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immi07
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Re: neu hier...

Beitrag von immi07 »

Hallo Glaskocher,

könnte man noch andere Testpapiere (außer Rotkohl) herstellen? (wenn man schon mal ein Löschblattblock kauft)

Gruß Thomas
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Pläne zu machen, Arbeit zu verteilen, Werkzeug zu holen und Holz zu schlagen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. Dann bauen sie das Schiff von alleine. Antoine de Saint-Exupéry

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Glaskocher
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Re: neu hier...

Beitrag von Glaskocher »

Ich weiß jetzt nicht, welches Testpapier ich sonst noch "auf Vorat" empfehlen soll. Es wird immer mal eine Anwendung für ein anderes Papier geben, aber jetzt eine Produktion anwerfen lohnt nicht. Als Träger tut es auch weißes Küchenpapier, das zwar weicher als Lösch- oder Filterpapier ist aber meistens zur Hand ist.

Man kann sicher noch andere Papiere beschichten, z.B. mit Bleiacetat, als Nachweis für H2S. Aber das würde ich erst bei Bedarf und in verbrauchbar kleiner Menge machen. Man kann es ja, wenn verbraucht, rasch einen Fingerhut voll Lösung nachmachen und ein neues Blatt zu tränken.

Vanadiumpentoxid
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Re: neu hier...

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

immi07 hat geschrieben:
Dienstag 6. April 2021, 21:36
könnte man noch andere Testpapiere (außer Rotkohl) herstellen? (wenn man schon mal ein Löschblattblock kauft)
Ich bin mal so frei und misch mich wieder mal ungefragt ein... :wink:

Selbstverständlich, theoretisch für jeden farblich erkennbaren Nachweis einen - ob alle als Testpapier auf Vorrat Sinn machen, lass ich mal dahingestellt.
Klassiker unter den Testpapieren sind Lackmus und Universalindikator für Säuren und Laugen, hier macht aber der Kauf mehr Sinn, weil's auch nicht viel kostet und die Farbintensität in Eigenproduktion meist nicht in gleichem Maße gelingt. Für die Selbstherstellung ist Rotkohlpapier die richtige Wahl - das gibt's auch nirgendwo zu kaufen, weil die Haltbarkeit nicht die längste ist.

Für die Selbstherstellung eignen sich des weiteren:
- Bleiacetat aus Eigensynthese (für Schwefelwasserstoff)
- Kaliumiodid (ggf. mit Stärke, verringert aber ebenfalls die Haltbarkeit) für oxidierende Gase
- Kaliumiodat (ggf. mit Stärke, s.o.) für Schwefeldioxid
- Kupfersulfat ("Watesmo") oder Cobaltchlorid (gibt's zum Versand an Privatleute nur noch bei Onyxmet) für Wasser in Kondensaten (die getrockneten Salzpapiere sind immer kurz vor Verwendung mit einem Heißluftfön kristallwasserfrei und somit farblos bzw. blassblau zu machen)
- Phenol- oder Thymolphthalein-Kochsalz als Polreagenzpapier - speziell für die Elektrochemiker unter uns... ;-)
- Berliner Gelb (Eisen-III-chlorid + Kaliumhexacyanoferrat (III)) für Schwefeldioxid und andere reduzierende Gase
- und wenn ich länger nachdächte, fielen mir bestimmt noch zahlreiche weitere Möglichkeiten ein.

Als Grundlage eignen sich dichte weiße, in schmale Streifen geschnittene saugfähige Papiere (Laborrundfilter besser als Kaffeefilter, Löschpapiere für/aus Schulheften wegen der Vorbehandlung und der Einfärbung eher weniger, ebensowenig wie Küchentücher, die in ihre Einzellagen zerfallen).
Sie sollten nach entsprechender Präparation trocken und luftdicht aufbewahrt werden, z. B. in schmalen Lamellenstopfenröhrchen/langen Schnappdeckelgläsern, dann nehmen sie im Labor den Chemikalien nicht so unnötig viel Platz weg... ;-)
Für die Eindeutigkeit des Ergebnisses ist es besser, ein Indikatorpapier zu nutzen, das sich verfärbt, als eines, das sich entfärben soll (also z. B. eher Iodat oder Berliner Gelb als Jodstärke).

Ich selbst habe käufliches Lackmus- und Universalindikatorpapier in Rollen sowie selbsthergestelltes Bleiacetat- und Cobaltchlorid-Papier (jeweils 10 Streifen in zuvor leeren Lamellenstopfen- bzw. Schnappdeckelröhrchen) vorrätig. Das Kobalt-Papier habe ich seit Herstellung vor einem Jahr noch nicht genutzt... :oops:
Darüber hinaus bestimmt noch 6 bis 8 Farbindikatoren für Titrationen als Lösung in Tropffläschchen (diese sowie o. g. Rollen-Papiere nutze ich wirklich). Den Rest stelle ich mir als Lösung bei Bedarf in kleinen Mengen frisch her.
Wenn ich Universalindikator als Lösung benötige, extrahiere ich dafür sogar umgekehrt das Papier mit einem Wasser-Spiritus-Gemisch, weil die käuflich für Privatpersonen nirgendwo zu bekommen ist (obwohl's noch nicht mal ein Gefahrstoff ist... :out: )
Gott gebe mir die Kraft, zu ändern, was ich verändern kann,
die Gelassenheit, hinzunehmen, was ich nicht verändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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BJ68
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Re: neu hier...

Beitrag von BJ68 »

Packe es hier mal rein:

Für Johanna

http://forum.lambdasyn.org/index.php?to ... 3#msg14103


bj68
Fuck the "REGULATION (EU) 2019/1148" of the European Parliament and of the Council...denn
Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Art 5 Abs. 3 GG

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immi07
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Re: neu hier...

Beitrag von immi07 »

Hallo,

neue Kristallzuchtflucht

P1180248.JPG
fühlt sich am, wie Puderzucker, Dichte nach Umfüllen in ein Becherglas ca. 0,2 g/cm3
kristallisiert normaler Weise in Würfeln

Was ist es und wie hat Johanna das gemacht :thumbsup: :conf:

Gruß Johanna und Thomas
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Vanadiumpentoxid
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Re: neu hier...

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Welches Salz oder welche Edukte waren denn in der Lösung?
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Glaskocher
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Re: neu hier...

Beitrag von Glaskocher »

Wenn man nicht immer hinschaut... dann machen sogar "einfache" Lösungen Unfug. Dieses "Kriechen" tun manche Lösungen mehr, andere weniger. Kaliumcarbonat ist zum Beispiel berüchtigt dafür, die Wände rauf zu kriechen.

Was passiert dabei denn? Zuerst benetzt die lösung die Wand mit einem geringen Kontaktwinkel. Ein dünner Film durchmiascht sich nicht gut und trocknet rasch aus. Die sich dabei bildenden Kristalle ziehen durch Kapillarkräfte weitere Lösung nach. Daraus verduinstet auch Wasser und die Kristalle werden länger. (...) Zusätzlich können auch "Kristallbärte" wachsen, indem die Lösung an der Oberfläche des kapillar aktiven Materials verdunstet und die Kristalle als hauchdünne Fäden oder Säulen in die Luft wachsen.

Von "Mauersalpeter*" kenne ich dieses "Bartwachstum" und kann mir weitere Salze vorstellen, die Ähnliches tun.
* = Calciumnitrat

Würfel erinnern mich an Eure "Stufenpyramide". Die war aus Kochsalz.

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immi07
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Re: neu hier...

Beitrag von immi07 »

Hallo,
das ging innerhalb 3 Tagen. Kochsalz ist richtig. Bleibt euch noch herauszufinden, wer das extrem dendritische Wachstum erzwungen hat :conf:
@Vanadiumpentoxid - das ist ja eure Aufgabe :dita:
Gruß Johanna und Thomas
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Re: neu hier...

Beitrag von Glaskocher »

Saß sie Lösung im "Zug" und kam nicht voran?

Ist außer Wasser und Salz noch eine andere Substanz beteiligt gewesen?

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immi07
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Re: neu hier...

Beitrag von immi07 »

Hallo,
stand 2 Monate in der Flasche und wollte gar nicht, dann 1 Woche in der Schale und auch nichts und dann 3 Tage unbeaufsichtigt auf dem Fensterbrett - ja da ist noch jemand beteiligt
Gruß Thomas
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Re: neu hier...

Beitrag von Glaskocher »

Ist dieses "Jemand" noch im Feststoff drinn?
Mit Absicht hinein getan oder erst später gefunden...?

Jetzt bin ich gerade zu faul, einen "anständigen Schrotschuß" an Fragen vom Stapel zu lassen.


Nebenbei: Im aktuellen Heft (6/2021) von Spektrum der Wissenschaft ist ein interessanter Artikel über Experimente mit Gummibärchen drin. Bis auf die "Hölle" sind die meisten Experimente weitgehend "Stubenrein" und nachvollziehbar.

Vanadiumpentoxid
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Re: neu hier...

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

immi07 hat geschrieben:
Freitag 11. Juni 2021, 21:59
Bleibt euch noch herauszufinden, wer das extrem dendritische Wachstum erzwungen hat :conf:
@Vanadiumpentoxid - das ist ja eure Aufgabe :dita:
Achso, das sollte ein Rätsel für uns sein - na, das muss einem dummen Menschen wie mir doch erst einmal gesagt werden... :roll:

Hm, fast ein bisschen blumenkohlartig - würde ich den Hintergrund nicht sehen und wüsste nicht, dass es sich um eine Kristallisation handelt, würde ich daher fast sagen, ihr habt Natrium verbrannt... Aber vergessen wir das.

Pottasche oder Kalksalpeter wären zu hygroskopisch - da bräuchte man schon einen äußerst aufnahmefähigen Untergrund wie mehrschichtige Pappe, Gipskarton oder Mauerwerk...

Ich tippe mal auf Natriumcitrat (aus Brausepulver/Badespass) oder Calciumacetat (aus Eierschalen), evtl. aber auch Kaliumnitrat (aus Holland? :wink: ). Vll. zugleich noch mit Brennspiritus ausgefällt?
Gefässränder mit saugfähigem Papier ausgelegt/beklebt?
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Re: neu hier...

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Glaskocher hat geschrieben:
Freitag 11. Juni 2021, 22:25
Bis auf die "Hölle" sind die meisten Experimente weitgehend "Stubenrein" und nachvollziehbar.
Für die Hölle kann man statt Chlorat auch Kalisalpeter nehmen (auch wenn's dabei nicht ganz so heftig abgeht...).. Den gibt's legal aus NL, z. B. beim Laboratoriumdiscounter (kleinstes Gebinde ordern, Tomatenzucht in die EVE schreiben (und eine entsprechende Pflanze dazu hinterm Haus haben, falls doch noch mal ungebetener Kontrollbesuch kommt), kein Schwefel/Metallpulver mitbestellen, sondern bewusst noch irgendetwas total Unverdächtiges für Küche oder Garten - dann gibt's auch keinen Ärger mit Fedpol...). Verkohlte Reste mit Salpeterschmelze aus Reagenzgläsern zu brennen, gilt ja schließlich auch nicht als pyrotechnische Mischung.... 8)
Aber: Experiment besser trotzdem draussen durchführen.
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immi07
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Re: neu hier...

Beitrag von immi07 »

Na gut,

wir lösen mal auf. Es war Absicht. Ich hatte irgendwo gelesen, Kaliumhexazyanoferrat(II) würde bei 1 -2 % iger Lösung das darin zur Sättigung gelöste Kochsalz zum dendritischen Kristallwachstum zwingen. Daß es so fluffig wird, stand da aber nicht.
Ins Becherglas gekratzte 50 ml "Blumenkohl" :arrow: 11 g :arrow: 0,22 g/cm3
NaCl 2,16 g/cm3 :arrow: 10% NaCl Rest Luft im Glas

Gruß Johanna und Thomas

gerade die Schale aus dem Abwasch geholt
P1180249.JPG
die kleinen Kristalle lassen sich von der Oberfläche nicht abwischen, es fühlt sich an, wie Sandpapier als ob die Oberfläche angelößt wurde
:conf: :conf:
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Re: neu hier...

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Na, dann habe ich ja mit allem voll daneben gelegen...

Du hättest auch Billigsalz aus dem Discounter nehmen können - da ist das Blutlaugensalz als Rieselhilfe bereits drin.

Die Schale dürfte alt und porös gewesen sein, das erleichtert auch das Emporsteigen des Salzes, erschwert aber die Reinigung, weil das Salz in jede auch noch so kleine Pore zieht...
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