"Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Alles über (eure) Laborgeräte.

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aliquis
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"Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von aliquis »

Hallo liebe Mit-User!

Ich setze jetzt mal meine aus einem Schreibfehler (@lemmi: ich hoffe, das ist o.k. für Dich :) ) und etwas Wortwitz geborene Thread-Idee um und freue mich hier auf Eure kleinen Improvisationen, die Euch die Hobbychemie erleichern oder praktikable Alternativen zu teuren Profi-Lösugen bieten. Es können selbstentworfene oder auch in fremden Quellen gefundene Tools und Hacks sein. Sie sollten lediglich von Euch selbst erprobt sein und wirklich funktionieren.

Ich mache mal den Anfang mit etwas, was ich bei unserem allseits bekannten Prof. Blume gefunden habe: ein Jeansknopf für die Trockeneis-Herstellung. 8)
https://www.chemieunterricht.de/dc2/tip/16_11.htm
Für kleinste benötigte Mengen eignet sich das gut (Indikatorlösungen vorübergehend umfärben, sogar ein kleiner CO2/Mg-Thermit), für größeren Bedarf (z. B. Aceton-Trockeneis-Kältemischung) reicht es leider nicht.

Edit: Glaskochers Vorschlag, das entsprechende Stichwort zwecks leichterer Wiederauffindbarkeit durch Fettschrift hervorzuheben, unterstütze ich.

Glaskocher
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von Glaskocher »

Ich hoffe mal, daß folgende Tipps hier passend sind. Ich habe sie mal unsortiert zusammengestellt und ein markanntes Stichwort fett geschrieben.


Wenn man eine Apparatur mit einem Überdruckventil verschließen will, dann kann man ein Bunsenventil nutzen. Dazu braucht man ein Schlauchstück, das auf einen Ausgang der Apparatur befestigt wird. Den Schlauch schlitzt man auf ca. 5cm längs auf und verstopft das noch offene Ende. Der Überdruck bläht den Schlitz und kann abgeblasen werden, während der Rückweg weitgehend verschlossen ist.

Wenn man keinen Rührmagneten für das Ölbad hat, dann kann im Notfall eine große eiserne Büroklammer verwendet werden. Deren Rührwirkung läßt sich noch geringfügig verbessern, wenn man den kleineren "Bügel" an seiner Längskante um ca. 60° aus der Ebene heraus biegt und damit die Kanten eines dreiseitigen Prismas andeutet.

Wer ohne Bürette titrieren will, der nimmt eine Einwegspritze und wiegt deren Inhalt (Maßlösung, Probelösung). Die Konzentration wird dann in mmol/g statt mmol/ml angegeben und verrrechnet. Bei Verwendung von kleinen Volumina kann man dabei auch die gesamte Ansatzgröße vermindern, ohne an Genauigkeit zu verlieren. Voraussetzung ist, daß man ausreichend fein wiegen kann.

Die Filterkanüle ist ein recht unbekanntes Hilfsmittel in der allgemeinen Chemie. Man befestigt am auf <1cm gekürzten Zylinder einer Einwegspritze ein um 5-8mm überstehendes Stück Filterpapier durch Umwickeln mit Teflonband (Gewindedichtstreifen). Auf dem Anschluß für die Kanüle wird ein dünner, steifer Schlauch befestigt, der mittels Septum auf dem Suspensionsgefäß befestigt ist. Der Auslass kommt in ein Gefäß, das das Filtrat aufnimmt. Jetzt muß man den Filter in den Überstand absenken und im Gefäß für Überdruck sorgen, um die Filtration zu starten. Das kann mittels Spritze und Kanüle geschehen oder per Gummigebläse. In Laboren, die mit kleinen Ansätzen und unter Schutzgas arbeiten haben sich fertige Filterkanülen aus Edelstahl bewährt, bei denen nur die Filter gewechselt werden müssen. Gefäße mit einer zweiten Öffnung (Saugfinger, Destillierkolben, Mehrhalskolben oder -Aufsätze) erleichtern die Arbeit enorm, wenn man keine Geräte mit Seithahn zur Verfügung hat.

Bei langsam sedimentierenden Niederschlägen kann man im Reagenzglas etwas nachhelfen, indem man das RG zuerst schräg (45-60° zur Senkrechten) stellt und durch gelegentliches Drehen des Glases den Niederschlag nach unten leitet. Wenn der Niederschlag einmal an der Seite liegt, dann rutscht er oft besser nach unten, als wenn er die gesamte Höhe des Glases hinunter rieseln muß.

Wenn man organische Lösungen trocknen will, dann ist es oft effektiver, das Trockenmittel (= Hydrat bildendes Salz) in zwei Portionen aufzuteilen, die nacheinander verwendet werden. Mit der ersten (kleineren) Portion holt man den Großteil leicht entfernbaren Wassers heraus und hat bei der zweiten (möglichst gut vorgetrockneten) Portion eine unverbrauchte Oberfläche. Wenn irgend möglich empfiehlt es sich, dabei zu rühren, um die langsamere Diffusion zu unterstützen.

aliquis
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von aliquis »

Ja, vielen Dank. Das war ja gleich eine kleine Sammlung. :thumbsup:

Diesen Thread hatte ich recht bewusst unter "Laborgeräte" angelegt. Die beiden letzten Punkte sind jedoch eher für sich selbst stehende Methodenbeschreibungen als Impro-Tools und deren Anwendung im eigentlichen Sinne.
Die Tipps an sich sind natürlich trotzdem hilfreich und verdienen es, gelesen zu werden. Jedoch sollte man dafür eher noch mal einen Extra-Thread zum Sammeln desgleichen unter den "Grundoperationen im Labor" anlegen.
Klar, es lässt sich das Gerät thematisch selten von der Methode trennen. Das soll es ja auch gar nicht. Dennoch würde ich mich freuen, wenn die Methode dabei auf das entsprechende Gadget und dessen Verwendung bezogen bleibt.

Oft sagen Bilder mehr als 1.000 Worte. Mir fällt es leichter, eine mir noch unbekannte Konstruktion zu verstehen, wenn ich sie sehe. Mir geht es z. B. besonders bei der beschriebenen Filterkanüle so.
Deshalb wäre es schön, wenn eine Beschreibung durch eine Skizze, ein Foto (am liebsten natürlich ein eigenes von dem Gegenstand in Aktion bei Euch im Hobbylabor) oder zumindest einen entsprechenden Link zu Eurem Fundort ergänzt werden könnte.

Um mal das Beispiel des (Feststoff-)Exsikkators aufzugreifen: für das Trocknen kleiner Feststoffmengen (ohne Vakuum) verwende ich einfach ein kleines Drahtbügelglas (https://www.hornbach.de/shop/Drahtbuege ... =751335976), stelle zwei kleine Wägeschälchen aus Kunststoff (eines mit dem zu trocknenden Stoff und eines mit dem Trockenmittel) hinein und verschließe es dann.

Auf jeden Fall aber nochmals vielen Dank für den ersten Antwortbeitrag in diesem Thread, lieber Glaskocher! :D
Ich hoffe hier auf noch recht viele Beiträge dieser Art.

Glaskocher
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von Glaskocher »

Ich hatte bewußt das jeweilige Stichwort fett geschrieben, um rascher das Gesuchte zu finden. ..


Am Beispiel des (Feststoff-)Exsikkators mal folgende Ergänzung:
Man kann oft auch größere Gurkengläser zu diesem Zweck nutzen. Sie sind öfter im Handel zu finden als Gläser mit Bügelverschluß. Zur Not kann man auch eine Schüssel mit Frischhaltefolie verschließen und darin Trockengut und ~Mittel hinein stellen.

Hier mal ein Beispiel für ein stationär betriebenes Lötrohr: Der Wachsbrenner bringt Temperaturen, die ausreichen, um feine Eisendrähte unter Funkenflug zu zünden. Er kann dünne Fäden Duranglas schmelzen und sehr gut Borax- und Phosphorsalzperlen schmelzen. Für die Arbeit auf der Probierkohle ist er auch brauchbar, wenn man nicht (wie ich) Glasperlchen davor formt. Das abgebildete Exemplar leistet mir seit 1986 gute Dienste.

Man kann einen Wasserauskreiser (Dean-Starck) kontinuierlich betreiben, wenn man unten am Ablass für die schwere Unterphase einen Schlauch montiert. Dieser Schlauch wird an einer Seite eines T-Stücks* befestigt und am mittleren Abgang ein weiterer Schlauch, der ins Auffanggefäß reicht. Zum "Anfahren" kann es sinnvoll sein, Schlauch und T-Stück zunächst bis zum Hahn mit Wasser zu füllen. Sobald das Trenngefäß mit einer größeren Menge an Wasser-Unterphase gefüllt ist hält man das T-Stück mit dem Wasserpegel auf die selbe Höhe wie der Lösemittelpegel im Trenngefäß steht und öffnet dessen Ablasshahn. Der Wasserpegel im Trenngefäß steigt etwas an, weil die Flüssigkeitssäule im Schlauch eine höhere Dichte hat. Jetzt senkt man das T-Stück so lange, bis die Phasengrenze im Trenngefäß im unteren Drittel liegt und befestigt es an einem Stativ. Ab jetzt läuft alles ausgekreiste Wasser über den Schlauch ab, jedoch das Trenngefäß läuft niemals leer.
* = Beim Y-Stück verwendet man die beiden einander näher stehenden Anschlüsse. Das freie Ende zeigt immer nach oben. Das verhindert ein unfreiwilliges Leerlaufen der Apparatur durch Siphoneffekte.

aliquis
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von aliquis »

Beim Wasserabscheider bekomme ich das Wikipedia-Bild und Deine Idee gedanklich irgendwie nicht zusammen...
Wahrscheinlich macht mir mein eingeschränktes Vorstellungsvermögen anhand reiner Beschreibungen gerade wieder einen Strich durch die Rechnung. Eine Bildfolge von der Anwendung fände ich daher sehr hilfreich. Vll. geht es ja aber auch nur mir so damit...

Die Bügelverschlussgläser gibt's für kleines Geld in allen möglichen Größen praktisch überall, insbesondere in Postenläden und Baumärkten. Ich hab meins für 3 Euro vom Hornbach mitgebracht. Viele haben das aber zu Hause von früher eh noch herumstehen - oft auf dem Speicher, und wenn selbst dort nicht, dann bei der Oma... Weckglas mit Deckel, separatem Bügel und Gummiring geht natürlich auch...

Ansonsten kommt von Dir ja schon richtig was an Ideen zusammen - lass Dich nicht bremsen... :)

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immi07
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von immi07 »

Hallo,

Gasentwickler aus Kinderversuch zur Reaktionsgeschwindigkeit

Gruß Johanna und Thomas
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Pläne zu machen, Arbeit zu verteilen, Werkzeug zu holen und Holz zu schlagen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. Dann bauen sie das Schiff von alleine. Antoine de Saint-Exupéry

Du hast eine Handvoll Brombeeren und wirfst sie zur Erde. Sie verbinden sich mit der Erde zu Erdbeeren. Und Brom wird frei.

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lemmi
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von lemmi »

Low-Budget-Wasserbad zum Eindampfen empfindlicher Lösungen. Ich habe es für die Vitali-Reaktion verwendet. Wenn man eine größere Dose nimmt (oder öfter Wasser nachfüllt) geht es auch mit größeren Abdampfschalen:

Wasserbad 1.jpg
Wasserbad 1.jpg (89.09 KiB) 208 mal betrachtet
Wasserbad 2.jpg
Wasserbad 2.jpg (73.38 KiB) 208 mal betrachtet
Wasserbad 3.jpg
Wasserbad 3.jpg (37.57 KiB) 208 mal betrachtet

Wie man heiße Kolben anfasst, ohne sich die Finger zu verbrennen:

Koben halten.jpg
Koben halten.jpg (22.83 KiB) 208 mal betrachtet
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher." (A. Einstein 1871 - 1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von aliquis »

immi07 hat geschrieben:
Samstag 20. November 2021, 13:56

Gasentwickler aus Kinderversuch zur Reaktionsgeschwindigkeit
Das erinnert mich an meine eigenen Anfänge, ich war damals 10 Jahre alt. Kohlendioxid aus Natron und Essig genutzt als Feuerlöscher (Ersticken einer Kerzenflamme). Ich habe dafür praktisch die gleiche Apparatur verwendet, für den Schlauch den PVC-Schlauch meines Playmobil-Tauchers, eine Einwegspritze geschenkt vom Hausarzt sowie ein leeres Marmeladenglas von Schwartau... Die Zuführungen durch die Löcher habe ich mit Knetgummi abgedichtet. Das benutze ich heute noch zum Abdichten in manchen Konstruktionen (ich werde dafür gleich noch ein Beispiel bringen). Schwachstelle der Marmeladengläser ist bis heute der Deckel. Einmal geöffnet ist das Glas dann nie mehr ganz so gasdicht wie zuvor.
Der nächste Versuch war dann die Herstellung von Natriumchlorid durch Ionentausch von Chlorcalcium mit Soda. Meine erste Synthese mit anschließender Kristallzucht. Ich war stolz wie Bolle. (Grundlage war das WASISTWAS-Buch Chemie, das wahrscheinlich der Auslöser dafür war, dass ich mich heute, fast 40 Jahre später noch immer bzw. wieder mit dem gleichen Hobby beschäftige.) Und zum folgenden Weihnachtsfest lag dann auch mein erster Chemiebaukasten unterm Baum: mit echtem Laborglas, einem Spiritusbrenner, farbigen Salzen, gelbem Schwefel (bei der ersten Eisensulfid-Herstellung noch am Heiligabend war dann auch gleich das erste RG hinüber... :roll: ) und dem ersten echten "Gefahrenstoff", mit dem ich als 11-jähriger entsprechend respektvoll umging (Calciumhydroxid).
Mit den Erfolgen wächst der Mut: zwei Jahre später habe ich dann schon solche Sachen wie rauchende Salpetersäure und Nitrobenzol oder Brom und Bromaceton selber hergestellt... Hach, das waren noch Zeiten... 8)

Also, liebe Eltern unter den Lesern hier: wenn Ihr noch irgendwo so einen alten Chemiekasten samt Anleitung in guter Erhaltung ergattern könnt, schenkt ihn Eurem nawi-begeistertem Kind! Vergleichbar Gutes gibt es heute gar nicht mehr...

aliquis
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von aliquis »

Mein elektrolytischer Zersetzungsapparat in Eigenbauweise:

20211120_193527.jpg

Man sieht es leider schlecht: die Plastikdose steht natürlich nicht auf den Elektroden, sondern wird von einem Stativring gehalten...


Und hier sieht man (von unten her) die Verwendung des Knetgummis zur Abdichtung rund um die Elektroden:

20211120_193221.jpg

Kostet wenig, funktioniert aber wunderbar.
Vor kurzem noch für die Kolbe-Elektrolyse einer Natriumacetatlösung verwendet, nachdem ich endlich mal genug Acetat für eine gesättigte Lösung in etwas größerer Menge zur Verfügung hatte.
Ein wenig fummelig ist das Einbringen der vorgefüllten RGs in die Apparatur. Der Aufbau ist in einer pneumatischen Wanne leichter. Dafür kann man dort aber die Kroko-Klemme nicht vor der anodischen Oxidation schützen, was nebenbei auch die gewünschte Gasbildung massiv behindert.
Bei Elektrolysen unter Zusatz von Säuren oder Laugen empfiehlt sich das Tragen von Nitrilhandschuhen, während man die gefüllten RGs im Apparat positioniert.

aliquis
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von aliquis »

@lemmi: ja, so ein low-budget-Wasserdampfbad ist einfach, aber effektiv. Ich verwende von vornherein eine passende offene Dose, auf dessen Rand das Schälchen aufliegen kann: das erübrigt den Verbleib des Deckels mit den scharfen Innenschnittkanten.

Stülpst Du einfach längs aufgeschnittene Gummischläuche über die Fingerkuppen? Ich kann das leider nicht richtig erkennen. Ich verwende einen Ofenfingerhandschuh aus dem Baumarkt. Manchmal nehme ich auch die Klemme samt Kolben ab, stelle ihn auf einen Korkuntersetzer und gebe den Hals erst dann aus der Umklammerung frei.

Mein Blick fiel aber vor allem auf den kleinen Gummistopfen in der zweiten Bohrung des größeren Stopfens. Wo bekommt man sowas her? (Ein kurzer passender Glasstab tut es als "Schlau-Stück" natürlich auch...).

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eule
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von eule »

Wenn hier gesammelt wird: Für eher kleine Sachen, die relativ heiß werden müssen ist eine Haushaltsmikrowelle schon mal von Nutzen. Dazu fertigt man einen Graphit-SuszeptorTiegel an, den man zum Schutz des Mikrowellenofens besser in einem ausgehöhlten Gasbetonstein setzt und mit einem zweiten Gasbetonstein abdeckt.

Ohne diese Isolierung darum hat bei meiner Welle schon die durchsichtige Folie garraumseitig in der Tür leichte Verformungen erlitten; dabei zeigte sich der Blumentopf in roter Glut und der Lack im Garraum begann sich zu verfärben. - dies nur zur Warnung.

@Johanna: bitte mach das nicht ohne elterliche Aufsicht zuhause. Das in der Küche gemacht birgt die ernste Gefahr, die Küche in Brand zu setzen oder dich wirklich unschön zu verletzen.
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

Glaskocher
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von Glaskocher »

Viele Laborausstatter oder auch Fachgeschäfte für Gummiwaren verkaufen Gummistopfen ab ~3mm Durchmesser (kleine Seite).

Mangels eines passenden Stabes tut es auch ein kurzes Rohr und ein umgeknickter Gummischlauch darauf, um ein ungenutztes Loch im Gummistopfen abzudichten.

Leider gibt es keine Fahradschläuche mit eingeschraubten Ventilsockeln mehr. Diese Teile eigne(te)n sich hervorragend als Schlaucholive an beliebigen bohrbaren Gefäßen und Deckeln. Eventuell gibt es noch einschraubbare Ventilsockel für Autoreifen, die so funktionieren. Die im Gummifuß einvulkanisierten Ventilsockel für schlauchlose Reifen eignen sich, geschält, als anlötbare Schlaucholiven. Zwei Metall-Ventilkappen, Oberseiten aneinander gelötet und durchbohrt, eignen sich mit oben beschiebenen Messingsockeln als trennbare Schlauchverbinder. Die Düse eines Einwegfeuerzeuges in einen Sockel eingelötet ist schon fast als Lötrohr zu gebrauchen (+ Doppelkappe, 2. Sockel und Schlauch).

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immi07
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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von immi07 »

Hallo glaskocher,

hast du davon
Die Düse eines Einwegfeuerzeuges in einen Sockel eingelötet ist schon fast als Lötrohr zu gebrauchen (+ Doppelkappe, 2. Sockel und Schlauch).
ein Foto :idea2:

Gruß Thomas

Edit für eule :thumbsup: Danke :thumbsup:
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Pläne zu machen, Arbeit zu verteilen, Werkzeug zu holen und Holz zu schlagen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. Dann bauen sie das Schiff von alleine. Antoine de Saint-Exupéry

Du hast eine Handvoll Brombeeren und wirfst sie zur Erde. Sie verbinden sich mit der Erde zu Erdbeeren. Und Brom wird frei.

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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von aliquis »

@eule:

Wir haben nur eine einzige MW zu Hause, die zum Aufwärmen bereits zubereiteter Speisen verwendet wird. Von daher verbietet sich damit eine Zweitverwendung fürs Hobbylabor bei mir ohnehin.
Übrigens tut die MW nunmehr schon sei 22 Jahren störungsfrei ihren Dienst - das nenne mal Qualitätsware. Hat damals aber auch knapp 500 DM gekostet. Vergleichbare Modelle gibt's heute schon für um die 100 Euro - nur dass diese vermutlich kaum mehr so lange halten werden..

Wer aber Plasma in seiner seiner Mikrowelle erzeugen will, sollte die dafür verwendeten Bechergläser zur anschließenden Entsorgung vormarkieren. Anderenfalls kann eine prophylaktische Vernichtung des gesamten Bestands erforderlich werden so wie bei Nilered... :wall: www.youtube.com/watch?v=tGqVMbAQhBs

Viel praktischer zum Laborgebrauch fände ich einen Minibackofen. Aber selbst für den hätte ich keine Aufstellfläche mehr frei... :(

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Re: "Schlau-Stücke" - DIY-Gadgets fürs Heimlabor

Beitrag von aliquis »

@Glaskocher:
Danke für den Tipp mit den Ministopfen.
Passende Glasstäbe hätte ich zwar da, Gummi in Gummi finde ich aber irgendwie ... originaler.
Wobei ich beim Stichwort Fachgeschäft für Gummiwaren so komische Bilder im Kopf kriege... mag sein, dass das damit zusammenhängt, dass ich mal zwei Jahre auf St. Pauli gewohnt habe... :lol:

Zum Anlöten der Ventilsockel: bei den Deckeln von Marmeladengläsern dürfte die Kunstoffinnenbeschichtung da wohl im Wege sein - mal abgesehen davon, dass ich heute leider noch genauso wenig löten kann wie damals als Zehnjähriger... :oops:

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