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Synthesen

Verfasst: Sonntag 20. November 2016, 18:32
von sw4ejhjkfdygh
Gibt es denn einen Grund warum früher mehr Synthesen gepostet wurden als im Moment? Legt es an der Gesetzteslage

Verfasst: Montag 21. November 2016, 05:10
von Phil
Ist mir auch schon aufgefallen, auch bei Lambda wird weniger gepostet, bei mir ist es der Faktor Zeit.

Verfasst: Montag 21. November 2016, 05:47
von NI2
Ich denke auch, dass das einer der Hauptgründe ist. Betrachtet man Entwicklung sieht man, dass viele, die früher viel gepostet haben älter geworden und mit Arbeit und Uni zu tun haben, die Zahl des Nachwuchses ist nicht gerade groß und einige haben sich umorientiert. Man erkennt auch, dass einige viel aktiver auf Youtube sind als in Foren. Es ist auch für die Autoren manchmal durchaus demotivierend, wenn die Resonanz recht gering ist. Dazu ist Illumina auch ein relativ kleines Forum und ich denke damit hat man schon ein paar Ansätze die in ihrer Summe diese Trockenphase erklären können. Mal sehen.

Verfasst: Montag 21. November 2016, 14:37
von VCLiberty
Stimmt, zumindest aus meiner Perspektive. Ich hätte noch einiges auf der Liste stehen, aber durch Uni komm ich zu so gut wie gar nichts :roll:

Verfasst: Montag 21. November 2016, 17:12
von ChemDoc
Die Anzahl der geposteten Versuche müssen zwangsweise mit der Zeit weniger werden.
Wer interessiert sich denn schon für die x. Herstellung des gleichen Produkts?
Wenn man zu den deutschen Foren (VC nicht vergessen!) noch z.B. SMDB hinzu rechnet, wird man schnell
feststellen, dass alles schon irgendwo mal gepostet wurde.

Deutsche Gesetze scheinen nur wenige vom Posten abzuhalten - beobachtet man doch
zahlreiche Versuche mit Chemikalien, die eindeutig vom Arbeitgeber, der UNI oder anderswo
her stammen, weil sie nämlich auf legalem Weg nie beschaffbar wären.
Auch werden oft Arbeitsgeräte dieser Instutionen für eigene Versuche verwendet.
Wenn der Arbeitgeber dies gestattet, kann man wenig dagegen sagen - mit Hobbychemie hat dies allerdings nichts zu tun.

Verfasst: Dienstag 22. November 2016, 18:28
von Vanadium
Also allzu beunruhigend finde ich es nicht, dass nicht extrem viel gepostet wird. Ich meine, das Forum ist nicht das riesigste und unser Hobby schonmal gar nicht üblich unter "normalen" Leuten! :lol: Außerdem stimmt das was ChemDoc sagt auch irgendwie: Umso mehr schonmal gepostet wird, desto höher wird mehr oder weniger die Hürde für neue Artikel, da die "Klassiker" eben schon existieren.

Finde außerdem, dass die Aktivität echt stark schwankt... Manchmal sieht man rein und hat 30 neue Beiträge, manchmal einige Tage kaum welche.. :D

Verfasst: Dienstag 22. November 2016, 23:30
von lemmi
Ich glaube nicht, daß es ein Grund für einen Amateurchemiker ist, einen Versuch (warum ist hier eigentlich nur von Synthesen die Rede?) den er gemacht hat nicht zu posten, bloß weil er woanders schonmal gepostet wurde. Es gibt ja auch x verschiedene Fachbücher mit dem gleichen Thema oder Inhalt. Ausserdem sind viele Syntheseanleitungen sehr knapp gefasst und bei vielen hat man das Gefühl sie sind abgeschrieben, aber nicht selbst durchgeführt. Sowas ist immer dadurch zu verbessern, daß man den Versuch selbst macht und dann gut beschreibt. Die fünfte Beschreibung eines Versuches kann die beste von allen sein.

Ich glaube, wir Amateurchemiker sind einfach eine kleine Gruppe. Die Chemie ist als Hobby absolut nicht mehr in Mode und die Schwierigkeiten an die Chemikalien heranzukommen machen sie nicht attraktiver. Das wir ein relativ kleines Forum sind, tut ein übriges. Auf VC waren zwar mehr user aktiv und es war mehr los, aber - zumindest in den letzten Jahren - auch immer weniger Versuchsbeschreibungen und immer mehr off-topic.

Darüber hinaus ist es genau so wie Vanadium schreibt: die Aktivität schwankt stark. Kommt halt darauf an, wie viel Zeit der einzelne gerade hat. Und da es sich um Spaß an der Freud handelt und nicht um publish or perish darf das auch so sein.

Verfasst: Freitag 25. November 2016, 21:28
von Pok
Ich halte NI2s youtube-Erklärung für die plausibelste.

Viele andere Erklärungen ergeben nicht so wirklich Sinn. Dass Leute hier älter geworden sind, sich neue Hobbys gesucht haben, keine Zeit mehr haben, sollte durch Neuzugänge ausgeglichen werden. Wirds aber nicht. Stimmt es überhaupt, dass weniger Synthesen gepostet werden? Hab ich mal gecheckt und stimmt. 2009 war der Höhepunkt, seitdem gings fast kontinuierlich bergab. Sämtliche Artikel in diese Statistik einzubeziehen, ist nicht so sinnvoll, weil z.B. die PSE-Artikel natürlich alle schon abgearbeitet sind und diesen Trend noch verstärken würden.

Auch die Erklärung, dass alles schonmal gepostet wurde, stimmt nicht. Man sehe sich nur mal ein paar Experimentierbücher an, wo selbst einfache und spektakuläre Versuche noch nirgends in Foren veröffentlicht wurden. Beispiel: der brennende Eisendraht. Solche Beispiele gibts noch zu Hauf.

Youtube würde aber den Schwund sehr gut erklären, auch zeitlich. Die youtuber erhalten eine enorme Resonanz, die natürlich anspornt. Obwohl sie es m.E. oft überhaupt nicht verdient haben. Die tun so, als wären sie Universalgenies wie Leonardo Da Vinci und auf alles selbst gekommen. Da ist die Bewunderung natürlich riesig. Alleine die handvoll der 5 größten Kanäle dort hat regelmäßig deutlich mehrere 100.000 Stammzuschauer. Viele davon wären bestimmt auch in Foren nicht aktiv, sondern nur teilnahmslose Adressaten. Aber viele davon wurden durch youtube m.E. auch zu diesen teilnahmslosen Zuschauern gemacht.

Ein Forum find ich trotzdem besser als reine Videos. Man kann blitzschnell zu den gewünschten Infos springen, der Hintergrund wird in der Regel viel ausführlicher Erklärt und die Diskussionen sind viel besser strukturiert und werden nicht zensiert oder Kommentare mit fragwürdigen "ratings" geordnet. Durch Videos wird man nur berieselt und die lösen bei den meisten nur Staunen aus, aber kein Verstehen.

Verfasst: Freitag 25. November 2016, 22:33
von ChemDoc
Warum erinnert mich Youtube an die von Millionen gelesene Bildzeitung?

Reisserisch, oberflächlich und wenig informativ.
pok hat geschrieben: Hab ich mal gecheckt und stimmt. 2009 war der Höhepunkt, seitdem gings fast kontinuierlich bergab.
Wie konntest du das in der kurzen Zeit feststellen?

Jedes Forum dürfte seinen eigenen "Höhepunkt" haben.

Verfasst: Freitag 25. November 2016, 22:42
von Pok
Naja, einfach jede 2. Synthese anklicken (am besten jede, aber das war mir zu aufwendig) und gucken, wann sie gepostet wurde.

Bild

Verfasst: Samstag 26. November 2016, 09:55
von lemmi
Poks Statistik ist amüsant. Wahrscheinlich stimmt sie auch. Obwohl ich da ein paar Fragen hätte: hast du nur die Synthesen genommen oder alle Artikel (also auch Analytik, Organik-Anorganik etc.). Denn früher wurden sehr viele kurze Artikel mit einfachem Inhalt gepostet, die sich inzwischen natürlich aufgebraucht haben.

Dass wir ein Nachwuchsproblem haben, ist meiner Ansicht nach teilweise hausgemacht. Die Qualitätsansprüche auf Illumina sind extrem hoch. Nachdem VC nicht mehr existierte kamen viele erstmal hier vorbei und gingen dann ziemlich schnell wieder. Die Stammuser hier sind zum großen Teil professionelle Chemiker. Wir sollten einen Weg suchen, Neulinge zu unterstützen. Meine Wahrnehmung ist, daß wir zu streng mit den Neuen und unerfahreren sind und zu viel verlangen. In diesem Thread wurde eine "Absenkung des Niveaus" für Neulinge befürchtet. Das hat seine Nebenwirkungen.

Verfasst: Samstag 26. November 2016, 13:17
von CD-ROM-LAUFWERK
Aber... welche Neuzugänge haben wir denn?
Es taucht zwar ab und an eine neue Uservorstellung auf aber wirklich langfristig ist das doch alles nicht.
Bei den Forentreffen sieht man immer die selben mehr oder weniger alten Hasen.
Das Hobby existiert gefühlt nicht mehr. Wenn ich heute da stehen würde, wo ich vor 15 Jahren war, könnte ich mit dem Hobby überhaupt nicht erst anfangen. Ich würde an nichts kommen, abgesehen von Zeug aus dem Baumarkt.

Verfasst: Samstag 26. November 2016, 17:30
von Pok
Naja, es haben sich in den letzten Jahren auch neue Bezugsquellen ergeben (die sind zwar offensichtlich, will aber den Behörden hier keine Quellen nennen). Abgesehen von einer Handvoll verbotener Sachen kann man das meiste noch wirklich relativ problemlos bekommen.

Die Statistik umfasst jede 2. Synthese und sonst nix. Glaube ebenfalls, dass der höher gewordene Anspruch eine wichtige Ursache ist. Was früher als Artikel durchging, käme heute nie soweit. Ich finde auch, dass sowas sehr ungünstig ist. Neue sollten stärker ermutigt werden, einfache Versuche zu posten!

Hier mal die restlichen Artikel (zu jeder Kategorie wieder nur 50 % der Artikel zufällig ausgewählt), bei denen es um praktische Arbeiten geht (also nicht die PSE-Artikel, Namensreaktionen, usw.):

Bild

Bei 2015 und 2016 kommen noch natürlich Artikel aus der Schmiede dazu. Dann pendelt es sich vermutlich bei 15-20 pro Jahr ein (real also 30-40). Soo wenig ist das ja gar nicht....

Verfasst: Samstag 26. November 2016, 19:01
von ChemDoc
CD-ROM-LAUFWERK hat geschrieben:Das Hobby existiert gefühlt nicht mehr. Wenn ich heute da stehen würde, wo ich vor 15 Jahren war, könnte ich mit dem Hobby überhaupt nicht erst anfangen.
Ich würde an nichts kommen, abgesehen von Zeug aus dem Baumarkt.
Dem ist wohl kaum etwas hinzuzufügen. Selbst dort wird man argwöhnisch beäugt, wenn man Kalkammonsalpeter oder Aceton verlangt. Wasserstoffperoxid und selbst verdünnte Kaliumpermanganatlösungen sind aus vielen Baumärkten verschwunden. Irgendwann wird man bei dem "Terroristentrauma" unserer Politiker für den Kauf eines Päckchens Schrauben, Nägel oder ein Wasserrohr noch eine Endverbleibserklärung ausfüllen müssen. (schließlich könnte man sie für eine Rohrbombe mißbrauchen)
Offenbar wurden Apotheker bereits vor langer Zeit kräftig eingeschüchtert. Viele lehnen den Handel mit Chemikalien total ab und verkaufen selbst an Ärzte nur widerwillig, und wenn dann nur aus Gefälligkeit an gute alte Bekannte.
lemmi hat geschrieben:Poks Statistik ist amüsant. Wahrscheinlich stimmt sie auch.
Amüsant - ja, nur stimmig ist sie nicht. Was wird da eigentlich verglichen?
Ein Vergleich der "Synthese-Anleitungen" von Lambda:

Jahr..... N
2008... 14
2009... 7
2010... 14
2011... 31
2012... 17
2013... 5
2014... 3

Maximum der Veröffentlichungen 2011, unten sieht man fast alles vom "Heuteufel".

9.... 2bestyle
2.... bombjack
12.. Butandiolmonoacrylat
1.... Chemicus
1.... Chlor
1.... Dithmarcher
2.... Graf_Zeppelin
2.... hefefurz
41.. Heuteufel
3.... Jackal
1.... Kanonenfutter
2.... Mephisto
9.... Phil
4.... PlanetScience
1.... Stickstoffdioxid

Genauer, jedoch wesentlich aufwendiger ist eine Analyse der "Synthese Diskussion" in der alle Synthesen eingestellt sind.
Jede muss jedoch einzelt angesehen werden weil sie nicht mach dem Einstelldatum sortierbar und somit zählbar sind.
Grob beurteilt, ähneln sich jedoch beide Stränge - es gibt wenige (eigentlich nur 2) user, die Beiträge schreiben und das Maximum der
Veröffentlichungen liegt um 2011.
Das Posting scheint also mehr vom "Geburtsalter" eines Forums abzuhängen als von anderen Faktoren.

Verfasst: Samstag 26. November 2016, 19:58
von Pok
Bei der ersten Abbildung wird nichts verglichen, es bildet lediglich einen Trend ab. Inwiefern soll das nicht stimmig sein? Meinst du die Spitze von illumina bei 2009 passt nicht zur Spitze von Lambda (2011)? Die Ursachen bei verschiedenen Foren müssen ja nicht gleich sein. Deine Theorie von einem forumstypischen Maximum beschreibt auch erstmal nur. Ohne zu erklären, warum dieses Maximum gerade nach (in diesen beiden Fällen) 3 Jahren (Zufall?) entsteht und nicht z.B. nach 30 Jahren. Wenn du das mit der begrenzten Anzahl an möglichen Synthesen begründest, halte ich das weiterhin für falsch. Auf illumina sind vielleicht gerade mal 5-10 % aller potentiellen Versuche vorhanden.

Wenn man sich den "Berg" bei illumina zwischen 2006-2010 erklären will, sollte man einfach mal die Artikel aus dieser Zeit ansehen. Die Spitze wäre alleine damit erklärbar, dass popeleinfache Versuche zum "Artikel" gekürt wurden. Siehe die stümperhaften "Synthesen" von völlig verunreinigten Elementen (z.T. ohne Charakteriesierung, ohne Ausbeute, ohne Produktbilder) oder "Analysen", die 1 Schritt und 2 Sätze umfassen.

Ich will auch nicht, dass man solche stümperhaften Versuche heutzutage zum Artikel kürt, aber die Anforderungen sind nicht nur ein bisschen, sondern übertrieben stark gestiegen (auch was das Format angeht). Wären die Anforderungen heute so niedrig wie damals, hätten wir heute garantiert eine Flut von Artikeln.

Es ist m.E. sehr gut möglich, die Attraktivität des Forums durch ständige Aktualisierungen (z.B. GHS, benutzerfreundlichere Oberfläche, bessere Suchfunktion) kontinuierlich zu erhöhen, sodass das Maximum der veröffentlichten Versuche nicht nach 3, sondern nach 30 Jahren entsteht. Einige Neuerungen, z.B. Videos einbetten, gab es schon. Aber das läuft viel zu langsam. Alleine das Artikelformat ist so kompliziert und stringent, dass es an den Beginn des Computerzeitalters erinnert, wo man noch per Hand Befehle eingeben musste. Kein Wunder, dass Neulinge keinen Bock haben, sich da durchzuquälen - erst recht nicht für einfache Artikel!