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Fragen zur allgemeinen Chemie; alles, was in keine andere Kategorie passt.

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Phil
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Beitrag von Phil »

Pok hat geschrieben:Arsen? Du meinst Antimon. Offenbar können auch Calcium, Zinn, Silber, und ggf. noch mehr in der Legierung sein (Quelle).
Deine Legierung stimmt, aber eben auch Arsen, durch dieses kann man die Pb Wände dünner giessen und es wird etwas härter.

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lemmi
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Beitrag von lemmi »

Killom hat geschrieben: Plumbum chloratum ! *Mit Holzstab fuchtel* :mrgreen:
Wäre schön, wenn die Substanz noch so hieße. Das ist das alte, kontinentale Apothekerlatein. Seit der Einführung des europäischen Arzneibuches ist offiziell die, meiner Meinung nach total hässliche, angelsächsiche Version des Lateins verbindlich und da heißt das Blei(II)-chlorid ganz trocken Plumbi chloridum!

Soviel zur Enztauberung der Welt durch Nomenklaturregeln... :cry:
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

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Lithiumoxalat
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Beitrag von Lithiumoxalat »

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Das schwarze Gold...


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Vanadium
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Beitrag von Vanadium »

Wieso kommt von der EU eigentlich nur Quatsch? Gab es einen Grund für die Änderung der Nomenklatur, Lemmi?

Und schönes Erdöl! :thumbsup: Aber irgendwie nicht ohne weiteres erhältlich oder?

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Lithiumoxalat
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Beitrag von Lithiumoxalat »

Man hat seine Quellen...
Ich habe noch etwa 200 ml Erdöl. Du must halt mal im Garten anfangen zu boren :angel: .An gewissen Stellen in DE kommt Erdöl aufgrund geologischer Ereignisse von Natur aus bis an die Erdoberfläche, dadurch war es schon vor dem Mittelalter bekannt. Ich werde vielleicht mal eine kleine Menge Erdöl destillieren und eine kleine Sammlung der einzelnen Fraktionen anlegen.

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lemmi
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Beitrag von lemmi »

Vanadium hat geschrieben:Wieso kommt von der EU eigentlich nur Quatsch? Gab es einen Grund für die Änderung der Nomenklatur, Lemmi?
Zunächst mal unterstütze ich die Aussage, dass von der EU nur Quatsch kommt, nicht!

Die angelsächsische Nomenklatur wurde mit der ersten Europäischen Pharmakopöe anfang der 60er eingeführt. Ich vermute, daß sie systematischer und weniger verwechslungsanfällig ist als die alte Nomenklatur. Damals hieß z.B. das Kaliumchlorid Kalium chloratum und das Kaliumchlorat Kalium chloricum. Das hat so oft zu Verwechslungen geführt, daß in unserer Apotheke vor ein paar Jahren das alte Standgefäß mit der Aufschrift "Kal. chlorat." aus dem Regal genommen wurde, weil sich die Mitarbeiter unsicher waren, was es denn nun enthielt. Die Substanzen heißen jetzt Kalii chloridum und Kalii chloras. Letzteres ist zwar auch irgendwie holperig, ist aber mindestnes nicht mit einer anderen Bezeichnung zu verwechseln. Die Systematik: alle auf -at endenden Anionen enden im neuen Pharmazielatein auf -as (z.B. Natriumsulfat = Natrii sulfas)

Dass ich die neue Nomenklatur nicht schön finde, geht mir mit dem Wegfallen alter Trivialnamen ("Rotes Blutlaugensalz" hört sich schön an, "Ferricyankalium" geht noch und Kaliumhexacyanidoferrat(III) ist staubtrocken) und den UPAC-Regeln auch so (angefangen beim Jod, das jetzt Iod heißt und endend beim Wismut, das wir jetzt Bismut nennen sollen) - aber das ist halt der Preis für Nomenklaturvereinheitlichungen. Einem missfällt es immer, sinnvoll kann es trotzdem sein.
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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

Da sind ja wieder schöne Schnappschüsse! :wink: Erdöl wollte ich auch schon mal destillieren....

Ich finde die angelsächsische Nomenklatur auch nicht so schön und hänge auch an den alten Bezeichnungen, weil die teilweise schöner und auch prägnanter klingen. Auch die Trivalnamen sind mir geläufiger... :wink:
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

"Wenn man es nur versucht, so geht´s; das heißt mitunter, doch nicht stets." (Wilhelm Busch 1832 -1908)

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Vanadium
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Beitrag von Vanadium »

Zunächst mal unterstütze ich die Aussage, dass von der EU nur Quatsch kommt, nicht!
Da hast du natürlich recht, ich meinte damit eher speziell den Einfluss auf unser Hobby, vor allem die Restriktionen.

Ok! :thumbsup: Ich denke, das ist eben auch viel Gewöhnungssache. Seit ich mich mit Chemie beschäftige (8-9 Jahre jetzt), habe ich immer nur Iod und Bismut gesagt/geschrieben und daher gefallen mir diese Bezeichnungen auch besser. :wink: Und Trivialnamen werden zum Glück nicht aussterben, weil systematische Namen ja teilweise eh nicht aussprechbar sind.

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Phil
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Beitrag von Phil »

Früher kannte man auch noch den Holzgeist, das könnte vom Namen her tötlich sein da es Methanol ist.

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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

Genau Phil! Der Methylalkohol... :mrgreen: Und Äthylalkohol = Weingeist. = Ethanol...
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Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

... und dann gibt es noch den "Steingeist", auch Petrolether genannt...

(Grins und weg) :angel:

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NI2
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Beitrag von NI2 »

In der Aufreihung sollte das Originalrezept der Ameisensäure ebenfalls mit aufgeführt werden! :D
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The pursuit of knowledge is hopeless and eternal. Hooray! [Prof. H. J. Farnsworth]

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lemmi
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Beitrag von lemmi »

In der Uni hat ein Dozent mal gefragt welche Synonyme wir für den Essigsäuräthylester kennen: Ethylacetat, Ethylethanoat, Essigester ... und als ich "Essigäther" saget rief er "NEIN!" und schaute mich an, als hätte ich keine Ahnung. Dabei hieß die Substanz wirklich mal so: Aether aceticus, Essigäther. War auch ganz logisch: sie wurde hergestellt durch Destillation von Essigsäure mit Weingeist. Wenn man nämlich Schwefelsäure mit Weingesit destilliert bekommt man auch ein flüchtiges, riechendes "ätherisches destillat. Dasselbe heißt dann folgerichtig Aether sulfuricus, oder eben Schwefeläther!
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Lithiumoxalat
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Beitrag von Lithiumoxalat »

Ich habe nun wieder ein paar neue Glassachen:

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Dies habe ich alles für 58 CHF auf Ricardo ersteigert :D . Als ich heute ein Teil der Sachen abgeholt habe bemerkte ich erst, dass der grosse Heizpilz für einen 6 Liter kolben ist... Für Naturstoffektraktionen umso besser :) .

LG
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eule
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Beitrag von eule »

Yo, der gute alte Essigäther...

ich wollte eigentlich nach Ameisen- und Essigsäure noch die "kurzen" Fettsäuren erwähnt wissen, die ja fast sämtlich nach den Dingen benannt sind (also vom 'traditionellen' Namen/ Trivialnamen) aus denen sich ursprünglich isoliert und identifiziert wurden.
Eine Ausnahme bildet dabei wohl die Propionsäure (Propansäure), die schon fast von Beginn an, diesen (in sich systematischen (protos pios - das erste Fett) Namen trug, sonst hieße sie wohl "Käsesäure" oder so ähnlich.
Die Buttersäure (Butansäure), Valeriansäure (Pentansäure) - nach dem lat. Namen des Baldrians, und nun wird es interessant, die Delphinsäure (Isovaleriansäure), keine Ahnung übrigens, ob diese erstmalig aus Meeressäugern gewonnen wurde.

Hmm, naja, es gibt halt noch viele solcher alten Trivialnamen, die auf die Umstände ihrer Entdeckung hinweisen.
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

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