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Tutorial Dünnschichtchromatographie (DC)
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Einführung in die Dünnschichtchromatographie (DC)

Die Dünnschichtchromatographie (DC) – das englische Kürzel lautet TLC (thin layer chromatography) - ist ein elegantes und mit relativ einfachen Mitteln durchführbares Verfahren zur Trennung von Stoffgemischen. Sie wird meistens zu analytischen Zwecken, gelegentlich aber auch zur präparativen Isolierung von Stoffen genutzt. Wie der griechische Name sagt (χρωμα - "chroma" = Farbe / γραφειν - "graphein" = schreiben) wurde die Chromatographie zuerst an der Auftrennung farbiger Substanzen entdeckt, und zwar von dem russischen Botaniker Tswett (1909), der die Blattfarbstoffe in einer mit Calciumcarbonat gefüllten Säule auftrennte. Die ersten DCs im heutigen Sinne wurden um 1950 auf mit Sorptionsmitteln beschichteten Objektträgern durchgeführt.

Hier soll nur die analytische DC besprochen werden. Sie wird im Wesentlichen zu drei Zwecken eingesetzt:

1. zur Prüfung der Reinheit einer Substanz, z.B. in der präparativen Chemie. Die Pharmakopöe schreibt eine DC oft zur Prüfung der Identität und Reinheit von Arzneistoffen vor.
2. zur Identifizierung oder zum Nachweis einer Substanz. Hier ist die DC sowohl ein außerordentlich sensibles als auch spezifisches analytisches Verfahren. Z.B. kann Koffein in Softdrinks oder es können Pflanzenschutzmittel in Drogenmaterial nachgewiesen werden.
3. zur Identifizierung oder Charakterisierung eines Stoffgemisches als Ganzem. In der Pharmazie wird die DC oft verwendet um Drogen zu identifizieren, z.B. anhand eines typischen Musters der enthaltenen Flavonoide. Technische Produkte können mittels DC auf konstante Zusammensetzung kontrolliert werden.


1. Grundlagen:

1.1 Prinzip:

Die Chromatographie beruht darauf, dass Moleküle, an einen Feststoff (Sorbens) adsorbiert, von einer darüberströmenden Flüssigkeit (oder - bei der Gaschromatografie, GC - einem Gas) verschieden schnell mitgerissen werden. Das Sorbens stellt die stationäre Phase dar, während die Flüssigkeit (oder das Gas, aber die GC soll uns hier nicht weiter beschäftigen) die mobile Phase ist. In der DC wird die mobile Phase meistens als Fließmittel oder Laufmittel bezeichnet.

Wie gut sich ein Stoffgemisch auftrennen lässt, hängt davon ab, wie die Wechselwirkungen zwischen seinen Bestandteilen und der stationären und mobilen Phase ablaufen. Peter Pachaly (s. Literatur) hat sich hierfür ein anschauliches Analogbeispiel ausgedacht, das zwar einige Klischees bedient, an dem dieses Prinzip aber gut erklärt werden kann:


(Abb. aus Pachaly, s. Literatur)

Eine Reisegruppe, bestehend aus Familien mit Kindern besucht eine malerische Stadt, die eine berühmte Einkaufsstraße hat. Das Besondere an dieser Straße ist, dass die Besucher auf einem Rollband durch die Straße gefahren werden, das sie zum Besuch der Geschäfte mit einem einfachen Schritt zur Seite verlassen können. Später steigen sie auf das Rollband zurück und lassen sich weiterfahren, bis sie wieder ein interessantes Geschäft entdecken und so weiter. Nach einiger Zeit ist die anfangs homogene Reisegruppe in mehrere Teile aufgetrennt:
Der Reiseführer war schon x-mal hier, kennt die Geschäfte in- und auswendig und verlässt das Rollband gar nicht. Er kommt am schnellsten am anderen Ende der Straße an.
Die Kinder finden den Ausflug toll, aber vor allem wegen des Rollbandes. Die Geschäfte interessieren sie nicht und sie verlassen dass Rollband kaum. Sie sind nach dem Reiseführer die am schnellsten vorwärtstransportierte Gruppe.
Die Damen der Reisegruppe sind von den zahlreichen Modeläden links und rechts das Rollbandes begeistert, verlassen es häufig und bringen viel Zeit in den Läden zu. Sie kommen am langsamsten voran. Die Männer sind zwar auch an einigen Geschäften interessiert, aber wesentlich weniger als die Damen. Die Geschwindigkeit mit der sie vorankommen liegt zwischen der der Kinder und der ihrer Frauen. Wenn der Reiseführer am Ende der Straße angelangt ist, befindet sich die Gruppe der Kinder dicht hinter ihm. In einigem Abstand, etwa in der Mitte der Straße, folgen die Männer, während die Gruppe der Frauen erst etwa 1/4 der Strecke hinter sich gelassen hat.

Übertragen auf die Chromatographie stellt das Rollband die mobile Phase und der Reiseführer die Laufmittelfront dar. Die Geschäfte sind der stationären Phase analog. Die Reisegruppe ist das Stoffgemisch, das anhand von kontinuierlichen Adsorptions- und Desorptionsvorgängen (dem Verlassen und Betreten des Rollbandes) im Laufe der Zeit in seine Bestandteile aufgetrennt wird. Es liegt auf der Hand, dass stationäre und mobile Phase sich nach der Zusammensetzung und den Eigenschaften des zu trennenden Stoffgemisches richten müssen. Würde man eine aus gebrechlichen alten Damen und Herren bestehende Reisegruppe durch unsere Straße schicken, so würden diese sich wahrscheinlich freuen, bequem vorwärtszukommen - und das Rollband gar nicht verlassen (keine Adsorption an die stationäre Phase). Es träte kein chromatographischer Trenneffekt ein.


1.2 Allgemeines Vorgehen:

Bei der DC wird das zu trennende Gemisch nahe dem Rand der mit dem Sorbens beschichteten Platte oder Folie aufgetragen und diese dann in ein Gefäß gestellt, das mit Laufmittel beschickt ist. Das Laufmittel dringt durch die Kapillarwirkung in die Sorbensschicht ein und transportiert dabei die aufgetragenen Substanzen in Fließrichtung mit. Diesen Vorgang bezeichnet man als Entwickeln des Chromatogramms (“Entwickeln“ hat hier also nicht die sonst geläufige Bedeutung, ein unsichtbares Bild sichtbar zu machen!) und das Gefäß wird Entwicklungsgefäß, Trennkammer oder schlicht Kammer genannt. Nach dem Entwickeln sind die Komponenten des Stoffgemisches in distinkten Flecken längs der Laufrichtung über die Laufrichtung verteilt. Man lässt die Platte trocknen und macht die Substanzen auf dem Chromatogramm mit einem geeigneten Verfahren sichtbar. Dieser Schritt wird Detektion genannt.

Zur Auswertung des Chromatogramms wird der sogenannte Retentionsfaktor (Rf) ermittelt. Der Rf-Wert ist derjenige Anteil der Laufstrecke, den eine Substanz während des Entwickelns zurückgelegt hat. Er berechnet sich ganz einfach als Quotient aus dem Abstand des Substanzfleckes und dem Abstand der Laufmittelfront zum Startpunkt, an dem das Substanzgemisch aufgetragen wurde:


(Abb. aus Pachaly, s. Literatur)

Es liegt auf der Hand, daß Rf nur Werte von 0 bis 1 annehmen kann. Der Rf-Wert ist für ein gegebenens System unter kontrollierten Bedingungen eine stoffspezifische Konstante. Leider sind die Werte nur schwer zuverlässig zu reproduzieren (dazu mehr weiter unten). In der Regel führt man deshalb auf dem Chromatogramm eine oder mehrere Referenzsubstanzen mit, die mit den zu detektierenden Substanzen identisch sind. Der Fleck der Analysensubstanz muss dann auf derselben Höhe liegen, wie der der Referenzsubstanz. In manchen Fällen wird eine Referenzsubstanz gewählt, die eine bestimmte Position relativ zur Analysensubstanz einnimmt. In diesem Falle kann man das Verhältnis der Laufstrecken von Referenzsubstanz dst und Analysensubstanz ds berechenen (Rst-Wert). Leider unterliegt dieser Wert ebenfalls erheblichen Schwankungen, so dass man damit nicht viel gewinnt. Im Allgemeinen wird man keine exakte Reproduzierbarkeit von Literaturwerten anstreben, sondern sich - unter Einbeziehung der Referenzsubstanzen - auf die qualitative Auswertung des DC-Bildes verlassen.


1.3 Faktoren die die Wanderungsgeschwindigkeit einer Substanz beeinflussen:

Im chromatographischen System kommen vor allem zwei Wechselwirkungen zwischen der Substanz und der stationären Phase zum Tragen: Adsorptionsprozesse und Verteilungsprozesse. Bei der klassischen DC hat die stationäre Phase mehr oder weniger ausgeprägt hydrophile Eigenschaften, während die mobile Phase demgegenüber lipophil ist. Wenn - in seltenen Fällen - eine hydrophobe stationäre Phase und ein hydrophiles Laufmittel gewählt wird, spricht man von Phasenumkehr (reverse-phase thin-layer chromatography, RP-TLC).

Adsorptionsprozesse beruhen auf Wechselwirkungen mit dem Feststoff der stationären Phase und hängen von Faktoren wie der Molekülgröße der zu trennenden Stoffe und der Porengröße und Oberflächenladung des Sorbens ab - ähnlich der Adsorption vom Substanzen an Aktivkohle.
Verteilungsprozesse kommen dadurch zustande, dass sich Teile des Fließmittels - und zwar bei Fließmittelgemischen die polaren Bestandteile - an das Sorbens binden und dort eine flüssige stationäre Phase ausbilden. Die zu trennenden Substanzen lösen sich , entsprechend dem Nernst’schen Verteilungsgesetz, in der flüssigen stationären Phase. Es bildet sich ein lokales Verteilungsgleichgewicht aus, das von der von der mobilen Phase immer wieder gestört wird. Die adsorbierte bzw. gelöste Substanz wird wieder ausgewaschen und weitertransportiert. Unpolare Substanzen zeigen deshalb eine höhere Wanderungsgeschwindigkeit (höhere Rf-Werte) als polare Substanzen.
Ist die Menge an Substanz zu groß, so tritt eine Sättigung ein und es kann kein Gleichgewicht zwischen mobiler und stationärer Phase mehr entstehen. Die überschüssige Substanz wird, ohne adsorbiert zu werden, vom Laufmittel weitertransportiert, so dass der Substanzfleck wird in die Länge gezogen wird - er “verschmiert“. Zu hohe Mengen von Analyten sind daher tunlichst zu vermeiden.

Für die Beschreibung der Vorgänge bei der DC gibt es verschiedene mathematische Modelle. Interessierte finden eine gute Zusammenfassung bei Kraus et al (s. Literaturliste)


1.3.1 stationäre Phase:

Wie stark eine Substanz an die stationäre Phase adsorbiert wird hängt ab von:

- der Art des Sorbens (durch Wechselwirkungen zwischen den Molekülen der Substanz und denen des Sorbens)
- der Korngröße und der Größe der Poren im Sorbens (je geringer die Korngröße, desto besser ist die Trennleistung (high-performance-TLC = HPTLC-Platten haben eine Korngröße von 5 µm, normale Kieselgelplatten von 10-12 µm)
- der sogen. Aktivität des Sorbens. Damit ist gemeint, wie stark die stationäre Phase die zu trennenden Stoffe bindet. Hohe Aktivität führt zu niedrigen Rf-Werten und umgekehrt. Die Aktivität geht also nicht der Trennleistung parallel, sondern es kommt auf die Aufgabenstellung an, wie “aktiv“ man seine stationäre Phase haben will!

In der DC wird fast immer Kieselgel eingesetzt, das ein nahezu universelles Sorbens ist. Seltener und nur für bestimmte Zwecke werden mit Aluminiumoxid oder Cellulose (für stark polare Substanzen) beschichtete Folien und Platten verwendet (die Celluloseplatten entsprechen in ihrem Verhalten weitgehend der Papierchromatographie). Ganz selten kommen weitere Sorbentien zum Einsatz (Polyamid, Acetylcellulose, modifizierte Kieselgele). In der analytischen DC sind die Sorbensschichten sehr dünn (0,25 mm) um eine rasche Einstellung der Gleichgewichtsprozesse und eine kurze Entwicklungszeit zu gewährleisten. In der präparativen DC werden dickere Schichten eingesetzt, um größere Stoffmengen trennen zu können.

Kieselgel ist eine polymere Kieselsäure, die an der Oberfläche freie SiOH-Gruppen trägt, welche über Wasserstoffbrückenbindungen mit anderen Molekülen in Wechselwirkung treten können. Seitdem die Herstellung standardisiert ist, sind die Eigenschaften der DC-Fertigfolien konstant reproduzierbar. Dem Kieselgel wird häufig Gips zugesetzt, um die mechanische Haltbarkeit der Sorptionsschicht zu verbessern, was durch den Buchstaben G angegeben wird. Eine nachfolgende Zahl gibt die durchschnittliche Porengröße in Angström an (1 Angström = 0,1 nm). Schließlich enthält die Beschichtung in der Regel einen anorganischen Fluoreszenzfarbstoff (Mn-aktiviertes Zinksilikat), der im UV-Licht bei einer Wellenlänge von 254 nm grün aufleuchtet. Dieser Zusatz wird durch die Kennzeichnung F254 verdeutlicht.


1.3.2 mobile Phase:

wie schnell eine Substanz von der mobilen Phase transportiert wird hängt ab von:

- der Fließgeschwindigkeit (die wiederum von der Viskosität und damit von der Temperatur abhängig ist)
- der Elutionskraft des Laufmittels, also der Fähigkeit, die adsorbierten Moleküle aus der stationären Phase auszuwaschen. Die Elutionskraft ist in der Regel proportional zur Polarität des Eluens.


(Tabelle aus Pachaly, s. Literatur)

Das passende Laufmittel (-gemisch) für ein gegebenes Trennungsproblem zu finden, ist - trotz allem theoretischem Verständnis der sich in der Chromatographie abspielenden Vorgänge - ein weitgehend empirischer Prozess. Am höchsten ist die Trennleistung im mittleren Rf-Bereich. Nahe des Startpunktes und nahe der Laufmittelfront nimmt sie ab. Das System sollte daher so gewählt werden. dass die Rf-Werte nicht unter 0,2 und nicht über 0,8 liegen. Allgemein lassen sich unpolare Stoffe besser mit lipophilen Laufmitteln an aktiven stationären Phasen trennen (Beispiel: Toluol-Dichlormethan zur Trennung von Terpenen in etherischen Ölen). Umgekehrt trennt man polare Substanzen besser mit einem polaren Laufmittel an inaktiven Schichten (Beispiel: Ethylacetat-Methanol-Wasser zur Trennung von Purinalkaloiden). Kleine Zusätze polarer Komponenten erhöhen die Polarität des Laufmittels oft unproportional. Ein Zusatz von Wasser setzt die Aktivität der Kieselgelschicht herab.


1.3.3 Verdampfungsvorgänge, Kammersättigung

Beim Entwickeln eines Chromatogrammes in einer Trennkammer spielen sich viele komplex miteinander interagierende Vorgänge ab. Nicht nur die Analysensubstanz, sondern auch das Fließmittelgemisch tritt mit der stationären Phase in Wechselwirkung und wird während des Entwickelns mehr oder weniger stark aufgetrennt. Einfach gesagt ist die Zusammensetzung der mobilen Phase an der Front eine andere als am Startpunkt.

Daneben steht die Flüssigkeitsschicht auf dem Sorbens auch mit der Luft der Trennkammer in Wechselwirkung. Anteile des Laufmittels verdampfen, und bei Laufmittelgemischen verdampfen natürlich zuerst die niedrig siedenden Bestandteile. Dadurch reichern sich hochsiedende Anteile in der mobilen Phase an, was die Zusammensetzung der Laufmittelfront ebenfalls verändert. Außerdem fließt mehr Laufmittel durch die Schicht und die Rf-Werte erhöhen sich. Diese Effekte sind schlecht zu standardisieren und bewirken eine erhebliche Variabilität der Ergebnisse. Ihr Einfluss wird vermindert, wenn man - wie es üblicherweise geschieht - bei Kammersättigung entwickelt. Kammersättigung bedeutet, dass die Luft in der Kammer bereits mit Fließmitteldämpfen gesättigt ist, wenn die DC-Folie eingestellt wird. Praktisch erreicht man das, indem man die Innenwände der Trennkammer mit Fließpapier belegt, und vor der Entwicklung einige Zeit verschlossen stehen lässt. Umgekehrt kann es zur besseren Auftrennung mancher Stoffgemische ratsam sein, ohne Kammersättigung zu entwickeln, vor allem, wenn die Rf-Werte klein sind und nahe beieinander liegen. Man erreicht dadurch größere Laufstrecken und eine bessere Trennung, doch sind die Ergebnisse noch schlechter reproduzierbar als ohnehin.


(Abb. aus Pachaly, s. Literatur)

Nicht selten bildet sich auf der Sorbensschicht im Fließmittel eine distinkte Trennlinie aus, die beta-Front genannt wird (die alpha-Front ist die sichtbarer Fließmittelfront). Bei komplexen Gemischen können sich weitere (gamma-, delta-) Fronten bilden . In der Regel wird dieser Vorgang nicht bemerkt und muss auch nicht störend sein. Manchmal macht sich eine beta-Front als horizontale Linie im Chromatogramm bemerkbar. Läuft eine Substanz nahe der beta-Front so kann man das an einer linsenförmigen Verformung des ursprünglich runden Fleckes bemerken. Manchmal wird die Substanz in zwei Flecken aufgespalten und so eine Verunreinigung vorgetäuscht.


(Abb. aus Pachaly, s. Literatur)


beta-Front bei der DC von Tabakextrakten. Man beachte, dass die beta-Front gekrümmt verläuft, obwohl die Laufmittelfront ganz horiziontal ist! Als Laufmittel war hier Dichlormethan-Methanol-Ammoniak verwendet worden

Alle diese Prozesse führen dazu, dass sich die Zusammensetzung des Laufmittels – auch des am Boden der DC-Kammer verbleibenden Restes – im Verlaufe der DC ändert. Es muss daher vor jeder neuen Entwicklung die Kammer mit frischem Laufmittel beschickt werden (“Jede DC-Folie hat das Recht auf frisches Laufmittel“). In der Praxis nimmt man das nicht immer so genau, insbesondere wenn es nicht auf eine strenge Vergleichbarkeit ankommt (z.B. um festzustellen, ob eine Substanz nach dem Umkristallisieren noch Begleitstoffe enthält). Man beobachtet dann oft, dass die Rf-Werte mit jedem neuen Durchgang kleiner werden.


1.3.4 Vorbeladung und Aktivität der stationären Phase:

Eine wichtige Rolle spielt auch die sogenannte Vorbeladung der stationären Phase. Darunter versteht man die (teilweise) Sättigung des Sorbens durch Substanzen, die seine Adsorptionseigenschaft verändern. In der Praxis wirkt sich hier ganz besonders die relative Luftfeuchte aus. Liegen Kieselgelfolien offen an der Luft (wie es unvermeidlich ist, wenn man die aufgetragenen Probelösungen trocknen lässt), so stellt sich schon nach 3-5 Minuten ein Gleichgewicht zwischen der Luftfeuchte und der Sättigung der Sorbensschicht mit Wasser ein. Als stark polare Substanz setzt das Wasser die Sorptionsfähigkeit des Kieselgels für unpolare Substanzen stark herab. Die Schicht wird teilweise “desaktiviert“. In älteren Anleitungen findet man gelegentlich den Hinweis, man sollte DC-Platten vor Gebrauch durch Erhitzen auf 105 °C “aktivieren“, indem gebundenes Wasser ausgetrieben wird. Davon wird heute kaum mehr Gebrauch gemacht und zwar aus zwei Gründen: erstens geschieht die Wiederbeladung der Schicht mit Wasserdampf bei Zimmertemperatur sehr schnell, und zweitens wird das adsorbierte Wasser beim Arbeiten bei Kammersättigung teilweise durch den Dampf des Laufmittels verdrängt und die Schicht somit von selbst reaktiviert. Allerdings hat die Luftfeuchte einen erheblichen Einfluss auf die Rf-Werte und sollte daher berücksichtigt werden, insbesondere wenn man keine Referenzsubstanz zur Hand hat und gezwungen ist, die gefundenen Werte mit Literaturangaben zu vergleichen. Regel: je höher die (relative) Luftfeuchte, desto höher die Rf-Werte.
Aus der hohen Affinität des Kieselgels für alle möglichen Dämpfe folgt, dass DC-Folien und Platte luftdicht verpackt aufbewahrt werden müssen und insbesondere nicht längere Zeit der Laborluft ausgesetzt werden dürfen.


2. Material und Ausrüstung:

DC-Folien bestehen aus einer Trägerfolie (meist Aluminium, bei Cellulose auch Kunststoff), auf die das Sorbens in dünner Schicht aufgebracht ist. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich. Während früher oft große Folien (20 x 20 cm) verwendet wurden, die zur Entwicklung große Trennkammern und eine beträchtliche Menge Laufmittel benötigten, hat sich für analytische Zwecke heute die sog. Mikro-DC durchgesetzt. Hier sind die verwendeten Folien 5 x 10 cm groß oder noch kleiner.
Zunächst wird man sich daher Kieselgel G 60 F254-Folien von 5 x 10 oder 4 x 8 cm Größe anschaffen.
Größere Folien (gängig sind 20 x 20 cm) kann man passend zurechtschneiden. Beim Zerschneiden ist darauf zu achten, daß die Kanten möglichst glatt werden und die Sorbensschicht nicht verzogen oder beschädigt wird, weil sonst das Laufmittel ungleichmäßig aufsteigt. Man ritzt zunächst mit einem spitzen Gegenstand (Bleistift) die Kieselgelschicht ein und schneidet dann mit einer scharfen Schere quasi nur noch die Aluminiumfolie durch. Auf diese Weise erhält man aus einer Folie 20 x 20 cm z.B. Folien von 6 - 7 cm Höhe, die gut in einer Färbeküvette als Trennkammer eingestellt werden können. Wenn die Ecken der Folien beschädigt sind steigt das Laufmittel dort ebenfalls zu schnell auf. Man versäubert die Ecken einfach, indem man sie auf wenige mm schräg abschneidet.


DC-Grundausrüstung

Als Trennkammern haben sich Marmeladengläser mit Schaubdeckel bewährt. Ihre Größe wird so gewählt, daß die Folie eben der Breite nach in die Öffnung passt. Dadurch wird die Folie senkrecht gehalten, kann nicht umfallen und liegt nicht an der Gefäßwand an, was für ein gleichmäßiges Aufsteigen des Laufmittels sehr wichtig ist.
Zum Auftragen der Proben auf die DC-Folie ist eine µl-Pipette vorteilhaft, am besten eine verstellbare mit der man 1-20 µl pipettieren kann. Alternativ können Glaskapillaren oder feine Schmelzpunktkapillaren verwendet werden. Diese haben aber den Nachteil, daß der Austritt der Flüssigkeit schwer zu regulieren ist und man die Sorbensschicht damit leicht zerkratzt. Natürlich gibt es spezielle Auftragegeräte, die sehr teuer und meist entbehrlich sind.
Wenn es auf luftdichten Abschluss und exakte Kammersättigung nicht so ankommt und man andererseits schnell und Laufmittel-sparend arbeiten will (z.B. bei der DC-Kontrolle der Reinheit von Syntheseprodukten) sind Färbeküvetten aus Glas als Trennkammern sehr nützlich. Die Folien dürfen nicht höher sein, als ein Ojektträger lang ist und werden nicht in die Rillen, sondern quer dazu in die Kammer eingestellt. Wenige Milliliter Laufmittel sind ausreichend, um den Boden der Kammer 5 mm hoch zu bedecken.


Färbeküvetten (Bild: Carl Roth Laborbedarf)

Ebenso gibt es speziell für das Besprühen der DC-Folien gedachte Vernebler, die einen besonders feinen und gleichmäßigen Sprühnebel erzeugen. Für den “Hausgebrauch“ sind einfache Zerstäuber, wie sie in jeder Apotheke in verschiedenen Größen zu kaufen sind, aber ebenfalls geeignet. Die Zerstäuberköpfe müssen nach Gebrauch gut gereinigt werden. Am besten verwendet man ein und denselben Zerstäuber immer für das gleiche Sprühreagenz. Zum Besprühen stellt man die Folien in eine Sprühkammer, am einfachsten eine mit etwas saugfähigem Papier (Küchenkrepp) ausgekleidete Plastikschale oder -schüssel. Das Besprühen wird idealerweise unter dem Abzug vorgenommen, insbesondere wenn das Sprühreagenz gesundheitsschädliche Bestandteile enthält. Professionelle Sprühkammern enthalten die Absaugvorrichtung gleich integriert.


improvisierte Sprühkammer

In manchen Fällen muss die Folie anschließend für einen kurzen Zeitraum auf eine bestimmt Temperatur erhitzt werden (meist ca. 100 °C). Dafür gibt es spezielle Heizplatten, es eignet sich aber auch ein kleiner Tischofen. Auch eine Heizplatte mit Thermostat kann verwendet werden.

Für die Fluoreszenzanalyse benötigt man eine UV-Quelle, die langwelliges (365 nm) und kurzwelliges (254 nm) UV-Licht ausstrahlt. Die entsprechenden Analysenlampen sind sehr teuer. Als Quelle langwelligen UV-Lichtes kann man sehr gut einen billigen Geldscheinprüfer verwenden. Für kurzwelliges UV werden sogenannte “UV-C-Analysenlampen“ preisgünstig angeboten. Diese haben keinen Filter und strahlen daher nicht nur UV einer definierten Wellenlänge ab. Außerdem haben sie oft keine Verblendung. Kurzwelliges UV-Licht erscheint zwar nicht hell, ist jedoch ausgeprochen schädlich für die Netzhaut! Man vermeide es daher unbedingt, in die eingeschaltete Lampe zu blicken. Das Tragen einer Schutzbrille ist empfehlenswert.

Es empfiehlt sich - insbesondere zur Fluoreszenzanalyse, aber auch bei den oft nicht beständigen Farbreaktionen, die durch Sprühreagenzien erzeugt werden - die DC-Folien zu fotografieren (einfache Digitalkamera an einem Stativ befestigt, mit Selbstauslöser).

Daneben benötigt man eine Analysenwaage und kleine, verschließbare Gläschen zur Herstellung der Untersuchungs- und Referenzlösungen, Messzylinder und Pipetten verschiedener Größe zum Abmessen der Laufmittelkomponenten und ein geeignetes Mischgefäß. Zur Kontrolle der relativen Feuchte der Luft sollte ein Hygrometer im Labor hängen.


3. praktische Durchführung:

3.1 Probenvorbereitung

In der analytischen DC kommen in der Regel Substanzmengen in der Größenordnung von 0,5-5 µg zum Einsatz. Das bedeutet, daß man von ca. 0,1 % igen Lösungen ausgeht und von diesen 1-5 µl auf den Startpunkt aufträgt. Wenn Substanzen unbekannten Zusammensetzung analysiert werden, muss die Konzentration der Untersuchungslösung abgeschätzt werden. Ist der zu erwartende Gehalt deutlich niedriger als 0,1 % so kann man ein größeres Volumen verwenden (z.B. bei Drogenextrakten bis 20 µl). Zu große Mengen führen zum Verschmieren der Flecke und einer ungenügenden Trennleistung. Die DC-Folien dürfen nur an den Rändern angefasst werden, einmal um die Beschichtung nicht zu beschädigen, zum anderen um Verunreinigung der Platten durch Schweiß zu vermeiden. Man legt sie auf eine saubere, glatte Unterlage und markiert die Auftragpunkte mit einem mittelweichen Bleistift 0,8 - 1 cm parallel zu einer der Schmalseiten (Zeichendreieck verwenden!) ohne die Sorbensschicht zu zerkratzen. Es wird nicht empfohlen, eine durchgehende Startlinie zu ziehen (meine persönliche Erfahrung ist aber, dass das nicht besonders stört). Auf die Starkpunkte werden dann die Analysenlösungen und Referenzen aufgetragen.


Auftragen der Analysenlösungen

Beim Auftragen zerläuft die Lösung etwas in der Schicht. Man wartet, bis das Lösungsmittel verdunstet ist und trägt dann weitere Lösung auf. Achtung! Pusten (damit das Lömi schneller verdampft) inaktiviert die Schicht, da die Atemluft eine hohe relative Feuchte aufweist! Lieber einen Fön verwenden. Die Flecke sollen möglichst klein bleiben, der Abstand zwischen ihnen (und zu den Rändern der Platte) soll mindestens 5 - 6 mm betragen. Üblicherweise trägt man die Substanzen im Abstand von 7,5 - 10 mm auf. Auf diese Weise kann man auf eine Folie mit 5 cm Kantenlänge maximal 5 Proben auftragen. An der oberen Kante der Folie beschriftet man die einzelnen Bahnen, so dass später eine eindeutige Zuordnung möglich wird. Die Platten lässt man an der Luft trocknen, was je nach Lösungsmittel 10 - 30 Minuten in Anspruch nimmt. Zum Versuchsprotokoll gehört es auch, die aktuelle relative Feuchte der Luft zu notieren (Hygrometer!).


3.2. Entwickeln:

Während die Platten trocknen, bereitet man die Trennkammer(n) vor. Das Laufmittel kann gleich in der Trennkammer gemischt werden, ein “Standard-Marmeladenglas“ benötigt ca. 15-20 ml. Ich ziehe aber zum Mischen ein separates Gefäß vor. Die Komponenten werden einzeln abgemessen und in das Mischgefäß gegeben. Es ist nicht statthaft, sie nacheinander in einen großen Messzylinder zu geben, weil hier durch die Volumenkontraktion Fehler in der Zusammensetzung resultieren können! Laufmittelgemische dürfen nicht aufbewahrt werden, weil sich ihre Eigenschaften mit der Zeit häufig durch chemische Reaktionen der Komponenten untereinander verändern.

Die Trennkammer wird innen mit einem breiten Streifen saugfähigen Papiers (ein 4 - 5 cm breiter Streifen Küchenkrepp) ausgelegt. Nach Benetzung mit dem Laufmittel haftet der Papierstreifen von selbst an der Glasinnenwand. Die Kammer wird dann mit so viel Laufmittel beschickt, dass der Boden allseits mindestens 5 mm hoch davon bedeckt ist. Andersherum gesagt: die DC-Folie muss überall mindestens 5 mm tief in das Laufmittel eintauchen. Dies ist besonders bei leicht gewölbtem Boden zu beachten. Ist die Eintauchtiefe in der Mitte zu gering, so steigt das Laufmittel an den Rändern schneller auf, als in der Mitte, und es kommt zu bogenförmig deformierten Fließmittelfronten, welche die Bestimmung der RF-Werte bzw. die Zuordnung der Referenzen erschweren. Bei Zimmertemperatur kann man, je nach der Zusammensetzung des Laufmittels, nach 15 bis 30 Minuten davon ausgehen, dass Kammersättigung erreicht ist. Die vorbereitete DC-Folie wird nun senkrecht in die Kammer gestellt und diese sofort wieder verschlossen.


DC mit Kammersättigung

In der Regel verwendet man nur 1 Folie pro Kammer. Wenn die Öffnung groß genug ist, kann man auch zwei Folien Λ-förmig (Schichseite nach außen!) einstellen, muss dann aber durch einen geeigneten Abstandhalter dafür sorgen, dass sie sich nicht mit den Rückseiten aneinanderlegen. Die Kammer bleibt für die Zeit der Entwicklung ruhig stehen. Bei den meisten Laufmitteln beträgt sie (für eine Strecke von 8 - 9 cm) etwa 10 bis 20 Minuten. Manche Gemische (z.B. auf Basis von n-Butanol) brauchen aber bis zu zwei Stunden. Die Entwicklung wird abgebrochen, wenn die Laufmittelfront noch 5 - 10 mm vom oberen Rand der Folie entfernt ist. Kennt man die ungefähre Entwicklungszeit, ist es günstig, sich hierfür einen Wecker zu stellen. Man nimmt die Folien aus der Kammer und markiert die Laufmittelfront sofort mit dem Bleistift. Dann läßt man das Laufmittel an der Luft verdunsten (Abzug!).


3.2.1 “Standard-Laufmittel“:

Die folgenden Angaben gelten für die Anwendung von Kielsegelplatten. Die Zahlen beziehen sich - wie immer bei Laufmittelgemischen – auf Volumenteile. Wo immer möglich sollte man aber auf konkrete Laufmittelangaben aus der Literatur zurückgreifen!

für unpolare Substanzen: Toluol/Aceton = 10 + 1
für mäßig polare Substanzen: Chloroform/Aceton = 7 + 3 oder Toluol/Aceton = 3 + 1
für stark polare Substanzen: Chloroform/Methanol = 9 + 1


3.3 Detektion

Zur Fluoreszenzanalyse betrachtet man die Folien nach völligem Trocknen (!) im UV-Licht bei 365 nm und 254 nm. Im langwelligen UV-Licht fluoreszieren manche Substanzen deutlich. Im kurzwelligen UV leuchtet die Folie wegen des enthaltenen Fluoreszenzfarbstoffes gelbgrün. Da viele Stoffe – insbesondere Aromaten - kurzwelliges UV absorbieren, erscheinen sie dabei als mehr oder weniger dunkle Flecke auf dem hellgrünen Hintergrund. Man nennt dieses Phänomen Fluoreszenzlöschung. Am besten fotografiert man die Folien und wertet das Bild später in Ruhe aus. Auf diese Weise umgeht man eine längere Exposition der Augen gegen das UV-Licht. Bestrahlt man die Folie mit kurzwelligem UV (254 nm), solange sie noch feucht ist, kann man eine eventuelle beta-Front im Laufmittel erkennen.


Dieselbe DC-Folie im kurzwelligen (links) und langwelligen (rechts) UV-Licht. Man beachte, dass völlig verschiedene Flecke sichtbar werden. Bei 254 nm fällt ausserdem eine beta-Front im unteren Bereich auf - offenbar war das Laufmittel noch nicht vollständig abgedunstet.

Alternativ bzw. zusätzlich kann die Folie mit einem passenden Reagenz besprüht und bei Tageslicht visuell ausgewertet werden. Dazu stellt man sie senkrecht in die (improvisierte) Sprühkammer und besprüht mit Hilfe des Zerstäubers gleichmäßig, aber möglichst dünn mit dem frisch hergestellten Sprühreagenz. Wenn nötig wird die Folie anschließend auf die vorgeschriebene Temperatur erhitzt. In jedem Fall muss die Farbentwicklung während des Erhitzens ab und zu kontrolliert werden. Es empfiehlt sich auch nach Anwendung von Farbreagenzien, die Platten zu fotografieren (oder zu scannen!), weil sich manche Farben schon nach wenigen Stunden verändern.


Beispiel einer Auswertung "im vis". Verwendet wurde Anisaldehyd-Schwefelsäure zum Nachweis etherischer Öle. Dier große braungelbe Fleck ist Eugenol. Man sieht gut, wie die Überladung der Platte die Laufeigenschaften der Substanz verändert: mit steigender Substanzmenge (von rechts nach links) wird die Sorptionsschicht gesättigt und der Rf-Wert steigt scheinbar an.

Viele Substanzen lassen sich durch unspezifische “Universalreagenzien“ detektieren. Am gebräuchlichsten und bequemsten ist Iod-Dampf. In ein Schraubdeckelglas gibt man einige Iod-Kristalle und überschichtet mit etwas sauberem Seesand. Bei Zimmertemperatur ist der Luftraum der Kammer nach kurzer Zeit mit Ioddampf gesättigt. Die trockenen Folien stellt man für 5-15 Minuten in die Kammer. Das Iod schlägt sich auf der Beschichtung nieder und die Substanzflecken treten mehr oder weniger braun gefärbt auf gelbem Hintergrund hervor. Die Bilder sind nicht immer gut kontrastiert und verblassen an der Luft ziemlich schnell. Man kann den Kontrast erhöhen, wenn man sie mit 2 %iger Stärkelösung nachbesprüht. Ebenfalls als Universalreagenz eignet sich einfache Schwefelsäure (20 ml H2SO4 mit 96 %igem Ethanol auf 100 ml auffüllen) mit anschließendem Erhitzen der Folien auf 120 °C. Die Schwefelsäure verkohlt organische Substanzen - und die Flecken treten braun hervor. Auch mit schwefelsäurer Kaliumpermanganatlösung (je 1 % H2SO4 und KMnO4 in Wasser) und anschließendem Erhitzen können viele Flecken sichtbar gemacht werden.

Man misst die Höhe der Laufmittelfront über der Startlinie sowie den Abstand der einzelnen Flecken zu der derselben (dabei die Mitte des Fleckes als Messpunkt nehmen!) und berechnet die Rf-Werte.


3.3.1 Auswahl häufig verwendeter Sprühreagenzien:

Alle Reagenzien sollten nach Bedarf frisch angesetzt werden!

Anisaldehyd-Schwefelsäure-Reagenz:
Anwendung: Nachweisreagenz für Terpene und Phenylpropane (etherische Öle), Saponine, Steroide und viele andere organische Verbindungen
Man mischt (Reihenfolge einhalten!) 0,5 ml Anisaldehyd mit 10 ml Eisessig und 85 ml Methanol und gibt dann vorsichtig 5 ml Schwefelsäure zu.
Die Folien werden nach dem Trocknen besprüht und anschließend für 5-10 Minuten auf 100 °C erhitzt. Ergibt abhängig vom Analyt grüne, blaue, rote und violette Färbungen. (Anmerkung: etwas weniger toxisch ist das analoge Vanillin-Schwefelsäure-Reagenz: man mischt 5 ml Schwefelsäure mit 95 ml Ethanol 96% und löst darin 1,0 g Vanillin)

Dragendorffs Reagenz R2 Pharm. Eur. (nach Paech):
Anwendung: Nachweisreagenz für Alkaloide
1,7 g basisches Bismutnitrat und 20 g Weinsäure werden in 40 ml Wasser suspendiert und nach Zugabe von 40 ml Kaliumiodidlösung 40 % (16 g KI in Wasser lösen, auf 40 ml auffüllen) für eine Stunde gerührt und dann filtriert.
Die Stammlösung ist haltbar. Zum Gebrauch wird das Reagenz mit 20 %iger Weinsäurelösung 1:10 verdünnt. Die Flecken färben sich orangerot. Der ebenfalls kräftig gefärbte Hintergrund verblasst, wenn man die Folie einige Stunden offen liegen lässt und der Kontrast wird deutlicher. (Anm.: die Originalvorschrift sieht eine Verdünnung 1:4 vor, dabei wird der Hintergrund aber stark überfärbt).

Eisen(III)-chlorid-Lösung:
Anwendung: Nachweisreagenz für phenolische OH-Gruppen
Man löst 5 g Eisen(III)-chlorid-hexahydrat in 50 ml Methanol und 50 ml Wasser. Gibt nach dem Besprühen braune bis violette Färbungen.

Iod-Platin-Reagenz:
Anwendung: Nachweisreagenz für Alkaloide, Lokalanästhetika und viele andere organische Verbindungen
Man verdünnt 30 ml einer 1 %igen Lösung von Hexachloroplatin(VI)-säure mit 70 ml Wasser und gibt eine Lösung von 6 g Kaliumiodid in 100 ml Wasser zu.
Gibt blauschwarze bis violette Färbungen.

Iod-Salzsäure-Reagenz:
Anwendung: Nachweisreagenz für Xanthinderivate (Koffein, Theophyllin, Theobromin)
Lösung A:1,0 g Iod und 2,0 g Kaliumiodid werden in 100 ml Ethanol 96% gelöst
Lösung B: 50 ml Salzsäure 25 % werden mit 50 ml Ethanol 96 % gemischt
Man besprüht mit der Lösung A, lässt 2-3 Minuten trocknen, besprüht dann mit der Lösung B und lässt erneut trocknen. Xanthine treten als graublaue Flecken hervor. Die Farbentwicklung dauert einige Minuten! Bleibt sie aus, so stellt man die Folie in eine Kammer, deren Boden mit einigen Tropfen Ammoniaklösung beschickt ist

Naturstoff-Reagenz (nach Neu):
Anwendung: Nachweisreagenz für Flavonoide und Anthrachinonglykoside
Lösung A: 0,2 g Diphenylboryloxyethylamin werden in 20 ml Ethanol 96 % gelöst
Lösung B: 1,0 g Macrogol 400 werden in 20 ml Ethanol 96 5 gelöst
Man besprüht großzügig mit der Lösung A, lässt trocknen, besprüht dann mit der Lösung B und erhitzt unter Kontrolle im langwelligen UV (365 nm) mit einem Heißluftfön, bis die Substanzen als stark fluoreszierende Flecken hervortreten

Ninhydrin-Reagenz:
Anwendung: Nachweisreagenz für Aminosäuren und primäre Amine (auch Aminoglykosidantibiotika und manche beta-Lactamantibiotika)
0,1 g Ninhydrin und 1 ml Eisessig werden in 20 ml n-Butanol gelöst. Die Folie wird mit der Lösung besprüht und anschließend 5-10 Minuten auf 100 °C erhitzt. Die Substanzen treten als blaue Flecke hervor.


4. Entsorgung:

Gebrauchte DC-Folien können über den Hausmüll entsorgt werden. Reste der Laufmittel und der Reagenzlösungen kommen zu den entsprechenden Abfällen


Literatur:

Der Klassiker zur Einarbeitung in die DC – leider nur noch antiquarisch erhältlich, aber in den UBs vorhanden – ist:
Ljubomir Kraus, Angelika Koch, Sabrina Hofstetter-Kuhn: Dünnschichtchromatographie; Springer Labor Manual; Springer Verlag 1996; ISBN 3-540-59309-8
Dieses sehr wissenschaftlich aufgebaute Buch enthält reichlich theoretische Grundlagen nebst mathematischer Modelle zur Erläuterung der sich bei der DC abspielenden Vorgänge. Es beinhaltet aber auch einen guten praktischen Teil mit DC-Beispielen aus verschiedenen Bereichen und eine Reagenzienliste.

Sehr empfehlenswert ist:
Peter Pachaly, Angelika Koch: DC-Atlas, Dünnschichtchromatographie in der Apotheke; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart
Dies ist eine Loseblattsammlung, die ständig durch Nachlieferungen aktualisiert wird. Neben einem guten, praxisorientierten, theoretischen Teil finden sich ausführliche Tabellen mit Laufmittelgemischen und Reagenzien. Das Werk ist für (große) Apotheken bestimmt und enthält detaillierte Anleitungen zur Drogenanalyse und Arzneimitteluntersuchung. Es ist so teuer, dass sich die Anschaffung für den Privatmann nicht lohnt. Evtl. kann man es sich irgendwo fotokopieren.
Tipp: die älteren Ausgaben dieses Werkes sind unter dem Titel „Dünnschichtchromatographie in der Apotheke“ günstig antiquarisch zu bekommen! Der theoretische Teil ist gerade für Anfänger gut geeignet, die Anleitungen zwar nicht so zahlreich, aber gut beschrieben und man kann vieles von den Arzneistoffen auf ähnlich gebaute Substanzen übertragen. Aus der ersten Auflage von 1982 stammen die in diesem Tutorial verwendeten Abbildungen.

Ebenfalls als Nachschlagewerk sehr empfehlenswert:
Jürgen Wolf: Mikro-Dünnschichtchromatographie; 4. Auflage 2015, Govi-Verlag Eschborn
Dieses sehr preiswerte Buch ist für die praktische Pharmazie geschrieben und enthält neben einer Reagenzienliste ausschließlich Analysenvorschriften und zwar über 300 verschiedene! Die Laufmittelgemische wurden auch in der Hinsicht ausgearbeitet, toxische Lösungsmittel wo möglich zu vermeiden. Neben vielen Drogenanalysen finden sich auch Vorschriften, die für Chemiker interessant sind, z.B. DC organischer Säuren, Farbstoffe, Antibiotika, Konservierungsmittel, Alkohole, Halogenide, Zucker etc. - für fast jede "Lebenslage" etwas.

Wer sich speziell für Drogenanalyse interessiert, findet reichlich Informationen bei:
Hildebert Wagner, Sabine Bladt: Plant Drug Analysis; Springer Verlag 1996, Softcover-Ausgabe 2009
Dieses Buch beschreibt systematisch die DC-Analyse von Drogen, geordnet nach Gruppen von Inhaltsstoffen (z.B., Alkaloide, Bitterstoffe, Terpene, Antrachinoe, Glykoside etc). Zahlreiche Farbfotos ermöglichen einen direkten Vergleich
Tipp: viel preisgünstiger ist die inhaltlich fast völlig identische deutsche Erstauflage von 1983, die unter dem Namen „Drogenanalyse – Dünnschichtchromatographische Analyse von Arzneidrogen“ antiquarisch leicht erhältlich ist!

Wer Tipps zur DC von ausgefallenen Substanzen sucht, sollte auch mal das europäische Arzneibuch oder Ausgeben des DAB ab der 9. Auflage konsultieren. In den Monographien finden sich oft detaillierte DC-Anleitungen. Insbesondere für Laufmittelgemische kann man sich dort Anregungen holen.

Schließlich finden sich natürlich Publikationen zu allen möglichen Spezialanalysen in der Literatur. Besonders ergiebig ist das Journal of Chromatography A und B (B mehr auf biomedizinische Fragestellungen fokussiert).

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Weil in der letzten Zeit doch öfter Anfragen zur DC kamen habe ich mir gedacht, ich verfasse mal einen Artikel darüber. Ich bitte um Kommentare/Ergänzungen!

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Sehr gut. Ich denke, da kann man noch einiges im Laufe der zeit ergänzen und zur Vervollständigung beitragen,.. wenn ich es nicht gerade überlesen haben sollte sollte man auch noch erwähnen, dass die Färbekammern/Färbetröge perfekt als DC-Kammern eignen.

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Das mit den Färbekammern habe ich auch schon gemacht, wenn ich ohne Kammersättigung arbeiten wollte.



Perfekt finde ich sie nicht. Es kommt vermutlich auf die Bauart an. Bei meinen schließt der Deckel nicht wirklich dicht und weil der Rand gerippt ist, ist das mit der Fließpapier-Auskleidung schwierig. Auch sind sie zu niedrig für meine 10 cm-Folien und ich muss immer zurechtschneiden. Ich ziehe Marmeladengläser vor.

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Ich schneide meine Platten in der Regel auch kleiner, so eine 20*20 cm Platte in 3 Teile, also knapp 7 cm Länge pro Platte. Mit den Rippen habe ich dahingehend gute Erfahrung gemacht, da sie die Oberfläche der Wandung vergrößert und dadurch dass sie recht eng sind zwischen sich das Lösungsmittel hochziehen und einen großen Film bildet. Dabei verdampft auch recht viel und man kann die Kammer auch recht gut mit Lösungsmitteldampf "sättigen". Dass der Deckel nicht dicht ist hat bei mir bisher auch kaum geschadet, wobei ich aber sagen muss, dass ich eher viele DCs als wenige saubere mache. Ich weiß nicht wie oft du DCs bei deinen Analysen machst, aber ich mache in der Regel relativ viele (Reaktionskontrolle, Fraktionen,...). Für größere Platten reichen die Färbetröge natürlich dann nicht mehr.

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Na klar, wenn man viele kleine Analysen macht und es vor allem auf die Frage ankommt "wieviele spots?" sind sie sicher gut.
Du benutzt doch öfter Ioddampf, oder? Wie machst du das genau?

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Genau! Ich habe bei welchen zum Schrauben das Problem, dass man manchmal doch noch dran "ruckelt" und das Lösungsmittel evtl schwappen lässt.

Iodkammer benutze ich immer wenn ich gucken will ob man irgendwas übersehen hat, die funktioniert nicht immer, aber bei einigen Synthese sehr gut. Dazu hatte ich ein kleines Marmeladenglas genommen, es mit ein paar Krümeln I2 befüllt und dann Kieselgel reingemacht, das ganze überm Brenner unter Schwenken schön warm gemacht, die vollständige Verteilung findet aber erst über Wochen statt. Am Anfang hat man dann noch ein paar klümpchen drinne. Allerdings ist das I2 für Marmeladenglasdeckel zu korrosiv, muss daher mal gucken wie ich es sinnvoll abdecke, in den meisten Fällen tut es aber auch ein Uhrglas oder eine halbe Petrischale. Das Färben mit dieser Methode dauert länger aber ist wesentlich schonender, da nur kleine Mengen I2-Dampf auf die Platte kommen und man nicht diese "Iodflatschen" bekommt.... Es ist sinnvoll, einfach die Platte mit einer Pinzette ein paar mal Darin zu schwenken (quasi das Kieselgel damit hin- und herstreichen) und sie sich direkt anzugucken. Manche Spots reagieren sehr sensibel und färben sich in Sekunden. Danach kann man sie einfach ein paar Minuten oder ne Stunde in der Kammer stehen lassen und sie sich dann nochmal anschauen.

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Wie meinst du das mit "Kieselgel reinmachen"? Was für Kieselgel? Die Pellets, die man als Trockenmittel nimmt, oder Pulver (so wie mein Sand)?
Dass es den Deckel angreift finde ich nicht so schlimm. Muss man halt alle paar Wochen bis Monate auswechseln.

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Das normale Kieselgel für die Chromatographie. Geht eben drum dass das Iod aufgenommen und langsam und gleichmäßig wieder freigesetzt wird.

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Genau.



Jetzt erst das Bild von deiner Färbekammer gesehen. Wenn du diese benutzt darfst du sie m.E. nicht in die Rippen stellen, sondern in die Mitte, sie sollten die Rippen nicht berühren.

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Hab das Bild auch erst nach dem Schriebn eingefügt Smile
Das mit den Rippen ist klar. Hat bei meinen Versuchen damals aber nicht gestört, weil ich nur eine Spur in der Mitte aufgetragen hatte.

Ist die Iodkammer nicht etwas klein? Wie groß sind die Folien, die du da reinstellst?

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@Lemmi nun habe ich aber noch lange nicht genug von Deinen Beiträgen. Ich finde gerade diesen Beitrag speziell Super. Danke dafür.
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NI2
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lemmi hat Folgendes geschrieben:
Hab das Bild auch erst nach dem Schriebn eingefügt Smile
Das mit den Rippen ist klar. Hat bei meinen Versuchen damals aber nicht gestört, weil ich nur eine Spur in der Mitte aufgetragen hatte.

Ist die Iodkammer nicht etwas klein? Wie groß sind die Folien, die du da reinstellst?


Naja ziemlich klein, so 7 cm wie oben schon gesagt Smile

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Illum.-Ass.

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Schöner Artikel Very Happy Ich schneide DC-Platten standarmäßig zu 7 cm Höhe und 3 - 5 cm Breite.

Wir verwenden an der Uni Färbekästen nach Hellendahl. Jedoch die breite Version links im Bild. Die DCs werden dabei der Länge nach eingetaucht und nicht in die Rillen gesteckt. Letzeres geht meist garnicht und wenn, dann führt es zu schlechten Ergebnissen durch Randeffekte...


(Quelle: Carl Roth Laborbedarf)

Noch einige Anmerkungen meinerseits:

- Wie kürzlich erwähnt eignet sich auch KMnO4 als unspezifisches Färbereagenz und anschließend Wärmebehandlung.
- Statt einer Heizplatte lässt sich auch eine Heißluftpistole wunderbar verwenden. Diese eignet sich ferner auch zum Destillieren, Ausheizen und Umkristallisieren.
- Zur Herstellung des Laufmittels verwende ich 10 mL Einweg-Spritzen die ich beschriftet habe und natürlich mehrmals verwende.

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(Thomas Jefferson)
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Alter: 17
Super Artikel, das hat hier im Forum definitiv noch gefehlt!!!

LG,
Florian

PS: Mir ist gerade beim Lesen aufgefallen, dass bei 3.1 im untersten Absatz, 2. Satz, Satzanfang ein M fehlt Wink

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Tutorial Dünnschichtchromatographie (DC)
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