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Toxikologie von Chlor
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Einleitung

Chlor gehört zu den wichtigsten Substraten, die in der Natur generell eine Schlüsselrolle spielen. Es gibt ohne Chlor kein Leben, obwohl es problemlos Leben vernichten kann, wie wir aus dessen Anwendung im 1.WK als Kampfstoff wissen. Elementares Chlor wurde erstmals 1774 von Carl Wilhelm Scheele dargestellt. Er ließ dabei Salzsäure mit Braunstein reagieren. Das ist mir mit 15 Jahren als "Unfall" passiert, weil ich vergessen hatte das Becherglas zu reinigen, ohne Konsequenzen, weshalb ich in der Lage bin diesen Artikel zu verfassen.

Physikalische Eigenschaften

Chlor ist bei Raumtemperatur ein gelbgrünes Gas, das mit einer Dichte von 3,214 g/l bei 0 °C etwa 2,5 mal so schwer wie Luft ist. Es kondensiert bei −34,06 °C zu einer gelben Flüssigkeit .
Weitere Eigenschaften werden vorausgesetzt.

Biologische Bedeutung

Elementares Chlor wirkt oxidierend und kann mit pflanzlichem und tierischem Gewebe reagieren. Es ist dementsprechend toxisch und hat keine biologische Bedeutung. Ebenfalls stark oxidierend wirkend und damit ohne biologische Funktionen sind Chlorverbindungen in hohen Oxidationsstufen wie etwa Chloroxide und Chlorsauerstoffsäuren.
Daneben ist besonders NaCl hervorzuheben, welches in einer Conc. von 0,9 Vol% der wichtigste Elektrolyt in unserem Leben ist.

Toxikologische Mechanismen im Organismus

Chlorgas führt im Kontakt mit Schleimhäuten aufgrund seiner oxidatven Wirkung zu Veränderungen der Proteinstrukturen, welche die Integrität des betroffenen Organs zerstören. Einerseits können Schleimhäute direkt betroffen sein ( Augen) andererseits indirekt, durch die viel gefährlichere Form der Inhalation von Chlorgas.
Nach der Inhalation führt das Cl zu einer direkten Schädigung aller Zellen, mit denen es Kontakt hat. Es führt im Bereich der Luftröhre/Bronchien zu schweren Entzündungen und Schwellungen, im Bereich der Alveolen ( Endstrecke der Atmung mit feinsten Bläschen, die den Gasaustausch zwischen CO2 und O2 zulassen = Überlebenswichtig!) wird zuerst die Barriere zwischen Blutgefäss und Lunge zerstört, danach werden die feinsten Blutgefässe der Lunge erodiert, was zu einem fatalen Verlauf führt. Dabei ist unbedingt zu beachten dass das Auftreten eines toxischen Lungeödems ( Flüssigkeitsüberlastung der Lunge wegen toxischer Gewebeschädigung) unter Umständen erst nach einer Latenzzeit von mehreren Stunden auftreten kann. Der Grund dafür liegt bei einem Lungenversagen, welches durch Entzündungsprozesse- und Kaskaden ausgelöst wird, die noch nicht vollständig geklärt sind. Der fachchinesisch Ausdruck dafür lautet in der Vollversion: ARDS
Die Belastung der Haut durch direkten Chlorgaskontakt ist vernachlässigbar, da die physiologische Hornschicht relativ lange Expositionszeiten tolerieren lässt

Toxische Dosen

Empfohlenes Arbeitsplatz-Limit (ACGIH TL V-TAW, MAK): Für Chlorgas 0,5 ppm (Entspricht 1,5 mg/m3) während 8 Arbeitsstunden
Kurzzeithyperexposition : 1,0 ppm ( Entspricht: 3mg/m3)
Akut toxischer Bereich für Überleben und Gesundheit: 10 ppm( Entspricht 30 mg/m3 )
Von daher empfielt es sich das Volumen des eigenen Kellerraumes in Relation zur möglichen Cl2-Menge zu setzen, danach wird der Entscheid zum Versuch unter freiem Himmel viel leichter.

Sofortmassnahmen im Notfall

1.Selbstschutz, ein toter Helfer ist ein schlechter Helfer
2.Sofortige Alarmierung der Rettungsdienste
3.Sofortige Evakuierung aus der Gefahrenzone
4.O2-Zufuhr, allenfalls CPR
5.Beten, zu wem auch immer

Schlussfolgerungen

Die Chlorunfälle im Hobbylabor sind sicher relativ selten. Aufgrund der massiven Reizwirkung auf die Atemwege, was u.U. auch einen sog. Glottiskrmapf hervorrufen kann, kann die Inhalation grössere Mengen an Cl2 physiologisch verhindert werden. Was ein Problem darstellt sind die Ereignisse im Keller ohne Abzug, da muss man davon ausgehen, dass toxikologisch relevante Chlorgaskonzentrationen entstehen können. Dasselbe gilt meines Erachtens für Experimente mit sogenannter Sicherung durch Gaswaschflaschen, Murphy ist immer neben der Gaswaschflasche...
Nach jedem Unfall mit massiver Chlorgasentwicklung, welche bei exponierten Personen zu Atemwegsreizungen , allenfalls Husten mit blutig tinguiertem Auswurf geführt haben ist eine notfallmässige medizinische Abklärung angezeigt.

Quellenangaben

Wiki, diverse medizinische Werke in meinem Kopf, viele toxikologische Datenbanken, viele Opfer auf dem Notfall

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A. Einstein
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NI2
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Schon mal ein wenig übersichtler als mein Post. Mr. Green

Aber bitte noch eine einheitlich Form reinbringen (wenn Doppelpunkte dann überall, Leerzeichen nach Nummerierung,...) und ein paar Formulierungen noch allgemeiner Halten ('"Beten,...")

Sonst: Schick! Very Happy

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Lol
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Danke für Kritik. Doppelpunkte sind mir nicht klar.Leerzeichen sind bereinigt. Beten nach religiöser Ausrichtung ist in der Formulierung freigestellt, sogar für Agnostiker wie mich Very Happy, wie es nach irgendeiner Euronorm ganz sicher vorgeschrieben ist. Diese Stelle kann ich leider nicht direkt zitieren, erstens weil¨mir die Zeit dazu fehlt, 2.weil ich als Bürger einer funktionierenden direkten Demokratie nicht direkt dazu verpflichtet bin EU-Recht zu brücksichtigen. Was mir auch nicht im geringsten in den Sinn kommt.

Wink
platon58

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