Gegrüsst alle beinander!

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ublala_pung
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Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von ublala_pung »

Ich :angel: bin der Helmut wohn jetzt in NRW aber bin eigentlich aus Südbayern und schon etwas älter und habe mich vor kurzem entschlossen mein altes Hobby, die Chemie wieder aufzunehmen. Also bin ich gerade dabei mir etwas zusammenzustellen und mir Reagenzien zu beschaffen, was sich dank dem offenen Welthandel trotz verschärfter Regelungen als viel einfacher herausstellt als noch vor Jahren. Ist aber immer noch ein teures Hobby insbesondere wenn man bei null anfängt und jede Pipette neu kaufen muss.Dass manche hier allerdings Toluol und Äther für 26€/Liter + Versand als günstig bezeichnen das hat mich doch verwirrt, ich hielt das für Straßenraub.

Schwerpunktmäßig möchte ich mich mit enzymatischen und anderen stereospezifischen Reaktionen und mit Prozeßsteuerung beschäftigen. Ich muß auch gestehen dass ich von der Theorieseite her schwach bin und die Entwicklung eines Setups also der technische Teil für mich oft wichtiger ist als das Ergebnis/Produkt an und für sich. Also wenns mal funktioniert dann wirds schon wieder langweilig.

Die Aufregung in dem anderen Thread wegen dem Laborgerätehandel kann ich nicht nachvollziehen, für mich war das immer normal dass wenn ich jemanden gut finde den empfehle, aber sowas mache ich nicht leichtfertig. :out: :wall:
Normalerweise wenn ich mich in einem neuen Forum anmelde dann poste ich da erst ein paar nützliche/schlaue Sachen und stell mich dann vor, macht es einfacher finde ich, aber siehe Signatur - hier bin ich jetzt.

/H
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mgritsch
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von mgritsch »

Hallo und willkommen :thumbsup:
Klingt gut und es macht spass sich da wieder Stück für Stück rein zu arbeiten und neue "Spielzeuge" zu kaufen :) Enzymatisch war mir immer "zu Bio", da kriegt man ja nicht so leicht gramm-mengen raus bei, oder? Bin gespannt mehr darüber zu erfahren!

Mach dir nix aus dem kleinen Aufruhr, war nicht persönlich, bitte um Verständnis - heutzutage kommt es leider allzu oft vor dass man von Spammern belästigt wird deren einziges Ziel es ist irgendwelche Links zu platzieren, teils mit absurden "Vorwänden". Da sind wir evtl etwas hypersensibel. Aber natürlich sind hilfreiche Links von Mitforisten zu guten Shops sehr gerne willkommen! Was ist zB eine gute Quelle für Toluol oder Ether?

Vanadiumpentoxid
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Hallo Helmut!

Ein herzliches Willkommen ganz offiziell nun auch von mir und viel Spass hier im Forum!

Gegen eine gute Empfehlung aus Überzeugung und eigener guter Erfahrung hat hier niemand etwas einzuwenden!
Hättest Du Dich als Erstes hier vorgestellt, wäre mir meine Fehleinschätzung vermutlich gar nicht erst unterlaufen.
Auf mich hatte Deine Empfehlung auf den ersten Blick halt leider einen anderen Eindruck gemacht. Damit habe ich mich geirrt, das tut mir leid und dafür habe ich bereits um Entschuldigung gebeten. Ich würde mich sehr freuen, wenn Du meine Entschuldigung annimmst.

In diesem Sinne: nach meinem etwas holprigen Start mit Dir hoffe ich von nun an auf ein zukünftig unfallfreies Miteinander und einen fruchtbaren fachlichen Austausch -auch wenn ich zu Deinem Spezialgebiet vermutlich leider gar nicht so viel beitragen kann. Aber dafür finden sich hier bestimmt auch andere...

Also, nichts für ungut.

Gruß aus dem Norden
Vanadiumpentoxid
Gott gebe mir die Kraft, zu ändern, was ich verändern kann,
die Gelassenheit, hinzunehmen, was ich nicht verändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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Vanadiumpentoxid
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Tja, das waren noch Zeiten, als man seine Chemikalien für ein paar Mark in Apotheke und Drogerie kaufen konnte...
Die Zeiten sind aber schon lange vorbei. Heute gibt's da nur noch vorkonfektionierte Pharmazie und Kosmetik. In jedem Super- oder Baumarkt bekommt man mittlerweile mehr Chemikalien als in der Apotheke... Ich frage mich wirklich, wozu alle Apotheker und PTAen als nahezu reine Schachtel- und Tuben-Verkäufer überhaupt noch eine aufwändige Laborausbildung machen müssen. Perlen vor die Säue...
Aber schon damals sprach man nicht zu unrecht von Apothekerpreisen. Und Diäthyläther, wie er sich da noch schrieb, hat meine Apotheke auch schon damals nicht rausgerückt (auch nicht im Beisein von Erziehungsberechtigten). Im zarten Alter von 14 Jahren habe ich ihn mir dann aus Brennspiritus und konz. Schwefelsäure inkl. aller ungesunden Verunreinigungen zwar im Freien und nur im kleinen Maßstab, aber unter Benutzung offener Flammen :shock: selber hergestellt, was ich heute so auch nicht mehr machen würde (und aufgrund der Ausgangsstoffverordnung ja eh bald nicht mehr ginge)... Ihn kaufen zu können, wäre definitiv ungefährlicher gewesen. Und statt Toluol hatte ich damals Benzol im Schrank. Da bin ich eigentlich froh, dass es heute andersherum ist (auch wenn es nicht das Gleiche ist, ich weiß...).
Zur Preisbildung bei Gefahrstoffen trägt heutzutage ausserdem noch die künstliche, gesetzlich geschaffene Angebotsverknappung ihren Teil bei...

Bei S3-Chemicals bekommt man beide o. g. Lösungsmittel (DEE verständlicherweise nur gegen EVE) zusammen bereits knapp unter dem genannten Preis und schon inkl. Versandkosten, zwar nur im kleinsten Gebinde, aber immerhin. Vom Toluol gibt es beim Laboratoriumdiscounter.nl für nur wenig mehr Geld auch deutlich mehr Ware. Und den DEE gibt's da gegen EVE auch - billig ist der dort zwar auch nicht, man kann ja aber schon froh sein (sofern man den zuhause haben will), dass man ihn überhaupt noch bekommt. Ich kenne nur diese beiden Händler, die DEE an privat verkaufen. Viele Händler verweigern sich ja schon beim Toluol (gemäß GüG eigentlich erst ab 50 kg, in vorauseilendem Gehorsam jedoch häufig auch schon bei deutlich kleineren Mengen oder generell), auf der gegenüberliegenden Seite fraktioniert sich das mancher Verwender aus Universalverdünner bereits selbst - kann man so machen, ob das muss und Sinn macht, weiß ich nicht...
Ein weiterer Vorteil des zumeist zollkontrollfreien Kaufs bei den EU-Nachbarn ist, dass dort die deutsche ChemVO nicht gilt (unter die ja eigentlich auch der DEE fällt...) und man somit keine Folgeprobleme bekommen kann, falls der deutsche Händler damit mal rechtliche Probleme bekommt...
Hast Du noch weitere Bezugsquellen für die genannten Chemikalien, ublala_pung?

P.S.: Sieh, so kann eine Bezugsempfehlung hier auch ablaufen, tut niemandem weh...
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durchreisender
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von durchreisender »

ublala_pung hat geschrieben:
Dienstag 15. Juni 2021, 12:27
Schwerpunktmäßig möchte ich mich mit enzymatischen und anderen stereospezifischen Reaktionen und mit Prozeßsteuerung beschäftigen.
enzymatisch ist eine feine sache :thumbsup:
und es gibt immer mehr enzyme zu kaufen.
selbst enzymtabletten aus der apo kann man oft nutzen, wenn es um lipasen geht.

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lemmi
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von lemmi »

Auch von meiner Seite herzlich willkommen im Forum!
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher." (A. Einstein 1871 - 1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

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eule
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von eule »

welcome welcome speech
zeitindex 3:00-4:09

In diesem Sinne sei willkommen und make yourself at home.
Enzyme können eine spannende und nützliche Sache sein, ok, manchmal vllt, etwas knifflich in der tatsächlichen Anwendung
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

Vanadiumpentoxid
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

eule hat geschrieben:
Dienstag 15. Juni 2021, 20:15
make yourself at home.
Make yourself feel at home :?:

Ich habe schon vor 35 Jahren Pepsin mit etwas verd. HCl Eiweiß im Reagenzglas "verdauen" lassen - so knifflig war (zumindest) das gar nicht...
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eule
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von eule »

oops, ja natürlich, ähm make yourself feel at home :blush:
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

Glaskocher
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von Glaskocher »

Herzlich Willkommen auch von mir!

Gute Läden werden in der Tat rar. Manchmal hat man Glück und bekommt von einem Händler den ganzen Wunschzettel erfüllt und manchmal recct man sich die Haxen rund.

Enzymatische Reaktionen erfordern oft etwas Vorarbeit, da man interessante Edukte erst mal herstellen muß. Das Gute an diesen Reaktionen ist, daß sie meistens bei "stubentauglichen" Reaktionsbedingungen ablaufen. Allerdings ist es oft eine Wasserpanscherei, weil Enzyme selten in nichtwässrigem Medium funktionieren und die Löslichkeit der Substrate oft eher gering ist. In der Industrie werden enzymatische Reaktionen gerne zur Trennung von Stereoisomeren genutzt, weil sie mit hoher Selektivität nur eines der beiden Spiegelbilder "verdauen" können. Manche Enzyme lassen sich auf Kunstharz fixieren und dann über lange Zeit im Durchlaufreaktor nutzen. In der Zuckerindustrie werden die Invertase (spaltet Saccharose in Glucose und Fruktose) und eine Isomerase (wandelt Glucose in Fruktose um) bevorzugt eingesetzt.

ublala_pung
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von ublala_pung »

Vielen Dank für das Willkommen erstmal!

@Vanadiumpentoxid
Nix für Ungut alles schon wieder vergessen. Äther aus Alkohol funktioniert viel besser mit Phosphorsäure wenn man dazu nicht den dreckigen Bioalkohol sondern guten technischen aus Polen (bei Amazon 1% MEK) verwendet dann kann man die Säure regenerieren und fast ewig weiterwenden, das ist auch viel ungefährlicher und angenehmer in jeder Hinsicht als H2SO4.
Benzol durch trockene Destillation aus Benzoesäure und NaOH funktioniert auch ganz prima und man sollte das mit der Gefährlichkeit von Benzol mal nicht übertreiben, das ist krebserregend wenn man über Jahre fast täglich den Dämpfen ausgesetzt ist. Sogar im Falle eines Mißgeschicks wenn man mal im Benzolnebel stehen sollte dann macht das nichts wenns nicht jeden Tag passiert. Schließlich ist Benzol auch ganz natürlich im menschlichen Körper zu finden, da könnte man sich gleich selbst wegen Körperverletzung anzeigen.

Ist aber absolut der König aller Aromaten (riecht auch am besten :eek:) und der niedrige Siedepunkt macht es ein Gedicht beim abdestillieren.

@Glaskocher
Die Biosynthesen sind eigentlich immer volumetrisch problematisch, aber im Endeffekt ist es ein technisches Problem, permanente Extraktion und Perkolator sind da die Stichworte. Enzyme sind nicht das Problem normalerweise sind es die Kofaktoren, drum nimmt man gerne Zellextrakt da sind die schon bei wenn man die Kultur im rechten Zeitpunkt abtötet. Es gab in den letzten Jahren ein paar heiße Entwicklungen und das ist noch in vollem Schwung. Globalisierung muss ja auch was gutes haben und es scheint dass asiatische Unternehmen/Forschungseinrichtungen gerne bereit sind auch genetisch modifizierte Enzyme herzustellen und die Preise wären wohl durchaus im Rahmen so wie ich das verstanden habe. Das ist toll die haben da auch keine Berührungsängste. Ich stell mir immer vor wie das wäre wenn ich hier zum Frauenhofer Institut gehen würde mit ein paar Gensequenzen die ich bei einer Hefe gern geändert hätte und was mich das kosten würde... Das wäre bestimmt lustig - solange bis die mit den weißen Turnschuhen kommen und mich mitnehmen.
Aber natürlich kann man schon mit einer UV Lampe und ein paar mutagenen Chemikalien recht schnell viel erreichen, Gentechnologie ist meiner Meinung nach nützlich aber überbewertet.

/H
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Vanadiumpentoxid
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Diethylether (wegen Lagerungsproblemen) und mehr noch Benzol (wegen Karzinogenität) habe ich zur Verwendung für mich längst abgehakt.
Zusätzliche Karzinogene kommen mir nicht mehr ins Haus. Dazu bin leider zu stark vorbelastet, daher auch mehr gefährdet und dementsprechend vorsichtiger. Jeder muss selber wissen, was er seiner Gesundheit zumuten will.

Generell finde ich aber den Hinweis auf die Phosphorsäure gut - wieder eine Kompenstionsmöglichkeit mehr für die bald fehlende H2SO4 (vgl. den anderen Thread).
Zu berücksichtigen bleibt jedoch das Problem der Glaskorrosion beim Erhitzen von konz. Phosphorsäure.
Für die Herstellung von Ethen aus Ethanol bin ich irgendwann auf Aluminiumoxid als Katalysator gestoßen, das klappt auch richtig gut und ist eher gefahrenarm.

Mein Bioethanol von Köhler ist schon ziemlich rein. Wer's noch reiner braucht, muss sonst halt den teuren unvergällten in Lebensmittelqualität nehmen. Spiritus ist natürlich echt übel für die Ethersynthese, aber wir hatten ja damals nichts anderes... :wink: Für den Brenner, zum Ausfällen, als Reinigungsmittel oder leicht verdünnt zur Oberflächendesinfektion ist er aber immer noch gut geeignet.
Gott gebe mir die Kraft, zu ändern, was ich verändern kann,
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durchreisender
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von durchreisender »

ublala_pung hat geschrieben:
Donnerstag 17. Juni 2021, 14:10
Aber natürlich kann man schon mit einer UV Lampe und ein paar mutagenen Chemikalien recht schnell viel erreichen, Gentechnologie ist meiner Meinung nach nützlich aber überbewertet.
diese ganzen garage-mutationen, hat die wissenschaft eher schon längst durch :wink:

die gentechnik, ist nicht überbewertet.. z.b.

https://en.wikipedia.org/wiki/DNA_shuffling

auch werden in der industrie, die meisten enzyme gar nicht von der genetik der bakterien exprimiert, sondern von eingeschleusten plasmiden.
da kann man extremst viel designen....mit vektoren

Vanadiumpentoxid
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

ublala_pung hat geschrieben:
Donnerstag 17. Juni 2021, 14:10
Benzol durch trockene Destillation aus Benzoesäure und NaOH funktioniert auch ganz prima und man sollte das mit der Gefährlichkeit von Benzol mal nicht übertreiben, das ist krebserregend wenn man über Jahre fast täglich den Dämpfen ausgesetzt ist. Sogar im Falle eines Mißgeschicks wenn man mal im Benzolnebel stehen sollte dann macht das nichts wenns nicht jeden Tag passiert. Schließlich ist Benzol auch ganz natürlich im menschlichen Körper zu finden, da könnte man sich gleich selbst wegen Körperverletzung anzeigen.
Eigentlich verwendet man bei der trockenen Destillation Natriumbenzoat statt Benzoesäure. Das ist auch wesentlich einfacher und günstiger zu beziehen als Benzoesäure. Letztere kann man sich ja auch ganz einfach durch Umsetzung des Benzoats mit einer Mineralsäure selbst herstellen.

Ganz übertrieben ist die angeratene Vorsicht oder gar Vermeidung von Umgang mit Benzol nicht. Es ist nachweislich krebserregend (und ganz nebenbei auch ein nicht zu unterschätzendes Blutgift!). Grenzwerte gibt es bei Karzinogenen bewusst nicht. Beim einen reicht ein kurzer Einzelkontakt (wenngleich weniger wahrscheinlich), beim anderen passiert trotz regelmäßigen Kontakts gar nichts, beim einen bricht es nach wenigen Jahren aus, beim anderen erst nach Jahrzehnten oder nie (vgl. die Unterschiede bei Rauchern!). Gerade das macht den Umgang damit ja so tückisch, da man sich nie in Sicherheit wiegen kann - zumal Benzol im Gegensatz zu krebserregenden Feststoffen ja auch noch so leicht flüchtig und daher extrem gut lungengängig ist.
Für die Synthese durch trockene Destillation, wenn man sie denn im nennenswerten Maßstab wagen will (ich nicht), ist eine spezielle selbstkonstruierte Apparatur aus zusammengesetzten, gut abgedichteten Einzelteilen ratsam. Außerdem sollte sie unbedingt im Freien unter Anwendung von Atemschutz durchgeführt werden.
Ich habe sie vor zwei Jahren mit Kleinstmengen nur modellhaft durchgeführt und die entstehenden Dämpfe bis zur vollständigen Umsetzung sofort an der Reagenzglasmündung abgefackelt (aber natürlich auch hier nur draußen und unter Verwendung einer Gasmaske!). Das hat mir gereicht. Auf Abdestillation, Aufreinigung und weitere Experimente mit dem Produkt verzichte ich bewusst. Bei einigen klassischen Versuchen lässt sich Benzol durch Toluol ersetzen, wenngleich natürlich nicht bei allen, aber damit kann ich leben - mit einer Diagnose Krebs nur bedingt...
Aber wie gesagt: jeder muss selber wissen, welchen Gefahren er sich aussetzen will - Hauptsache, man ist sich derer bewusst!
Hätte ich das vor 30/35 Jahren bei Trichlorethylen schon gewusst, hätte ich auf dessen häufige, reichliche (da es als Fleckenwasser im Drogerieregal problemlos zu beziehen und selbst für Taschengeldverhältnisse spottbillig (1,99 DM für 125 ml) war, habe ich damit auch nie gegeizt) und ungeschützte (Innenräume, kein Abzug oder Atemschutz...) Verwendung als Lösungsmittel gern verzichtet... :wall: Jetzt kann man nur noch Daumendrücken, dass sich keine Spätfolgen zeigen (Sonografie von Unterleib und Nieren wird bei mir ohnehin regelmäßig durchgeführt).

P.S.: M. W. kommt freies Benzol im menschlichen Körper nicht vor, lasse mich aber auch gern eines Besseren belehren...
Wenn, dann wird es immer nur in Spuren von außen aufgenommen. So ähnlich wie bei Acetaldehyd in Obst, Essig, Säften, Wein oder Obstler (hier schon nicht mehr nur in Spuren...) und den dazugehörigen Umsetzungsprozessen im Körper (vor allem von Ethanol). Die Mengen, die ich bei einem Versuch wie der Oxidation von Acetondämpfen an einer glühenden Kupfermünze (beeindruckend!) oder bei schwefelsaurer Umsetzung von wenigen ml Milchsäure und anschließendem Nachweis durch Einleitung der Dämpfe in Fuchsinschweflige Säure, einatmen könnte, betragen nur den Bruchteil dessen, was ich bei Verköstigung eines Schnaps' zu mir nehme... Daher bin ich bei diesem Karzinogen auch etwas entspannter als bei anderen - wenngleich die Maßgabe "Draußen + (bei größeren Gasmengen) Atemschutz" für mich auch hier gilt. Auf die Erzeugung nennenswerter Mengen, deren Lagerung (extrem niedriger Siedepunkt!) und weitere Versuchsreihen damit, verzichte ich allerdings trotzdem. Wie gesagt: so habe ich mich entschieden, ob und wie das andere machen, muss jeder selber wissen...

Was man beim Thema Krebs bedenken sollte: die kumulative Wirkung verschiedener Faktoren auf die Entstehung ist bislang nur wenig erforscht. Von daher ist jede Vermeidung oder zumindest Verringerung bekannter Risiken zwar keine Gesundheitsgarantie, aber zumindest eine sinnvolle Maßnahme im Bereich selbst beeinflussbarer Faktoren...
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Re: Gegrüsst alle beinander!

Beitrag von ublala_pung »

Vanadiumpentoxid hat geschrieben:
Freitag 18. Juni 2021, 16:49
.......
Eigentlich verwendet man bei der trockenen Destillation Natriumbenzoat statt Benzoesäure. Das ist auch wesentlich einfacher und günstiger zu beziehen als Benzoesäure. Letztere kann man sich ja auch ganz einfach durch Umsetzung des Benzoats mit einer Mineralsäure selbst herstellen.
...
wenngleich die Maßgabe "Draußen + (bei größeren Gasmengen) Atemschutz" für mich auch hier gilt.
.....
Nun die Benzolherstellung ist schon fast 20 Jahre her und das war in einer leeren Scheune mit einem großen Standventilator hinter mir. Natürlich ist es Natriumbenzoat, das entsteht ja wohl irgendwie das lässt sich ja auch nur feucht vernünftig mischen wenn man weder Natrium Hydroxid noch Benzoesäure als Staub einatmen will und das wollte ich nun wirklich nicht. Und exzellente Durchmischung ist wie so oft das A und O der Reaktion. Und die grobe Stahlwolle zur Hitzeverteilung.

Dass Natriumbenzoat einfacher zu beschaffen und billiger ist als Benzoesäure habe ich nicht gewusst, danke für den Tip!

Wenn man Äther mit Phosphorsäure herstellt kann man ja einen Edelstahlbehälter nutzen, beständig gegen H3PO4 in allen Konzentrationen (durch Passivierung). Kondensiert in einem Kupferkühler und schon im Empfängerkolben als auch in den späteren Vorratsbehältern ein hübsches Knäuel blanker Kupferdraht, das unterdrückt die Peroxid Bildung ziemlich effektiv. Die Unfälle deswegen sind doch so ziemlich alle auf Unwissen oder Schlamperei zurückzuführen.

Von den organischen Lösungsmitteln machen mir die chlorierten Kohlenwasserstoffe am ehesten ein mulmiges Gefühl und ich vermeide die soweit wir möglich.

Wo ich vollen Herzens zustimmen kann ist dass sehr gute Be und Entlüftung/starke Abzugshaube ganz ganz wichtig sind und ohne geht gar nicht und wenn das drinnen stattfindet muss man schon genau wissen wo die Frischluft herkommt und wo und wie die Abluft den Raum verlässt, dass der Arbeitsplatz dazwischen liegt und dass das vom Volumen auch zusammenpasst.

/H
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