zu SARS-CoV-2 und Covid-19

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Du siehst, daß dein Aufruf, Berlin zu blockieren schon Wirkung zeigt. Man übt schon für den vierten Mai!

Überlege gut, ob Du zur Party willst, da Du das Ergebnis nicht beeinflussen kannst. Auch nicht, wie schwer Du erkranken wirst. Hast Du den Bericht des Taucharztes gelesen UND verstanden? Wenn Du absichtlich "streuen" willst, und es Dir nachgewiesen wird, dann kannst Du recht lange nach Freiheit schreien, falls Deine Lunge das noch hergibt.

Was willst Du der Welt mit Deinem Statement sagen...?

Xyrofl
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Beitrag von Xyrofl »

Erinnert sich jemand, als ich vor ein paar Tagen gesagt hatte, die Lage am Ölmarkt ist spannend? Aber wer hätte vorhersehen können, dass es einen dermaßen dramatischen Meltdown gibt? Bei den derzeitigen Notierungen für West Texas Intermediate (WTI) fragt man sich, ob Rohstoffe bankrott gehen können. Es sieht wirklich aus als hätte WTI Konkurs angemeldet. Aber das ist eine Ölsorte :D

Man kann mit einem Barrel WTI nicht einmal mehr einen Einkaufswagen lösen. Da gehört ja ein Euro in den Schlitz.
Bild

Not stonks!

Edit eine halbe Stunde später:

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303% Verlust. Hier ist schwarze Magie am Werk!

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Derzeit scheinen die Mechanismen des kontinuierlichen Marktes außer Kraft zu sein. Wo kein Bedarf besteht, da kann die Nachfrage auch nicht durch ins ruinöse sinkende Preise verstärkt werden.

Umgekehrt gilt das Gleiche (Masken, Testkits, Desinfektion), da man trotz irrwitzig gestiegener Gebotspreise das angebot an Ware nicht (kurzfristig) steigern kann.

Man merkt, daß die typischen Mechanismen zur Preisbildung an den "Rändern" des Marktes ihre Grenzen haben. Nämlich immer dort, wo Angebot oder Nachfrage kein sinnvolles Gegenüber mehr finden. Jetzt, wo die "Welt stillsteht", fehlt überall die Nachfrage nach Mobilität und damit Energie. Auch mit geschenkter Energie kann man in geschlossenen Fabriken nicht produzieren, wenn keine Leute da sind und das Material nicht geliefert wird.

Bei den Reagenzien für die Testkits hat man das Limit in den Produktionskapazitäten. Da es sich um recht aufwändige Produktionen handelt und man sie nicht einfach irgendwo in Lizenz produzieren lassen kann bleibt das Angebot recht begrenzt. Der Bedarf stieg (vermutlich) sehr schnell über das Niveau des kontinuierlichen Verbrauches in Forschung und klinischer Analytik hinaus. Ein bleibend erhöhter Bedarf ist schwer abschätzbar und somit werden Investitionen in vergrößerte Kapazitäten riskant.

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Pok
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Beitrag von Pok »

@Xyrofl: rein interessehalber: zockst du an der Börse oder warum verwendest du so oft solche börsenspezifischen Begriffe und Gedanken (wozu ich auch den Versuch zähle, die Zukunft einer Gesellschaft mit einfachen Diagrammen "chartanalytisch" vorherzusagen)?

@Glaskocher: ich hab den Bericht vom Taucharzt nicht gelesen. Soll ich dir Videos zeigen, wo Menschen tot umfallen, weil sie ihre Erkältung nicht auskuriert haben? Weißt du über solche Alltagsgefahren (z.B. Folgeschäden einer Erkältung) genauso gut bescheid wie über Corona (Folgeschäden)? Ich bezweifle es.

Nicht nur viele Maßnahmen, sondern auch die Ermächtigung des Gesundheitsministers zu Grundrechtseinschränkungen sind verfassungswidrig.

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Heute scheint man Geld verdienen zu können, wenn man (in USA-Land) das Öl in den Boden zurück pumpt! Der US-Ölmarkt notiert NEGATIVE Preise. Beim Nulldurchgang setzen sogar einige Preisbeschreibungen aus, da man eine Preisänderung ins Negative nicht prozentual zum Vortag berechnen kann. Dort hat die DEFLATION voll zugeschlagen, bei laufenden Kosten, Krediten und Verzinsung des Geliehenen...

Das Hauptproblem ist dort, daß sehr viele tendenzeiell kleinere Unternehmen am US-Ölmarkt anbieten. Jeder will irgendwie zu Geld kommen und bietet bei schwachen Preisen mehr an, um genug Umsatz zu machen. Das ist ungefähr wie beim Klassiker der Marktschwingungen, dem "Schweinezyklus". Nur daß hier zum recht rasch gestiegenen Angebot und dem wegen weltweiter Markt-Querelen gesunkenen Weltmarktpreis vergleichbarer Sorten noch der Nachfrageausfall hinzukommt. Man darf gespannt sein, wie sich dieses Kapitel weiter entwickelt; auch mit Blick auf das Klima.

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eule
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Beitrag von eule »

ja, wie die Nachfrage nach irgendeinem Verbrauchsgut bei ner kleinen Pandeme einbrechen kann und welche Bahnen die Folgen ziehen, das ist schon echt erstaunlich.

@Pok, die an Erkältung tot umgefallenen hatten sicher mehr Faktoren dabei, als nur die noch aktive Erkältung, z.B einen Tauchgang

[pers. Kommentar]
Nunja, nachdem jetzt fast überall eine Vermummungspflicht eingeführt wurde grinse ich mal ganz breit über den Gedanken, welche Konflikte sich um Vermummungsverbot und neuerlich um Verschleierung in der Öffentlichkeit drehten. Das und die Geschwindigkeit, mit dem so ein allgegenwärtiger sozialer Druck die Richtung wechselt. Nimmt man dazu die Vorstellung, wie fröhlich sich jetzt die Mehrheit lustig ganz offen tracken laßt, weil irgendwer öffentlich behauptet hat, damit könne man die C-Seuche ganz toll eindämmen,...
Keine Ahnung warum, aber das ist derart Realsatire, daß es nur schwer zu überbieten ist.
Kinders, wir leben definitiv in interessanten Zeiten.
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

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Pok
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Beitrag von Pok »

eule hat geschrieben:die an Erkältung tot umgefallenen hatten sicher mehr Faktoren dabei, als nur die noch aktive Erkältung, z.B einen Tauchgang
Nein. Sie sterben an den Spätfolgen einer verschleppten Erkältung. Junge, sonst gesunde Menschen. Die Ursache ist eine Herzmuskelentzündung. Ich sag ja, das kaum ein Mensch das weiß, aber alle nun Corona-Experten sind. Nur daher kommt die Panik. Wüssten alle über die Alltagsgefahren genauso viel, weil genauso viel darüber berichtet würde, dann hätten wir allesamt längst einen Nervenzusammenbruch und würden uns freiwillig in der Klapse anmelden. Denn einfach so tot umzufallen, finde ich persönlich viel gruseliger als eine Lungenentzündung.
Glaskocher hat geschrieben:Man darf gespannt sein, wie sich dieses Kapitel weiter entwickelt; auch mit Blick auf das Klima.
Da entwickelt sich gar nix. Es ist ja kein strukturelles Phänomen, was wir hier erleben.

Xyrofl
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Beitrag von Xyrofl »

Heute scheint man Geld verdienen zu können, wenn man (in USA-Land) das Öl in den Boden zurück pumpt! Der US-Ölmarkt notiert NEGATIVE Preise.
Nicht nur erst heute. Das war schon gestern so, siehe meinen Post mit den 303% Verlust. Mehr als 100% Verlust gehen nur mit Nulldurchgängen. Ob man das Öl zurück in den Boden pumpt oder nicht, ist dabei auch egal, es geht nur darum, dass man dem Markt, in diesem Fall dem amerikanischen Ölmarkt mit dem Hauptumschlagpunkt in Cushing eine vereinbarte Menge an physischem Öl entzieht um deren Lager zu entlasten. Deswegen ist auch nur WTI betroffen und Brent hat noch einen positiven Wert, denn die Lager in Rotterdam sind noch nicht so überfüllt und die europäischen Konsumenten haben noch Kapazitäten. WTI das nach Europa geschifft wird, kann man als Brent verkaufen, es ist genauso leicht und süß wie Brent, tendenziell sogar etwas besser. Der Preis hat also nichts mit der Spezifikation des WTI-Öls zu tun. Insbesondere ist der negative Preis durch den Future-Markt entstanden, d.h. durch den Handel mit Zukunfts-Öl, also verbindliche Vorbestellungen zu vorher vereinbarten Preisen.
Heute lief der Mai-Kontrakt aus, d.h. wer heute noch einen Kontrakt auf Öl für den Monat Mai hält, der wird im Laufe des Mais von der Wallstreet nach Cushing fahren müssen um das Öl dort abzuholen, weil er sonst kontraktbrüchig ist. Da die meisten Nadelstreifenanzüge keine Taschen haben wo ein paar Millionen Barrel Öl reinpassen, ist verständlich, dass es einen gewissen Verkaufsdruck gab, was Mai-Kontrakte angeht. Gewisse Leute hatten offensichtlich zu spät die Idee, dass jemand anders das Öl für sie holen könnte. Deswegen eröffneten sie sehr hastig Verkaufspositionen um jeden Preis, denn ein Käufer, der gleichzeitig Verkäufer ist, kann die beiden Positionen gegeneinander auskontern, sie sind sind dann glattgestellt und es gibt keine Pflicht mehr, physisch mit der Ware zu interagieren. Aber es gab keine Nachfrage, selbst dann nicht wenn das Mai-Öl umsonst angeboten wird, denn bis Mai kriegt keiner mehr billige Lagerkapazitäten organisiert und so einen Kontrakt zu halten ist deswegen nichts wert, es ist sogar schlimmer als wertlos, es ist toxisches Papier, denn die vereinbarte Ware ist zu dem vereinbarten Zeitpunkt an dem vereinbarten Ort einfach nur problematischer Müll. Also muss man es den Leuten sehr schmackhaft machen, diese toxischen Lieferungen zu kaufen. Genau das ist passiert. Die Marktmechanismen sind da eiskalt und gehen auch ins Negative. Das ist nicht so verwunderlich, denn bei anderen Stoffen wie CO2 hat man diese Situation dauerhaft. Man zahlt um es loszuwerden. Ohne Nachfrage ist Erdöl eben kein Wertstoff sondern ein Problemstoff und wenn sich jemand darum kümmern soll, damit der Nadelstreifenanzug sauber bleibt, muss man das eben bezahlen und wenn man sich zu spät darum kümmert, dann muss man auch fürstlich zahlen.

Die Kontrakte für Juni sind übrigens noch im Plus, sie liegen heute bei etwa 14$ und waren gestern bei 20$ und alle Späteren sind sowieso noch positiv, die Preise steigen recht dramatisch an, je weiter sich die Lieferung nach hinten verschiebt. Wer also schon früh solche Kontrakte abgeschlossen hat (als Verkäufer), der muss sich um die jetzigen Preise keine Gedanken machen, er kann die vereinbarten Mengen zum vereinbarten Preis liefern und irgendein Pechvogel muss sich um den öligen Schlamassel kümmern zur Not auch indem er es zu negativen Preisen weiterreicht.
zockst du an der Börse
Bisher habe ich noch keine Fässer aus Cushing oder Rotterdam abzuholen. Aber ohne Spaß, ein einzelner Kontrakt lautet auf 1000 Barrel. Ich glaube nicht, dass sowas meine Kragenweite ist. Also Futures auf Warenterminbörsen sind schon mal nicht mein Gebiet und trotzdem denke und rede ich darüber. Aber ich habe ein ganz normales Depot bei einer Bank und ich kann da auch Orders aufgeben. Qualifiziert einen das in deinen Augen als Börsenzocker?
wozu ich auch den Versuch zähle, die Zukunft einer Gesellschaft mit einfachen Diagrammen "chartanalytisch" vorherzusagen
Putzig. Das ist nicht, was man wirklich an der Börse machen sollte. Ich erkläre dir mal eben die Basics, wie Charttechnik funktioniert: Eher nicht!
Ja, viel mehr gibt es darüber auch nicht zu sagen. Charttechnik ist zu 99% nutzlos und der Rest ist Voodoo und sowieso nur kurzfristig relevant. Fast nur Daytrader verwenden Charttechnik. Niemand würde langfristige Strategien charttechnisch begründen.
oder warum verwendest du so oft solche börsenspezifischen Begriffe und Gedanken
Unsere Wirtschaft ist kapitalistisch oder? Und die Angelpunkte einer kapitalistischen Wirtschaft sind die Börsen, oder? Also wenn ich über wirtschaftliche oder wirtschaftspolitische Themen rede, dann rede ich auch börsianisch. Ist das so verwunderlich?

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Pok
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Beitrag von Pok »

Eben weil Charttechnik Unsinn ist, finde ich es ja so putzig, wenn man die Zukunft einer Gesellschaft mit diesem Voodoo probiert vorherzusagen.
Xyrofl hat geschrieben:Die Marktmechanismen sind da eiskalt und gehen auch ins Negative. Das ist nicht so verwunderlich, denn bei anderen Stoffen wie CO2 hat man diese Situation dauerhaft. Man zahlt um es loszuwerden.
Das ist doch Unsinn. Die Marktmechanismen können keinen negativen Preis erzeugen. Dass man für die Müllentsorgung bezahlen muss, ist kein Marktmechanismus (Angebot/Nachfrage), sondern das Produkt von staatlichen Eingriffen. Nur weil der Staat die "Entsorgung" von Öl und CO2 in die Umwelt teuer macht bzw. bestraft, kann es überhaupt negative Ölpreise geben. Sonst würde man das Öl ja einfach kostenlos in die Umwelt kippen. Ventil öffnen und fertig.

Dass Schutzmasken astronomische Preise erreichen, ist dagegen wirklich ein Marktmechanismus. Das Beispiel zeigt die Perversion eines ungebändigten Marktes mit ungenügenden staatlichen Eingriffen.
Xyrofl hat geschrieben:Aber ich habe ein ganz normales Depot bei einer Bank und ich kann da auch Orders aufgeben. Qualifiziert einen das in deinen Augen als Börsenzocker?
Ja.

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Sind es staatliche Eingriffe, wenn der Käufer plötzlich auf einem "See" von Rohöl "schwimmt", den er vorher bei einem rechtsgültigen Handel gekauft hat?

Beim Zwischenlager bekommt er eine Rechnung über anfallende Lagerkosten, wenn er das Öl nicht pünktlich abholt. Es warten schließlich noch die Mengen für den Folgemonat, für die es ebenfalls bereits beim Erzeuger Kaufvertzräge gibt, darauf, ins Zwischenlager geholt zu werden. In den Verträgen gibt es ebenfalls Konventionalstrafen bei Abnehmeverzug. Dazu kommt noch, daß von vielen kleineren Bohrstellen das US-Öl mit der Bahn zur Pipeline oder gar Raffinerie gefahren wird. Die Bahnwaggons sind auch nur gemietet und kosten für jeden Tag den sie nicht neu vermietet werden können, weitere Miete und gar Konventionalstrafe. In diesem Text kam kein Akt staatlicher Einmischung vor, wenn man mal vom geltenden Vertragsrecht absieht.

Daß der aktuell Besitzer des Öls ALLES daran setzt, dieses wieder los zu werden ist nur verständlich. Der Verlust durch "Abnahme fördernde Maßnahmen" ist vermutlich kleiner als der Rattenschwanz an Konventionalstrafen und Lagermiete. Also bezahlt man sogar Geld, um das Öl nicht behalten zu müssen!




Es ist klar eine Sache von Angebot und Nachfrage, wenn Händler ihre Ladenhüter zum Wucherpreis verticken:
Mundschutz m. Elastikband 3lag. Einzelstueck MHD Ware 1,66 €
...
Das Produkt ist mit einem Haltbarkeitsdatum (MHD) EXP : 2012/10/31 angegeben. Das Produkt hat einen Eigengeruch, ggf. vor Gebrauch aus der Verpackung nehmen und lüften. ...
Die Ware ist also seit SIEBEN Jahren abgelaufen, stinkt und vermutlich schon längst abgeschrieben. Sie wird zum mindestens zehnfachen Preis von Neuware (in normalen Zeiten) verkauft.

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mgritsch
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Beitrag von mgritsch »

Pok hat geschrieben:
eule hat geschrieben:die an Erkältung tot umgefallenen hatten sicher mehr Faktoren dabei, als nur die noch aktive Erkältung, z.B einen Tauchgang
Nein. Sie sterben an den Spätfolgen einer verschleppten Erkältung. Junge, sonst gesunde Menschen. Die Ursache ist eine Herzmuskelentzündung. Ich sag ja, das kaum ein Mensch das weiß, aber alle nun Corona-Experten sind. Nur daher kommt die Panik. Wüssten alle über die Alltagsgefahren genauso viel, weil genauso viel darüber berichtet würde, dann hätten wir allesamt längst einen Nervenzusammenbruch und würden uns freiwillig in der Klapse anmelden. Denn einfach so tot umzufallen, finde ich persönlich viel gruseliger als eine Lungenentzündung..
bitte keine Falschinformationen verbreiten, und keine unpassenden Vergleiche.
Von Myokarditis fällt man nicht einfach tot um, zumindest nicht überraschend. Das kündigt sich an und man ist physisch stark geschwächt, ein paar Schritte und man ist schon schlapp, eine Treppe und man ist völlig außer Atem, mitunter starke Schmerzen im Brustbereich. Das auszukurieren dauert Wochen bis Monate, ist aber möglich. Tot umfallen wird man nur, wenn man diese heftigen Warnisgnale weiterhin ignoriert.

Weiters hinkt der Vergleich massiv - Myokarditis ist nicht ansteckend (du ignorierst in der Diskussion konsequent deine Verantwortung anderen gegenüber indem du es darauf reduziert welches Risiko DU für DICH einzugehen bereit bist... deine "Superspreader" Ansage fand ich unter jeder Kritik), Myokarditis erfordert bei rechtzeitiger Behandlung keine Intensivmaßnahmen und sie ist wie du festgestellt hast ein Stück weit selbst verursacht (verschleppte Erkältung).

Glaskocher hat geschrieben:Man darf gespannt sein, wie sich dieses Kapitel weiter entwickelt; auch mit Blick auf das Klima.
Da entwickelt sich gar nix. Es ist ja kein strukturelles Phänomen, was wir hier erleben.
Kein strukturelles Phänomen, aber ich denke schon dass es einen merklichen mittelfristigen Fußabdruck hinterlassen wird. Abgesehen von der Rezession die mal den CO2 Abdruck eine Zeit lang reduziert haben wir uns zwangsläufig an viele Dinge gewöhnt und das Geschäftsleben wird nachhaltig ein anderes sein. Ich schätze vor allem dass die Reisetätigkeit nachhaltig abnehmen wird.

Xyrofl
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Beitrag von Xyrofl »

Kein strukturelles Phänomen, aber ich denke schon dass es einen merklichen mittelfristigen Fußabdruck hinterlassen wird.
Diese Einschätzung teile ich, bzw. ich würde sogar noch etwas nachlegen. Wie Glaskocher schon angesprochen hat, sind die meisten Unternehmen der Fracking-Branche relativ klein. Dazu kommt noch, dass sie überschuldet sind. Was wir jetzt sehen ist nicht strukturell, aber es ist die bizarre Antwort eines strukturellen Problems auf einen externen Schock. Der Fracking-Boom war ein einziges Vabanquespiel. Man nahm gigantische Mengen an Kredit, d.h. Fremdkapital auf um seinen Marktanteil zu erhöhen und das funktionierte auch. Kurz vor der Krise wurden die Netto-Importe der USA negativ und die USA sind schon seit über einem Jahr der größte Ölförderer, noch vor Russland und Saudi-Arabien. Das kommt aber mit einem Preis wenn man Umsatz und Marktanteile über Profitabilität und Nachhaltigkeit stellt. Der ganze Frackingboom war seit 2015 hochgradig spekulativ, denn die Preise haben sich nie wieder auf Vorkrisenlevel eingependelt. Bei den niedrigen Ölpreisen war es kaum möglich, neue Bohrungen zu finanzieren. Die Gewinne reichten kaum aus um die Kredite zu bezahlen. Viele der Unternehmen arbeiteten jahrelang unprofitabel und wollten dennoch immer weiter wachsen, durch immer höhere Kredite. Nur das Wachstumsversprechen konnte als Sicherheit dienen. Aber das ist eine zweifelhafte Sicherheit wenn die Hoffnung auf Gewinn immer weiter schrumpft. Gleichzeitig schwindet unser CO2-Budget, d.h. das Fenster für möglichen Umsatz schließt sich auch.

Wenn man das alles zusammen nimmt, dann wird das Gesamtbild erschreckend. Den Marktausblick kann man sich in etwa so vorstellen:

Bild

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Pok
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Beitrag von Pok »

Glaskocher hat geschrieben:Sind es staatliche Eingriffe, wenn der Käufer plötzlich auf einem "See" von Rohöl "schwimmt", den er vorher bei einem rechtsgültigen Handel gekauft hat?
Ich hab erklärt, warum es auf einem typischen Markt keine negativen Preise geben kann. Wer seine Ware loswerden will, kippt sie in den Wald oder ins Meer. Was ist daran nicht zu verstehen? :roll:

Dass man auch für leere Waggons Miete zahlen muss, hat damit rein gar nichts zu tun. Warum um alles in der Welt sollte man Abfall in Waggons pumpen, nur weil die Waggonmiete Geld kostet, egal (!) ob man da Öl reinfüllt oder die leer stehen lässt?

@mgritsch: die wenigsten kennen diese Gefahren. Und die Opfer fallen tatsächlich ohne Vorahnung tot um. Glaskocher kennt die Vorzeichen offenbar ebenfalls nicht, beschäftigt sich aber mit den möglichen Spätfolgen einer Corona-Infektion. Selbstverständlich ist beides vergleichbar. Denn eine Erkältung ist ansteckend. Selbst wenn es nicht vergleichbar wäre, zeigt das Beispiel, dass der Tod überall lauert. Menschen sterben. Meist sehr alte. Die Leute scheinen das vergessen zu haben und nun völlig überrascht davon zu sein.

Seit der letzten Pandemie starben in D. 2 Millionen (!!!) Menschen an Alkohol und Tabak. Bei Tabak geht's um ca. 10 Jahre (!!!) Lebensverkürzung und nicht um lächerliche 3 Tage oder Wochen wie bei Corona. Bei Alkohol dürfte es ähnlich sein. Um 100.000 Alkoholtote jährlich zu vermeiden, wurde das Oktoberfest 2020 abgesagt und man hat sich coronamäßig entschieden, die Alkoholsteuer um den Faktor 10 zu erhöhen! Das nenne ich folgerichtig.

@Xyrofl: das CO2-Budget ist eine klimapolitische Größe. Wenn das aufgebraucht ist, heißt das ja nicht, dass plötzlich kein Öl mehr verbrannt werden kann. Ganz im Gegenteil könnte es dazu führen, dass nach Überschreiten dieses Budgets es wieder salonfähig wird Öl zu verbrennen, da das Klima "eh am Arsch" ist. Das wäre falsch, da es nicht nur 1 Kipppunkt im Klimasystem gibt, aber exakt so argumentieren Klimaleugner der "höchsten Stufe" heute bereits. Und die machen Politik und entscheiden mit, wie lange Öl noch gefördert wird. Notfalls mit Subventionen, wie bei der Kohle oder beim Atomstrom. Die denkbare Lebensdauer der Verbrennung fossiler Rohstoffe ist deshalb nahezu unbegrenzt bzw. beträgt mehrere 100 Jahre.

Xyrofl
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Beitrag von Xyrofl »

Ich denke du willst darauf hinaus, dass Umweltschutz nie durch Marktmechanismen allein entsteht, sondern nur durch staatliche Regeln. Das ist wohl sehr richtig und eine wichtige Erkenntnis. Profitmaximierer neigen dazu, Kosten in Externalitäten überführen zu wollen. Das heißt auch, dass das Versprechen der Optimalität vollständig deregulierter Märkte nicht gehalten werden kann. Es ist maximierter Raubbau und nichts weiter. Was du beschreibst, ist kein "typischer" Markt sondern ein maximal deregulierter Markt. Ich will sowas nicht und Glaskocher will es bestimmt auch nicht.

Wenn ich von Marktmechanismen spreche, dann meine ich diejenigen Marktmechanismen, die auf einem staatlich regulierten Markt (wo man nicht alles verkippen kann wie man möchte) den Preis bestimmen. Auch mit Regeln bleibt der Markt ein Markt. Der markträumende Gleichgewichtspreis bestimmt sich durch den Schnittpunkt der Angebotskurve und der Nachfragekurve. Die staatlichen Maßgaben beinflussen die Angebotskurve und die Nachfragekurve, da sich durch staatliche Regulierung die Werte der Produkte ändern, denn es ist ein Unterschied ob der Staat mich für die Entsorgung verantwortlich macht oder nicht, das ändert den subjektiven Wert, den die Marktteilnehmer den Waren beimessen. Aber der Mechanismus bleibt der Gleiche. Es ist ja nicht so, dass die Warenterminbörsen auf einmal planwirtschaftlich geworden sind.

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NI2
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Beitrag von NI2 »

//Der entsprechende Teil der Klimadebatte der sich im Nachfolgenden entwickelt hat wurde abgeteilt und hier her verschoben.
I OC

There is no sadder sight in the world than to see a beautiful theory killed by a brutal fact. [T. Huxley]
The pursuit of knowledge is hopeless and eternal. Hooray! [Prof. H. J. Farnsworth]

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