zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

Moderator: Moderatoren

Benutzeravatar
mgritsch
Illumina-Admin
Beiträge: 1595
Registriert: Montag 8. Mai 2017, 10:26
Wohnort: Wien

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von mgritsch »

Man nennt es „Kontext“. Intelligente Menschen berücksichtigen ihn, Provokateure reißen gerne willkürlich aus selbigem heraus.

Benutzeravatar
Pok
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1789
Registriert: Montag 19. August 2013, 01:03
Kontaktdaten:

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Das bezweifle ich aber. Mir scheint eher, er hat seine Meinung geändert. Den Satz würde er heute wohl nicht mehr so sagen. Deshalb bestand er ja auf der Angabe des Datums. :)
"Nach wie vor gilt: das Tragen von Schutzmasken im Alltag ist sinnlos." - lemmi (21.03.20)

Benutzeravatar
mgritsch
Illumina-Admin
Beiträge: 1595
Registriert: Montag 8. Mai 2017, 10:26
Wohnort: Wien

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von mgritsch »

Weil sich der Kontext geändert hat. Außerdem wurde hier nicht behauptet dass Aussagen absolut und für immer richtig sind.

Aber was schreibe ich da. Zwecklos, führt zu nichts.

Benutzeravatar
Pok
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1789
Registriert: Montag 19. August 2013, 01:03
Kontaktdaten:

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Der Kontext? Du meinst die Datenlage, den Wissensstand. Das ist was völlig anderes.

Ich warte immer noch sehnsüchtig auf die Hammerstudie, die alle (lemmi, RKI, WHO, dt. Virologen) urplötzlich zum Umdenken brachte. Wenn es diese Studie(n) nicht gibt, dann haben sich alle geirrt. Und jetzt meine Frage: was macht alle so bombensicher, dass sie sich diesmal nicht irren? Eine neue Datenlage existiert nämlich nicht. Die Wissenschaft hat Masken bereits seit 100 Jahre untersucht. In den letzten 5 Monaten wurde diese Forschung nicht auf den Kopf gestellt. Die Ansichten der o.g. 4 aber schon.
"Nach wie vor gilt: das Tragen von Schutzmasken im Alltag ist sinnlos." - lemmi (21.03.20)

Benutzeravatar
lemmi
IllumiNobel-Gewinner 2012
Beiträge: 3752
Registriert: Freitag 6. Januar 2012, 09:25

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von lemmi »

Ich fand das eine Frechheit, weil es so aussah, als würde mein Zitat deine Position stützen.
"Alles sollte so einfach wie möglich gemacht werden. Aber nicht einfacher."(A. Einstein 1871-1955)

"Wer nur Chemie versteht, versteht auch die nicht recht!" (G.C. Lichtenberg, 1742 - 1799)

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie gesehen haben." (Alexander v. Humboldt, 1769 - 1859)

Glaskocher
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1042
Registriert: Dienstag 27. Oktober 2015, 22:17
Wohnort: Leverkusen

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Glaskocher »

Ein weiteres Argument für das konsequente Tragen von Masken.

Artikel über das Verhalten von Aerosolen bei unterschiedlicher Luftfeuchte.

Benutzeravatar
mgritsch
Illumina-Admin
Beiträge: 1595
Registriert: Montag 8. Mai 2017, 10:26
Wohnort: Wien

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von mgritsch »

Und für die, die trotzdem keine tragen wollen gibt es auch schon eine (sehr amerikanische) Lösung :mrgreen: 8) :D

Holger Pfahls
Illumina-Mitglied
Beiträge: 73
Registriert: Mittwoch 20. Januar 2010, 22:21

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Holger Pfahls »

mgritsch hat geschrieben:
Donnerstag 20. August 2020, 02:13
Man nennt es „Kontext“. Intelligente Menschen berücksichtigen ihn, Provokateure reißen gerne willkürlich aus selbigem heraus.
Meinst du mit "Kontext" den Mainstream? Konformismus ist eines Wissenschaftlers unwürdig.
In Deutschland sind Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit durch das Grundgesetz garantiert. Wir leben nicht mehr im Mittelalter, und es gibt keine herrschende Autorität mit unfehlbarer Meinungshoheit, welche Ketzer auf dem (medialen) Scheiterhaufen verbrennt und ihre Existenz zerstört. Man muss tolerieren, dass es zu diesem Thema unterschiedliche Auffassungen gibt. Ob Deutschland oder Schweden den besseren Weg eingeschlagen haben, ist m.M.n. noch nicht ausgemacht.

Eine oppositionelle Meinung zu haben bedeutet selbstverständlich nicht, dass man bestehende Gesetze und Verordnungen ignorieren darf.
Meiner Meinung nach ist die Maskenpflicht neben den Abstandsregeln eine wichtige Komponente zur Reduzierung der Reproduktionszahl. Andererseits könnte man, wie Prof. Streeck vorgeschlagen hat, durchaus mehr Infektionen zulassen, da die Intensivstationen noch viele freie Kapazitäten haben. Dann würde es nicht so lange dauern, bis der von Merkel ("60 bis 70 Prozent der Bevölkerung könnten infiziert werden" ) genannte Durchseuchungsgrad erreicht ist.
Copying from one source is plagiarism, whereas copying from more than one is research.

Benutzeravatar
Pok
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1789
Registriert: Montag 19. August 2013, 01:03
Kontaktdaten:

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Glaskocher hat geschrieben:
Freitag 21. August 2020, 09:48
Ein weiteres Argument für das konsequente Tragen von Masken.
Es ist wohl eher ein Argument dafür, dass keine Maskenpflicht nötig ist, sondern dass es auch möglich wäre, dass nur die Masken tragen, die ängstlich sind oder sich zu einer Risikogruppe gehörig fühlen.

Die Maskenpflicht ist nicht nötig, wenn es Masken gibt, die den Tragenden vor einer Ansteckung schützen. Und es gibt diese Masken. Das ist ein unschlagbares Argument. Nicht konterfähig.

Alleine schon deshalb ist die Maskenpflicht m.E. verfassungswidrig. Eine Grundrechtseinschränkung muss nämlich Bedingungen erfüllen. Zu sagen (wie mgritsch es hier regelmäßig tut) "So ein Stofffetzen schränkt dich kaum ein", reicht nicht. Das mag viele Laien überzeugen, aber keinen einzigen Richter. Ein Punkt ist die sogenannte Erforderlichkeit. Gibt es mildere Mittel, müssen diese ausgeschöpft werden. Wenn nur die "Vulnerablen" total sichere FFP-Masken tragen (freiwillig), dann wäre dieser Eingriff milder, denn weniger Menschen wären betroffen.

Jetzt könnte man sagen: wer keine Maske trägt, könnte auch einen anderen Nicht-Maskenträger anstecken und der irgendwo anders dann einen Vulnerablen. Aber so eine extrem indirekte Schuld gibt es im deutschen Recht m.W. überhaupt nicht.

Auch ein weiterer Punkt wird m.E. nicht erfüllt. Die "Geeignetheit". Eine simple "Bedeckung" von Mund/Nase schützt nicht vor Tröpfcheninfektion. Im extremsten Fall gar nicht. Ich nehme ein Tuch, das bei starkem Ausatmen schön rumflattert. Würde ich niesen, wäre die Barrierewirkung gleich Null! Der ganze Rotz fliegt nämlich unter dem Tuch hinweg geradlinig hinfort.

Für eine Grundrechtseinschränkung müssen alle Bedingungen gelten. Wenn auch nur 1 nicht erfüllt ist, ist die Einschränkung verfassungswidrig. Die Verfassung ist eine Ansammlung von Regeln, die (wie ich schon mehrmals klargemacht habe) vor Willkür schützen. Es ist also überhaupt kein Taschenspielertrick, wenn man hier "Schlupflöcher" sucht. Es sind keine Löcher, sondern Mauern. Mauern, die die Rechtsstaatlichkeit aufrecht erhalten gegen den Staat, der Schlupflöcher durch die Wand sucht.

Alltagsmasken/Tücher/Tischdecken/Dönerpapier-Fetzen sind deshalb überhaupt nicht geeignet. Es müsste eine "richtige" Maskenpflicht geben. Aber dann wären die Träger selbst komplett geschützt und es bräuchte wiederum keine Pflicht :!:
Holger Pfahls hat geschrieben:
Freitag 21. August 2020, 22:21
Andererseits könnte man, wie Prof. Streeck vorgeschlagen hat, durchaus mehr Infektionen zulassen, da die Intensivstationen noch viele freie Kapazitäten haben.
Sehr richtig. Das war anfangs so ziemlich das einzige Argument für den Lockdown. Nicht, dass Menschen sterben (tun sie bei der Grippewelle ja auch), sondern dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden. "Flatten the curve" war das Motto. Jeder, der das sagte, hat sich mit den Toten abgefunden, sie sollten nur über längere Zeit verteilt auftreten. Selbst bei mehreren 10.000 Neuinfektionen würde unser Gesundheitssystem nicht zusammenbrechen.
"Nach wie vor gilt: das Tragen von Schutzmasken im Alltag ist sinnlos." - lemmi (21.03.20)

Benutzeravatar
mgritsch
Illumina-Admin
Beiträge: 1595
Registriert: Montag 8. Mai 2017, 10:26
Wohnort: Wien

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von mgritsch »

Holger Pfahls hat geschrieben:
Freitag 21. August 2020, 22:21
Meinst du mit "Kontext" den Mainstream? Konformismus ist eines Wissenschaftlers unwürdig.
Unter "Konformismus" würde ich das unreflektierte Übernehmen einer Mehrheits-Meinung verstehen, ohne sich wirklich Gedanken gemacht zu haben oder etwas geprüft zu haben. Ich weiß nicht genau an wen das Stichwort adressiert ist, aber falls an mich - was bringt dich zur Annahme dass ich mir dazu keine eigenen Gedanken gemacht hätte? Darüber hinaus sind die allermeisten hier (ich jedenfalls) nicht in der einschlägigen Forschung tätig und entwickeln dort eigenständig Erkenntnisse sondern sind darauf angewiesen lediglich eine Meinung zu haben die man sich aus dem Lesen, Hören und Sprechen mit anderen Quellen bildet. "ist eines Wissenschaftlers unwürdig" unterschreibe ich, wenngleich ich aus den genannten Gründen für mich in dem Zusammenhang keinen wissenschaftlichen Anspruch stelle.

"Mainstream" hat so eine abfällige Konnotation wie "Massenware". Aber warum? Ob eine Meinung oder Erkenntnis gut oder "richtig" ist, ist ja in erster Linie unabhängig von der Anzahl der Personen die Ihr anhängen, da gibt es genau gar keinen Zusammenhang. Ich sehe es eher als ein zeitgeistiges Phänomen des Individualismus (das oft begleitend zu Verschwörungstheorien und ähnlichem auftritt), dass das Vertreten "unkonventioneller" Standpunkte irgendwie implizit als "höherwertig" oder elitärer gesehen wird als sich einer durchaus vernünftigen Mehrheitsmeinung anzuschließen. Wo ist dann die Grenze zum "justament dagegen, schon alleine weil es alle sagen"? Non-Konformismus als der neue, eigentliche Konformismus im Sinne des nur wer dagegen ist, ist hip? Ist es falsch, etwas richtiges zu behaupten nur weil es alle behaupten?

"Kontext": vieles hat sich geändert, die Welt hat sich weitergedreht.
Damals im März waren wir baff überrascht von der Pandemie. Eben noch ein Chinesisches Exoten-Problem in den Abendnachrichten, jetzt schon vor der Haustür. Wir hatten viel zu wenig Verständnis über Infektionswege (wie virulent ist eine infizierte Person zu welchem Zeitpunkt? Ist Schmierinfektion ein Thema?), über die Verläufe und Folgen (doch nur eine Grippe?), die Infektionszahlen stiegen zwar sehr rasch aber das waren eher lokale Herde (Stichwort "Ischgl" etc) und nicht eine breite, flächendeckende Durchseuchung. Auch was Masken betrifft - lange Zeit waren Masken etwas was medizinisches Personal selbstverständlich einsetzt und was einfach funktioniert. Kein Arzt hat nach "Studien" gerufen ob er im OP wirklich eine Maske braucht. FFP2 odgl war ein Fachbegriff den wohl höchstens staubexponierte Arbeiter und Leute in anderen Extrem-Einsatzsituationen interessierte oder auch nur kannten. Natürlich gab es keine "Studien" ob Masken in einer Pandemiesituation als Breitenmaßnahme wirksam sind. Zum Glück hatten wir auch schon sehr lange keine Pandemie mehr. Heute weiß man über all diese Fragen ein Stück mehr (nicht alles) und die überwiegende Expertenmeinung (Mainstream? :lol: ) auf Basis der aktuellen Evidenzlage ist jetzt, dass es sinnvoll ist. Der schließe ich mich an und meine mir nicht vorwerfen zu müssen dass das unreflektiert sei.

Zu jedem Zeitpunkt muss man wohl aus der Evidenzlage die vernünftigsten Schlüsse ziehen. Und wenn sich das ändert auch die Schlüsse / Meinung ändern, das ist vernünftig. Nicht vernünftig ist, etwas ungeachtet geänderter Umstände weiter zu behaupten nur weil man es einmal gesagt hat. Wird nun so ein Zitat nach geänderten Umständen herausgekramt und provokant in einer Signatur zur Schau gestellt, dann fragt man sich was damit bezweckt werden soll:
a) es kommt der falsche Eindruck auf dass der Verfasser die Meinung immer noch vertritt und damit eine aus heutiger Sicht "falsche" Position untermauert
b) es kann der Verfasser "vorgeführt" werden, a la: "schau mal wie dumm du warst das damals zu glauben"
Falls es eine dritte, andere Motivation gibt so eine Aktion zu setzen bin ich gespannt sie zu erfahren... keine der beiden Interpretationen die mir dazu eingefallen sind, entspricht der hier erwünschten Diskussionskultur.
In Deutschland sind Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit durch das Grundgesetz garantiert. Wir leben nicht mehr im Mittelalter, und es gibt keine herrschende Autorität mit unfehlbarer Meinungshoheit, welche Ketzer auf dem (medialen) Scheiterhaufen verbrennt und ihre Existenz zerstört. Man muss tolerieren, dass es zu diesem Thema unterschiedliche Auffassungen gibt.
Selbstverständlich haben wir Meinungsfreiheit. Aber in genau dem Rahmen sind auch alle Kontra-Positionen berechtigt. Meinungsfreiheit bedeutet nur, dass ich sie ungestraft äußern darf, nicht dass sie unwidersprochen stehen bleiben muss und schon gar nicht dass man sich anschließen müsse. Das mit "Existenz zerstört" musst du mir bitte erläutern, inwiefern wäre die Diskussion in einem winzigen unbedeutenden Forum für irgend jemanden existenzbedrohend?
Ob Deutschland oder Schweden den besseren Weg eingeschlagen haben, ist m.M.n. noch nicht ausgemacht.
durchaus. Da ändert sich die Einschätzung auch öfter mal. Wie immer im Leben ist man erst im Nachhinein schlauer und kann etwas umfassend abwägen und beurteilen. Wie sagt man so schön: "der Pathologe weiß alles, aber leider zu spät..."

Aber genau da beginnt das Dilemma und der Unterschied zwischen Wissenschaft und Politik bzw Wirtschaft: Während die Wissenschaft als Ziel hat, allgemeingültige und absolute Wahrheiten zu identifizieren (was idR sehr lange dauert oder gar unmöglich ist) müssen Politik bzw Wirtschaft rasch handeln. So lange abzuwägen bis alles geklärt ist, ist oft nicht drin. Wenn wir erst alle Experimente und Studien abwarten müssen bis jede Maßnahme belegt und bewiesen ist, ist der Zug schon lange abgefahren, ist die Entscheidung uns aus der Hand genommen.

Deswegen meine ich, dass man diese beiden Welten strikt trennen sollte, der Versuch im wissenschaftlichen Denken begründete Forderungen an die Politik zu stellen ist zum Scheitern verurteilt. In dem Sinne wäre es auch zielführender sich hier zu entscheiden welche Art von Diskussion man führen möchte. Mein Verständnis (siehe ganz am Anfang des Threads..) war dass es hier um die wissenschaftliche Betrachtungsweise gehen solle und das passt auch zu einem Chemie-Forum, für alles andere gibt es unzählige andere Plattformen, auf der Straße wie auch im Internet.

Benutzeravatar
Pok
Illumina-Mitglied
Beiträge: 1789
Registriert: Montag 19. August 2013, 01:03
Kontaktdaten:

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Stay at home! - der unsinnigste Satz aller Zeiten.

Blöd nur, dass das RKI sich um die Beantwortung der Frage drückt, ob ÖPNV und Lebensmittelladen überhaupt eine Rolle spielen. Da gilt schließlich die Maskenpflicht.

Zu Hause, Arbeitsplatz, Altenheim, Flüchtlingsheim. Da finden die Infektionen statt.
Picknick, Zoo, im Freien...Bahn? Laden? Demo? Da finden die Infektionen nicht statt.

Einfache Erklärung: die Kontaktzeit ist bei allen fett gedruckten lang (Stunden oder Tage), bei den anderen Fällen kurz (Sekunden oder Minuten). Das sagt das RKI nicht, ist m.E. aber die beste Erklärung.
"Nach wie vor gilt: das Tragen von Schutzmasken im Alltag ist sinnlos." - lemmi (21.03.20)

Benutzeravatar
dihydrogenmonooxid
Illumina-Mitglied
Beiträge: 333
Registriert: Freitag 7. Mai 2010, 21:00
Wohnort: Leipzig
Kontaktdaten:

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von dihydrogenmonooxid »

Das bezweifle ich aber. Mir scheint eher, er hat seine Meinung geändert. Den Satz würde er heute wohl nicht mehr so sagen. Deshalb bestand er ja auf der Angabe des Datums. :)
Die entscheidende Frage ist, wie viele aktive Infektionen es gibt. Hast du diesen Kontext berüchsichtigt? Geschrieben hast du es nicht. Allerdings sind sie nicht höher als an jenem Tag, wo Lemmi dies geschrieben hat. Somit müsste jetzt ein situationsbedingtes Argument von Lemmi kommen, wieso es heute eher gerechtfertigt ist als früher. Ansonsten hat sich seine Meinung geändert.
...the question is not, Can they reason? nor, Can they talk? but, Can they suffer? (Jeremy Bentham)


Chemiker haben für alles eine Lösung

Benutzeravatar
Phil
Illumina-Mitglied
Beiträge: 435
Registriert: Donnerstag 19. Februar 2015, 16:27

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Phil »

Nach meinen Infos hat Pok recht, wenn ich in einem Biolabor bin die mit Viren arbeiten genügen Masken nicht.
Interessant waren aussagen von Politikern wie Z.B: Die Welt wird nicht mehr so sein wie vor dem Virus.
Warum stieg die Jährliche Todesrate nicht höher an als normal?
Warum muss unbedingt geimpft werden, auch gegen meinen willen?
Warum nimmt das Geld von uns Arbeitern nun ab aber bei den Reichen nimmt es zu?
Warum gibt es Jeden Tag Infos zu Neu Ansteckungen? Das ist eine richtige Gehirnwäsche!

EDTA
Illumina-Mitglied
Beiträge: 61
Registriert: Donnerstag 13. August 2015, 13:39
Wohnort: Salzburg

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von EDTA »

Phil hat geschrieben:
Samstag 22. August 2020, 14:51
Nach meinen Infos hat Pok recht, wenn ich in einem Biolabor bin die mit Viren arbeiten genügen Masken nicht.
Hängt von der Biologischen Schutzstufe ab. Mit nicht-humanpathogenen Erregern (z.B. Canine Adenovirus 1) gelten andere Vorschriften als im Umgang mit Ebola Viren. Diese "Raumanzüge" sind mir - bitte mich zu korrigieren wenn ich falsch liege - nur aus Schutzstufe 3 & 4 bekannt. Wobei die Arbeiten mit diesem Zeug unter sterilen Bedingungen durchgeführt werden müssen. Eine Sterilbank ist ja nicht viel mehr als ein umgekehrter Abzug + HEPA Filter. Vielleicht ist hier die Gefahr größer, dass einem die Erreger "ins Gesicht geblasen werden" und daher größere Anforderungen an die PSA gestellt sind.
Phil hat geschrieben:
Samstag 22. August 2020, 14:51
Warum stieg die Jährliche Todesrate nicht höher an als normal?
Die Sterberate in stark betroffenen Ländern lag zwischen März und Mai weit über dem Jahresdurchschnitt:
https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cber ... l_2020.png
Pok hat geschrieben:
Samstag 22. August 2020, 14:51
Die Maskenpflicht ist nicht nötig, wenn es Masken gibt, die den Tragenden vor einer Ansteckung schützen. Und es gibt diese Masken. Das ist ein unschlagbares Argument. Nicht konterfähig.
Nicht alle Menschen, die der Risikogruppe angehören, können aus medizinischen Gründe eine derartige Maske tragen. Der Atemwiderstand bei einer FFP2/FFP3 Maske ist beträchtlich. Was ist mit Leuten die chronisch auf Sauerstoff angewiesen sind? Der Sauerstoffschlauch verhindert das dichte Anliegen der Maske komplett. Es ist bequem zu sagen, dass einfach die Leute, die der Risikogruppe angehören eine Maske tragen sollen und das priori ein unschlagbares Argument ist, ohne sich Gedanken gemacht zu haben, ob das überhaupt für alle (oder ausreichend viele) Personen durchführbar sein kann.
Pok hat geschrieben:
Samstag 22. August 2020, 14:51
Zu Hause, Arbeitsplatz, Altenheim, Flüchtlingsheim. Da finden die Infektionen statt.
Picknick, Zoo, im Freien...Bahn? Laden? Demo? Da finden die Infektionen nicht statt.

Einfache Erklärung: die Kontaktzeit ist bei allen fett gedruckten lang (Stunden oder Tage), bei den anderen Fällen kurz (Sekunden oder Minuten). Das sagt das RKI nicht, ist m.E. aber die beste Erklärung.
Ich möchte einen alternativen Erklärungsversuch wagen:
Ich weiß, mit wem ich zu Hause wohne, mit wem ich Arbeite, wen ich im Alten-& Flüchtlingsheim betreue.
Ich weiß nicht, mit wem ich im Laden bin, im Bus sitze, im Zoo treffe, etc.

Für mich ist es logisch, dass eine Infektionskette bei letzteren nicht wirklich rekonstruiert werden kann. Wie soll ich denn auch wissen, dass ich mich bei dem Unbekannten vor mir an der Kasse angesteckt habe. Daher können auch gar keine Infektionen an den Orten dokumentiert werden. Die Infektion wird erst bemerkt, wenn in meinem Umfeld Erkrankungsfälle auftreten - was man dann gemeinhin als Cluster bezeichnet.

Xyrofl
Illumina-Mitglied
Beiträge: 934
Registriert: Samstag 25. September 2010, 00:49

Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Xyrofl »

Nach meinen Infos hat Pok recht, wenn ich in einem Biolabor bin die mit Viren arbeiten genügen Masken nicht.
pok hat geschrieben:Die Maskenpflicht ist nicht nötig, wenn es Masken gibt, die den Tragenden vor einer Ansteckung schützen. Und es gibt diese Masken. Das ist ein unschlagbares Argument. Nicht konterfähig.
pok hat geschrieben:Wenn nur die "Vulnerablen" total sichere FFP-Masken tragen (freiwillig), dann wäre dieser Eingriff milder, denn weniger Menschen wären betroffen.
Fehlt da ein "nicht" oder was ist jetzt der Sinn dieses Arguments? Also entweder sind die FPP2-Masken "total" sicher oder man braucht viel stärkere Schutzausrüstung wenn man sicher mit Viren umgehen will. Oder dritte Möglichkeit, Arbeit in einem Virenlabor hat einfach nichts mit Schutzausrüstung für den Alltag zu tun. Aber in jedem Fall kann ich das Argument gar nicht verstehen, außer vielleicht mit "Masken" sind nur Behelfsmasken und nicht FFP2-Masken gemeint. Die anderen Teile des Beitrags verstehe ich auch nicht, bis auf einen.
Warum nimmt das Geld von uns Arbeitern nun ab aber bei den Reichen nimmt es zu?
Ich bin mir nicht einmal ganz sicher ob man das schon statistisch abgesichert so sagen kann, weil direkt während des Crashs auch viele Vermögende sehr viel verloren haben (zumindest auf dem Papier), aber letzten Endes ist das schon eine sinnvolle Frage. Es ist immer wichtig sich zu fragen, wer am Ende die größte Last trägt und ob das eine faire Verteilung ist oder ob man einfach nur alles auf diejenigen abwälzt, die sich am wenigsten wehren können.

Ich habe ja so ein bisschen den Eindruck, diese üble Maskendebatte und die Frage, ob das Virus wirklich schlimmer als eine Grippe sei, wirken als optimale Nebelkerzen in deren Schatten man die im Raum stehenden Elefanten zu unverrückbaren Möbeln umdekorieren kann. Und wenn diese Zankapfel dann nicht mehr spannend sind und der Rauch sich lichtet, gibt es Staatshilfen die sehr ungerecht sind, aber irgendwie war keiner aufmerksam genug um dagegen etwas zu unternehmen, weil ja andere Dinge viel wichtiger waren...

Antworten