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Trennung von Fett
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Guten Abend, passend zur aktuellen Notsituation, befasse ich mich mit existenziellen Extraktionsmöglichkeiten! Im Moment versuche ich Fett aus Remoulade zu lösen, ich bin sicher das mir das beim DayZ weiterhelfen wird. Hat hier jemand so etwas schonmal gemacht?
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Ist das nicht ein bisschen weit hergeholt? Oder hast du tonnenweise Remoulade und dir mangelt es an Bratfett?

Wenn es unbedingt sein muss: Remoulade in kochendes Wasser geben, das oben schwimmende Fett abschöpfen, durch ein Tuch filtrieren und absitzen lassen. Ggf. mit wasserfreiem Natriumsulfat entwässern, damit es nicht so schnell ranzig wird.

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Remoulade ist wie Mayonaise, nur mit einigen Fitzeln grünem Stroh. Du mußt es schaffen, den Emulgator zum Aufgeben zu zwingen. Da ich vermute, daß Du das Ergebnis noch essen möchtest, sind die Möglichkeiten etwas begrenzter. Du mußt entweder das Wasser aus der Mayonaise entfernen, ohne den Rest anbrennen zu lassen oder die Fetttröpfchen wieder zum Zusammenlaufen überreden.


Ich persönlich würde die Trennung enzymatisch machen, mit In-Vivo-Metabolismus der Komponenten. Oder anders herum gesagt: Ein Vollkornbrot mit Remoulade und Bergen von Tomaten (Eigenanbau) ist das Richtige Rezept, um Remoulade zu verwerten.
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Wie jetzt??? Also durch eigenen Metabolismus Fettstuhl produzieren???? Da musses aber schon viel Remu sein, oder???
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Nee, kein Fettstuhl. Nur die appetitlich-verträgliche Dosis, die sich ohne Gewichtszunahme zu CO2 veratmen läßt.


Man kann die Remoulade natürlich auch, unter Zusatz von Soda, zu Seife verkochen und anschließend mit viel Kochsalz vom Glycerin trennen. Das Glycerin läßt sich dann aus der Unterlauge gewinnen. Mit Natriumhydroxid (unterstöchiometrisch) versetzt und erneut emulgiert bekommt man auch Seife, die nur noch etwas gelagert werden muß, bevor sie nutzbar ist.
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die komplette remoulade zu Seife machen mit Ätznatron? Sind da nicht zuviele andere Sachen neben dem Fett drin? Das Fett abschöpfen geht ganz gut, allerdings scheinen da wirklich höllisch viele Emulgatoren drin zu sein. Das Zeig stinkt nach konzentriertem Hühnerknochen....
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Insgesamt halte ich die Idee, Remoulade zu deemulgieren, ähnlich wie @Lemmi, für rein akademisch. Daher auch mein erster (etwas verklausulierter) Vorschlag, die Remoulade durch Verspeisen (diätetisch sinnvoller Mengen) aus der Welt zu schaffen. Das mit dem Verseifen war schon halbwegs ernst gemeint. Die Seife müßte halt noch ihren erhöhten Wasseranteil (Kaltverfahren) ausschwitzen und die Reaktion zu Ende bringen. Im Heißverfahren geht das Ganze etwas rascher und wasserlösliche Bestandteile würden in der Unterlauge landen.

Der Geruch nach Hühnerknochen (?) kommt vermutlich durch die Verwendung von Hühnereidotter und den darin enthaltenen (jetzt teilverseiften) Proteinen. Soll zumindest nicht schädlich sein.

Jetzt kommt mal eine Hausaufgabe:
- Ermittle den prozentualen Anteil der wichtigsten Bestandteile in der Remoulade. Gehe mal davon aus, daß der Rest zu 100% in den Nährwertangaben vom Wasser beansprucht wird.
- Berechne die Esterzahl für die Fettphase, unter Verwendung von Tabellenwerten für die angegebene Ölsorte. Daraus läßt sich die maximal benötigte Menge an Alkali berechnen. Bei Verwendung von Soda (Pottasche) ist diese Berechnung nicht ganz so wichtig, da der Überschuß in der Unterlauge verschwindet, also verloren ist.

Jede zur Hautreinigung verwendete Seife sollte einen gewissen Fettüberschuß haben, um nicht zu stark ätzend zu wirken. Zusätzlich bringen die teilverseiften Fettsäureglyceride noch eie weitere Sorte an Tensiden (z.B. Glycerolmonostearat = neutrale Tenside zusätzlich zu den Anionischen = Natriumpalmitat etc.) mit ein, die ein etwas anderes Reinigungsverhalten haben.


Mal so hinter vorgehaltener Hand: Welche Mengen an Remouladenüberschuß hast Du denn im Vorrat?



Viel interessaanter ist es, Remoulade aus Naturalien selber zu machen. Dabei braucht man im Prinziep nur ganz wenige Zutaten (Eidotter, verdünnter Essig und Öl). Dazu kommen dann noch würzende Zutaten (Senf, Salz, Kräuter, ...) und etwas mechanische Arbeit.
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Ich hab hier einen riesen Haufen Remoulade! Ich wußte nicht, was ich mit dem ganzen Klopapier machen soll, da fiel mir ein, dass man damit ja sehr gut Remoulade wegwischen kann! Aber irgendwie geht die Rechnung nicht ganz auf, Remoulade scheint sich den physikalischen Bedingungen anzupassen und auf eine eigenständige Ausdehnung weitestgehend zu verzichten.

Für die Hausarbeit: Meinst du die Verseifungszahl? Ich würde von 0,1354g Ätznatron mal der entsprechenden Grammzahl Rapsöl ausgehn...
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Remoulade und Klopapier? irgendwie klingt das nach du trollst hier Smile
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Klopapier...?

Das brauchst Du doch noch, um die Schmierkontamination mit nicht metabolisierbaren Anteilen der Vollkornbrot-Remouladen-Frischgemüse-Diät zu bereinigen.

Außerdem kann man daraus Behelfsmasken gegen das Streuen von diversen Atemwegs-Viren anfertigen. Man braucht nur wenige zusätzliche, meist haushaltsübliche Materialien. Hier gibt es eine vermutlich nutzbare Bauanleitung.

Zur Filtration der Remoulade ist es leider nicht reißfest genug, da in gewissen Abständen perforiert. Außerdem gibt es da Probleme mit der Porenverstopfung durch Benetzung mit nicht mischbaren Phasen und deren Oberflächenspannung. Beim Filtrieren von gröber dispersen Systemen kann man durch gezieltes Benetzen des Filters die Durchlässigkeit für mit der Benetzung mischbare Phasen verbessern. Die mit der Benetzung nicht mischbare Phase wird bei ausreichend geringer Druckdifferenz zurück gehalten.


Zur Hausarbeit:
Punkt zwei scheint bearbeitet und mit Ergebnis abgeschlossen zu sein. Jetzt mußt Du noch ermitteln, wieviel Öl in einer gegebenen Menge Remoulade ist, um den Verseifungsprozess mit einem Fettüberschuß von mindestens 5-10% gegenüber NaOH starten zu können. Ich empfehle das Kaltverfahren, da es weniger Arbeitsschritte hat, als das Heißverfahren. Letzteres ist besser für Rohstoffe unbekannter Qualität geeignet, fordert allerdings höhere Sicherheitsvorkehrungen weil mit unvorhersagbarer Schaumbildung und Herumspritzen von heißem Reaktionsgemisch gerechnet werden muß.
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Laut meinem Kalender ist der 1. April erst Übermorgen. Bei euch nicht ?

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Bei Heliumoxid, genauer Helium(II)- oxid, handelt es sich um eine Mischung aus Helium(I)- oxid und Helium(III)- oxid. Richtigerweise heisst es somit Helium(I,III)- oxid.
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Also dann hätt ich zur Extraktion und Veresterung gleich noch eine weitere Frage: In vielen Fetten, Kokosfett z.B. ist Isopropylmyristat enthalten. Das soll irgendwie aus der Myristinsäure gewonnen werden können. Ob es da einfache Verfahren zu gibt? Oder ist das schon etwas komplexer??
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Der Gehalt an Isopropylmyristat in den genannten Fetten beträgt "mehr als Nix". Du müßtest, um reines Isopropylmyristat zu erzeugen, zuerst die Myristinsäure aus dem entsprechenden Fett isolieren. Dazu empfiehlt es sich, zunächst die Methylester (analog der Rapsölmethylestersynthese) zu bilden, die dann per Vakuumdestillation (mit gut wirkender Kolonne) getrennt werden können. Sobald die Methylmyristat-Fraktion sauber genug ist kann diese mit überschüssigem Isopropanol und etwas Katalysator* in einer Reaktivdestille zum Isopropylester umgeestert werden.
* = entweder Natruimisopropanolat oder eine nicht veresternde Säure


Mal nebenbei gefragt: Hast Du die Remoulade schon verbraucht?
Zusaztzfrage: Was hast Du mit dem Isopropylmyristat denn vor?
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ok, das hört sich kompliziert an und ein vakuum hab ich auch nirgends. ja, wegen kopfläusen brauch ich das. wir kommen ja jetzt bald wieder in einen zeitgeschichtlkochen abschnitt, in dem so ungeziefer wie Kopfläuse und Krätzmilben zur Tagesordnung gehören.
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Einen Notvorrat an Vakuum kann man auch in Flaschen abfüllen. Man muß sie aber gut verschließen, damit das Vakuum nicht ausläuft. Billiges Vakuum kann man auch in Tüten mit eingeschweißtem Käse bekommen. Nur bekommt man das Vakuum aus den Tüten kaum wieder heraus. Allerdings ist es wesentlich beser, mit frischem Vakuum zu arbeiten.


Mal 'n paar andere Fragen:
Wie kommst Du auf all diese recht unzusammenhängenden Fragen?
Wo ist da die Verbindung, die mir entgangen ist?
In welchem "zeitgeschichtlkochen abschnitt" lebst Du, welchen erwartest Du?
Wie kommst Du mit dem Computerspiel DayZ zurecht?
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