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"Umgekehrte Wahrnehmung"
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Heute im Bio-Unterricht ist mehr per Zufall eine lustige und zugleich interessante Entdeckung gemacht worden.
Wir wollten die Abhängigkeit der Photosynthese von der Lichtintensität sowie der Lichtwellenlänge "untersuchen". Dazu verwendeten wir u.a. Blau-, Orange- und Rotfilter für Diaprojektoren.
Einer Schülerin ist beim Betrachten der Filter aufgefallen, dass wenn man das eine Auge mit dem blauen Filter und das andere Auge mit dem roten Filter "zuhält", man auf der entsprechend anderen Seite die jeweilige Farbe sieht, wenn die Filter nahe genug bei einander sind.
Man sieht dann links blau und rechts rot, obwohl das rechte Auge mit dem Blau-Filter und das linke mit dem Rot-Filter bedeckt war.
Wenn man die Filter weiter voneinander wegbewegt (~1,5cm Abstand), sieht man die Farben wieder auf der richtigen Seite.

Bei ungefähr 3/4 des Kurses trat dieses Phänomen auf, jedoch konnte sich auch mein -sonst wirklich kompetenter- Biolehrer die Beobachtung nicht erklären.

Probiert es mal aus! Habt ihr eine Idee womit diese Farbüberkreuzung, wie ich es mal nenne, zusammenhängen könnte? Würde mich doch stark interessieren.

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Wenn mich nicht alles täuscht, dann siehst du jeweils mit der entgegengesetzte Hirnhälfte. Also linkes Auge rechte seite und umgekehrt.
Ich könnt mir jetzt vorstellen dass dein Gehirn aus den unterschiedlichen Signalen dies so zusammensetzt.

Ich gehe mal davon aus, dass jeder Schüler die Farbfolien selbst gehalten hat.
Info im Hirn, linke Hand rot, rechte Hand blau, linkes Auge rot, rechtes Auge blau.
Da nun aber die Infos der Hände zu den Infos der Augen vertauscht sind, könnte dies unter Umständen zu der Verwechselung beigetragen haben.


Ist nur eine Vermutung von mir, zumal ich SOOO psychologisch nicht geschult bin, würde mir nur so einleuchten.+#

Für bessere Vorschläge bin ich offen

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Meines Wissen werden aber linkes Auge UND linke Hand von der rechten Hälfte verarbeitet, ebenso wie rechte Hand und rechtes Auge von der Linken Hälfte.
Ich hab leider jetzt keine Farbfolien zur Hand, würde mich aber trotzdem mal interessieren, und werde ich auch bei Gelegenheit mal testen.
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Hat sonst keiner eine Idee? Was ist denn mit den ganzen Biologen? Lars, Tim, Jan primus secundusque!?

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Das klingt nach einer Adaption durch das Gehirn. Um da mehr drüber sagen zu können wäre es pima wenn Du die genauen Bedingungen noch etwas präzisieren könntest. Einen ähnlichen Effekt kenn ich von den alten 3D Brillen mit rot und grün Filter. Ich denke, das dieses Phänomen in eine Ähnliche Richtung gehen wird.

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Also es herrschten normale Lichtverhältnisse. Der runde Filter hatte einen Durchmesser von etwa 3cm und war in ein schwarzes Plastikquadrat (insgesamt eine Seitenlänge von ~4cm) gerahmt.
Keiner derjenigen trug eine Brille, weder die, bei denen das Phänomen auftrat noch die, bei denen es nicht auftrat. Wenn man die eingefassten Filter dann dicht (<0,5cm) beieinander vor die Augen hielt, trat das Phänomen auf, bei größerem Abstand verschwand es und die Farben waren auf der richtigen Seite zu erkennen.
Der Auge - Filter-Abstand betrug immer um die 1,5cm.

Ich hoffe das hilft weiter.

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Hab noch eine Frage zum Gehirn und möchte keine neues Thema erstellen.
Ich hatte dieses Jahr eine Vorlesung in allgemeiner Medizin (für Ing.) und wir kamen auch auf die Broca und Wernicke Regionen, welche für die motorische und auditorische Sprachverarbeitung zuständig sind. Bei Rechtshändern befinden diese sich in der Großhirnrinde der linken Hemisphäre. Weiß jemand was sich an den entsprechenden Stellen des Hirns in der rechten Hemisphäre befindet?
Oft sind ja motorische Zentren rechts wie links vorhanden, und steuern die entsprechende Körperhälfte, hier scheint dies aber so nicht zu stimmen...
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Timmopheus hat Folgendes geschrieben:
Hab noch eine Frage zum Gehirn und möchte keine neues Thema erstellen.
Ich hatte dieses Jahr eine Vorlesung in allgemeiner Medizin (für Ing.) und wir kamen auch auf die Broca und Wernicke Regionen, welche für die motorische und auditorische Sprachverarbeitung zuständig sind. Bei Rechtshändern befinden diese sich in der Großhirnrinde der linken Hemisphäre. Weiß jemand was sich an den entsprechenden Stellen des Hirns in der rechten Hemisphäre befindet?
Oft sind ja motorische Zentren rechts wie links vorhanden, und steuern die entsprechende Körperhälfte, hier scheint dies aber so nicht zu stimmen...

Das weiß ich jetzt aus dem Stegreif nicht, aber die Sprachzentren befinden sich nicht nur bei Rechtshändern in der linken Hemisphäre sondern auch bei Linkshändern.

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Die Entsprechung des Wernicke-Areals verarbeitet ebenfalls auditorische Reize, nur eben nicht mit der gleichen Gewichtung auf Spracherkennung. Was sich normalerweise gegenüber befindet weiß ich auch nicht, aber ich kenne einen Fall, wo ob eines frühkindlich zerstörten Broca-Areals ungefähr diese Regionen der anderen Hemisphäre eingesprungen sind und die entsprechenden Aufgben übernommen hat.

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Zur usprünglichen Frage zurückkehrend: tritt der Effekt sofort auf, oder erst nachdem etwas Zeit vergangen ist? Letzteres würde für eine Ermüdung der Zapfen der entsprechenden Farbe sprechen, was dann den kompensatorischen Farbeindruck in der Komplementärfarbe ergibt. Ein ähnliches Phänomen beobachtet man, wenn man lange auf eine knallrote Fläche und danach auf ein weißes Blatt Papier schaut: das weiße Blatt sieht dann grün aus.

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