zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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Pok
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Xyrofl hat geschrieben:
Sonntag 30. August 2020, 14:35
Die Wirkung der sozialen Netzwerke ist noch schlimmer, ich empfinde sie als verzerrende Echokammern, die aus verständlicher Empörung und Kritik eine schäumende Hysterie gemacht haben.
Kritik woran? Hysterie von wem?
Xyrofl hat geschrieben:
Sonntag 30. August 2020, 14:35
5. JIT-Produktion.
6. Mobilität

Der weltweite Flugverkehr hat die Ausbreitung extrem beschleunigt. Fliegen ist Luxus. Die allermeisten Flüge gehen auf einen sehr kleinen Prozentsatz der Menschen zurück. Das Fliegen ist global der Hauptverbreitungsweg. Deshalb traten die Fälle auch zuerst in den reichen Ländern auf und erst später in afrikanischen Staaten zum Beispiel. Da hatte und hat man ganz andere Probleme. Nämlich mit Krankheiten und Epidemien, die wirklich viele Menschen töten und alles andere als symptomlos sind, z.B. die ca. 500.000 meist sehr, sehr jungen (!) Malaria-Toten jährlich.

Corona ist eine Krankheit der Privilegierten und Alten. Die Nachteile der Maßnahmen aber treffen Menschen weltweit. Mal wieder am stärksten die "Unterprivilegierten" und Jungen. Es geht um unvorstellbare Zahlen: eine halbe Milliarde Kinder und 100 Millionen mehr Hungernde (zum großen Teil ebenfalls Kinder) mit z.T. gravierenden, stark lebensverkürzenden Langzeitschäden.

Wenn wir in Lebensjahren rechnen, dann bewirkt eine durch Corona verschleppte Vorsorge z.B. von Malaria in nur einem einzigen afrikanischen Land mehr Schaden als Corona weltweit.

Wir sollten unseren Blick weiten. Die Diskussion um Corona ist unfassbar egozentrisch.

Glaskocher
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Glaskocher »

Blockade zellulärer Kommunikation stoppt SARS-CoV-2
Forschern der Goethe-Universität in Frankfurt könnte ein wichtiger Schritt im Kampf gegen SARS-CoV-2 gelungen sein: Mithilfe von Krebsmedikamenten konnten sie die Kommunikationswege innerhalb von befallenen Zellen unterbrechen und so eine Vermehrung des Virus fast vollständig stoppen. Damit könnten neue Therapien möglich werden.
(Abstrakt von web.de)

Neue US-Studie bestätigt Unwirksamkeit von Gesichtsschilden

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eule
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von eule »

Tja, so sehr ich es in Ordnung finde, wenn Leute gegen die Masken demonstrieren, so sehr befremdet es mich, diese Leute zusammen mit (Neo-)Nazis/Rechtsradikalen demonstrieren zu sehen. Und niemand kann mir glaubhaft versichern, die entsprechenden Fahnen seien nicht erkannt worden. Sorry, jetzt habe ich mich doch zu politischer Äußerung hinreißen lassen. Eine Demo unabhängig von diesen Leuten wäre doch ganz sicher kein Ding der Unmöglichkeit gewesen.

:evil: :dita: :out: :conf:

Die berichteten Neuigkeiten zum Virus und der zugehörigen Erkrankung hingegen finde ich grandios.
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

eule hat geschrieben:
Dienstag 8. September 2020, 04:23
Eine Demo unabhängig von diesen Leuten wäre doch ganz sicher kein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
Macht das einen Unterschied? Sie werden als Covidioten, Verschwörungsheinis, Aluhutträger und Covidnazis bezeichnet. Da machen echte Nazis für viele keinen großen Unterschied mehr. Hast du mal gefragt, warum sie mit Nazis laufen? Wenn ich sowas anspreche, sagt man mir, die Mehrheit waren ja gar keine Nazis.

Um auf deine Frage zurückzukommen: doch, es ist unmöglich. Du musst auf einer Demo jede*n dulden. Manche klagen sich sogar auf Demos ein, wie z.B. die MLPD bei einigen FFF-Demos.

Xyrofl
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Xyrofl »

Und niemand kann mir glaubhaft versichern, die entsprechenden Fahnen seien nicht erkannt worden.
Falls du die meinst, die zu sehen waren, als sich Leute auf die Stufen des Reichtstagsgebäudes gesetzt haben, dann ist das kein Zufall. Das waren Reichsbürger, die es schon lange vor der Pandemie gab. Der Veranstalter Rüdiger Hoffmann (auch bekannt als wahnsinniger Entenmann) von Staatenlos.info (auch bekannt als Staatendoof.blubb) ist ja nicht wegen der Maskenpflicht durchgedreht. Er hat vor über 20 Jahren schon ein Asylantenheim angezündet und ist seit dem neben der Spur - also eigentlich war er es auch schon vorher, denn warum zündet man sonst Flüchtlingsheime an, aber da war er wohl noch stringent radikal und heute ist er nur noch psycho. Er ist Frührentner und liebt Fahnen.

Hier sieht man ihn während der Covid-Demo vor dem Reichstagsgebäude :

Hier sieht man ihn wie einen Klabautermann auf dem Wittenburger Marktplatz mit Fahnen tanzen:


Hier steht er mit einer Armada von Gummie-Enten und einem Piratenhut vor dem Reichstag:


Auch sehr aufschlussreich:

Eine Demo unabhängig von diesen Leuten wäre doch ganz sicher kein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
Technisch gesehen hatten die Reichsbürger soweit ich das verstanden habe ihre eigene Demo.

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mgritsch
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von mgritsch »

Bitte umgehend die politische Diskussion beenden. Das ist hier off topic und nicht erwünscht!

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Pok
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Wir könnten uns die ganze Diskussion übrigens ersparen, wenn endlich der Impfstoff da wäre. Ist das nicht die wichtigste Frage von allen?!

Angeblich sollen im optimalen Fall 100 Mio. Impfdosen bis Jahresende produziert werden können.

Ich stelle die Hypothese auf, dass die Corona-Maßnahmen, wie z.B. Maskenpflicht, damit überhaupt nicht beendet wären. Wann also haben wir das Thema hinter uns? Einige haben es sich um Lebensinhalt gemacht und möchten, dass es nie mehr aufhört. Damit meine ich z.B. gewisse Maskenbefürworter. Die Bundesregierung würde ebenfalls massiv davon profitieren (super Umfragewerte in Krisen). Und es gibt absolut 0 Diskussion darüber, unter welchen Umständen die Maßnahmen beendet werden. Eigentlich ein totales No-Go, denn Grundrechtseinschnitte müssen immer befristet sein. Die Frist zu verlängern, darf niemals zum Automatismus werden! Das ist de facto aber längst der Fall. Kein Mensch kennt doch die Fristen. Wir alle haben das Gefühl, dass eine offizielle "Absage" kommen muss, bis wir unsere Masken wieder ablegen können. So funktioniert unser Grundgesetz aber eigentlich überhaupt nicht. Denn man muss begründen, warum man Grundrechtseinschnitte aufrechterhält. Eine routinemäßige Verlängerung darf es nicht geben. Es gibt sie aber.

Wann also ist die Sache erledigt? Ich habe dazu bisher 3 Antworten in Diskussionen gehört von Maßnahmenbefürwortern:

a) wenn ein Impfstoff da ist
b) wenn es 0 Fälle gibt
c) niemals

Die Maßnahmen werden alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten wieder aufgehoben werden, also bleiben wir mal bei der Maskenpflicht. Folgende Ereignisse kommen m.E. in Betracht:

1. Die Fallzahlen sinken unter einen bestimmten Wert.
2. Ein Impfstoff wurde zugelassen.
3. 100 Mio. Impfdosen wurden hergestellt.
4. Die wichtigsten Gruppen (Medizinpersonal, Erzieherinnen, usw.) werden innerhalb weniger Monate geimpft.
5. Alle anderen bekommen nach und nach eine Impfung innerhalb weiterer Monate.

1. ist mittelfristig sehr unwahrscheinlich, weil die Fallzahlen weltweit zunehmen und durch Verkehr eingeschleppt werden.
2. wäre optimalerweise laut Artikel im Oktober der Fall. Zulassung hätte aber noch 0 Auswirkung auf die Krankheitsfälle.
3. reicht auch nicht, da noch 0 Auswirkung auf die Krankheitsfälle.
4. Die meisten gehören nicht zu diesen Gruppen und werden vermutlich weiter zum Maskentragen gezwungen.
5. Es gibt aber viele Leute, die (wie bei Grippe auch) gar nicht geimpft werden können. Viele werden sich nicht impfen lassen wollen. Die können weiterhin eine Infektion an andere (z.B. nicht Impffähige) weitertragen.

Und dann werden übrigens noch alle davon überrascht sein, dass die Impfung vielleicht nur 10 oder 30 % der Menschen wirklich schützt. Dann wäre alles umsonst und es gäbe niemals einen Impfstoff, der alle (besonders die Überängstlichen) zufriedenstellt. Dann wird von einigen verlangt, man müsse die Maskenpflicht z.B. ewig aufrechterhalten und wir werden einen Alltag erleben, wie er in einigen asiatischen Ländern aussieht. Im ÖPNV gilt dann die Maskenpflicht für immer.

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eule
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von eule »

Ich vermute, daß die seuchenbezogenen Verhaltensvorgaben wohl frühestens fallengelassen werden, wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit einem als wirksam geprüften Mitel geimpft sind. Immerhin haben sich diese Coronaregeln als recht wirksam erwiesen, weshalb die Politik sie wohl möglichst lange aufrechthalten wollen.

Ob der dafür zu erwartende Impfstoff tatsächlich derart viele Ausnahmen bei der Applikation erfordert, wie du es beschreibst ist noch nicht raus.

Wenn ich mir überlege, was wohl passiert wäre, wenn sich bei der im Thread bereits erwähnten Spanischen Grippe oder vllt. gar der Kampagne zur Bekämpfung der Pocken ähnliche Widerstände in der Weltbevölkerung breitgemacht hätten, wie sie bei den in Deutschland doch recht geringen seuchenbedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens (blickt doch einfach mal in unsere europäischen nächsten und übernächsten Gegenden wie Frankreich, Spanien usw., wo teils echte Ausgangssperren in Gebrauch waren und teilweise auch noch sind) in Erscheinung treten, dann kommt mir das ganze gezeter hierzulande geradezu albern vor.
Eine Maske vorm Gesicht und etwas Abstand halten, Besuche bei besonders Gefährdeten Leuten möglichst reduzieren. Kaum größere Strafen als ein paar Ermahnungen, nahezu niemals irgendwelche Bußgelder oder Schlimmeres bei Zuwiderhandlung, das ist nun wirklich kein derart gravierender Eingriff in persönliche Rechte und Freiheiten.

ist so nur meine Meinung, wer sich davon auf den Schlips getreten fühlt -> sorry ey, wir sind eben unterschiedlicher Ansicht, Peace Bruder/Schwester!
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

eule hat geschrieben:
Dienstag 8. September 2020, 19:48
wenn ein erheblicher Teil der Bevölkerung mit einem als wirksam geprüften Mitel geimpft sind.
Definiere "wirksam". Dass manche Grippe-Impfstoffe eine Wirksamkeit von nur 1 % haben, hast du gelesen?
Immerhin haben sich diese Coronaregeln als recht wirksam erwiesen
Dafür gibt es keinen ordentlichen Beweis. Schweden kam auch ziemlich gut weg. Sieh dir die aktuellen Todeszahlen an. Wenn man irgendwas hineininterpretieren will, dann das der Lockdown effektiv war. Den wird's aber nicht mehr geben.
Wenn ich mir überlege, was wohl passiert wäre, wenn sich bei der im Thread bereits erwähnten Spanischen Grippe oder vllt. gar der Kampagne zur Bekämpfung der Pocken ähnliche Widerstände in der Weltbevölkerung breitgemacht hätten
Du weißt doch gar nicht, welche Widerstände es da gab. Bei den Pocken ging es immerhin nur um einen Piekser. Weißt du denn, welche Strafen drohten, wenn man sich nicht impfen ließ?
bei den in Deutschland doch recht geringen seuchenbedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens (blickt doch einfach mal in unsere europäischen nächsten und übernächsten Gegenden wie Frankreich, Spanien usw.,
...Schweden. Ja.
wo teils echte Ausgangssperren in Gebrauch waren

Waren sie in Deutschland auch. In jedem einzelnen Bundesland. Echte Ausgangssperren waren das und nichts anderes.
dann kommt mir das ganze gezeter hierzulande geradezu albern vor.
Tja. Diese Meinung darfst du haben. Andere empfinden das Verhalten derer als "Gezeter", die beim Anblick eines Menschen ohne Maske bereits hyperventilieren.
Eine Maske vorm Gesicht und etwas Abstand halten,
Es kommt einfach nicht an. Die Maske ist nicht das Problem, sondern die autoritäre, fast totalitäre Fokussierung darauf und die Strafen. Uns unterscheidet von liberalen Ländern nicht (!) die Maske, sondern die Strafen bei Nichttragen.
nahezu niemals irgendwelche Bußgelder oder Schlimmeres bei Zuwiderhandlung,
In welchem Bundesland lebst du? In keinem Bundesland belässt man es bei "Ermahnungen". Es erfolgt bei Zuwiderhandlung ausnahmslos eine Strafe!

Xyrofl
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Xyrofl »

Es gibt eine ganz einfache Antwort darauf, wann die Zwangsmaßnahmen beendet werden können. Sobald wir es als Gesellschaft schaffen ohne Zwänge eine ausreichende Eindämmung zu erzielen, sind Zwänge überflüssig und müssen aufgegeben werden, sie würden dann nichts nützen, aber die Kosten für die Gesellschaft wären hoch, denn freie Gesellschaften streben danach, Zwänge zu minimieren (mit diversen Randbedingungen, da freie Gesellschaften nicht extremistisch sind, also nichts absurd auf die Spitze treiben). Zwänge sägen am Fundament unserer Gesellschaft und sollten möglichst bald wieder abgeschafft werden. Man kann das aber nicht an harte Konditionen knüpfen. Bei der Bankenkrise oder der Eurokrise war auch nie klar, wann die letzte Rettungsmaßnahme ergriffen wird. Viele haben diese staatlichen Maßnahmen verachtet, da der Markt dadurch verzerrt wird, aber offensichtlich war die Alternative nicht populärer. Man muss schauen was reicht. Die Alternative wäre Crash & Pray. Ich will das nicht und ich kenne auch niemanden, der das ernsthaft wagen würde und den ich ernst nehmen kann.

Die Frage wann wir wieder leben können wie früher, ist eine andere. Die Antwort darauf wird wohl "nie" sein, denn Krisen formen Gesellschaften, sie gehen nie ohne Spuren vorüber. Je mehr Spuren sie hinterlassen, desto besser, denn Krisen weisen meistens auf schon vorher bestehende Verwerfungen hin. Wenn wir in Zukunft weniger fliegen, keine Erntehelfer und Zeitarbeiter mehr quälen, und weniger drängeln, dann ist das kein Verlust.
Wenn ich mir überlege, was wohl passiert wäre, wenn sich bei der im Thread bereits erwähnten Spanischen Grippe oder vllt. gar der Kampagne zur Bekämpfung der Pocken ähnliche Widerstände in der Weltbevölkerung breitgemacht hätten
Sowas gab es: https://de.wikipedia.org/wiki/Anti-Mask ... _Francisco

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Pok
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

Xyrofl hat geschrieben:
Dienstag 8. September 2020, 21:56
Es gibt eine ganz einfache Antwort darauf, wann die Zwangsmaßnahmen beendet werden können. Sobald wir es als Gesellschaft schaffen ohne Zwänge eine ausreichende Eindämmung zu erzielen
Als "ausreichend" galt mal eine Abkehr vom exponentiellen Kurs. Ist längst erreicht. Ein Wort hilft überhaupt nicht weiter, wenn es ständig neu definiert wird. Und woher willst du überhaupt wissen, ob die Gesellschaft das schafft? Es wird doch gar nicht versucht. Einige Zwänge werden gelockert, andere verschärft. Erst wenn alle Zwänge (moderat) gelockert werden, kann man diese Frage beantworten.
Je mehr Spuren sie hinterlassen, desto besser, [...] Wenn wir in Zukunft weniger fliegen, keine Erntehelfer und Zeitarbeiter mehr quälen, und weniger drängeln, [...]
Du bist aber optimistisch.

Xyrofl
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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Xyrofl »

Und woher willst du überhaupt wissen, ob die Gesellschaft das schafft?
Keine Ahnung, vielleicht mit einem magic 8 ball? Auf jeden Fall kann man alle klar definierten Bedingungen wie Trendwende, Fallzahl 0, Impfstoff ist da, usw. daran messen. Reicht eine der Bedingungen aus, damit wir es nach ihrer Erfüllung ohne Zwangsmaßnahmen schaffen, die Seuche einzudämmen (R<1 im zeitlichen Mittel) oder nicht?
Gehen wir es mal durch:
1. Trendwende: Bringt nichts. Sie sagt R<1 oder R ~ 1 aber nichts weiter. Sobald es wieder dauerhaft >>1 springt, ist alles Erreichte verloren.
2. Fallzahl 0: Bringt nichts, denn sobald wir einen neuen Fall importieren kann es sich von da wieder ausbreiten wie vom damaligen Patient 0 auch. Globale Fallzahl 0 könnte helfen, aber daran glaubt keiner mehr.
3. Impfstoff ist da. Könnte was bringen, aber nur wenn genug geimpft wurden und er gut genug ist.

Also sehen wir, die Bedingungen lassen sich alle schön klar aufstellen, scheitern aber weil sie nicht klar aussagen wann das Problem wirklich gelöst ist.
Noch etwas fundamentaler wird es wenn man sich fragt, wozu eine Eindämmung eigentlich da sein soll (damit nicht zu viele Leute sterben oder langfristig geschädigt werden) und dann kommen noch ein paar Alternativen dazu zum Beispiel:
1. Das Virus mutiert in eine harmlose Form welche die gefährlicheren Formen verdrängt.
2. Wir können beweisen, dass es gar nicht gefährlich war.
3. Wir können die Krankheit mittlerweile gut behandeln und es drohen auch keine Langzeitschäden.
Dann wäre die Eindämmung selbst irgendwann nicht mehr notwendig.
Erst wenn alle Zwänge (moderat) gelockert werden, kann man diese Frage beantworten.
Das ist korrekt und man sollte sich langsam daran machen, das zu probieren. Aber eben nicht aus dem Grund, dass alles halb so wild ist, sondern einfach weil eine Verbotskultur nicht wünschenswert ist. Es ist schwer, so fein zu differenzieren, dass es wirklich verstanden wird, dass saisonal eher mit gesteigertem Risiko zu rechnen ist und wir trotzdem von der Verbotsseite her Lockerungen wagen wollen, auch wenn wir im Endergebnis eher festere Disziplin erreichen wollen. Schwierig.

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Re:

Beitrag von Pok »

Pok hat geschrieben:
Montag 23. März 2020, 17:44
Ich will auch keine italienischen Verhältnisse, aber die drohen uns m.E. auch überhaupt nicht. [...] Der Leichen-Konvoi war eine Farce. [...] Dass solche Bilder Angst machen, ist mir klar. Heute können Milliarden Menschen sehen, was in irgendeinem italienischen Dorf passiert.
"Jetzt im Spätsommer hat sich die Versorgungslage völlig gedreht. Beatmungsgeräte und Masken werden sogar ins Ausland verschenkt [...] "Ich hatte die Bilder aus Italien vor Augen. So etwas wollte ich in Bad Kreuznach auf jeden Fall verhindern", sagt die Landrätin." (Quelle)

"Flatten the curve" hieß es mal. Erinnert sich noch jemand, womit das begründet wurde?

Begründung damals:
1.gif
Realität in Deutschland:
1.png
1.png (4.46 KiB) 564 mal betrachtet

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Frankreich

Beitrag von Pok »

In Frankreich steigen die Fallzahlen extrem an. Da gibt es z.T. 15.000 Neuinfektionen pro Tag.

Jetzt könnte man sich mal ansehen, welche Maßnahmen Frankreich eigentlich getroffen hat. Die Maskenpflicht im ÖPNV wurde 2 Wochen nach Deutschland eingeführt, in geschlossenen Räumen nochmal 2 Monate später (beides in der Tiefphase des Infektionsgeschehens!). Sie ist deutlich umfassender als in Deutschland und betrifft seit 1 Monat auch den Arbeitsplatz. Verstöße werden viel härter bestraft. (Quelle)

Die Entwicklung der Anzahl an Neuinfektionen bis zur Einführung der Maskenpflicht in Räumen ist mit der in Deutschland sehr vergleichbar. Erst danach stiegen die Fallzahlen extrem an (Quelle).
1.png
1.png (50.23 KiB) 456 mal betrachtet
Welchen positiven Effekt der Maskenpflicht sehr ihr hier? :roll:

Es sieht eher so aus, als hätte sie 0 Effekt. Aber warum steigen die Zahlen so viel stärker als in Deutschland? Vielleicht weil der Staat einfach mal nicht alle Kontakte nachverfolgt und beim Testen/Veröffentlichen ganz schön schluderig ist? Oder weil die Angst in der Bevölkerung dank Gewöhnungseffekt abnimmt?

Jedenfalls bleiben ausgerechnet jetzt die Grenzen einfach mal offen und auch Reisen sind erlaubt. :lol: Ausgerechnet in so einer Situation (extreme Unterschiede der Fallzahlen zwischen den Ländern, viel höhere Fallzahlen als bei der 1. Welle) könnte man sie mal schließen oder zumindest sehr viel stärker kontrollieren. Nicht mal das wird getan! Die Corona-Regeln (Quarantäne bei der Einreise) können so natürlich absolut nicht kontrolliert werden. Will man offenbar nicht, denn das würde die Wirtschaft natürlich schwerstens treffen. Deshalb setzt man wohl lieber auf Maskenpflicht und offene Grenzen. Und wenn wir diese Zahlen bald auch in Deutschland sehen, passiert bei uns dasselbe wie in Frankreich: Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Gearbeitet und gereist wird natürlich weiter. Denn die Wirtschaft zählt mehr.

Frankreich hat seine Versprechen bei der Erhöhung der Kapazitäten im Gesundheitswesen auch nicht erfüllt (Quelle). Und Deutschland hat, wie ich ja schon schrieb, kürzlich Beatmungsgeräte und Masken verschenkt. Es ging mal darum, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. "Flatten the curve" reicht nicht, man muss auch die Kapazität erhöhen. Das kann ausschließlich der Staat. In Frankreich und z.T. auch Deutschland sieht man, dass "Listen to the science" von der normalen Bevölkerung zu 100 % verlangt wird und der Staat eben absolut nicht auf die Wissenschaft hört.

Was die Maskenpflicht und drakonische Strafen (Frankreich) angeht, existiert kein empirischer Beweis, dass sie wirksam ist. Ich spreche wohlgemerkt von der Maskenpflicht so wie sie aktuell existiert und nicht nur von Masken, die natürlich unter gewissen Bedingungen helfen.

Meine Theorie ist ja, dass alleine die Aufmerksamkeit dazu führt, dass Menschen ganz freiwillig Kontakte meiden, Abstand halten, usw., ohne auf die vermeintlich 100%ige Schutzwirkung einer Maske zu vertrauen. So wird m.W. auch immer erklärt, warum historisch die 2. und 3. Welle größer war als die 1. Welle. Eine Maskenpflicht könnte tatsächlich genau so ein fatal falsches Mittel sein, das diese Entwicklung noch befördert, da man sich sicherer fühlt und es zur Routine wird. Geschlossene Grenzen und Geschäfte werden nicht so leicht zur Routine.

Eine noch bessere Alterantive wäre natürlich, sich jetzt endlich mal damit abzufinden und halbwegs normal wie in Schweden weiterzuleben. Denn wenn das noch Monate, Jahre oder Jahrzehnte dauert, wäre es wohl cleverer, auf Freiwilligkeit zu setzen (Virologe ohne Bundesverdienstkreuz).

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Re: zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Beitrag von Pok »

"Das Coronavirus Sars-CoV-2 könnte nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation etwa 10 Prozent der Weltbevölkerung infiziert haben. Die von WHO-Notfalldirektor Michael Ryan am Montag genannte Zahl entspricht etwa 760 Millionen Menschen und damit dem mehr als 20-Fachen der nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bislang offiziell festgestellten Fälle von gut 35 Millionen." Quelle

Jeder 10. Mensch auf der Welt schon infiziert. Und in wievielen Ländern bricht das Gesundheitssystem deswegen zusammen? :wink:

Spanien hat gerade einen Monster-Anstieg an Neuinfektionen. Ähnlich wie bei Frankreich (siehe Grafik oben). Warum hört man jetzt nix mehr von Triage? Warum nix mehr von Lazaretten? :|

Spanien 1.png
Spanien 1.png (34.93 KiB) 505 mal betrachtet
Spanien 2.png
Spanien 2.png (34.37 KiB) 505 mal betrachtet

Weil man ganz einfach besonnener damit umgeht und eine Lungenentzündung als das behandelt, was sie ist, und nicht mit Ebola gleichsetzt.

Spanische Ärztin: "Von den 50 Covid-19-Lungenentzündungen, die letzte Woche in den Gesundheitszentren diagnostiziert wurden, hat man nur zwei ans Krankenhaus überwiesen. Die restlichen Fälle werden von Hausärzten betreut [...] Seit dem Beginn der Neuausbrüche sind jetzt acht Wochen vergangen, die Kurve der Krankenhausbehandlungen aber ist kaum angestiegen." Quelle

Und genau diese Diskrepanz von Infizierten vs. Tote/Intensivbehandelte macht klar, warum Grundrechtseinschränkungen alleine (!) auf Basis der Neuinfektionen und von R-Werten völliger Unsinn sind.

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