Religion und Glauben

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Bist du religiös?

Umfrage endete am Freitag 28. Dezember 2007, 01:40

Ja.
5
23%
Nein.
16
73%
S. mein Beitrag.
1
5%
 
Insgesamt abgegebene Stimmen: 22

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Chemienator
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Religion und Glauben

Beitrag von Chemienator »

Interessantes Thema in einem Chemieforum^^

Da ich der Meinung bin, dass, von den Naturwissenschaftlern, weniger viele Religiös sind, ich meine Vermutung allerdings vertiefen möchte, starte ich hiermit mal eine Umfrage.
Wie Religiös seid ihr, bzw. an was glaubt ihr?

PS. ich will damit keinem zu Nahe treten

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Cyanwasserstoff
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Beitrag von Cyanwasserstoff »

Dann mach doch eine Umfrage draus (habe ich jetzt). :wink:

Ich bin nicht religiös. Ich glaube zwar, dass Religion Menschen in Not helfen kann, aber führe das auf den Placeboeffekt und nicht auf irgendein "höheres Wesen" zurück. "Gott" in der ein oder anderen Form wurde/wird doch seit Jahrtausenden nur dazu benutzt, Macht und Einfluss auf die Menschen zu nehmen - siehe katholische Kirche. Dabei hat insbesondere diese die Menschheit während des Mittelalters auf prä-antikes (Wissens-)Niveau geschleudert und jahrhundertelang Fortschritt behindert, der Hungersnöte und Krankheiten hätte verhindern oder zumindest mildern können, nur um ihre Macht zu wahren und die Bevölkerung weiterhin "abernten" zu können (ich führe nur mal Ablassbriefe an) was sie meiner Meinung nach zu einer der größten Verbrecherorganisationen der Geschichte macht...
Weiterhin konnte mir noch niemand erklären, wozu ein religiöser Mensch eine Kirche (als Organisation) braucht...haben die ganz allein das "Gott-Monopol" oder was? Wenn ja, macht es sie genauso überflüssig, denn wenn Gott, falls er existiert, nicht jederzeit über einen wacht ist er nutzlos - wer hat in einer Kirche (wo Gott dann ja ausschließlich zu finden wäre) schon z.B. einen Autounfall?

So, das ging jetzt mehr Richtung Kirche, bzgl. Gott selbst mal eine kleine, als "Russels Teekanne" bekannte Analogie:

Wenn jemand behaupten würde, dass jenseits von Pluto eine Teekanne, die zu klein ist, um vom allerstärksten Teleskop gesehen zu werden, in einem elliptischen Orbit um die Sonne kreist, würde man diese Behauptung für bescheuert und unfundiert und den, der die Behauptung aufstellt, für verrückt erklären. Wenn die Existenz dieser Teekanne jedoch in einem jahrtausendealten, "heiligen" Buch bekräftigt und jeden Sonntag in der Kirche gepredigt würde und schon Kleinkinder damit indoktriniert würden, würde jeder diese Teekanne als gegeben hinnehmen und gar nicht daran denken, ihre Existenz zu hinterfragen. (Würde dies die Teekanne realer machen?)

Und solange Menschen, die für den Hexenwahn und die Kreuzzüge verantwortlich sind für unfehlbar erklärt werden, solange Anschläge im Namen welchen Gottes auch immer stattfinden, solange Menschen an HIV erkranken weil "unfehlbare Vertreter Gottes auf Erden" das Verwenden von Kondomen verbieten werde ich in der tiefsten Überzeugung verweilen, dass die Menschheit ohne Religionen viel besser dran wäre.

Wenn ich mich einer Religion anschließen müsste, würde ich Pastafari werden...
"It is arguably true that the tetrapyrrole system is Nature's most remarkable creation."
- Claude Rimington

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dg7acg
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Beitrag von dg7acg »

glaube an übernatürliche dinge und götter sind ein überbleibsel aus primitiven zeiten.
mit der heutigen wissenschaft, die auf die meisten fragen des alltags ne antwort liefert, scheint der glaube an diesen sch...sch...
schwachsinn :mrgreen: zum aussterben verurteilt zu sein. (will ich mal hoffen :twisted: )
...auf der Steuerflucht erschossen! :twisted:

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Chemienator
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Beitrag von Chemienator »

Ich würde von mir auch behaupten, dass ich es nicht bin.
In dem Punkt, dass der Glaube manchen Menschen, manchmal hilft, stimme ich Cyan zu.
Ob es einen Gott gibt kann ich nicht beurteilen, allerdings stellt sich nun auch die Frage, wie man Gott definiert.
Man kann nämlich nicht eindeutig sagen, wie viele ("elementare") Dinge entstanden sind.

Die Bezeichnung "Heilges Buch [...]" ist meiner Meinung nach unhaltbar, da, selbst wenn es einen Gott gibt, sie von Menschen entworfen wurde.
Außerdem ist das Wort "heilig" relativ, da Päpste nun echt, fast willkürlich, Jeden heilig ernennt^^
Was nicht heißen muss, dass Die Bibel [...etc.] Leuten nicht weitergeholfen hat.

Mein klarer Menschenverstand glaubt nicht an Übernatürliches, da (so weit ich weis) noch nichts übernatürliches eindeutig Beobachtet worden ist, was nicht mit Wissen bestätigt werden kann. Oft kann es auch Zufall sein, dass Dinge so merkwürdig sind, wie sie sind.

PS. Im übrigen bin ich der Meinung, dass "Gott" nicht ins Menschliche Geschehen eingreifen kann oder er dies zumindest nicht tut... [sonst müssten ja Dinge gegen die (normalen) Gesetze der Physik verstoßen, wenn Gott etwas verändern möchte]...

PS. ich will keine Kritik an Gläubigen ausüben.... also nicht gleich alle den armen Chemienator hängen^^

MollyMacGolly
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Beitrag von MollyMacGolly »

Ich betrachte die Erde, das Universum als einen Superorganismus von dem ich ein sinnvoller Teil bin und der mich auch als einen sinnvollen Teil erkennt, ich glaube es ist midestens so hirnig daran zu glauben, dass die Menschen das einzige Bewusstsein im irdischen Ökosystem (oder auch Universum) haben wie es ist, an einen externen Gott zu glauben, der von Prinzip her total willkürlich handeln könnte wenn er wollte. Dazu zählt übrigens auch der unter Computerfreaks aufkommende Glaube, alles sei "eine Simulation".
Allerdings hat der "Gott" (die Götter) an den viele Menschen glauben schon einen ganz schön starken Einfluss, zumindest mit dem World Trade Center hat einer davon vor ein paar Jahren heftig gewechselwirkt. Das Problem ist das eine Wirkung die über psychische Wege geht, von der aktuellen Wissenschaft nicht als echte WW gesehen wird. Obwohl sehr viele Dinge deswegen, auch in der "wirklichen" Welt passieren.
Auch die aktuelle Erderwärmung hat ursächlich psychischen Ursachen,wenn sie nicht gar direkte Folge von "Macht Euch die Erde untertan" ist, und damit tatsächlich des christlichen Gottes.
Will damit sagen, das auch Sachen, Dinge , Wesen, die "nur" in der "Psychosphäre" existieren auf eine eigene Weise Realität verändern können, ohne dabei übernatürliche Mittel in Anspruch zu nehmen.
Wir können nicht mal tracern, wie sie da eigentlich hinkommen....

Gruß Molly

magician4
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Wohnort: Hamburg

Beitrag von magician4 »

ich tu mich nicht leicht mit der antwort....

spontan, so "fuern alltag": nein, natuerlich net. aufgeklaert und wissenschaftlich gebildet hab ich weder mit nem alten mann mit langem bart der die dinge lenkt, noch mit sonst einer enitaet klassisch-religioeser provinienz irgendwas am hut. und auch die gesammelten new-age krankheiten von scientology ueber seelenwanderung und reincarnation bis ufos gehn mir herzhaft am a**** vorbei.

ich bin geboren worden und werde sterben, dies sind die singularitaetspole meines seins. dazwischen liegt eine spanne, die ich mehr oder weniger frei gestalten kann, und die ethisch moralischen prinzipien meines handelns ergeben sich fuer mich eben net aus verstaubten buechern durchgeknallter mysthiker und scharlatane, fortgetragen von fragwuerdigen institutionen diverser couleur, sondern sind meine verantwortung. und ja, mir ist klar, trotz alledem sind meine wurzeln in eben jener tradition. es ist net leicht aufgeklaert zu sein.

soweit so gut so easy.

wenn es dann aber an das eingemachte geht...

woran GLAUBE ich eigentlich?
ich glaube daran, dass es ausser der physikalischen realitaet nichts gibt, auch der gedanke, die phantasie, (...) sind nur im sinne hirnphysiologischer vorgaenge existent. ich glaube daran, dass wir in der lage sind, uns dieser physikalischen realitaet durch ein bestimmtes procedere der permanenten selbstkritik asymptotisch anzunaehern, karl popper sei dank. ich glaube an die absolutheit der grenze des ereignishorizonts, an der jede physikalische uebertpruefbarkeit endet. und ich sehe dass schon dies ein widerspruch in sich ist.

ich glaube an die plank-laenge und beschaeftige mich doch mit stringtheorie, zumindest nachrichtlich, und ich glaube fest daran dass die gesamtenergie des universums genau null ist. ich glaube an die selbstinstabilitaet des nichts, und an die autonome gueltigkeit der mathematik unabhaengig von einem universum auf die sie wirken kann. sie ist meine causa non prima causa, sie musste nicht entstehen, sie IST einfach.

ich glaube an die relativitaetstheorie, die ich verstehe, und an die quantenmechanik, von der ich etwas ahnung habe, und hoffe dass die theorien zur quantengravitation mir aus der zwickmuehle raushelfen dass quantenmechanik UND relativitaetstheorie so wie sie sind nicht beide gleichzeitig wahr sein koennen, wenn meine mathematik gilt.

ich sehe aus diesem weltbild keine moralisch-ethischen prinzipien ableitbar. ich bin jedoch der ansicht dass leben eine eher seltene sache ist, zumindest hier in der naehe, und dass dinge die das leben schuetzen und befoerdern zu unterstuetzen sind. dazu versuche ich ein wenig beizutagen, auch und gerade in der art wie ich meinen beruf ausuebe.


und wenn ich den ganzen samon irgend nem normalsterblichen erzaehle guckt der mich an....ich glaub "ich hab ein ufo gesehen und sie sind gruen -gelb gestreift" wuerde mir im allgemeinen mehr verstaendnis einbringen.

janu. bin ich religioes?

ingo

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