Benzoesäure im Winterschneeball?

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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Vanadiumpentoxid
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Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Damit die Frage, deren Antwort mich durchaus interessieren würde, dort wo sie bisher stand, nicht ganz untergeht, mache ich für sie hier noch mal eigenen Thread auf (und lösche dafür die Frage in dem anderen Thread, um Doppelposting zu vermeiden).
Momentan habe ich es etwas mit den Gerüchen in der Chemie...
Vanadiumpentoxid hat geschrieben:
Samstag 29. Mai 2021, 21:05

(...) der typische, leicht süßlich-ranzige Geruch, der sich dabei (edit: beim offenen Stehen/Trocknen von Benzoesäure an der Raumluft) verbreitet, erinnert mich immer so an eine bekannte Zierstrauchblüte (Winterschneeball), deren Duftnote ich gar nicht mag... (und mit dem angeblichen Geruch von Vanille m. E. eigentlich auch nur wenig gemein hat...).

Dazu die Frage an alle "Biochemiker" oder Botaniker hier im Forum: kann es sein, dass in besagten Blüten tatsächlich Benzoesäure enthalten ist?
Am ehesten kann man den Geruch der Blüten noch mit denen des Holunders vergleichen, mit dem der Schneeball ja verwandt ist. Mit dem Duft kann man mich aber ebenfalls jagen...
Gott gebe mir die Kraft, zu ändern, was ich verändern kann,
die Gelassenheit, hinzunehmen, was ich nicht verändern kann,
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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durchreisender
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von durchreisender »

four benzoic acid derivatives

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18536165/

Glaskocher
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von Glaskocher »

So auf die Schnelle habe ich keine Verbindung von Schneeball und Benzoesäure gefunden. Das bedeutet aber wenig. Man müßte jetzt den Duft dieser Blüten so einfangen und aufkonzentrieren, daß man das Ganze durch die GC-MS schicken kann. Carbonsäuren sind allerdings eine Herausforderung für die GC, weil sie recht breit schmierten und auch mal zersetzt werden können, wenn es zu warm wird.

Die aktuelle Jahreszeit ist "nur" antipodal zur Blütezeit der genannten Pflanze. ...

Vanadiumpentoxid
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Danke für Eure Antworten!
Dann lag ich bzw. meine Nase ja gar nicht so falsch...

Ich gebe zu, das Thema will natürlich nicht so recht in die Jahreszeit passen.
Ich kam aber darauf, weil mich der Geruch von Benzoesäure zu jeder Jahreszeit an Winterschneeball erinnert - nicht umgekehrt.
Meine Eltern hatten die Pflanze früher im Garten und holten gern auch einen Strauss Blütendolden für die Vase ins Haus - sehr zu meinem Leidwesen. Wahrscheinlich von daher meine latente Abneigung gegen den Geruch von Benzoesäure...

Einen GC habe ich leider gerade nicht zur Hand... :wink:
Gäbe es denn auch nasschemische Methoden, die empfindlich genug wären, um Benzoesäure in einem Blütenauszug nachweisen zu können?
Mir schwebt da etwas Vergleichbares vor wie mit Eisen3+ -Ionen bei Salicylsäure, welche man auf diese Weise z. B. in Weidenrindenextrakt gut nachweisen kann.
Gott gebe mir die Kraft, zu ändern, was ich verändern kann,
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durchreisender
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von durchreisender »

es gibt immer noch die gute alte DC

Vanadiumpentoxid
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Führt die denn angesichts des ganzen Cocktails an Inhaltsstoffen zu eindeutigen Ergebnissen?

Ist bei mir allerdings nur eine theoretische Erwägung, denn auch für die DC bin ich nicht ausgestattet und das ist auch nicht in Planung.
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durchreisender
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von durchreisender »

genau so gut oder schlecht wie eine GC ohne MS auch.

man braucht eine mitlaufende vergleichsubstanz.

und angesicht der komplexen matrix, ist die DC besser als die GC.

vorteil...man braucht nur mg eines extraktes im vergleich mit der nasschemie.

Vanadiumpentoxid
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Und was wäre denn die nasschemische Methode?
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Alf
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von Alf »

Du könntest versuchen die getrockneten Blüten mit Ethanol zu extrahieren, Ethanol einengen, mit wässriger NaHCO3 Lösung im Scheidetrichter mit Ether ausschütteln. Dabei sollten die meisten apolaren Substanzen in die etherische Phase übergehen, während die Benzoesäure als Benzoat in der wässrigen Phase bleibt. Danach die wässrige Lösung mit HCl ansäuern und in den Kühlschrank stellen, wobei eventuell vorhandene Benzoesäure ausfallen sollte.

Aus dem so hergestellten Extrakt würde sich eine DC sehr anbieten.

Ich bezweifle aber dass der Geruch durch rfeie Benzoesäure hervorgerufen wird, noch dass sich nennenswerte Mengen davon in den Blüten befinden.

Vanadiumpentoxid
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Danke für die Idee und den Hinweis.
Ich fürchte auch, dass für einen makrooptischen Nachweis einfach zu wenig drin ist.
DC kommt bei mir aus Kapazitätsgründen weiterhin nicht in Frage.

Der Geruch ist nahezu identisch. Probiere es gern zur nächsten Blütesaison mal selber aus. Bei uns waren es früher die weißblühenden (falls das relevant ist). Was sonst sollte drin sein, das nach BS riecht, aber trotzdem keine ist? :conf:
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durchreisender
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von durchreisender »

ich denke es ist auch keine/kaum freie benzoesäure enthalten, sondern verschiede ester davon.
deshalb müsste man vor dem ausschütteln, das extrakt einer hydrolyse unterziehen.

Vanadiumpentoxid
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Re: Benzoesäure im Winterschneeball?

Beitrag von Vanadiumpentoxid »

Die Ester riechen doch aber ganz anders. Woher dann der Geruch nach BS? Natürliche Hydrolyse durch Luftfeuchtigkeit und Wärme?
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