zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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Xyrofl
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Xyrofl »

Zur Maskenpflicht nur noch eine kleine Sache als Überleitung, bevor ich zu einem ganz anderen Blickwinkel komme, der mich in letzter Zeit wesentlich mehr interessiert - Vor 100 Jahren hatten sie auch eine Maskenpflicht, bei der spanischen Grippe. Das Bild wirkt auf einmal seltsam vertraut. Das einzige was wirklich als aus der Zeit gefallen auffällt sind eigentlich die Kleidung und die fehlende Farbe. Hüte und zu große Mäntel trägt einfach keiner mehr.
wear-a-mask-or-go-to-jail-2b5rn5x.jpg
Warum wir praktisch keine Hüte mehr tragen, kann ich mir nicht so ganz erklären, aber die Mäntel und die Monochromie führen mich direkt auf den alternativen Blickwinkel, den ich euch vorstellen möchte: Technologie. Offensichtlich sind selbst Farbfilme heutzutage veraltet und aufgrund des allgegenwärtigen Überflusses unserer modernen Warenwelt würde niemand sich lumpen lassen Kleidung zu tragen, die zwei Nummern zu groß ist, außer er mag Hip-Hop.
Das bringt mich zu folgender, spannenden Frage: Was ist heute anders als damals, betrachtet aus dem Blickwinkel des technologischen Levels. Ich habe mir ein paar Technologien herausgesucht, die mir aufgefallen sind und die ich anreißen möchte, aber vermutlich kann man darüber Bücher schreiben bis man es umfassend erörtert hat.

1. Gentechnik. Der absolut auffälligste und gravierendste Unterschied dürfte sein, dass unsere Diagnostik heute praktisch instantan durch Nachweis des Erregers und nicht anhand der Symptome erfolgen konnte. Es gab nicht einmal eine größere Übergangsphase wo man die Symptome gut und den Erreger schlecht nachweisen konnte. Diese Möglichkeit verdanken wir der RT-PCR-Technik, die offensichtlich extrem schnell ist, denn der Test war überraschend schnell entwickelt, validiert und zur Einsatzreife gebracht worden. Überraschend langsam dagegen fand ich die Massenproduktion der Testkits und die anschließende Lernkurve. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei den Impfstoffen. Experimentelle Impfstoffe waren überraschend schnell fertig, aber die anschließende, klassische Phase der klinischen Tests macht diesen Vorteil nahezu komplett zunichte, da scheint sich nicht viel gebessert zu haben und leider fehlt mir auch die Phantasie mir ernsthaft vorzustellen wie sich so etwas technologisch beschleunigen lässt.
2. Medikamente. Wir kennen heutzutage virustatische Medikamente, die vor 100 Jahren reichlich unbekannt waren. Die Wirkung dieser Stoffe erscheint mir aber hochgradig ernüchternd. Von einem Gamechanger kann nicht die Rede sein, sie sind eher so Beiwerk, das immer mal wieder in einer Randnotiz erwähnt wird, aber die größeren Erfolge scheinen mit symptomatischer Therapie (Beatmung, Cortisolderivate, usw.) erzielt zu werden.
3. Big Data. Sollte man nicht erwarten, dass die moderne Informationstechnologie unsere Forschung extrem beschleunigt? Sicher hat Digitalisierung im Hintergrund viel geholfen, denn kein Forscher würde die alltäglichen Datenmassen mit Zettel und Papier abarbeiten. Der einzige wirklich große Knaller in dieser Hinsicht war bisher aber wohl Surgisphere und diese Sache war reichlich peinlich. Die echte Forschung wird wohl auch 2020 noch mit klassischen, kontrollierten Studien und nicht durch fancy fuzzy Analysen in Mega-Datensätzen geleistet. Tracking dagegen scheint eine hilfreiche Methode zur Eindämmung zu sein, aber besonders rühmlich finde ich das nicht.
4. Medien. Ihre Rolle ist absolut durchwachsen, es ist eine Menge gute Aufklärungsarbeit geleistet worden, interessanterweise hauptsächlich von staatlicher Stelle und dem viel gescholtenen Rundfunk. Insgesamt bewerte ich die Leistung der Medien aber als negativ, auch die der staatlichen Sendeanstalten und der klassischen Verlagshäuser. Zu viel Ausrichtung an Impact, zu wenig Besinnung auf den Bildungsauftrag. Die Wirkung der sozialen Netzwerke ist noch schlimmer, ich empfinde sie als verzerrende Echokammern, die aus verständlicher Empörung und Kritik eine schäumende Hysterie gemacht haben.
5. JIT-Produktion. Heutzutage sind die Wertschöpfungsketten wesentlich länger, über mehr Firmen und sogar Kontinente verteilt und es gibt weniger große Lager, die kurzzeitige Produktionsunterbrechungen abfedern könnten. Diese Art der Produktion ist sehr effizient solange sie ungestört bleibt. Die Sorge um einen Zusammenbruch unserer verzahnten, ungepufferten Produktionsweise führte wohl zu dem dramatischen Crash im März. Die Erholung war aber bemerkenswert schnell.

Das Gesamtbild was sich ergibt, finde ich eher düster. Es scheint nicht als könnte man heute so viel mehr machen als damals. Vielleicht können wir einen Impfstoff und Therapien, die Schwere und Dauer der Erkrankung dramatisch reduzieren noch entwickeln, bevor eine Durchseuchung stattgefunden hat. Das wäre eine Verbesserung gegenüber 1918, aber alles in allem sieht es aus als wären wir noch immer machtlos gegen pandemische Viren. Interessant wäre auch noch ein Vergleich mit HIV, das sich auch als emergenter Virus ausbreiten konnte ohne dass wir irgendetwas dagegen tun konnten.

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Pok
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Xyrofl hat geschrieben:
Sonntag 30. August 2020, 14:35
Die Wirkung der sozialen Netzwerke ist noch schlimmer, ich empfinde sie als verzerrende Echokammern, die aus verständlicher Empörung und Kritik eine schäumende Hysterie gemacht haben.
Kritik woran? Hysterie von wem?
Xyrofl hat geschrieben:
Sonntag 30. August 2020, 14:35
5. JIT-Produktion.
6. Mobilität

Der weltweite Flugverkehr hat die Ausbreitung extrem beschleunigt. Fliegen ist Luxus. Die allermeisten Flüge gehen auf einen sehr kleinen Prozentsatz der Menschen zurück. Das Fliegen ist global der Hauptverbreitungsweg. Deshalb traten die Fälle auch zuerst in den reichen Ländern auf und erst später in afrikanischen Staaten zum Beispiel. Da hatte und hat man ganz andere Probleme. Nämlich mit Krankheiten und Epidemien, die wirklich viele Menschen töten und alles andere als symptomlos sind, z.B. die ca. 500.000 meist sehr, sehr jungen (!) Malaria-Toten jährlich.

Corona ist eine Krankheit der Privilegierten und Alten. Die Nachteile der Maßnahmen aber treffen Menschen weltweit. Mal wieder am stärksten die "Unterprivilegierten" und Jungen. Es geht um unvorstellbare Zahlen: eine halbe Milliarde Kinder und 100 Millionen mehr Hungernde (zum großen Teil ebenfalls Kinder) mit z.T. gravierenden, stark lebensverkürzenden Langzeitschäden.

Wenn wir in Lebensjahren rechnen, dann bewirkt eine durch Corona verschleppte Vorsorge z.B. von Malaria in nur einem einzigen afrikanischen Land mehr Schaden als Corona weltweit.

Wir sollten unseren Blick weiten. Die Diskussion um Corona ist unfassbar egozentrisch.
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Glaskocher
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Glaskocher »

Blockade zellulärer Kommunikation stoppt SARS-CoV-2
Forschern der Goethe-Universität in Frankfurt könnte ein wichtiger Schritt im Kampf gegen SARS-CoV-2 gelungen sein: Mithilfe von Krebsmedikamenten konnten sie die Kommunikationswege innerhalb von befallenen Zellen unterbrechen und so eine Vermehrung des Virus fast vollständig stoppen. Damit könnten neue Therapien möglich werden.
(Abstrakt von web.de)

Neue US-Studie bestätigt Unwirksamkeit von Gesichtsschilden

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eule
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von eule »

Tja, so sehr ich es in Ordnung finde, wenn Leute gegen die Masken demonstrieren, so sehr befremdet es mich, diese Leute zusammen mit (Neo-)Nazis/Rechtsradikalen demonstrieren zu sehen. Und niemand kann mir glaubhaft versichern, die entsprechenden Fahnen seien nicht erkannt worden. Sorry, jetzt habe ich mich doch zu politischer Äußerung hinreißen lassen. Eine Demo unabhängig von diesen Leuten wäre doch ganz sicher kein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

:evil: :dita: :out: :conf:

Die berichteten Neuigkeiten zum Virus und der zugehörigen Erkrankung hingegen finde ich grandios.
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Pok
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

eule hat geschrieben:
Dienstag 8. September 2020, 04:23
Eine Demo unabhängig von diesen Leuten wäre doch ganz sicher kein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
Macht das einen Unterschied? Sie werden als Covidioten, Verschwörungsheinis, Aluhutträger und Covidnazis bezeichnet. Da machen echte Nazis für viele keinen großen Unterschied mehr. Hast du mal gefragt, warum sie mit Nazis laufen? Wenn ich sowas anspreche, sagt man mir, die Mehrheit waren ja gar keine Nazis.

Um auf deine Frage zurückzukommen: doch, es ist unmöglich. Du musst auf einer Demo jede*n dulden. Manche klagen sich sogar auf Demos ein, wie z.B. die MLPD bei einigen FFF-Demos.
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Xyrofl
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Xyrofl »

Und niemand kann mir glaubhaft versichern, die entsprechenden Fahnen seien nicht erkannt worden.
Falls du die meinst, die zu sehen waren, als sich Leute auf die Stufen des Reichtstagsgebäudes gesetzt haben, dann ist das kein Zufall. Das waren Reichsbürger, die es schon lange vor der Pandemie gab. Der Veranstalter Rüdiger Hoffmann (auch bekannt als wahnsinniger Entenmann) von Staatenlos.info (auch bekannt als Staatendoof.blubb) ist ja nicht wegen der Maskenpflicht durchgedreht. Er hat vor über 20 Jahren schon ein Asylantenheim angezündet und ist seit dem neben der Spur - also eigentlich war er es auch schon vorher, denn warum zündet man sonst Flüchtlingsheime an, aber da war er wohl noch stringent radikal und heute ist er nur noch psycho. Er ist Frührentner und liebt Fahnen.

Hier sieht man ihn während der Covid-Demo vor dem Reichstagsgebäude :

Hier sieht man ihn wie einen Klabautermann auf dem Wittenburger Marktplatz mit Fahnen tanzen:


Hier steht er mit einer Armada von Gummie-Enten und einem Piratenhut vor dem Reichstag:


Auch sehr aufschlussreich:

Eine Demo unabhängig von diesen Leuten wäre doch ganz sicher kein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
Technisch gesehen hatten die Reichsbürger soweit ich das verstanden habe ihre eigene Demo.

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mgritsch
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von mgritsch »

Bitte umgehend die politische Diskussion beenden. Das ist hier off topic und nicht erwünscht!

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Pok
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Wir könnten uns die ganze Diskussion übrigens ersparen, wenn endlich der Impfstoff da wäre. Ist das nicht die wichtigste Frage von allen?!

Angeblich sollen im optimalen Fall 100 Mio. Impfdosen bis Jahresende produziert werden können.

Ich stelle die Hypothese auf, dass die Corona-Maßnahmen, wie z.B. Maskenpflicht, damit überhaupt nicht beendet wären. Wann also haben wir das Thema hinter uns? Einige haben es sich um Lebensinhalt gemacht und möchten, dass es nie mehr aufhört. Damit meine ich z.B. gewisse Maskenbefürworter. Die Bundesregierung würde ebenfalls massiv davon profitieren (super Umfragewerte in Krisen). Und es gibt absolut 0 Diskussion darüber, unter welchen Umständen die Maßnahmen beendet werden. Eigentlich ein totales No-Go, denn Grundrechtseinschnitte müssen immer befristet sein. Die Frist zu verlängern, darf niemals zum Automatismus werden! Das ist de facto aber längst der Fall. Kein Mensch kennt doch die Fristen. Wir alle haben das Gefühl, dass eine offizielle "Absage" kommen muss, bis wir unsere Masken wieder ablegen können. So funktioniert unser Grundgesetz aber eigentlich überhaupt nicht. Denn man muss begründen, warum man Grundrechtseinschnitte aufrechterhält. Eine routinemäßige Verlängerung darf es nicht geben. Es gibt sie aber.

Wann also ist die Sache erledigt? Ich habe dazu bisher 3 Antworten in Diskussionen gehört von Maßnahmenbefürwortern:

a) wenn ein Impfstoff da ist
b) wenn es 0 Fälle gibt
c) niemals

Die Maßnahmen werden alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten wieder aufgehoben werden, also bleiben wir mal bei der Maskenpflicht. Folgende Ereignisse kommen m.E. in Betracht:

1. Die Fallzahlen sinken unter einen bestimmten Wert.
2. Ein Impfstoff wurde zugelassen.
3. 100 Mio. Impfdosen wurden hergestellt.
4. Die wichtigsten Gruppen (Medizinpersonal, Erzieherinnen, usw.) werden innerhalb weniger Monate geimpft.
5. Alle anderen bekommen nach und nach eine Impfung innerhalb weiterer Monate.

1. ist mittelfristig sehr unwahrscheinlich, weil die Fallzahlen weltweit zunehmen und durch Verkehr eingeschleppt werden.
2. wäre optimalerweise laut Artikel im Oktober der Fall. Zulassung hätte aber noch 0 Auswirkung auf die Krankheitsfälle.
3. reicht auch nicht, da noch 0 Auswirkung auf die Krankheitsfälle.
4. Die meisten gehören nicht zu diesen Gruppen und werden vermutlich weiter zum Maskentragen gezwungen.
5. Es gibt aber viele Leute, die (wie bei Grippe auch) gar nicht geimpft werden können. Viele werden sich nicht impfen lassen wollen. Die können weiterhin eine Infektion an andere (z.B. nicht Impffähige) weitertragen.

Und dann werden übrigens noch alle davon überrascht sein, dass die Impfung vielleicht nur 10 oder 30 % der Menschen wirklich schützt. Dann wäre alles umsonst und es gäbe niemals einen Impfstoff, der alle (besonders die Überängstlichen) zufriedenstellt. Dann wird von einigen verlangt, man müsse die Maskenpflicht z.B. ewig aufrechterhalten und wir werden einen Alltag erleben, wie er in einigen asiatischen Ländern aussieht. Im ÖPNV gilt dann die Maskenpflicht für immer.
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eule
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von eule »

Ich vermute, daß die seuchenbezogenen Verhaltensvorgaben wohl frühestens fallengelassen werden, wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit einem als wirksam geprüften Mitel geimpft sind. Immerhin haben sich diese Coronaregeln als recht wirksam erwiesen, weshalb die Politik sie wohl möglichst lange aufrechthalten wollen.

Ob der dafür zu erwartende Impfstoff tatsächlich derart viele Ausnahmen bei der Applikation erfordert, wie du es beschreibst ist noch nicht raus.

Wenn ich mir überlege, was wohl passiert wäre, wenn sich bei der im Thread bereits erwähnten Spanischen Grippe oder vllt. gar der Kampagne zur Bekämpfung der Pocken ähnliche Widerstände in der Weltbevölkerung breitgemacht hätten, wie sie bei den in Deutschland doch recht geringen seuchenbedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens (blickt doch einfach mal in unsere europäischen nächsten und übernächsten Gegenden wie Frankreich, Spanien usw., wo teils echte Ausgangssperren in Gebrauch waren und teilweise auch noch sind) in Erscheinung treten, dann kommt mir das ganze gezeter hierzulande geradezu albern vor.
Eine Maske vorm Gesicht und etwas Abstand halten, Besuche bei besonders Gefährdeten Leuten möglichst reduzieren. Kaum größere Strafen als ein paar Ermahnungen, nahezu niemals irgendwelche Bußgelder oder Schlimmeres bei Zuwiderhandlung, das ist nun wirklich kein derart gravierender Eingriff in persönliche Rechte und Freiheiten.

ist so nur meine Meinung, wer sich davon auf den Schlips getreten fühlt -> sorry ey, wir sind eben unterschiedlicher Ansicht, Peace Bruder/Schwester!
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

eule hat geschrieben:
Dienstag 8. September 2020, 19:48
wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit einem als wirksam geprüften Mitel geimpft sind.
Definiere "wirksam". Dass manche Grippe-Impfstoffe eine Wirksamkeit von nur 1 % haben, hast du gelesen?
Immerhin haben sich diese Coronaregeln als recht wirksam erwiesen
Dafür gibt es keinen ordentlichen Beweis. Schweden kam auch ziemlich gut weg. Sieh dir die aktuellen Todeszahlen an. Wenn man irgendwas hineininterpretieren will, dann das der Lockdown effektiv war. Den wird's aber nicht mehr geben.
Wenn ich mir überlege, was wohl passiert wäre, wenn sich bei der im Thread bereits erwähnten Spanischen Grippe oder vllt. gar der Kampagne zur Bekämpfung der Pocken ähnliche Widerstände in der Weltbevölkerung breitgemacht hätten
Du weißt doch gar nicht, welche Widerstände es da gab. Bei den Pocken ging es immerhin nur um einen Piekser. Weißt du denn, welche Strafen drohten, wenn man sich nicht impfen ließ?
bei den in Deutschland doch recht geringen seuchenbedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens (blickt doch einfach mal in unsere europäischen nächsten und übernächsten Gegenden wie Frankreich, Spanien usw.,
...Schweden. Ja.
wo teils echte Ausgangssperren in Gebrauch waren

Waren sie in Deutschland auch. In jedem einzelnen Bundesland. Echte Ausgangssperren waren das und nichts anderes.
dann kommt mir das ganze gezeter hierzulande geradezu albern vor.
Tja. Diese Meinung darfst du haben. Andere empfinden das Verhalten derer als "Gezeter", die beim Anblick eines Menschen ohne Maske bereits hyperventilieren.
Eine Maske vorm Gesicht und etwas Abstand halten,
Es kommt einfach nicht an. Die Maske ist nicht das Problem, sondern die autoritäre, fast totalitäre Fokussierung darauf und die Strafen. Uns unterscheidet von liberalen Ländern nicht (!) die Maske, sondern die Strafen bei Nichttragen.
nahezu niemals irgendwelche Bußgelder oder Schlimmeres bei Zuwiderhandlung,
In welchem Bundesland lebst du? In keinem Bundesland belässt man es bei "Ermahnungen". Es erfolgt bei Zuwiderhandlung ausnahmslos eine Strafe!
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Xyrofl »

Es gibt eine ganz einfache Antwort darauf, wann die Zwangsmaßnahmen beendet werden können. Sobald wir es als Gesellschaft schaffen ohne Zwänge eine ausreichende Eindämmung zu erzielen, sind Zwänge überflüssig und müssen aufgegeben werden, sie würden dann nichts nützen, aber die Kosten für die Gesellschaft wären hoch, denn freie Gesellschaften streben danach, Zwänge zu minimieren (mit diversen Randbedingungen, da freie Gesellschaften nicht extremistisch sind, also nichts absurd auf die Spitze treiben). Zwänge sägen am Fundament unserer Gesellschaft und sollten möglichst bald wieder abgeschafft werden. Man kann das aber nicht an harte Konditionen knüpfen. Bei der Bankenkrise oder der Eurokrise war auch nie klar, wann die letzte Rettungsmaßnahme ergriffen wird. Viele haben diese staatlichen Maßnahmen verachtet, da der Markt dadurch verzerrt wird, aber offensichtlich war die Alternative nicht populärer. Man muss schauen was reicht. Die Alternative wäre Crash & Pray. Ich will das nicht und ich kenne auch niemanden, der das ernsthaft wagen würde und den ich ernst nehmen kann.

Die Frage wann wir wieder leben können wie früher, ist eine andere. Die Antwort darauf wird wohl "nie" sein, denn Krisen formen Gesellschaften, sie gehen nie ohne Spuren vorüber. Je mehr Spuren sie hinterlassen, desto besser, denn Krisen weisen meistens auf schon vorher bestehende Verwerfungen hin. Wenn wir in Zukunft weniger fliegen, keine Erntehelfer und Zeitarbeiter mehr quälen, und weniger drängeln, dann ist das kein Verlust.
Wenn ich mir überlege, was wohl passiert wäre, wenn sich bei der im Thread bereits erwähnten Spanischen Grippe oder vllt. gar der Kampagne zur Bekämpfung der Pocken ähnliche Widerstände in der Weltbevölkerung breitgemacht hätten
Sowas gab es: https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Mask ... _Francisco

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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Xyrofl hat geschrieben:
Dienstag 8. September 2020, 21:56
Es gibt eine ganz einfache Antwort darauf, wann die Zwangsmaßnahmen beendet werden können. Sobald wir es als Gesellschaft schaffen ohne Zwänge eine ausreichende Eindämmung zu erzielen
Als "ausreichend" galt mal eine Abkehr vom exponentiellen Kurs. Ist längst erreicht. Ein Wort hilft überhaupt nicht weiter, wenn es ständig neu definiert wird. Und woher willst du überhaupt wissen, ob die Gesellschaft das schafft? Es wird doch gar nicht versucht. Einige Zwänge werden gelockert, andere verschärft. Erst wenn alle Zwänge (moderat) gelockert werden, kann man diese Frage beantworten.
Je mehr Spuren sie hinterlassen, desto besser, [...] Wenn wir in Zukunft weniger fliegen, keine Erntehelfer und Zeitarbeiter mehr quälen, und weniger drängeln, [...]
Du bist aber optimistisch.
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Xyrofl
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Xyrofl »

Und woher willst du überhaupt wissen, ob die Gesellschaft das schafft?
Keine Ahnung, vielleicht mit einem magic 8 ball? Auf jeden Fall kann man alle klar definierten Bedingungen wie Trendwende, Fallzahl 0, Impfstoff ist da, usw. daran messen. Reicht eine der Bedingungen aus, damit wir es nach ihrer Erfüllung ohne Zwangsmaßnahmen schaffen, die Seuche einzudämmen (R<1 im zeitlichen Mittel) oder nicht?
Gehen wir es mal durch:
1. Trendwende: Bringt nichts. Sie sagt R<1 oder R ~ 1 aber nichts weiter. Sobald es wieder dauerhaft >>1 springt, ist alles Erreichte verloren.
2. Fallzahl 0: Bringt nichts, denn sobald wir einen neuen Fall importieren kann es sich von da wieder ausbreiten wie vom damaligen Patient 0 auch. Globale Fallzahl 0 könnte helfen, aber daran glaubt keiner mehr.
3. Impfstoff ist da. Könnte was bringen, aber nur wenn genug geimpft wurden und er gut genug ist.

Also sehen wir, die Bedingungen lassen sich alle schön klar aufstellen, scheitern aber weil sie nicht klar aussagen wann das Problem wirklich gelöst ist.
Noch etwas fundamentaler wird es wenn man sich fragt, wozu eine Eindämmung eigentlich da sein soll (damit nicht zu viele Leute sterben oder langfristig geschädigt werden) und dann kommen noch ein paar Alternativen dazu zum Beispiel:
1. Das Virus mutiert in eine harmlose Form welche die gefährlicheren Formen verdrängt.
2. Wir können beweisen, dass es gar nicht gefährlich war.
3. Wir können die Krankheit mittlerweile gut behandeln und es drohen auch keine Langzeitschäden.
Dann wäre die Eindämmung selbst irgendwann nicht mehr notwendig.
Erst wenn alle Zwänge (moderat) gelockert werden, kann man diese Frage beantworten.
Das ist korrekt und man sollte sich langsam daran machen, das zu probieren. Aber eben nicht aus dem Grund, dass alles halb so wild ist, sondern einfach weil eine Verbotskultur nicht wünschenswert ist. Es ist schwer, so fein zu differenzieren, dass es wirklich verstanden wird, dass saisonal eher mit gesteigertem Risiko zu rechnen ist und wir trotzdem von der Verbotsseite her Lockerungen wagen wollen, auch wenn wir im Endergebnis eher festere Disziplin erreichen wollen. Schwierig.

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Re:

Beitrag von Pok »

Pok hat geschrieben:
Montag 23. März 2020, 17:44
Ich will auch keine italienischen Verhältnisse, aber die drohen uns m.E. auch überhaupt nicht. [...] Der Leichen-Konvoi war eine Farce. [...] Dass solche Bilder Angst machen, ist mir klar. Heute können Milliarden Menschen sehen, was in irgendeinem italienischen Dorf passiert.
"Jetzt im Spätsommer hat sich die Versorgungslage völlig gedreht. Beatmungsgeräte und Masken werden sogar ins Ausland verschenkt [...] "Ich hatte die Bilder aus Italien vor Augen. So etwas wollte ich in Bad Kreuznach auf jeden Fall verhindern", sagt die Landrätin." (Quelle)

"Flatten the curve" hieß es mal. Erinnert sich noch jemand, womit das begründet wurde?

Begründung damals:
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Realität in Deutschland:
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1.png (4.46 KiB) 101 mal betrachtet
"Nach wie vor gilt: das Tragen von Schutzmasken im Alltag ist sinnlos." - lemmi (21.03.20)

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