Mein Hochvakuum-Arbetsplatz

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Leuchtstein
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Mein Hochvakuum-Arbetsplatz

Beitrag von Leuchtstein »

Hallo zusammen,

dies ist mein Hochvakuum-Arbeitsplatz, den ich vor Jahren mal mit viel Mühe zusammengestellt habe:
IMG_20220515_113736a.jpg
Bei Stickstoffkühlung kann ein Vakuum im Bereich von Mikropascal erzeugt werden. Primär ist diese Anlage dafür konstruiert, Substanzen unter Ausschluss von Luft und Feuchtigkeit unzukondensieren oder zu sublimieren.
Das Ganze besteht aus:

Hg-Dampf-Diffusionspumpe mit Leistungsregler
Vakuumpumpe (Drehschieber) sowie eine Ersatzpumpe für Vorvakuum
Vakuumbrücke
Doppelkühlfalle zur Kühlung mit Flüssigstickstoff
30 Liter Flüssigstickstofftank mit Heber und Handpumpe
McLeod-Manometer für Gasdruck von 0,001 - 100 Pa
Schlenk-Linie (doppelt) mit 8 Ausgängen, davon 5 frei belegbar (2x NS 14 Hülse, 2x NS 14 Kern, 1x 6mm Rohr). Die anderen sind verbunden mit:
- Manometer für Gasdruck von 1 - 1000 hPa,
- 2000 ml Ausgleichsgefäß zur Abmessung definierter Gasmengen,
- Argon-Zufluss zur Schutzbegasung über Phosphorpentoxid-Trockenturm
Jede Menge Dewar-Gefäße verschiedener Größe
Als besonderes Leckerli ist ein Umlaufkühler für die Diffpumpe enthalten, der die Anlage vom Wasseranschluss unabhängig macht
Argon-Druckflasche
Brenner zum Abschmelzen von Glasgefäßen
Bunsenbrenner mit 10 Liter Propanflasche, weitgehend gefüllt
Vakuum-Sublimator
Diverse Ersatzteile, darunter eine Ersatz-Diffusionspumpe
Sublimationsgefäß mit Kühlfinger
Kleinteile, die beim routinemäßigen Arbeiten mit der Anlage benötigt werden
Tisch mit Stativgitter (siehe Bild), ca. 1m x 1m x 2m
Betriebsmittel wie Hochvakuumfett, Kühlflüssigkeit, Trockenmittel, Aktivkohle (Jodkohle) usw.

Ihr ahnt es schon, die Liste habe ich für ein Verkaufsangebot geschrieben, denn ich denke bereits daran, mich davon zu trennen, weil ich kaum damit gearbeitet habe. Ursprünglich war das Ganze für Versuche vorgesehen, die ich während meiner Promotionsarbeit vor Jahrzehnten nicht zu Ende führen konnte. Außerdem wollte ich für eine Elementesammlung gefahrlos Chlor und Brom abfüllen und in flüssiger Form in abgeschmolzenen Glasampullen aufbewahren. Dasselbe war mit Xenon geplant, allerdings in Quarzampullen, denn da sind fast 60 atm. Druck drauf bei Zimmertemperatur.
Alle Chemikalien sind jedoch entweder sehr teuer oder müssen in viel zu großen Mengen gekauft werden, um damit wirtschaftlich arbeiten zu können und ich verschob die Versuche immer wieder. Dann wurde ich krank und musste meinen Job aufgeben. Damit hat sich das teure Hobby weitgehend erledigt und ich bleibe bei meinen Leuchtsteinen. Jetzt steht die Anlage ungenutzt im Keller. Der Wert ist im mittleren vierstelligen Bereich, und daher zu schade zum Verstauben.

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mgritsch
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Re: Mein Hochvakuum-Arbetsplatz

Beitrag von mgritsch »

Hübsch, hübsch! Ich hatte damals auf der Uni auch viel mit UHV zu tun, für 10-8 mbar pumpt man schon mal ein paar Tage. Das zäheste sind dabei die an Oberflächen adsorbierten Stoffe die langsam ausgasen. Ich nehme aber an so niedrige Drücke hast du nie gebraucht (und auch kein Vakuummeter das < 1 mPa / 10-5 mbar misst im System)

Wie hast du das Schleusen-System ausgelegt damit nicht jede eingebrachte Probe alles flutet?

Verkäuflich ist sowas halt eher schwer befürchte ich…

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frankie
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Re: Mein Hochvakuum-Arbetsplatz

Beitrag von frankie »

Uh, gerade erst gesehen...

...und als Metallorganiker kann ich nur sagen: Geiles Teil 8) :P
It is always better to have no ideas than false ones; to believe nothing, than to believe what is wrong.
(Thomas Jefferson)

Leuchtstein
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Re: Mein Hochvakuum-Arbetsplatz

Beitrag von Leuchtstein »

Jetzt habe ich die Vakuumlinie bei einer bekannten Auktionsplattform angeboten.
Ihr findet es ebi der Suche nach dem Stichwort "Hochvakuum".

RicHard
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Re: Mein Hochvakuum-Arbetsplatz

Beitrag von RicHard »

Wenn ich die Kohle hätte, würde ich dir das Ding gerne abkaufen, aber die hab ich leider nicht. Geht wahrscheinlich vielen hier so. :cry: Hab außerdem selbst viele Teile einer solchen Anlage mal geschenkt bekommen, die jetzt grade in irgendwelchen Kisten rumliegen und darauf warten benutzt zu werden. Allerdings fehlen mir dazu noch eine Drehschieber und eine Öl- bzw. Quecksilberdiffusionspumpe.

Vielleicht hättest du aber Lust ein paar Dinge zu der Anlage bezüglich Aufbau und Funktion zu schreiben, also die einzelnen Bauteile erklären, evtl. mit zusätzlichen Bildern auf denen man die Details noch besser erkennt. Mich und wahrscheinlich einige andere würde das jedenfalls sehr interessieren.

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