Synthesen

Hier kann wirklich alles besprochen werden.

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Vanadium
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Beitrag von Vanadium »

Lemmi hat einfach recht, die Ansprüche sind für einen Anfänger, der auf das Forum stößt einfach viel zu hoch! Was einem ins Auge sticht sind die teilweise hoch komplexen OC-Synthesen von Hannes, die "berühmten" und sehr ausführlichen Historikversuche von Lemmi etc. Das sind aus der Sicht eines fortgeschrittenen oder professionellen Chemikers wahre Schätze! :wink:

Allerdings wird man als junger, interessierter Mensch (der bisher wenig oder nichts mit der Chemie zu tun hatte) eher abgeschreckt. Bei diesen Leuten entsteht mit Sicherheit das Gefühl, dass sie quasi in ein "elitäres Wespennest" gestochen haben und ziehen sich dann wieder zurück. Klar kann man sagen, dass es wünschenswert wäre, wenn an dieser Stelle Eigeninitiative gezeigt wird und sich das Wissen selbstständig angeeignet wird. Aber mal ehrlich: Welcher 16-Jährige macht das dann auch wirklich? In dem Alter hat man noch nicht einen solchen "Durchsetzungswillen" im Bezug auf das Lernen, da hat man einfach andere Sachen im Kopf!

Deswegen finde ich, dass an dieser Stelle mehr Empathie gezeigt werden muss und z.B. nicht wenn jemand einen Artikel postet gleich immer der Vorschlaghammer ausgepackt werden sollte, so nach dem Motto "Das ist falsch, das auch und dämlich schreibt man ohne h!". :D Selbst wenn die Kritik angemessen sein mag, es demotiviert neue Nutzer schnell und man sollte nicht vergessen, dass man auch selbst mal ganz klein angefangen hat... :wink:

ChemDoc
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Beitrag von ChemDoc »

@Pok:
Es ist insofern nicht stimmig, weil aus den Abbildungen nicht hervorgeht um was es sich handelt.
Was soll ein "Nichthellseher" daraus lesen?
Wenn es sich um einen Vergleich von Häufigkeit in Abhängkeit von der Zeit sein soll, dann sollten diese Dinge auch erkennbar sein.
Ich vergleiche Illumina nicht mit Lambda. Dazu sind die Foren zu unterschiedlich. Ich habe lediglich festgestellt, dass es dort ein Maximum der Veröffentlichungen gibt und möchte die Hypothese aufstellen, dass dieses Phänomen bei allen Foren (nicht nur bei Chemieforen) auftritt. Die Gründe hierfür dürften sehr unterschiedlich sein.
Auf illumina sind vielleicht gerade mal 5-10 % aller potentiellen Versuche vorhanden.
Wie kommst du auf diese Zahl?
Es ist m.E. sehr gut möglich, die Attraktivität des Forums durch ständige Aktualisierungen (z.B. GHS, benutzerfreundlichere Oberfläche, bessere Suchfunktion) kontinuierlich zu erhöhen, sodass das Maximum der veröffentlichten Versuche nicht nach 3, sondern nach 30 Jahren entsteht.
Das würde ich auch sehr begrüßen. Bislang habe ich kein einziges Forum mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche und einer auch nur ausreichenden Suchfunktion kennengelernt. Suchfunktionen sollten fehlertolerant sein und Booleschen Operatoren akzeptieren und nicht bei einem Rechtschreibe- oder Interpunktionsfehler mir massenhaft Ergebnisse anzeigen außer den gewünschten.
Zur GHS: Die Piktogramme sind sicher notwendig bei Gefahrguttransporter oder auf einem Behälter, haben aber in einem Artikel nichts zu suchen. Artikel mit solchen Symbolen ähneln mehr comics als ernsthafter wissenschaftlicher Literatur.

@Vanadium:
Völlig richtig. Da kann man eigentlich nur hoffen, dass man dieses Problem ähnlich wie im SMDB löst und einen eigenen Strang für Anfänger mit deutlich geringeren Ansprüchen einrichtet.

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Pok
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Beitrag von Pok »

Die Bedeutung der Achsen hast du ja richtig erkannt, hatte ich im Text vorher ja auch so beschrieben.
Die 5-10 % sind geschätzt, ganz grob auf Basis der Anzahl von Versuchen aus Experimentierbüchern mit ähnlichem Schwierigkeitsgrad. Theoretisch gibts natürlich etliche Milllionen möglicher Versuche. Dann würde noch mehr dafür sprechen, dass Mangel an Ideen oder möglichen Experimenten die sinkende Artikelzahl nicht erklären kann.

Edit zu GHS: Mir gings allgemein um Veränderungen und Modernisierung des Forums. In welcher Weise die stattfindet, darüber kann man streiten. Nur sollten allgemein gewollte Änderungen auch zeitnah umgesetzt und nicht über Jahre hinausgeschoben werden.

Glaskocher
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Beitrag von Glaskocher »

Das Phänomen des maximalen Postens von Beiträgen nach einer gewissen Zeit in datenbankähnlichen Strukturen kenne ich auch von einem Wiki her. Allerdings ist dessen Wachstum neben der Anzahl an "freien" Themen auch durch die Gesamtbeteiligung in der zugehörigen Webseite limitiert. Sobald ein gewisser Fundus vorhanden ist sinkt die durchschnittliche Bereitschaft, Neues einzustellen oder das Alte zu aktualisieren.

Auch ist der Lebenszyklus von Foren insgesamt scheinbar einer gewissen Dynamik unterworfen. Anfangs dauert es einige Zeit, bis sich die Aktivität stabilisiert, dann kommt eine Phase höherer Aktivität und später ein Abflauen. Zusätzlich ist die Fluktuation an Mitgliedern ein Problem. Wenn viele "Alte" ihre Aktivität herunterfahren und weniger "Neue" kommen, dann sinkt die Produktivität. Ich kenne alte Foren, in denen die Restaktivität inzwischen nahezu null ist, weil die Mitglieder zu anderen Foren, Facebook und anderen Plattformen abgewandert sind. Die Diskussion, warum nur noch so wenig los ist, ist symptomatisch und kommt immer mal wieder.

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eule
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Beitrag von eule »

Vllt. darf ich auch etwas "Senf dazugeben".

Es gibt nicht .//die eine// Ursache für die Peaks in Nutzeraktivität, deren Abnahme usw. da sind viele Faktoren beteiligt.
Mir fallen zu dem Thema spontan und inb. für die Situation im .de-sprachigen Raum folgende ein:

- der Peak nach wenigen Jahren hat nicht zuletzt mit der Menge/Anzahl der bereits vorhandenen Beiträge zusammen. Mit erreichen des Maimums wird mMn. eine Art "kritischer Masse" an Lesestoff überschritten, ab wo die Vielfalt (Themenunabhängig
betrachtet) die Grenze dessen überschreitet, was vielen Menschen noch irgendwie überschaubar erscheint.

- Viele Foristen widmen sich eine Weile besonders einem bestimmten Thema, posten dazu auch eine Menge, stellen Versuche an und ziehen dabei auch Leute mit. Irgendwann aber haben sie entweder alles in ihren Möglichkeiten stehende dazu aber "abgegrast", vllt. treten auch Veränderungen in ihrer Lebenssituation (neuer job, das erste Kind,...) ein, die ihnen anderes (zumindest vorübergehend) wichtiger erscheinen läßt, diese kommen - mit wenigen Ausnahmen - dann erst nach Jahren wieder zurück, finden sich kaum noch im dann gründlich gewachsenen und veränderten Forum zurecht und bleiben schließlich ganz weg.

- besonders für Foren der Chemie oder besser ganz allgemein Naturwissenschaften: die Rechtslage erfordert immer mehr notwendige Vorarbeit, um wichtige Grundsubstanzen, Geräte, Literatur usw. zu bekommen, Sicherheitsvorschriften werden teils auch innerhalb der Foren derart rigoros angemahnt, (Beispiel: wo bei Römpp/Raaf zumeist das offene Fenster absolut ausreichend ist, eine stabile Arbeitsplatte und ein Spülbecken, da (keine Ahnung, wo ich das zuletzt las) wird mit Eifer behauptet "Niemals ohne richtigen Laborabzug, mindestens gefliesten Tisch, umfassende persönliche Schutzausrüstung". Auf Hinweise, dies sei völlig übertrieben kam ein "der Wissensstand ist eben weiter, das wurde alles als hochgradig gefärhlich erkannt" (alles Sinngemäß, nicht im Wortlaut). Solche "Auswüchse" nehmen den alten Hasen schon mal die Lust an der Publikation, den Jungtieren (um bei Hasen zu bleiben ;)) gleich ganz die Lust aufs Hobby.

- Ich selbst befürchte schlicht unangenehme Konsequenzen, z.B. daß halt wer Nachgucken kommt, ob denn da auch alles nach den Sicherheitsbestimmungen abläuft, wenn ich irgendwo "praktische Chemie" poste (egal wie ich meine IP und ggf. UUrsprungsaddi schütze, es gibt immer Mittel und Wege, sachen zurückzuverfolgen). Ich hatte bereits einmal das Vergnügen und möchte nicht wieder erleben, wie mein Plattenspieler das Fliegen lernt. Sowas oder allein schon die Vorstellung davon trägt zur verringerung der Postings bei.

da gibt es noch viele weitere Punkte, die jeweils ihren Beitrag leisten.... diese springen mir besoders ins Auge
Unendliche Vielfalt in unendlicher Kombination.

Agressiv und feindselig, boshaft, manipulierend und hinterhältig, hämisch, überkritisch, herrschsüchtig und sinnlos brutal, das sind die Primärtugenden, die zusammengenommen Menschen vor allen anderen Spezies auszeichnen.

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