Gold

Ausführliche Vorstellungen von Chemikalien und Elementen.

Moderator: Moderatoren

Antworten
Benutzeravatar
Cyanwasserstoff
Illumina-Admin
Beiträge: 6287
Registriert: Sonntag 7. Mai 2006, 20:41
Kontaktdaten:

Gold

Beitrag von Cyanwasserstoff »

Gold

Elementsymbol: Au
Molmasse: 196,97 g/mol
Dichte: 19,3 g/cm3
Aggregatzustand: fest
Schmelzpunkt: 1064,18°C
Siedepunkt: 2856°C
Dampfdruck: --- (20°C)
Massenanteil an der Erdhülle: 5 x 10-7%
Gefahren: ---
R-Sätze: ---
S-Sätze: ---

Eigenschaften:

Gold ist ein weiches, gelblich glänzendes und sehr duktiles Edelmetall. Es löst sich weder in Salzsäure, Salpetersäure oder Schwefelsäure, ist in Königswasser jedoch zu Tetrachlorogold(III)-säure H[AuCl4] löslich. Auch alle Halogene greifen Gold stark an unter Bildung der Gold(III)-halogenide, die beim Erhitzen unter Abspaltung von Halogen zum Gold(I)-halogenid zerfallen (Ausnahme: Gold(III)-fluorid). Goldverbindungen gehen bereitwillig wieder in elementares Gold über, so entsteht aus Goldverbindungen mit Zinn(II)-chlorid oder auch auf der Haut intensiv violetter Cassiusscher Goldpurpur, der aus Goldkolloiden besteht. Aus Lösungen von Gold(III)-verbindungen entsteht durch Laugen Gold(III)-hydroxid, das durch leichtes Erwärmen zu Goldoxid zerfällt.
Gold ist ein wertvolles Schmuckmetall, wird aber auch in Microchips verwendet. Es lässt sich zu Folien auswalzen, deren Dicke geringer ist als die Wellenlänge sichtbaren Lichtes. Solche Folien werden als UV-reflektierender Belag auf Scheiben von Hochhäusern oder auf den Visieren von Astronautenhelmen verwendet.
Interessanterweise sind Goldkerne zu schwer, um in normalen Sonnen bei der Kernfusion zu entstehen: Gold ensteht nur bei Supernovae.

Bilder:

Bild
Goldfolie

Bild
Gold-Nugget

Bild
Gold (Bild von Kaliumperoxid)
"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
- Claude Rimington

Benutzeravatar
Kaliumperoxid
Illumina-Moderator
Beiträge: 522
Registriert: Mittwoch 22. September 2010, 17:10
Wohnort: Bad cillus
Kontaktdaten:

Beitrag von Kaliumperoxid »

Bild

Au Barren 1g
Bild

Benutzeravatar
lemmi
IllumiNobel-Gewinner 2012
Beiträge: 4736
Registriert: Freitag 6. Januar 2012, 09:25

Beitrag von lemmi »

Vielleicht sollte man noch was zur Gewinnung sagen? (Foto: Flussgold - aus Flussand gewaschene Goldkörnchen, 1-3 mm groß)

Bild

Auch die Bildung der Cyanidkomplexe (Löslichkeit selbst des Elementes in Alkalicyanidlösungen bei Sauerstoffzutritt) ist eine wichtige Eigenschaft, die erwähnt werden sollte (Galvanische Vergoldung, Cyanidlaugerei).

Gold als "goldglänzend" zu beschreiben, ist eine Tautologie. Korrekt sollte es "... gelbes, glänzendes ...." heißen. Übrigens ist Gold eines der ganz wenigen farbigen Metalle überhaupt (gibt´s ausser Kupfer und Gold überhaupt noch weitere farbige Metalle?)
Interessanterweise sind Goldkerne zu schwer, um in normalen Sonnen bei der Kernfusion zu entstehen: Gold ensteht nur bei Supernovae.
Das trifft natürlich auf eine große Anzahl schwerer Kerne zu (jenseits des Eisens, wenn ich ich nicht irre - jedenfalls auf viele :mrgreen: ) und ist keine spezifische Eigenschaft von Gold.
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher." (A. Einstein 1871 - 1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

Xyrofl
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1047
Registriert: Samstag 25. September 2010, 00:49

Beitrag von Xyrofl »

gibt´s ausser Kupfer und Gold überhaupt noch weitere farbige Metalle?
Osmium soll bläulich sein. Die übrigen unterscheiden sich im Glanz und in der Polierfähigkeit auch. Silber ist strahlend weiß, Wolfram eher dunkelgrau glänzend. Selbst unterschiedlich gehärtete Stähle unterschieden sich im Glanz. Das sieht man bei der Härtelinie traditioneller japanischer Schwertklingen. Intermetalle können noch vielfach andere Farben bilden, z.B. rosarötliches Nickelantimonid.

In Legierungen drehen die Farben völlig durch. Mit Aluminium wird Kupfer zu einer Bronze, die genauso gelb ist wie Gold, während Gold mit Cadmium und Silber eine grünliche Farbe annehmen kann. Zumindest beim Aluminium/Kupfer sollte das noch die reine alpha-Phase des Kupfers sein, die da so golfarben wird, also kein Intermetall, beim Messing natürlich das gleiche, das bekommt man fast schon grüngelblich hin.
Wenn die Menschen und die Dschinn sich zusammentäten, etwas, das diesem Post gleicht, zustande zu bringen, würde ihnen das nicht gelingen – selbst wenn sie einander helfen würden.

Benutzeravatar
lemmi
IllumiNobel-Gewinner 2012
Beiträge: 4736
Registriert: Freitag 6. Januar 2012, 09:25

Beitrag von lemmi »

Das ist sehr interessant! Aber offanbar bleibt es dabei, daß unter den elementaren Metallen doch nur Gold und Kupfer farbig sind - oder? O.K., vielleicht ist Osmium (nie gesehen) blau. Aber das "Silberweiß" des Silbers oder das Grau des Wolframs sind doch keine Farben. Und die Eigenschaft "Glanz" ist erst recht keine Farbe.
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher." (A. Einstein 1871 - 1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

Benutzeravatar
Kaliumperoxid
Illumina-Moderator
Beiträge: 522
Registriert: Mittwoch 22. September 2010, 17:10
Wohnort: Bad cillus
Kontaktdaten:

Beitrag von Kaliumperoxid »

Ich hätte ja jetzt Europium behauptet was in 99,98% iger Reinheit Gold wirkt
Bild

Xyrofl
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1047
Registriert: Samstag 25. September 2010, 00:49

Beitrag von Xyrofl »

Aber das "Silberweiß" des Silbers oder das Grau des Wolframs sind doch keine Farben.
Ungangssprachlich schon, zumindest habe ich das oft so gehört. Wenn man es anders audrücken will, dann könnte man sagen: Auch die Metalle, die sich farblich nicht unterscheiden unterscheiden sich in ihrer Helligkeit. Man kann also nicht sagen, dass sie gleich aussehen würden.

Es ist bemerkenswert, wie man alle spiegelnd polierten Dinge für silbrig hält. Selbst poliertes Silicium wirkt silbrig, wenn man kein Stück echtes Silber zum Vergleich daneben hält, obwohl es fast pechschwarz ist. Angeblich ist Silber auch gelbstichig vergleichen mit Quecksilber, was bei der Herstellung von Spiegeln eine Rolle gespielt haben soll.

Ein Wackelkandidat mit goldener Farbe ist noch Cäsium. Manchmal liest man, dass es seine Farbe verliert, wenn es hochrein ist. Irgendwo meine ich auch gehört zu haben, hochreines, desoxigeniertes und perfekt poliertes Kupfer ist deutlich oranger und weniger rötlich als das Kupfer, was wir kennen.

Ein richtig stark gefärbtes Metall fällt mir aber nicht ein, das sind alles nur Feinheiten.
Wenn die Menschen und die Dschinn sich zusammentäten, etwas, das diesem Post gleicht, zustande zu bringen, würde ihnen das nicht gelingen – selbst wenn sie einander helfen würden.

Benutzeravatar
Newclears
Illumina-Moderator
Beiträge: 4996
Registriert: Montag 10. August 2009, 15:48
Wohnort: Alt-Erschwede

Beitrag von Newclears »

...googelt doch einfach mal nach dem "Relatvistischem Effekt" :mrgreen:
p.s.:
...könnte da auch was zu zeigen. Habe da so ein paar metallische Objekte, die zum teil einige Kilojahre umfassen ;)

p.s.:
Gold ist schizophren... :dita:
"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken

Xyrofl
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1047
Registriert: Samstag 25. September 2010, 00:49

Beitrag von Xyrofl »

Es gibt für viele Metalle auf dieser Seite die optischen Daten:
http://refractiveindex.info

Es lassen sich die Datensätze der Metalle herunterladen, jedoch enthalten sie den komplexen Brechungsindex, genauer seinen Realteil n und seinen Imaginärteil k.
Daraus kann man dann nach den Gesetzen für opake Medien den Reflexiongrad berechnen. Weil das nervig ist habe ich das für einige interessante Metalle durchgeexcelt und die Reflexionsgrade in einem kleinen Diagramm aufgetragen. Jetzt müsst ihr das nicht machen und könnt euch einfach die Kurven ansehen. :D

Bild

Wir sehen, dass Osmium in der Tat blau ist, dass Silber grob doppelt so viel frontal einfallendes Licht wie Wolfram reflektiert und die Banden von Gold und Kupfer können wir auch bestaunen. Und bemerkenswerterweise reflektiert oranges Kupfer blaues Licht besser als das gelbe Gold, obwohl orange die Komplementärfarbe zu blau ist.
Wenn die Menschen und die Dschinn sich zusammentäten, etwas, das diesem Post gleicht, zustande zu bringen, würde ihnen das nicht gelingen – selbst wenn sie einander helfen würden.

Benutzeravatar
Newclears
Illumina-Moderator
Beiträge: 4996
Registriert: Montag 10. August 2009, 15:48
Wohnort: Alt-Erschwede

Beitrag von Newclears »

...kurze Korinthenkackerei als Frage. Meinst Du in der Achsenbeschriftung wirklich "Reflexion" oder "Reflektion"?
"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken

Xyrofl
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1047
Registriert: Samstag 25. September 2010, 00:49

Beitrag von Xyrofl »

Diese Begriffe sind etwas verwirrend. Zur Klarstellung, ich meine die Größe R, die man aus der komplexen Brechzahl so berechnet:
Bild

Für frontal einfallendes Licht gibt das an, welcher Bruchteil des Lichtes reflektiert wird. In diesem Falle kann man die obige Formel, die ein Spezialfall der Fresnel'schen Formel ist benutzen und die Polarisation das Lichtes ist irrelevant. Da es sich bei Metallen um hochgradig opake Medien handelt ist der Transmissionsgrad T aber Schichtdickenabhängig und es gilt nicht T = 1 - R, sondern T = 1 - A(l) - R mit dem Absorbtionsgrad A(l), der eine Funktion der Weglänge l ist. Die Prozent beziehen sich auf die Intensitäten, d.h. auf Leistungsdichten, weshalb man den Energierhaltungssatz anwenden darf.

http://de.wikipedia.org/wiki/Reflexionsgrad
Wenn die Menschen und die Dschinn sich zusammentäten, etwas, das diesem Post gleicht, zustande zu bringen, würde ihnen das nicht gelingen – selbst wenn sie einander helfen würden.

Xyrofl
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1047
Registriert: Samstag 25. September 2010, 00:49

Beitrag von Xyrofl »

n0 ist die Brechzahl des Vakuums die ist genau 1. Für Luft gilt das dann in sehr guter Näherung noch immer.

Das kannst du dann in meine Formel einsetzen, da ist auch kein Logarithmus oder sonstwas kompliziertes drin. Das ist nur ein Verhältnis in Prozent, kein Pegel.

1,658 - 1 = 0,658
1,658 + 1 = 2,658

R =[0,658² + 1,956²] / [2,658² + 1,956²] = 4,2589/10,8909 = 0,391 = 39,1%

Für weitere Metalle kannst du dir die verlinkte beta-Version angucken.
Wenn die Menschen und die Dschinn sich zusammentäten, etwas, das diesem Post gleicht, zustande zu bringen, würde ihnen das nicht gelingen – selbst wenn sie einander helfen würden.

Benutzeravatar
lemmi
IllumiNobel-Gewinner 2012
Beiträge: 4736
Registriert: Freitag 6. Januar 2012, 09:25

Beitrag von lemmi »

@Pok: nein, nur selbst gekauft, von einem Goldschürfer in Tumaco...

@HCN: bitte, bitte formuliere das "goldglänzende Gold" um! wenn ich das lese schüttelt es mich jedesmal :|
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher." (A. Einstein 1871 - 1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

Benutzeravatar
Newclears
Illumina-Moderator
Beiträge: 4996
Registriert: Montag 10. August 2009, 15:48
Wohnort: Alt-Erschwede

Beitrag von Newclears »

Fazit: es ist nicht alles Gold was glänzt. Interessanterweise weist Cs manchmal auch einen goldenen Farbton auf. Dies ist aber Spuren von Sauerstoff geschuldet. Mich würde mal interessieren wie das von Xyrofl erwähnte hochreine, desoxygenierte Kupfer tatsächlich aussieht.
Interessanterweise gibt es sogar Goldlegierungen mit einem grünlichen Farbton:
wikipedia hat geschrieben:Grüngold

Grüngold ist eine grünlichgelbe Goldlegierung ohne Kupferzusatz. Die Farbe entsteht durch Annäherung an das Atomverhältnis Gold:Silber 1:1, was im optimalen Fall einem Goldanteil von 646 entspricht, bei dem der deutlichste Grünton auftritt. Da in diesem Falle der Silberanteil schon über 40 % beträgt, ist der Farbton relativ hell. Bis zu einem Drittel des Silbers lässt sich durch Cadmium ersetzen, was den Grünton intensiviert, die günstigen Anlaufeigenschaften und die Schmelztemperatur allerdings reduziert. Die Legierungen sind sehr weich und wenig farbstark. Grüngold wird selten verwendet, üblicherweise z. B. zur Darstellung von Laubblättern oder Ähnlichem.
"...wie ein Sprecher betont,hat für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden."
"...mittlerweile rostet das Miststück..." E.v. Däniken

Antworten