Entsorgungsproblem Trixylenyl phosphate

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BJ68
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Entsorgungsproblem Trixylenyl phosphate

Beitrag von BJ68 »

Die Ultrazentrifuge wird über eine Turbine mit Öl angetrieben....das Öl ist Trixylenyl phosphate https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compou ... -phosphate

http://hbchemical.com/wp-content/upload ... CP-SDS.pdf


Hat jemand Erfahrung damit....wie umgehen usw.


bj68

Glaskocher
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Re: Entsorgungsproblem Trixylenyl phosphate

Beitrag von Glaskocher »

Um welche Mengen handelt es sich? Weißt Du, ob das Material noch halbwegs rein ist?

Je nach Mange würde ich im Universitätslabor unterschiedlich damit umgehen. Kleine Mengen (<1L) würde ich im organischen Flüssigabfall entsorgen. Bei größeren Mengen würde ich es zunächst sortenrein in geeignete Kunststoffkanister abfüllen und mich erkundigen, ob man es zur Aufbereitung abgeben kann. Die restlichen Anhaftungen im Gerät müßten sich mit einem organischen Lösemittel auswaschen lassen (jetzt organischer Flüssigabfall).

Ob man die Substanz (nach entsprechender Reinigung) zu irgendeiner interessanten Synthese nutzen kann weiß ich nicht.

BJ68
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Re: Entsorgungsproblem Trixylenyl phosphate

Beitrag von BJ68 »

Dürften so 6 L sein......werde es morgen mal absaugen und in Kanister füllen...

bj68

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lemmi
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Re: Entsorgungsproblem Trixylenyl phosphate

Beitrag von lemmi »

Ich erinnere mich, gelesen zu haben, dass ortho-Trikresylphosphat als Verunreinigung in Speiseöl zu schweren Vergiftungen mit vorwiegend neurologischen Symptomen geführt hat. Sowas ist immer unangehnehm, da neurologische Symptome sich sehr langsam zurückbilden. Ich vermute mal, dass das Trixylenylphosphat ähnlich giftig ist, Hautresorption ist wahrscheinlichIch - also sehr vorsichtig damit umgehen. Mehr kann ich dazu aber nicht sagen. Warum gibst du es nicht einfach zum Sodnermüll?
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Glaskocher
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Re: Entsorgungsproblem Trixylenyl phosphate

Beitrag von Glaskocher »

Wikipedia schreibt, daß die LD50 (Maus oral) bei 11,8g/Kg liegt. Das ist recht viel; allerdings ist es ein CMR Stoff mit Prädikat "besonders besorgniserregend". Man sollte dem zu Folge Schutz gegen Hautresorption tragen und die Restkontamination im Gerät vor der Verschrottung gegen Null bringen.

Hast Du Zugang zur NMR mit 31P-Programm? Das wäre der einfachste Weg, das Spüllömi "frei" zu messen. Kein P-Signal in unverdünnter Probe = Grenzwert gegen "sauber".

BJ68
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Re: Entsorgungsproblem Trixylenyl phosphate

Beitrag von BJ68 »

Problem:

Ist in der Zentrifuge verstaut......und muss vorher entfernt werden...und das wird etwas diffizil

siehe Bilder:


Label:
Suche nach MSDS hat nicht das MSDS für das dort genannte Produkt erbracht... EHC Plus, EHC N usw. sind anscheinend andere Flüssigkeiten....
Label.jpg
Blöderweise ist die Sache auch in der Zentrifuge verteilt...neben Schläuchen und Kupferröhren gibt es auch einen Ausgleichs/Gasblasen-Entfernungsbehälter mit dem "edlen Stoffe".
Ausgleich.jpg

und hier die Hochdruckpumpe mit den Hydraulikschläuchen und Vorratsbehälter:
Pumpe.jpg

Werde wohl peu à peu vorgehen müssen d.h. alle Schläuche/Leitungen die in der Höhe über den Vorratsbehälter liegen öffnen und abtropfen lassen, in der Hoffnung dass da Reste dann zurückfließen.....dann den Behälter selber leeren (WIE??? Saugflasche mit Vakuummembranpumpe?) und dann die Leitungen die tiefer liegen u.a. auch die fetten schwarzen Leitungen....da Schale Gefäß drunter und min 12 h stehen lassen, damit alles austropft.....


bj68

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