und dafür auch die Verantwortung trägt.
Wenn jemand offensichtlich in sein Verderben rennt, wird er jedoch vermutlich darauf hingewiesen werden...

Generell sind Pyrofans hier - dezent formuliert - nicht unbedingt die Zielgruppe des Forums...

Mit Farbreaktionen und OTC-Expermenten bist Du hier aber total richtig. :thumbsup:

"from scratch": aus Zusammengekratztem/ Vorhandenem/ Resten. Sehr geläufig auf YouTube - fast schon ein wenig abgenutzt als Zuschauer heischende Formulierung...

Calciumcitrat
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Calciumcitrat »

Sebacylbrause hat geschrieben:
Samstag 9. April 2022, 13:31
Ich habe auch noch eine Flasche Propylenoxid, mit gut 500 mL drin, stehen. Die im Labor niemand braucht. Jemand ne Idee, was man damit machen könnte? Wollte mal Trockeneis reinschmeißen, aber naja.
Grignards --> sek. Alkohole

Thioharnstoff --> Thiiran

Die Ringerweiterung mit CO2 ist aber auch recht interessant

Propylenoxid
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Propylenoxid »

Kürzlich auf einer Kläranlage auf Montage gewesen. Die haben dort scheinbar elektronische Sensoren für Nitrat, Ammoniak und Phosphat. Hat hier jemand eine idee wie man das macht? nur so ungefär...?


hee das is mein Vorstellungsfred sucht euch nen eigenen zum diskutieren :P :D :) :P :D :)

Glaskocher
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Glaskocher »

Für den pH-Wert könnte ich Dir erklären, wie die Elektrode funktioniert. Bei den anderen Ionen nehme ich an, daß es Membranen gibt, die diese Ionen selektiv und reversibel einlagern können. Dadurch ändert sich die Ladung der Membranaußenseite, die die Spannung zwischen dem Bezugssystem und dem Innenpuffer der Membran verändert. Dieser Spannungsbetrag läßt sich messen und per Kalibration dann proportional zur Konzentration auswerten.

PS: Darf ich das hier im Thread auch erklären...? :angel:

aliquis
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von aliquis »

Propylenoxid hat geschrieben:
Sonntag 10. April 2022, 19:04
Kürzlich auf einer Kläranlage auf Montage gewesen (...)

hee das is mein Vorstellungsfred sucht euch nen eigenen zum diskutieren :P :D :) :P :D :)
Na, erst so kurz dabei und schon so eigen? :lol:

Die Kläranlagenmontage hat mit Deiner Vorstellung ja auch nur wenig zu tun... :dita:

Es ist übrigens erlaubt, bestehende Alt-Threads zum gleichen Thema aufzugreifen und für neue Themen eigene neue Threads aufzumachen... :wink:

Propylenoxid
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Propylenoxid »

Glaskocher hat geschrieben:
Sonntag 10. April 2022, 19:44
PS: Darf ich das hier im Thread auch erklären...? :angel:
Ich bitte darum :-)

Propylenoxid
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Propylenoxid »

aliquis hat geschrieben:
Sonntag 10. April 2022, 22:54
Propylenoxid hat geschrieben:
Sonntag 10. April 2022, 19:04
Kürzlich auf einer Kläranlage auf Montage gewesen (...)

hee das is mein Vorstellungsfred sucht euch nen eigenen zum diskutieren :P :D :) :P :D :)
Na, erst so kurz dabei und schon so eigen? :lol:
Ich bin doch nicht eigen, ich doch nicht, nicht ich..... *grins*

aliquis
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von aliquis »

Na, dann ist ja gut... 😉

Propylenoxid
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Re: Propylenoxid stellt sich vor.

Beitrag von Propylenoxid »

Glaskocher hat geschrieben:
Sonntag 10. April 2022, 19:44
Für den pH-Wert könnte ich Dir erklären, wie die Elektrode funktioniert. Bei den anderen Ionen nehme ich an, daß es Membranen gibt, die diese Ionen selektiv und reversibel einlagern können. Dadurch ändert sich die Ladung der Membranaußenseite, die die Spannung zwischen dem Bezugssystem und dem Innenpuffer der Membran verändert. Dieser Spannungsbetrag läßt sich messen und per Kalibration dann proportional zur Konzentration auswerten.
Ich klöppel mir das mal Gedanklich so zusammen: Diese Membran funktioniert wie ein Dielektrikum eines Kondensators und durch selektives einlagern, von z.b.: Nitrat-Ionen verändert sich dann die Kapazität von dem "Sensor" und damit dann die Frequenz, die dann wiederum proportional zum, in diesem Beispiel Nitratgehalt sich verändert?

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