Mikrochemischer Nachweis von Nanogramm-Mengen Arsenat neben viel Phosphat

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mgritsch
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Re: Mikrochemischer Nachweis von Nanogramm-Mengen Arsenat neben viel Phosphat

Beitrag von mgritsch »

Seaborg hat geschrieben:
Dienstag 5. Juli 2022, 16:13
Nun bin ich auf das SCN-Ion (als konzentrierte NH4SCN-Lösung) gestoßen, das m.E. der gamechanger sein könnte, wenn ich nicht (wieder) einem Denkfehler unterliege.
an das dachte ich auch schon - grundsätzlich gleicher Ablauf wie bei Iodid allerdings stört (SCN)2 nicht und zerfällt AFAIK rasch. :thumbsup:
Und du hast es ja schön belegt.
Nun müßte man nur noch Fe3+ ausklammern, da dieses mit dem Thiocyanat-Ion eine intensiv rote Verbindung bildet.
entweder per Definition (Test nur in Abwesenheit von Fe anwendbar)
oder ich bringe nochmal Phosphorsäure als Ansäuerungsmittel (statt HCl?) ins Spiel. Die kann Fe auch ganz gut maskieren (Anleihe an die Reinhardt-Zimmermann-Lösung in der sie das Oxidationspotenzial zumindest so weit senkt dass kein Cl2 mehr frei wird bzw Fe vor Cl oxidiert wird), bin aber nicht sicher ob ausreichend wirksam. Versuch macht kluch :)

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lemmi
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Re: Mikrochemischer Nachweis von Nanogramm-Mengen Arsenat neben viel Phosphat

Beitrag von lemmi »

Die Reduktion von Vanadium(V) zu (IV) durch HCl kann nur so stattfinden, dass dabei Chlor frei wird. Insofern könnte das die Reaktion durchaus verfälschen. Wenn man aber eine gewisse Zeit vergehen lässt, wird das in der gewählten Anordnung weggasen. Dadurch stört es offenbar nicht.

Thiocyanat zur Reduktion von Kupfer(II) scheint nach deinen Befunden - unter diesen Bedingungen - ebenfalls zu funktionieren. Wobei mir nicht klar ist, was das entstehende Dirhodan dann macht. Vielleicht verflüchtigt sich das auch einfach.

Ich finde die Idee mit der Phosphorsäure zur Ausschaltung des Eisens gut. Probieren geht über studieren!

aliquis
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Re: Mikrochemischer Nachweis von Nanogramm-Mengen Arsenat neben viel Phosphat

Beitrag von aliquis »

Ich habe mal dieses Experiment www.youtube.com/watch?v=2cStPCKj6gk mit käuflichem V2O5 nachgemacht, zum Lösen dessen wie der dortige Experimentator Salzsäure verwendet und bin auch zu gleichen Ergebnissen wie er gekommen: keine Blaufärbung mit HCl, erst nach Zugabe von Sulfit.

Die elektrochemische Spannungsreihe wäre jetzt evtl. hilfreich. Das habe ich dazu gefunden: https://www.periodensystem-online.de/in ... 3&id=redox
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Elektro ... nungsreihe. Im Sauren scheint Cl2/Cl- ein höheres Standardpotential als VO2+/VO2+ zu haben, was hiesse, dass sich kein Cl2 und VO2+ bildet, oder?

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Seaborg
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Re: Mikrochemischer Nachweis von Nanogramm-Mengen Arsenat neben viel Phosphat

Beitrag von Seaborg »

Der ursprüngliche Text wurde überarbeitet, was die Störung durch Kupfer u.a. angeht.
Eine eventuelle Störung durch Fe(III) bleibt bis dato für den Test ein Problem.
Alle Maskierungsmittel,die mir zur Verfügung stehen, beeinträchtigen die Ox.-Wirkung des Fe(III) auf KJ nicht.
Auch Phosphat, das ja evtl. schon in der Probe vorhanden ist, verhindert im Sauren die Freisetzung von Iod nicht.
Mithilfe eines anionischen Austauschers konnte ich zwar im salzsauren Medium problemlos Fe(III) und Cu(II), sowie wahrscheinlich viele weitere Metallionen und negativ geladene Metallkomplexe abtrennen, sodaß hier die Oxidationswirkung durch "Entnahme aus dem Chemotop" ausblieb und wahrscheinlich auch weitere Störungsmöglichkeiten unterbleiben; leider ist aber unter den bisher untersuchten Bedingungen auch das As(V) im Austauscher "verschwunden". Ich versuche nun noch andere Bedingungen zu erstellen, die evtl. nur das Arsen "durchlassen".

Seaborg

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