Caesium

Ausführliche Vorstellungen von Chemikalien und Elementen.

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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Naja, wie soll der Stickstoff denn auch mit Lithium reagieren? Um aus Pyridin irgendein Amid zu machen müsste die Aromatizität aufgehoben werden und das passiert nicht einfach mal so.
"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
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Newclears
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Beitrag von Newclears »

Um aus Pyridin irgendein Amid zu machen müsste die Aromatizität aufgehoben werden
Und genau das wundert mich, Li bildet ja, im Gegensatz zu den anderen Alkalimetallen sehr bereitwillig Nitrid.
Das die Aromatizität schwer zu knacken ist ist klar, aber wenn Li das bei Pyridin nicht schafft, sollten es die anderen Alkalimetalle erst recht nicht schaffen. Wie von Dir weiter oben angemerkt ist allerdings fragwürdig wie gut sich entsprechende Salze in Pyridin lösen.
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Xyrofl
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Beitrag von Xyrofl »

Just Kidding: Theoretisch kämen ja noch Lactone in Frage aber da wird sich dann das Metall den Sauerstoff greifen und letztlich bringts auch nix (ausser vielleicht Ärger mit den Behörden, falls man 1-Oxa-cyclopentan-2-on verwendet :wink: )
Andere Lösemittel könnten aber auch die Lactame sein (z.B. NMP). Oder auch Diol-Carbonate, wie Propylencarbonat. Über Propylencarbonat schreibt die deutsche Wikipedia:
Wikipedia hat geschrieben:Verwendung: Elektrolytsysteme für elektrochemische Untersuchungen und galvanische Abscheidung stark elektropositiver Metalle (z.B. Alkalimetalle, Lanthanoide) und leitfähiger Kunststoffe wie Polymethylthiophen (Elektropolymerisation)
Und die englische:
engl. Wiki hat geschrieben:It is possible, for example, to obtain potassium, sodium, and other alkali metals by electrolysis of their chlorides and other salts dissolved in propylene carbonate.
Due to its high dielectric constant of 64, it is frequently used as a high-permittivity component of electrolytes in lithium batteries, usually together with a low-viscosity solvent (e.g. dimethoxyethane).
Zusätzlich wird noch dieser Artikel verlinkt:
http://www.springerlink.com/content/q8727l4743872638/

Ich hatte mal sowas vor und mir derartige Lösemittel gesichert, aber das ganze dann doch aufgegeben...
Und genau das wundert mich, Li bildet ja, im Gegensatz zu den anderen Alkalimetallen sehr bereitwillig Nitrid.
Darf man denn solche Analogien machen? Ist das Lithium denn einfach Nitrophil und will gerne Sticktsoff haben, egal ob Nitrid oder Amid? Hängt das nicht vielleicht eher damit zusammen, dass Lithiumamid ein stabileres Gitter besitzt, als die schwereren Nitride, die schweren Alkalimetalle bilden ja sogar bereitwillig Peroxide und Hyperoxide, weil die voluminösen Kationen kein vorteilhaftes Gitter mit "kleinen" hochgeladenen Anionen, wie Oxiden zulassen. Bei einem hypothetischen "voluminösen" Amid wäre das völlig anders, wobei in Lösung nochmal alles anders wird.

Will sagen: Wer weiß...

Soweit ich weiß ist auch die Leitfähigkeit solcher Lösungen madig und die Elektrolysen machen keinen Spaß.

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Newclears
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Beitrag von Newclears »

Darf man denn solche Analogien machen?
Zumindest liegt es nah das zu tun, letztlich basieren ja viele empirische Befunde auch darauf ;)
Ist das Lithium denn einfach Nitrophil und will gerne Sticktsoff haben, egal ob Nitrid oder Amid?
Li ist zumindest das einzige, mir bekannte, Alkalimetall das bereits bei Normalbedingungen mit dem recht reaktionsträgen, elementaren Stickstoff nennenswerte Mengen an Nitrid bildet. Insofern hat meine Verwunderung eine gewisse Berechtigung ;)
Soweit ich weiß ist auch die Leitfähigkeit solcher Lösungen madig und die Elektrolysen machen keinen Spaß.
Hatte ich weiter oben schon angemerkt. Ich glaube im Brauer steht was dazu. Die Ausbeuten sind mager und man muss schon ordentlich "Saft" bereitstellen.
Die Abscheidung von Lanthanoiden aus Propylencarbonat ist allerdings wirklich interessant.
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NI2
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Beitrag von NI2 »

Microampulle mit 50 mg Cs (in zweiter Glasampulle)

Bild
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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Du bringst mich da gerade auf eine Idee für einen Preis für den Artikelwettbewerb...um dessen weitere Organisation ich mich jetzt auch langsam mal kümmern sollte. :oops:
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NI2
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Beitrag von NI2 »

Micoampullen? :D

Joar ;) Wie gesagt, wenn du Hilfe brauchst gib Bescheid :P
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Boxah
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Beitrag von Boxah »

ohhhh Wo hast du die denn her?? :angel: Aber schönes Photo.
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NI2
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Beitrag von NI2 »

:mrgreen:

Weiß nicht mehr genau, hab die aber zusammen mit ein Bisschen 'Gadalonium' und Tellur in ner zerschossenen Kommode gefunden... ;)
IOC

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Boxah
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Beitrag von Boxah »

NI2 hat geschrieben:zerschossenen Kommode gefunden... ;)
Das kann gut sein. :angel:
Aber hast du auch dein Oxalyllchlorid wieder gefunden?
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Lithiumoxalat
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Beitrag von Lithiumoxalat »

Ich möchte mir nun etwas Cesium (und etwas Rubidium) für die Elementesammlung herstellen. Weiter oben wurde hier ja schon die eventuelle Möglichkeit der Elektrolyse von Cesiumchlorid in Pyridin diskutiert, allerdings kann ich leider keine Löslichkeitsangabe von Cesiumchlorid in Pyridin finden. Wenn dieses dsich darin löst würde ich mich mal an die Elektrolyse heranwagen. Ich würde dies in einem U-rohr, welches ein Diphragma enthält, mit einer Platinanode versuchen.
Ist dies ein Versuch wert, oder sollte ich besser ein Apparatur zur Reduktion des Cesiumchlorids mit Calcium (oder Li) bauen?

LG
Lithiumoxalat

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Beide Alkalimetalle, besonders aber Cäsium, müssen zwingend unter Argon gehandhabt werden. Zur Darstellung wirst Du absolut trockene Lösemittel benötigen, die ordentlich entgast worden sind. In einem für Schutzgaschemie eingerichteten Labor ist der Aufwand zur Vorbereitung immer noch recht groß. Auch die Handhabung von flüssigem Alkalimetall (z.B. Na-K-Legierung) erfordert Übung und passende Geräte. Bei einer Elektrolyse ist zusätzlich darauf zu achten, daß das an der Anode gebildete Halogen nicht mit dem frisch dargestellten Metall reagiert. Bei der Elektrolyse ist die Löslichkeit nicht ganz so wichtig, da man das feste Salz im Überschuß zugeben kann und es sich mit der Zeit nachlöst, da die Lösung mit der Zeit daran verarmt.

Klassisch wird das Metall durch Reduktion mit Calcium oder Barium unter destillativer Abtrennung des Cäsiums im Vakuum gewonnen. Das läßt sich im oben beschriebenen Labor durchführen.

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lemmi
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Beitrag von lemmi »

Lithiumoxalat hat geschrieben:Ist dies ein Versuch wert, oder sollte ich besser ein Apparatur zur Reduktion des Cesiumchlorids mit Calcium (oder Li) bauen?
Dazu haben wir doch eine Anleitung!
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher." (A. Einstein 1871 - 1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

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Lithiumoxalat
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Beitrag von Lithiumoxalat »

Also denkt ihr es ist einfacher durch die Reduktion mit Ca? Dann werde ich dies so versuchen. Ich werde Baumarktargon (mit 15% CO2) verwenden, welches ich über eine Säule mit KOH/CaO vom CO2 befreie und trockne. Würde dies auch mit Na als funktionieren, wenn ich die Temperatur genau regle (damit ich mit der Temperatur über dem Siedepunkt von Cesium, aber unter dem Siedepunkt von Na bin, oder gibt es da auch eine Art Azetrope?
Vielleicht werde ich auch beide Versionen versuchen.

LG
Lithiumoxalat

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Lass die Matscherei mit dem CO2-haltigen Zeugs! Wir reinigen 99,995%-iges Argon zum Teil noch nach.

Du hast dabei einen unverhältnismäßigen Aufwand beim Reinigen gegenüber der erzielbaren Qualität. Wenn das CO2 raus ist, dann muß auch noch das Wasser raus, das beim Absorbieren vom CO2 zwangsweise hinein kommt. Dazu kommt noch der Sauerstoff, der anfangs in der Apparatur drin ist... Suche lieber nach einer reineren Argon-Qualität.


Wegen der Siedepunkte müßtest Du mal in "Azeotropic Data" nachlesen, das könnte drin stehen. Rein vom Gefühl her sind die Siedepunkte (Na, Cs) zu ähnlich, um die Metalle sauber zu trennen, wenn es schon mit Lithium gewisse Probleme gab. In dem Temperaturbereich (vermutlich ca. 400-600°C, abhängig vom erreichbaren Vakuum) ist es nicht so einfach, eine thermostatisierte Heizung zuverlässig laufen zu lassen.

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