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Na, ist doch schon viel besser! Man sieht jetzt doch einige der Erythrozyten mit der normalen Form und ab und zu sieht man auch die bikonkave Form (z.B. 11.30).

Es sind immer noch ein Großteil der Erys zu Echinozyten (nicht Akanthozyten !!!) verformt. Ich muss das auch mal ausprobieren.

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Ja, das ist richtig. Ich habe es nun auch geschafft über ein paar Bluttropfen einen Keim auf Blutagar anzuzüchten. Zweifelsohne ergeben sich da Fragen zur sterilen Arbeit. Es handelt sich jedenfalls nicht um Staphylokokken und Anflugskeime habe ich auch so gut wie möglich ausgeschlossen. (Auf vier Bluttropfen immerhin morphologisch das gleiche Ergebnis.)
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Ich habe heute mal mit NaCl verdünntes Blut nativ mikroskopiert. Kein einziger Echinozyt. Irgendwas beeinflusst immer noch deine Präparate negativ.
Allerdings habe ich antikoaguliertes Blut genommen (mit EDTA).

Blut auf Agar übertragen, um dort etwas anzuzüchten, macht man im klinischen Labor nicht. Das ist viel viel viel zu kontaminationsempfindlich. Dafür gibt es spezielle Blutkulturflaschen, die mit streng steril entnommenem Venenblut beimpft werden. Aber das und die Bebrütung/Auswertung ist eine Wissenschaft für sich (die ich nicht beherrsche) und übersteigt die Möglichkeiten eines Heimlabors bei weitem.

Versuch erst mal, gute Blutausstriche zu machen und färbe sie.

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Ich habe gerade mal einige Zwischenfragn zur Behandlung mit EDTA beim Blut:

- Wird das Blut erst mit EDTA behandelt und dann verdünnt?
- Wie wird das Blut mit EDTA behandelt (mit ... Volumenanteil konz. EDTA versetzt...)?
- Kann man das EDTA auch der Kochsalzlösung zumischen, die man zum Verdünnen benutzt?


Rein vom Gefühl her würde ich eine isotonische Lösung von (EDTA + NaCl) in Wasser herstellen und dann in eine Fünf-Tropfen-Pfütze davon einen Tropfen Kapillarblut fallen lassen. Vermischen und gut is'. Die Lösung kann man ja in kleinen Gläschen sterilisiert lagern und immer ein Frisches für den jeweiligen Versuchstag benutzen.


Könnte man statt EDTA auch einen Zitrat-Puffer verwenden?
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IllumiNobel-Gewinner 2012

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Im Alltag wird Blut mit einer vorgefertigten Spritze abgenommen, in der einige Tropfen hochkonzentrierte EDTA-Lösung vorgelegt sind. Das macht keinen Verdünnungseffekt und stört die Isotonizität des Blutes nicht. Prinzipiell kann man natürlich auch Blut in einer isotonen Kochsalz-EDTA-Lösung verdünnen, so wie du es vorschlägst (macht aber keiner, weil native Untersuchungen an den Blutkörperchen eben nicht gemacht werden).

Um der Echinozytenbildung bei Bamboleos Präparaten nachzugenhen, habe ich mich geopfert Cool und mich in den Finger gestochen. In eine 20µl-Pipette habe ich erst geschätzte 4 µl meines kostbaren Kapillarblutes aufgezogen und dann isostone NaCl. Das ganze in ein Uhrglas ausgeblasen und gut vermischt. Dann einen Tropfen unter ein Deckglas und mikroskopiert:


Die Erys sind fast alle perfekt geformt. In der unteren Bildhälfte sieht man einige "hochkant" vorbeischwimmen. Rechts oben sieht man aber schon einen Echinozyten.

Dann habe ich nach 1/2 Stunde nochmal nachgeschaut, und dann sah das so aus:


Eindeutige Bildung von Echionozyten, vermutlich hervorgerufen durch langsames Verdunsten und dadurch Konzentrationserhöhung der NaCl-Lösung.
(Das war jetzt nicht-antikoaguliertes Blut, sehr schnell verarbeitet)

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EDIT: ich habe folgende Rezepturen in meinen Aufzeichnungen gefunden:

1. isotonische EDTA-Lösung:
Dinatrium-Ethylendiamintetraacetat-2-Hydrat
(Titriplex III) 1,1 g
Natriumchlorid p.a. 0,7 g
Aqua dest. ad 100,0 ml

2. isotonische Natriumzitratlösung:
Natriumzitrat-2-Hydrat 3,2 g
Aqua dest. ad 100,0 ml

Die Lösungen werden filtriert und müssen, sofern sie während der Punktion in einer Spritze vorgelegt werden sollen, in Ampullen oder Anstechflaschen abgefüllt und im Autoklaven sterilisiert werden (125°C für 40 Minuten). Wird das Antikoagulans im Uhrglas vorgelegt und das KM-Punktat hinzugespritzt, so ist Sterilisation nicht nötig. Da nicht sterilisierte Lösungen rasch mikrobiell kontaminiert werden bewahrt man sie im Kühlschrank auf und prüft vor der Anwendung auf etwa auftretende Trübungen.
Mischungsverhältnis: um Blut ungerinnbar zu mchen benötigt man mindestens 10% des Antikoagulans (9 ml Blut + 1 ml Antikoagulans). Für Knochemarkpunktat (höhere gerinnungsbereitschaft) die doppelte Menge. Natürlich kann man das Verhältnis unbedenklich umkehren (z.B. 9 Teile Antikoagulans + 1 Teil Blut).
Anm.: solche Lösungen sind auch steril in Ampullenform über die Apotheke erhältlich

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Wer kennt sich aus mit Blut?
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