Ideales Mikroskop

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bitte
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Ideales Mikroskop

Beitrag von bitte »

Hallo Leute,

ich suuche ein Mikroskop für meinen Sohn, der dieses Jahr mit dem Studium anfangen wird. Es soll ein geschenk werden und ich wollte euch Experten mal um eure Meinung fragen. Welches Laborgerät wäre ideal?

Vielen Dank im Voraus!

Glaskocher
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von Glaskocher »

Herzlich Willkommen bei Illumina-Chemie!

Es gibt recht unterschiedliche Anforderungen an Mikroskope, die mit der jeweiligen Verwendung zusammen hängen. Da wäre ein Hinweis auf das gewählte Studienfach sehr hilfreich. Außerdem gibt es Mikroskope von Billigwarnichtsotoll bis zur Luxusausstattung. Da gilt es dann den richtigen Mittelwert zu finden.

Soll es ein Monokular sein, ein Binokular oder ein Stereogerät?
Welcher Vergrößerungsbereich wird für die zukünftigen Arbeiten gebraucht?
Wird im Auflicht, Durchlicht, Hellfeld oder Dunkelfeld bevorzugt gearbeitet?
Weden spezielle Beleuchtungen und/oder Filter benötigt?
Soll mit dem Gerät auch fotographiert werden?
Wird Neuware oder ein Gebrauchtgerät bevorzugt?
Welche Größe hat das typische Studienobjekt?

Das ist mal eine kleine Anzahl an Fragen, die die Riesenauswahl einzugrenzen helfen. Das ist ähnlich wie beim Autokauf, man muß zuerst wissen, was man wirklich braucht, bevor man die Marke festlegt. Wenn das Gerät "übermotorisiert" ist, dann ist ein großes Loch im Geldbeutel, wenn es unterdimensioniert ist, dann sind es zwei Löcher und Frust beim Anwender.


Zusätzlich zum Gerät braucht man oft noch Werkzeug, Reagenzien und Verbrauchsmaterial, um die Proben vor der Betrachtung optimal zu präparieren. Gerade Gewebeproben "verraten" ihre Eigenschaften oft nur nach einer gewissen Präparation, die Schneiden und Färben einschließt.

Alf
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von Alf »

Hallo,

was "ideal" heißt hängt davon ab was man machen/beobachten möchte.

Prinzipiell gilt besser ein gebrauchtes Markenmikroskop (Zeiss, Olympus,..) als ein neues Billigmikroskop (Bresser,..). Bei den gängigen guten Marken kann man dann auch entsprechende Erweiterungen (Phasenkontrast, andere Objektive, etc.) dazu kaufen. Der Preis für ein solides gebrauchtes Olympus Durchlicht Mikroskop liegt bei ca 300€ und ist damit nicht teurer als ein neues Bresser von Amazon oder so und man hat deutlich mehr davon. Ein gutes Mikroskop ist außerdem eine einmalige Investition, hält ein Leben lang und verliert nicht seinen Wert bei entsprechender Pflege. Besser einmal mehr ausgeben als sich dann über ein wackeliges "Chinamodell" ärgern.

LG

virgil
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von virgil »

Will Wezlar BX 300 , Leica DMLS , Zeiss Primo Star , alles hervorragende Mikroskope

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mgritsch
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von mgritsch »

Alf hat geschrieben:
Sonntag 2. Mai 2021, 17:30
Prinzipiell gilt besser ein gebrauchtes Markenmikroskop (Zeiss, Olympus,..) als ein neues Billigmikroskop (Bresser,..).
sind die Bresser denn so schlecht? Ich hatte immer den Eindruck dass das recht brauchbare Ware ist... woran merkt man einen Unterschied?

Alf
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von Alf »

sind die Bresser denn so schlecht? Ich hatte immer den Eindruck dass das recht brauchbare Ware ist... woran merkt man einen Unterschied?
Mein erstes Mikroskop war ein Bresser und ich muss sagen, dass die Optik gar nicht so schlecht war (abgesehen von einer doch deutlichen Randunschärfe). Auch das 100x Ölimmersionsmikroskop hat sehr brauchbare Bilder geliefert. Der größte Störfaktor ist einfach die nicht so stabile Verarbeitung. Der Objekttisch hat ziemlich gewackelt und der Feintrieb war nicht wirklich fein und mehr ein hin- und herwackeln mit den Fingerspitzen als ein Fokussieren. Für Gelegenheitszwecke also definitiv brauchbar.

Warum ich trotzdem keine Kaufempfehlung abgebe ist, dass man um ca. dasselbe Geld ein gebrauchtes Markenmikroskop (z.B. Olympus CH2) bekommet das diese Mängel nicht aufweist.

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mgritsch
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von mgritsch »

Jo, eine gewisse Randunschärfe kann ich bestätigen. Der Tisch macht aber keinerlei Probleme bei mir. Klar, es fühlt sich nicht so "knackig" und präzise geführt an wie bei hochwertigen, eher etwas "gummiartig", aber es tut den Job, man kann alles in Ruhe stabil einstellen und betrachten.

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eule
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von eule »

hmm, irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, du schielst ein wenig auf das zzt bei feinkost-albrecht erhältliche bresser für knapp 500€. Für soche einehohe Summe - da bin ich sicher, bekommst du vmtl schon ein deutlich besseres Zeiss oder was weiter oben an Marken genannt wurde. Das ist dann evtl ein bischen weniger Ausstattung dabei, aber insb. ein wirklich guter Feintrieb auf allen Achsen, geköhlerte Beleuchtung und ohne großen Aufwand zu tauschende Objektive und Filter sind bei einem Mikroskop mehr wert, als ein nur mäßig brauchbares Besteck oder ein Kasten mit Fertigpräparaten. Objektträger, Deckgläser, ein vernünftiges Präparierbesteck usw sind im Studium ohnehin extra zu kaufen und daher als Beigabe zum Mikroskop eher als Spielzeug anzusehen.
nur meine Meinung.
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frankie
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von frankie »

Ich kann wärmstens den Kauf eines gebrauchten empfehlen! Und als Händler schlage ich Thilo Immel vor, alles was du dort findest ist geprüft und sehr gut. Ich selbst habe dort mein erstes Mikroskop vor 11 Jahren gekauft - nach langer Überlegung eines "neues" für das gleiche Geld zu kaufen...

http://www.thilo-immel-optics.de/komplettmikroskope.htm
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von immi07 »

Hallo,

Johanna möchte, daß wir ein Mikroskop kaufen. Nein, ich werden keine 400€ dafür ausgeben, für 400€ kaufe ich 20 Jahre alte Autos, schraube ein wenig und fahre 5..6 Jahre (im Schnitt).

Welche Modelle sind brauchbar für sporadische Nutzung. Wir würden dann bei iibä auf ein bezahlbares lauern.

Danke und Gruß Johanna und Thomas
Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann rufe nicht die Menschen zusammen, um Pläne zu machen, Arbeit zu verteilen, Werkzeug zu holen und Holz zu schlagen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. Dann bauen sie das Schiff von alleine. Antoine de Saint-Exupéry

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lemmi
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von lemmi »

Bevor ich auch nur 20 € für Schrott ausgebe bezahle ich lieber mehr für etwas Gescheites. Sprich: eine verlässliche Marke. Ein Gerät von Leitz, Zeiss oder Olympus z.B. Eher nicht von Bresser. Von Zeiss sind selbst alte Mikroskope oft hervorragend. Ein Mikroskop sollte eine Anschaffung fürs Leben sein und kein Auto, das man 6 Jahre fährt und dann verschrottet. Meines stammt aus den 70ern, ich habe es Ende der 90er über eine Kleinanzeige (damals noch analog 8) ) gebraucht gekauft (da war diese Produktlinie schon aus dem Programm genommen worden) und es leistet mir bis heute hervorragende Dienste.

Es sollte mindestens drei Vergrößerungen haben (Objektive 10x, 40x und 100x), davon mindestens eine Ölimmersion (Objektiv 100x) wenn ihr Bakterien oder Blutzellen anschauen wollt. Okular 10x. Achromatische Objektive sind gut, aber es müssen nicht die teuersten sein. Beleuchtung war früher mal ein einfacher Spiegel - das geht immer noch genauso gut wie vor 150 Jahren beim alten Abbé. Will sagen, eine elektrische Beleuchtung ist zwar bequem, aber kein Qualitätskriterium. Das gleiche gilt für ein Binokular. Man kann auch mit einem Auge super mikroskopieren!

Wenn ihr bei e-bay kauft würde ich mich vergewissern, dass ihr das Ding bei Nichtgefallen zurückgeben könnt und den Preis erstattet bekommt! Man sollte erst kaufen, nachdem man es sich a) an und b) hindurch geschaut hat. Empfehlenswert ist es auch, ein Präparat drunterzulegen um die Bildqualität zu beurteilen (Ränder scharf? chromatische Aberration? Auflösung feiner Strukturen?).
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"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

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immi07
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von immi07 »

Hallo lemmi,

https://www.ebay.de/itm/224487074103

wie findest du dieses :conf:
Die lomo Fotoapperate waren gut damals.

Gruß Thomas
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von lemmi »

Ich kenne den Hersteller leider nicht! Gut möglich dass die Russen 1969 solide Geräte gebaut haben. Ich stimmt bedenklich, dass der Verkäufer keine Rücknahme akzeptiert. Und da der Preis der Ausgangswert für eine Versteigerung ist, könntet ihr schnell bei den 150 € landen, die dieses Mikroskop kostet. Das könnte man beim Verkäufer abholen und es sich dabei anschauen.

Fazit: könnte theoretisch ein Schnäppchen sein aber Ich würde das Risiko nicht eingehen
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immi07
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Re: Ideales Mikroskop

Beitrag von immi07 »

Hallo lemmi,

also kümmern wir uns um Angebote in der Nähe, wo man zu Besichtigung hinfahren kann.

Danke und Gruß Johanna und Thomas
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