Schnittmenge aus Kunst und den Naturwissenschaften

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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PSE
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Schnittmenge aus Kunst und den Naturwissenschaften

Beitrag von PSE »

Wie ihr bereits in meiner User-Vorstellung mitbekommen habt, habe ich bereits in der in Deutschland ansässigen Feuerwerksindustrie gearbeitet.
Deshalb und weil inzwischen unsere Exekutive allergisch auf explizite Informationen für die Anwendung daheim reagiert,
bitte ich die älteste Verbindung von Chemie und Kunst außen vor zu lassen.

Das erste Mal bewusst wurde mir mein starker Hang zur Kunst in Verbindung zu den Naturwissenschaften als ich mir eine Ausstellung
von Olafur Eliasson im Zuge der Verleihung des Kaiserrings 2013 in Goslar angesehen habe.
Er war bis dato der erste Künstler der in seinen Arbeiten Interferenzfilter als Plattenmaterial verwendet hat.
Da die Wirkung beim Betrachten nicht durch Videos wiedergegeben werden kann, spare ich mir entsprechende Verlinkungen.
Ähnlich erging es mir als ich davon gehört habe dass auf der Dokumenta 2012 Quantenphysiker dem Publikum das Verschränken näher gebracht haben:

https://medienportal.univie.ac.at/univi ... perimente/

Da "die Jugend von heute" inzwischen audiovisuell als auch intelektuell vollkommen durch das Internet und all seine Auswüchse eingenommen ist,
sollten sich Naturwissenschaftler mehr damit beschäftigen die ästhetischen Seiten ihrer Passion der Öffentlichkeit schmackhaft zu machen.
So zumindest meine Sichtweise auf das Problem des zunehmenden Dessinteresse an den Naturwissenschaften.
Sprich, nicht einfach nur audiovisuell ansprechende Showexperimente alà KnoffHoff (war trotzdem eine schöne Sendung) vorzuführen,
sondern diese für Ausstellungen oder als "Lehrmaterial" so aufzubereiten dass die Zuschauer durch ihre Sinne und Fähigkeiten mit eingebunden werden.
Wobei ich das Problem kenne dass dass das intrinsische Auseinandersetzen mit den Naturwissenschaften (was bei Illumina wohl die
größte Schnittmenge der User darstellt) und die damit einhergehenden eigenen Auffassung von Ästhetik nicht unbedingt
vom "Pöbel" nachvollzogen werden kann.


Dass man als Freund der Materie mit nur wenig Arbeit in geeigneter Umgebung massive Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann,
wurde mir durch meinen "modifizierten" ehemaligen Laborkittel klar.
Ich war 2018 mit mehreren Freunden auf einem Musikfestival und wurde durch meinen Kittel am Sonntagabend
(letzter von drei Festivaltagen) vom Großteil der rund 20000 Besuchern wiedererkannt (hatte eine UV-Taschenlampe zum Belichten mitgebracht).
Da ich absolut keine Rampensau bin, war mir dieses Maß an Aufmerksamkeit bereits unangenehm...
(cd-rom-laufwerk hat diesen schon in Kombination mit einem ~450nm 2W Laserpointer in Augenschein nehmen können)

Bild

Bild

Das Nachleuchtpigment (dotiertes Strontiumaluminat) stammte von Kremer und
wurde in transparente und mit Wasser verdünnte Acryldispersion eingearbeitet.
(Die bemalten Stellen wurden dadurch leider etwas steif)
Der Schriftzug "Whitey" war etwas Fanart für meinen Lieblingsmusiker...


Da ich in der Jugend wiegesagt den energetischen Materialien (bis zu der obligatorischen Hausdurchsuchung) zugeneigt war,
als auch später ein Freund von mir seinen SFX Schein gemacht hat, habe ich mich ebenfalls schon mit der Sprengplatierung
kreativ betätigen können:

Bild

Bild

Material der Platten ist 8mm Baustahl und das Prägen erfolgte aus Gründen der Lärmreduktion und Sicherheit unterirdisch.


Lange Rede kurzer Sinn.
Ich würde mich sehr freuen wenn wir in diesem Thread die Schnittmengen der bildenden Kunst und Chemie/Natur- und
Ingeneurwissenschaften sammeln können.
Wobei ich den Augenmerk auf ästhetische Arbeiten legen und nicht auf verschwurbelte und abgehobene Themenkomplexe
der Gegenwartskunst eingehen würde.

Wo inzwischen immer wieder Portraits von Künstlern mit relevanten Arbeiten zu sehen sind, ist die Sendung "tracks" auf arte.
Ich kann mir aber gut vorstellen dass ein Teil der dort präsentierten Themen und Künstler euch auf den Geist gehen wird :D

Da ich in keiner der genannten Disziplinen wirklich mit den Profis mithalten kann (vor allem wenn ich die von euch verfassten Artikel anschaue), aber es schon häufiger hinbekommen habe als Vermittler für entsprechende Projekte tätig zu sein, ist mir dieser Thread ein echtes Anliegen.

Gruß
PSE
"Bei seinen Experimenten mit der gefährlichen Verbindung kam es zu einer Explosion, bei der Dulong drei Finger verlor, was ihn dazu anregte, den Stoff weiter zu untersuchen."

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Uranylacetat
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Beitrag von Uranylacetat »

Sehr interessantes Thema! :wink:

Dazu fallen mir beispielsweise auch Runge-Bilder ein:

Bild


Siehe auch: Runge-Bilder – Bilder, die sich selber malen
"Der einfachste Versuch, den man selbst gemacht hat, ist besser als der schönste, den man nur sieht." (Michael Faraday 1791-1867)

Alles ist Chemie, sofern man es nur "probiret". (Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832)

„Dosis sola facit venenum.“ (Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus 1493-1541)

"Wenn man es nur versucht, so geht´s; das heißt mitunter, doch nicht stets." (Wilhelm Busch 1832 -1908)

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

In vielen Fällen nutzt die "Kunst" recht bald nach neue Materialien und Techniken, die von der "Wissenschaft" oder "Technologie" erfunden oder bereitgestellt wurden. In einigen Fällen war sogar die "Kunst" die treibende Kraft hinter Erfindungen. Sobald in der Mathematik neue Methoden graphischer Darstellung ersonnen werden dauert es nur kurze Zeit, bis darauf basierende ästhetische Kunstformen ausprobiert werden (Apfelmännchen...).


Beim Blattgold bestand der Bedarf, sehr große Gegenstände golden (=wie aus Gold) aussehen zu lassen. Massiv aus Gold wäre das verfügbare Metall rasch verbraucht und der Gegenstand zu schwer oder gar in der geplanten Nutzung unmöglich. Man schmiedete das Metall zunächst einlagig so dünn wie möglich. Dann fand man heraus, daß man es danach noch dünner schmieden kann, wenn es zwischen Lagen von Pergament oder Rinderblinddarm gelegt wird. Parallel dazu entwickelte man Techniken zum Auftragen des dünnen Blattmetalls.

In der Glaskunst (Studioofen, Fusing, Lampenarbeit) verwendet man dichroitisches Glas. Dieses Glas hat abwechselnde Lagen unterschiedlicher optischer Brechung aufgedampft, die jeweils eine halbe Wellenlänge des Lichtes dick sind. An den Grenzflächen wird Licht einer bestimmten Wellenlänge reflektiert und durch additive Überlagerung verstärkt. Dadurch ergeben sich besonders farbreine Reflektionen und in der Transmission fehlt die reflektierte Wellenlänge. Das erzeugt sehr intensive, irisirende Farbeffekte. Technisch werden solche Filter in Farbkameras eingesetzt, um die unterschiedlichen Farbkanäle verlustarm voneinander zu trennen.

Kaum war mit Mauvin ein erschwinglicher violetter Farbstoff für tierische und pflanzliche Fasern verfügbar, wurde er in der Mode und Kunst genutzt. Über lange Zeit wurde die britische Ein-Penny-Briefmarke mit diesem Farbstoff gedruckt.


Für bestimmte Farbeffekte nutze ich Gläser, deren Trübungsmittel über die thermische Vergangenheit des Werkstückes steuerbar ist. Zuerst begegnete mir dieser Effekt bei sogenannten "Ringmottle-Gläsern" aus der Tiffany-Kunst. Diese Gläser haben Tupfen und Zonen unterschiedlicher Trübung in der Platte, die oft mit Unebenheiten der Unterseite übereinstimmen. Beim Schmelzen klart das Glas völig auf und bleibt beim Abkühlen klar. Wenn man das Glas danach wieder erwärmt, bis es knapp plastisch wird, dann trübt es wieder ein. Bei guten Gläsern bleibt dieser Effekt beim nachträglichen Tempern erhalten. Gläser mit diesem Effekt fand ich bei den Herstellern Oceana (erloschen), Youghiogheny, Bullseye, Uroboros und Anderen. Aus den Pastellfarben von Effetre kann man solche Effektgläser durch gezielte Zumischung von Klarglas erhalten.

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PSE
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Beitrag von PSE »

@ Glaskocher
Es wäre ganz gut wenn du zu den beschriebenen Materialien und Techniken etwas Bildmaterial einfügen könntest.
Selbst ich, als Glasapparatebauer der sich bereits im Theoretischen und Praktischen mit den technischen und chemischen
Möglichkeiten der Glastechnikauseinandergesetzt hat, kann deine Beiträge zu dem Thema
nur durch Recherche vollständig nachvollziehen.
Du weißt ja dass der Goldstandart im Internet die Bequemlichkeit ist... :roll:

Danke für den Verweis auf das Apfelmännchen/Fraktale, ich bin da nämlich letztens auf einen Artikel gestoßen:
https://www.scinexx.de/news/technik/was ... t-fraktal/
(Meine Freundin hat sich köstlich amüsiert weil ich beim Lesen völlig euphorisch geworden bin)


Nachtrag zu meinem Kittel.
Sollte ich, hoffentlich erst in ~50 Jahren, auf einer Palliativstation landen und noch rüstig genug sein,
werd ich mir mal den Spaß machen und ihn vor einer leistungsstarken Röntgenröhre anziehen.
Für einen "Totentanz in echt" - sozusagen.
Bis dahin ist auch noch genug Zeit für das Üben gasdichter Glas/Metall-Einschmelzungen zum Bau der Röntgenröhre... :wink:
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Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Für das Dichro-Glas kommt der Link zu einem Hersteller: https://cbs-dichroic.com/

Das Ringmottled Glas wird z.B. von http://www.youghioghenyglass.com/ hergestellt. Sie führen auch die Produktlinie von Oceana fort.

Bilder von eigenen Objekten sind momentan schwierig, da ich eine größere Aktion mit Handwerkern in der Wohnung habe. Sie werden aber nachgeliefert.


Das ungewöhnliche Abbrandverhalten von Wasserstoff ermöglicht noch zwei weitere Effekte: Das Pfeifen einer brennfähigen Wasserstoff-Luft-Mischung bei der Knallgasprobe und die Tonerzeugung in der Wasserstofforgel. Interessanter Link: https://www.seilnacht.com/versuche/experih2.html

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PSE
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Beitrag von PSE »

Um die Ingeneurswissenschaften nicht zu kurz kommen zu lassen hier mal ein Musikvideo das wohl in einem Labor der Baustoffprüfung aufgenommen wurde:

https://www.youtube.com/embed/zf5TswjprBQ


Und noch etwas für die Steuerungstechniker und SFXler, auch wenn Zeitlupe inzwischen ein alter Hut sind:

https://www.youtube.com/embed/QvW61K2s0tA

Bemerkenswert an diesem Video ist, dass es ohne Schnitt auskommt und nur durch das präzise Abstimmen der (Zünd)Impulse
auf die Kamerafahrt zustande kommt.
In allen Einstellungen in denen Gegenstände zerlegt werden bzw. Farbpulver frei wird, werden sogenannte Squibs (Mikrosprengladungen) verwendet.
Diese splittern im Gegensatz zu Sprengzündern nicht und werden für die Anwendüng in Gebäuden auch bleifrei angeboten :D
Stand der Technik soll die Kombination von wenigen Milligramm Nitrotetrazol-Derivaten mit einer kleinen Aufladung PETN sein...

@Glaskocher
Die Produktpalette von CBS ist echt beeindruckend.
Ich nehme mal an dass sie, ähnlich wie bei den titanbeschichteten irisierenden Bergkristallstufen mit denen gerade der Markt überschwemmt wird,
durch Sputtern Metalle/Metalloxide in Schichtdicken von 200 - 2000nm die Effekte mit entsprechenden Schablonen erzeugen.
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PSE
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Beitrag von PSE »

Noch ein Nachtrag zur Metallurgie:

Bild

Das Bild stammt von dieser Seite:
https://www.oxart-meyer.de/

Der Erfinder dieser Methode ist ein Techniker der mehrere Jahrzehnte im Bereich F&E mit dem Material zu tun hatte.
Für seine Arbeiten hat er Tantal-Blech als Anode geschaltet und die Kathode war dabei ein Pinsel/Schwamm der mit verdünnter
Schwefelsäure angefeuchtet wurde.
Über die Spannung lässt sich die Schicktdicke des Tantal(V)oxids und damit die Farbe des Pinselstrichs steuern.
Die erzeugten Oxidschichten sind mechanisch unempfindlich und altern nicht.
(Über den künstlerischen/ästhetischen Wert seiner Arbeiten lässt sich natürlich streiten...)

-->Falls einer von euch eine Idee hat wie man einen gut haftenden Tantal-Spiegel ohne Sputtern auf Glas erzeugen kann,
immer her damit!


Und dann bin ich noch über die Suchbegriffe "Mokume Gane" (Damast) über folgende Titan/Zirkonium-Halbzeuge gestolpert:

Bild

Das Bild stammt von diesem Shop:
https://www.etsy.com/de/shop/TwisTiShop ... =815098001

Es gibt auf der Plattform noch weitere Anbieter von anderen, aus Schichtblöcken hergestellten, Halbzeugen und Schmuck.

-->Sprengschweißen bietet sicher noch exotischere Materialkombinationen ohne lästiges Schmieden. :D
(Muss es nur mal hinbekommen meine entsprechenden Scheine zu machen...)
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Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Diese Farben vom kleinen Bild kenne ich vom Anodisieren bei Niob-Blech. Auch Titan macht solche tollen Farben.

Bei den Halbzeugen weiß ich gerade nicht, was da später draus gemacht werden soll.

Kuriosum am Rande: Man kann mit Titandraht auf Glas schreiben und leitfähige Zeichnungen aufbringen. Titan haftet recht gut auf Glas und es ist weich genug, um sich "abnutzen" zu lassen. Die Beschriftung übersteht das Tempern recht gut.

Eine Metallschicht der drei oben genannten Elemente (Ti, Ta, Nb) ohne Vakuumprozess könnte schwierig werden, da sie recht unedel sind und galvanisch nicht aus wässriger Lösung abscheidbar sind. Aber die Farben sind traumhaft! Man müßte schon Folien oder feine Bleche der Metalle besorgen.



Bei Aluminium kann man eine eloxierte Schicht durch eindiffundieren von organischen Farbstoffen färben und in einem späöteren Schritt die Poren verschließen. Eosin macht ein interessantes Pink, nicht ganz blaustichig genug für Magenta. Dieser Vorgang ist im Heimlabor nachvollziehbar.

BJ68
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Beitrag von BJ68 »

Psst....guckst Du hier:
https://illumina-chemie.de/chemigrams-a ... html#72724


Btw. mein Vorrat:
Bild


bin bloß noch nicht dazu gekommen, da weiter zu machen.....weil mir zum probieren das Material zu schade ist und ich keinen Platz habe, wo ich es machen kann....Netzteil, was bis zu 150 V mit 7 A hebe ich und auch die nötigen Elektrolyten....


bj68

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Re: Schnittmenge aus Kunst und den Naturwissenschaften

Beitrag von PSE »

BJ68 deine Arbeiten sind echt schön :)
Kannst du mir zufällig sagen womit man Titan polieren kann?
Weil ich habe auch noch zwei 1,5mm Bleche die ich eigentlich mit Blei(IV)oxid beschichten wollte, die jetzt aber nur ungenutzt herumstehen...

Da ich schon seit langem Opale sammle, sind mir vor ein Paar Jahren auf einer Messe in Hamburg Perlen aus synthetischem Opal
aufgefallen. Die dort vertretenen Händler haben das Material zwar mit viel Verachtung verkauft, aber ich konnte mich
der Faszination dafür nicht entziehen.
Hier mal ein Beispiel:
gilson_opal_rouhgh162_2267_detail.jpg
Das Bild stammt von von dieser Seite https://www.profoundglass.com/store/pc/home.asp und lässt sich in
geschmolzenes Borosilikatglas einfassen. (Glaskocher danke für den Tipp)
Da meines Wissens nach nur "reverse-opal" kein Wasser enthält kann es sich dabei um solchen handeln.

Der Hauptproduzent ist Kyocera, wobei es noch mindestens einen Hersteller in Russland geben soll.
Nachdem ich mir die besagten Perlen gekauft hatte, habe ich mir auch gleich 500ml Tetraethylorthosilicat für die Herstellung
von sphärischem SiO2 Kolloid bestellt.
Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt kein Patent für mechanisch stabile Opale gefunden und das Projekt nicht weiter verfolgt...
Falls einer von euch inzwischen eine praktikabele Vorschrift aufgetan hat würde ich mich darüber freuen,
da die die ich bisher gefunden habe auch Versuche ohne Labor zulassen.

Ein Video das ich schon länger posten wollte, aber bisher nicht gefunden hatte:



Ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber ich fands ganz witzig Zinn und/oder Blei mal so in Szene gesetzt zu sehen.
"Bei seinen Experimenten mit der gefährlichen Verbindung kam es zu einer Explosion, bei der Dulong drei Finger verlor, was ihn dazu anregte, den Stoff weiter zu untersuchen."

BJ68
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Re: Schnittmenge aus Kunst und den Naturwissenschaften

Beitrag von BJ68 »

PSE hat geschrieben:
Donnerstag 2. Juli 2020, 08:36
BJ68 deine Arbeiten sind echt schön :)
Kannst du mir zufällig sagen womit man Titan polieren kann?
[...]
Da ich schon seit langem Opale sammle, sind mir vor ein Paar Jahren auf einer Messe in Hamburg Perlen aus synthetischem Opal
aufgefallen.
Titan...müsste ich nachsehen schätze in "Titanium: A Technical Guide" was ich habe, sollte sich was finden lassen...


Opal: Schau mal auf https://www.gks-muellheim.de/wordpress/ ... en-web.pdf


bj68

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mgritsch
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Re: Schnittmenge aus Kunst und den Naturwissenschaften

Beitrag von mgritsch »

PSE hat geschrieben:
Donnerstag 2. Juli 2020, 08:36
Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt kein Patent für mechanisch stabile Opale gefunden und das Projekt nicht weiter verfolgt...
Falls einer von euch inzwischen eine praktikabele Vorschrift aufgetan hat würde ich mich darüber freuen,
da die die ich bisher gefunden habe auch Versuche ohne Labor zulassen.
wow, wusste nicht dass man sowas wie Opale künstlich herstellt (herstellen kann). Mich würde ja schon mal grundsätzlich interessieren wie das geht, mechanisch stabil hin oder her :)
Ist zwar nicht sonderlich kreativ, aber ich fand's ganz witzig Zinn und/oder Blei mal so in Szene gesetzt zu sehen.
Auch sehr nice :) ich würde ja her eine niedrig schmelzende Legierung nehmen (Wood, Rose,...), ist bequemer.

CD-ROM-LAUFWERK
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Re: Schnittmenge aus Kunst und den Naturwissenschaften

Beitrag von CD-ROM-LAUFWERK »

Hier ein schönes Bild, sozusagen aus den Ingeneurwissenschaften. Ich darf leider nicht viel darüber verraten, da es ein Versuch eines Kunden war. Das sind jedenfalls Eisenerzpellets in einem Drehrohrofen bei 1150°C und es ist "nur zufällig" so schön.
20200703_112132a.jpg
20200703_112132a.jpg (51.01 KiB) 511 mal betrachtet

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Re: Schnittmenge aus Kunst und den Naturwissenschaften

Beitrag von PSE »

In der (chemischen) Industrieb gibt es häufiger Vorgänge und Prozesse bei denen Fotos gemacht werden könnten
deren Ästhetik auch von Außenstehenden nachvollzogen werden kann.
Da aber die Führungsetagen und damit häufig BWLer über das Maß der Geheimhaltung entscheiden, dieser Schlag von Mensch
aber nur ein begrenztes Maß an Kunstverständnis besitzt, ist es für geneigte Mitarbeiter nur selten möglich Fotos zu machen...


Hab noch ein Musikvideo für die Freunde der Mikroskopie und Mikroverfahrenstechnik aufgetan.
Das Stück an sich lässt sich am ehesten in dem Bereich experimentelle/avantgardistische elektronische Musik einordnen.
Also nicht wundern wenn euch die Ohren abfallen. (Mouse on Mars haben aber noch andere echt tolle Stücke)

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Re: Schnittmenge aus Kunst und den Naturwissenschaften

Beitrag von PSE »

Ich war letztens in der Porzellanmanufaktur Fürstenberg und mir sind Vasen mit folgender Glasur aufgefallen :
p000.jpg
Das Bild stammt von dieser Seite :
https://www.kristallglasuren.com/

Ich habe während meines Besuchs in Fürstenberg herausfinden können, dass der Brennvorgang über 50 Stunden mit komplexerem Temperaturprogramm gefahrend werden muss...
"Bei seinen Experimenten mit der gefährlichen Verbindung kam es zu einer Explosion, bei der Dulong drei Finger verlor, was ihn dazu anregte, den Stoff weiter zu untersuchen."

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