Tetrachlorogold(III)-säure, kolloidales Gold und Cassisus’scher Goldpurpur

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Glaskocher
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Re: Reduktionsprodukt von Mangan-II-cyanoferrat (III)?

Beitrag von Glaskocher »

Im Angebot ist "Blattgold eßbar, 23,5 karat, 25 Stück 8 x 8 cm oder für Emaillearbeit". Es steht aber nicht dabei, ob es sich um koses Blattgold oder sogenanntes "Sturmgold" handelt. Letzteres ist suf ein Trägerpapier aufgepresst, das das Hantieren mit dem Gold bei Wind vereinfacht. Allerdings ist das Ablösen vom Trägerpapier etwas nervig, wenn man eigentlich loses Metall braucht.

Es handelt sich, da nicht anders bezeichnet, um Blattgold "einfacher Dicke", also nahezu der dünnstmöglichen Stärke, die noch handhabbar ist. Vom Goldpreis her bezahlt man garantiert zuviel, kann das Metall aber nahezu beliebig klein portionieren. In dieser Qualität ist immer noch gut 2% anderes Metall (Cu, Ag) mit drin, die man bei verschiedenen Präparaten berücksichtigen muß.

Blattgold bekommt man unter Anderem im Künstler- und Restaurierungsbedarf, bei Emaillier- und Fusingbedarf und als Zubehör füt die überkandidelte Küche (... für Leute, die aufs Kleingeld sch...).


PS: Kleine Bitte zu "rasch verderblichen Links":
Beschreibt bitte den verlinkten Gegenstand mit wenigen Worten, um die Information über die Haltbarkeit des Links hinaue zu bewahren.

aliquis
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Re: Reduktionsprodukt von Mangan-II-cyanoferrat (III)?

Beitrag von aliquis »

Mein Blattgold liegt lose zwischen beschichteten Papierblättern und lasst sich sehr einfach entnehmen - haftet aber naturgemäß an allem, womit es anschließend in Berührung kommt (das ist ja eigentlich auch seine Aufgabe...). Finger oder Pinzette sind also keine gute Idee. Der Transfer in ein Probierglas mit Flüssigkeit klappt aber per Glasstab recht gut. Windig sollte es dabei natürlich nicht sein...
Bei 24K ist es 999er Gold, also 99,9 %ig. Bei den geringen Gesamtmengen dürften 0,01 % Fremdmetall bereits unter der Nachweisgrenze liegen (ich verwende pro Versuch max. ein Blatt von 5 x 5 cm Größe). Die wenigen ml an entstehender TCGS-Lösung sind aber deutlich gelb gefärbt (und das kommt nicht von der Salzsäure, die farblos war).
Ebenfalls zum Auflösen gut geeignet ist heiße halbkonz. Salzsäure mit 12 %igem Wasserstoffperoxid. Selbst Chlor- oder Bromwasser lösen Blattgold schon merklich. Ein Tropfen Iodmonochlorid frisst ein ganzes Stück Blattgold eigenständig in sich hinein - ein kurzes, aber faszinierendes Schauspiel auf dem Uhrglas!
Übrigens ist etwas Blattgold leider die einzige Art und Menge an Gold, die ich mir für solche Spielereien derzeit leisten kann... :(

Die salzsaure TCGS-Lösung wurde durch Zugabe von Natronlauge zunächst zu einer Natrium- und Gold-(III)-chlorid-Lösung neutralisiert. Durch überschüssige Lauge entsteht aus dem Gold-III-chlorid das Gold-III-hydroxid (laut Wikipedia), welches an sich wasserunlöslich ist und daher hätte ausfallen sollen (aber kein Gold-III-oxid, das sich anscheinend nur in schwächer alkalischer Lösung von Alkalicarbonaten bildet). Die Zugabe des Peroxids hat dann die Reduktion zu kollodialem Gold bewirkt. Verbleibt also nur die Frage: warum ist zuvor kein Goldhydroxid ausgefallen? Hat es sich komplex zum Aurat gelöst?

P.S.: Sollte man dieses Thema jetzt vll. doch mal ab der zweiten Seite abtrennen unter dem Titel "Interessante Beobachtungen bei Spielereien mit Tetrachloridogoldsäure"?

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lemmi
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Re: Tetrachlorogold(III)-säure, kolloidales Gold und Cassisus’scher Goldpurpur

Beitrag von lemmi »

Habs mal hierher verschoben, ich denke das passt.
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aliquis
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Re: Tetrachlorogold(III)-säure, kolloidales Gold und Cassisus’scher Goldpurpur

Beitrag von aliquis »

Passt perfekt, vielen Dank. :thumbsup:

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