Corona-Virus Folge vom Klimawandel?

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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Nail
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Corona-Virus Folge vom Klimawandel?

Beitrag von Nail »

Würdet ihr sagen, dass das Corona-Virus bzw. die ansteckende Form für uns Menschen durch den Klimawandel passiert ist, denn bei höheren Temperaturen erfolgt häufig eine Mutation häufiger?!
Q.E.D.

Glaskocher
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Re: Corona-Virus Folge vom Klimawandel?

Beitrag von Glaskocher »

Aus mehreren Gründen halte ich den Klimawandel nicht die Ursache für das Auftreten von SARS-COV-2.

Die genetischen Untersuchungen weisen darauf hin, daß sich diese Linie bereits vor über 70 Jahren vom SARS-Virus getrennt hat und vor über 1000 Jahren vom MERS-Virus. Das sind völlig normale Vorgänge, die schon seit Coronaviren existieren stattfinden.

Da das Virus auf lebende Zellen zur Replikation angewiesen ist spielt die Umgebungstemperatur (um das Wirbeltier herum) eine untergeordnete Rolle. Mutationen treten entweder als Schreibvehler bei der Replikation oder als Crossover bei Mehrfachinfektion der selben Wirtszelle auf.


Viel wichtiger ist, daß der Mensch immer weiter in die natürlichen Lebensräume der den Viren als Reservoir dienenden Wirbeltiere eindringt und in engen Kontakt mit ihnen kommt. Dadurch werden häufiger Viren anderer Wirbeltiere auf den Menschen übertragen und können sich anpassen. Das in vielen Fällen enge Zusammenleben von Menschen mit ihren Haus- und Nutztieren ist ein zusätzliches Risiko, da dann mehrere unterschiedliche Arten zur Auswahl stehen und dem Virus eine Art Sprungbrett darstellen. Es gibt einige andere Viren, die für Menschen, Geflügel und Schweine gleichzeitig infektiös sind. Man erinnere sich an die "Vogelgrippe" und eine Grippevariante "Schweinepest".

Daß der Mensch gleichzeitig viele Treibhausgase in sehr großem Maßstab erzeugt und un die Athmosphäre entläßt spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Die Erwärmung kann möglicherweise bessere Überlebensbedingungen zwischen zwei Wirtsorganismen bieten.

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Pok
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Re: Corona-Virus Folge vom Klimawandel?

Beitrag von Pok »

Da haben wir ja die 2 am heißesten diskutierten Themen der letzten Zeit vereint. :D

Nein, nichts hat weniger mit einander zu tun, als die 2 Themen. Der Klimawandel ist zwar ein Mega-Problem, das viel Mist anrichtet und noch mehr anrichten wird, aber er ist auch nicht DIE Erklärung für alles, was es so gibt.

Auch die Behauptung, dass das Eindringen des Menschen in die Ökosysteme dazu geführt hat, finde ich nicht plausibel. Früher war der Kontakt von Mensch und Tier viel, viel enger. Und wenn das Problem das enge "Miteinander" von Mensch und Tier auf einem Markt der Grund gewesen sein soll, wäre die logische Konsequenz doch nicht mehr Natur-Erhalt, sondern die totale Auschlöschung der Natur und dass man jedes Tier in riesige Massentierzuchtanlagen bringt, die sehr gut desinfiziert werden können.

Als Lehre aus dem Corona-Ding mehr Naturschutz zu fordern, ist eigentlich totaler Quatsch. Gerade in der freien Natur ist die Übertragung vom Tier auf den Menschen viel wahrscheinlicher als in modernen, von der Natur fast völlig abgekapselten Gesellschaften.

Es gibt 1000 gute Argumente für Natur- und Klimaschutz. Da braucht man nicht noch zwanghaft ein 1001. Argument.

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