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Test auf Peroxide in Diethylether
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Test auf Peroxide in Diethylether

Neben der großen Entflammbarkeit, der benebelnden Wirkung und dem niedrigen Siedpunkt / hohen Dampfdruck der schon so manchen Glasstopfen überraschend weit befördert hat, ist die Bildung von Ether-Peroxiden eine der größten Gefahren im Umgang mit Diethylether aber auch anderen Ethern wie THF oder Dioxan. Etherperoxide bilden sich in einer Radikalkettenreaktion mit Luftsauerstoff, Licht kann die Bildung beschleunigen. Dunkle Lagerung ist aber kein Garant für Peroxid-Freiheit. Gefährlich wird es vor allem, wenn Ether als Lösungsmittel eingesetzt wurde und dann abgezogen wird - bleiben die Peroxide zurück, kann es zu heftigen Explosionen kommen. Schon 5 mg (!) sollen genügen um eine Glasappratur zu zerstören!

Zwar wird Diethylether teils mit Stabilisatoren versetzt die die Bildung verhindern sollen, auch wird Lagerung über KOH oder Na-Draht empfohlen - auf der sicheren Seite ist man aber, wenn man die Peroxid-Freiheit des Ethers ab und an vor Verwendung überprüft. Käuflich werden dafür Teststäbchen angeboten, doch ein Chemiker sollte sich auch anders zu helfen wissen!

Allenthalben liest man im Netz dann unterschiedliche Versuchs-Anleitungen, nach denen man die Peroxid-Freiheit mit einer Kaliumiodid-Lösung testen soll, oft auch mit der Angabe diese solle angesäuert sein. Ich halte diese Anleitungen für sehr unzuverlässig, da neutrale Kaliumiodid-Lösungen nur sehr langsam oder gar nicht reagieren, saure Lösungen hingegen bereits durch Luftsauerstoff oxidiert werden. Auch fehlt es in der Regel an klaren Vergleichs-Kriterien ob ein schwach positiver Test jetzt bereits als kritisch einzustufen sei oder noch akzeptabel ist.

Pharmakopoeen haben dafür ganz klare Vorschriften - zwei davon möchte ich hier praktisch vorstellen!


Geräte:
Reagenzgläser, Bechergläser, Pipetten


Chemikalien:
Diethylether (F+, Xn)


Ammoniummetavanadat (T)


Schwefelsäure (C)


Wasserstoffperoxid (C)


Kaliumiodid
Stärke
Eisessig (C)


Luminol (Xn)


Häminchlorid
Natriumcarbonat (Xi)




Durchführung:
Bestimmung nach The International Pharmacopoeia - Sixth Edition, 2016 - Monographie über Anaesthetic Ether (Ether anaesthesicus)

Herstellung der Testlösungen:
Vanadium-Schwefelsäure: die Ph.Int. schreibt vor, 0,20 g Vanadiumpentoxid in 4 ml Schwefelsäure (~1760 g/l, also ca. 84%) aufzulösen und mit Wasser auf 100 ml aufzufüllen. Ich habe einen gleichwertigen Gehalt hergestellt, indem ich statt 0,20 g des Vanadiumpentoxids 0,257 g Ammoniummetavanadat (NH4VO3) eingesetzt habe.
Wasserstoffperoxid-Lösung: die Ph.Int. schreibt vor, 1,0 ml Wasserstoffperoxid (~60 g/l, also 6%) mit Wasser auf 100 ml zu verdünnen


Durchführung der Probe:
zu 10 ml Ether werden 2 ml einer Testlösung von Vanadium-Schwefelsäure gegeben und gut geschüttelt. Eine allfällige Orange-Braune Färbung bildet sich sofort und zeigt Peroxide an.
Verglichen wird nun mit einer Lösung wo zu 2 ml der Testlösung von Vanadium-Schwefelsäure 0,1 ml einer Wasserstoffperoxid-Lösung einer Konzentation von 0,6 g/l H2O2 gegeben werden. Die Orange-Färbung der Probe darf nicht intensiver als die dieser Vergleichsprobe ausfallen.

Am Bild unten sieht man links einmal die Probe mit meinem Ether - sie ist nur schwach gelb gefärbt, das ist die Originalfarbe des Reagenz. Mein Ether ist somit als Peroxid-frei bestätigt. In der Mitte ist die Vergleichsprobe nach Ph.Int. zu sehen - die orangebraune Farbe ist sehr eindeutig. Rechts habe ich 0,4 ml der Wasserstoffperoxid-Lösung hinzugefügt um zu prüfen wie stark die Intensität noch weiter zunimmt.

Die Menge H2O2 in 0,1 ml der Vergleichslösung entspricht 1,76 µmol Peroxid; wäre das in den 10 ml Probe enthalten gewesen, so wäre die Konzentration im untersuchten Ether 0,176 mmol/l oder 18,7 mg/l Diethyletherhydroperoxid. Die Methode ist also durchaus sehr empfindlich! Zum Vergleich: lt. Literatur sollen bereits Mengen von 5 mg bei Detonation eine Glasapparatur zerstören können.

Das Vanadat-Ion der Vanadium-Schwefelsäure reagiert mit Peroxiden zum rotbraunen Peroxovanadium-Ion:
VO43- + H2O2 + 6 H+ → [V(O2)]3+ + 4 H2O

Peroxid-Test mit Vanadium-Schwefelsäure-Reagenz: links einmal die Probe mit meinem Ether - sie ist nur schwach gelb gefärbt, das ist die Originalfarbe des Reagenz. Mein Ether ist somit als Peroxid-frei bestätigt. In der Mitte ist die Vergleichsprobe nach Ph.Int. mit 0,1 ml Wasserstoffperoxid-Lösung, rechts habe ich 0,4 ml der Wasserstoffperoxid-Lösung hinzugefügt um zu prüfen wie stark die Intensität noch weiter zunimmt.





Bestimmung nach European Pharmacopoeia 7.0, 2011 - Monographie über Ether, Anaesthetic

Herstellung der Testlösung:
Kaliumiodid-Stärke-Lösung: die Ph.EUR. schreibt vor, 0,75 g Kaliumiodid in 100 ml Wasser aufzulösen. Die Lösung wird zum Sieden erhitzt und dann eine Lösung von 0,5 g Stärke in 35 ml Wasser hinzugegeben. Die Mischung wird noch 2 Minuten lang gekocht und auskühlen gelassen.

Eine Referenzlösung zum Vergleich gibt es nicht.

8 ml Kaliumiodid-Stärke-Lösung werden in einem 12 ml Zylinder (in meinem Fall: Reagenzglas mit Schliffstopfen, bis 10 ml graduiert, fasst insgesamt ca die 12 ml) vorgelegt und mit Ether bis zum Rand aufgefüllt, dann mit dem Glasstopfen verschlossen, kräftig geschüttelt und im Dunklen 30 Minuten stehen gelassen. Es darf sich keine Farbe entwickeln.

Beim Versuch mit meinem Ether hat sich auch erwartungsgemäß keine Farbe entwickelt - die Lösung blieb völlig transparent.

Dass in der Ph.EUR kein Farbvergleich vorgesehen ist, ist ein bisschen unbefriedigend und erlaubt auch keine Abschätzung der Empfindlichkeit des Verfahrens. Als groben Anhaltswert habe ich daher zum Vergleich die 0,6 g/l H2O2-Lösung herangezogen und ebenfalls mal 0,1 bzw. ca. 0,4 ml hinzugefügt - siehe die Bilder. Auch hier hat sich nach wenigen Minuten eine deutliche Färbung entwickelt.

Aus Kaliumiodid wird durch Peroxide Iod ausgeschieden, das mit der Stärke eine Färbung ergibt (in großer Verdünnung bräunlich, mit zunehmender Konzentration immer mehr Violett):
2 I- + 2 H2O2 → I2 + 2 OH-

Peroxid-Test mit Kaliumiodid-Stärke-Lösung: links die Probe mit 0,1 ml Wasserstoffperoxid-Lösung zugesetzt, rechts mit 0,4 ml der Wasserstoffperoxid-Lösung. Die Lösung ohne Peroxid-Zusatz ist einfach völlig farblos geblieben.


Grundsätzlich ist bei gleicher zugegebener Menge an H2O2-Lösung eine sehr ähnliche Farbintensität zu beobachten, die Tests scheinen also auf den ersten Blick vergleichbar empfindlich zu sein.




Abgewandelter Test mit angesäuerter Kaliumiodid-Stärke-Lösung ("Ph. Illumina" - Dankeschön an lemmi!)

Mit dem KI-Stärke-Reagenz habe ich zuerst eine Versuchsreihe ohne Ether gemacht. Und zwar habe ich je 8 ml der Lösung einmal mit Zusatz von 50 µl Eisessig (obere Reihe) und einmal ohne Ansäuern (untere Reihe) mit den verschiedenen H2O2-Lösungen versetzt (0,1 ml)





Zeitabhängig stellt sich in allen Proben eine Blaufärbung ein! Diese tritt bei 0,1 µg H2O2 praktisch sofort auf und bei 0,005 µg (= 5 ng!) nach etwa 15-20 Minuten. Nur bei der allerniedrigsten H2O2-Menge ist die Reaktion in angesäuerter Lösung etwas stärker als in der nicht angesäuerten. Die Blindprobe (angesäuert, oben rechts) blieb auch nach über 1 Stunde in Kontakt mit der Luft noch unverändert.
Dieses Reagenz ist also extrem empfindlich. Noch 5 ng H2O2 können erkannt werden. Nun sind diese Größenordnungen für die Untersuchung von Ether sicher irrelevant. Ich habe daher den Versuch mit 4 ml Ether + 8 ml Reagenz + 0,1 ml Wasserstoffperoxid in den beiden mittleren Konzentrationen gemacht (links der Ansatz mit Essigsäure, rechts ohne) und 30 Minuten stehen gelassen:



In dem angesäuerten Ansatz bildet sich noch bei Anwesenheit von 0,01 µg H2O2 eine deutlich erkennbare Verfärbung aus - auffälligerweise nicht blau sondern mehr braunviolett und deutlich weniger intensiv als in der Versuchsreihe ohne Ether.





Test mit Luminol (Dankeschön an lemmi!)

Ich habe peroxidhaltigen Ether hergestellt, indem ich 30 ml frisch destillierten Ether so schlecht wie möglich behandelt habe: ich habe ihn mit einem winzigen Kristall Kupferchlorid versetzt, in einer Weißglasflasche ans Fenster gestellt und ein paarmal am Tag Luft durchgeblasen (zuletzt sogar ein paarmal O2 aus einer Gasflasche, aber das war vermutlich gar nicht nötig). Danach sah die Flüssigkeit schon makroskopisch anders aus als vorher: leicht opaleszierend oder im Tageslicht diskret fluoreszierend:



Das Luminolreagenz besteht aus 100 mg Luminol und 1 mg Häminchlorid in 100 ml 20%iger Natriumcarbonatlösung (Brandl et al: Keine Angst vor Peroxiden; Chemie in unserer Zeit 50 (2016): 130-139). Es ist olivgrün gefärbt. Davon habe ich 5 ml in Reagenzgläser abgegossen.



Zuerst habe ich mal eine Empfindlichkeitsprüfung gemacht, angelehnt an die im Eingangspost angewandten Wasserstoffperoxidkonzentrationen. Zu je 5 ml Reagenz habe ich 0,1 ml verdünnte Wasserstoffperoxidlösung gegeben.
mit 0,1%: deutliches Aufleuchten, hält ca 30 Sekunden an.
mit 0,05%: eben im Dunklen erkennbares Aufleuchten, rasch abflauend
mit 0,01%: kaum sichtbares Leuchten, nur an der Eintropfstelle.

Das Leuchten war so schwach/kurz, daß ich es nicht fotografieren konnte. Damit ist das Luminolreagenz deutlich weniger empfindlich, als das KJ-Stärke-Reagenz (dazu später mehr). Eine Oxidation durch den Luftsauerstoff tritt nicht ein (nur in aprotischen Lösungsmitteln, wie DMSO).

Dann habe ich 5 ml meines malträtierten Ethers zu 5 ml Reagenz gegeben. Schon vor dem Schütteln erkennt man eine deutliche Leuchterscheinung, die sich zunächst auf die Etherphase - d.h. dort wo dieselbe die mit Luminol benetzte Wand oder das Reagenz selbst berührt - beschränkt:



Wenn man dann schüttelt leuchtet die wässrige Phase hellblau auf:



Das Leuchten klingt im Verlaufe von 1-2 Minuten ab und lässt sich durch erneutes Durchschütteln noch einmal verstärken (sicher durch Übertritt weiterer Mengen Peroxid aus dem Ether in die wässrige Phase). Ich habe das Experiment ein paarmal wiederholt und zum Vergleich steigende Mengen 0,1%iges Wasserstoffperoxid zu 5 ml Reagenz gegeben. Mit 0,5 ml erhielt ich eine dem Ether vergleichbar starke Lichterscheinung (links: Ansatz mit Ether, rechts: Ansatz mit H2O2):



Der Peroxidgehalt meines Ethers entsprach nach der ruppigen Behandlung also ungefähr 0,5 µg Wasserstoffperoxid in 5 ml.
Die letzten 5 ml habe ich verdunsten lassen und das Schälchen dann mit 1 ml Vanadinschwefelsäure ausgeschwenkt: leichte rötliche Verfärbung zeigt an, dass nach der augenscheinlich vollständigen Verdunstrung Spuren von Peroxiden zurückgeblieben waren:





Entsorgung:
Ether-Reste kommen zu den halogenfreien organischen Abfällen.
Vanadium-haltige Lösungen kommen zu den schwermetallhaltigen Abfällen.
Alle anderen Lösungen können über die Kanalisation entsorgt werden.
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Sehr schön! Endlich eine brauchbare Anleitung!

Ich habe dise beiden Methoden neulich auch mal in "Rohform" ausprobiert. Zunächst kann ich nur dazu raten, die Vanadinschwefelsäure - so wie du es gemacht hast - aus Ammoniummetavanadat herzustellen. Das Lösen von Vandinpentoxid in 80%iger Schwefelsäure dauert im Ölbad bei 130°C nämlich über eine Stunde. Davon habe ich ein Foto gemacht, weil ich das so bald nicht nochmal mache:



Die Lösung war nach dem Verdünnen mit Wasser sogar noch gelber als deine. Im DAB7 steht als Empfindlichkeitsprüfung, daß sich 0,5 ml davon mit 0,1 ml einer 0,01 %igen H2O2-Lösung deutlich orange verfärben und sich die Farbe nach Zusatz von weiteren 0,4 ml vertieft. Das konnte ich bestätigen, aber die Färbung in der ersten Stufe war nicht so stark wie bei dir (viel weniger H2O2).

Angeblich (DAB 9) soll die Vanadinschwefelsäre gleich empfindlich wie das KI-Stärke-Reagenz sein. Bei mir gaben 8 ml KI-Stärke-Lösung mit 0,1 ml 0,01 %igem H2O2 auch nach 30 Minuten keinerlei Färbung.

Dann habe ich das KI-Stärke-Reagenz (je 5 ml) mit einem Tropfen (0,05 ml) Eisessig angesäuert und folgende Reihe gemacht (H2O2 0,01%, Reagenzgläser offen!):

- Leerwert (ohne H2O2): nach 30 Minuten keine Verfärbung
- mit 0,5 ml H2O2: nach 2 Minunten deutlich blau gefärbt
- mit 0,1 ml H2O2: nach 7 Minuten deutlich blau gefärbt
- mit 0,05 ml H2O2: nach 12 Minuten deutlich blau gefärbt.
- mit 4 ml Ether: nach 30 Minuten nicht verfärbt

Meine Schlussfolgerung:
Eine leicht essigsaure KI-Stärke-Lösung ist viel empfindlicher als die Vanadinschwefelsäure und es tritt binnen 30 Minuten kein Luftfehler (keine Oxidation des Iodids zu Iod) auf.
Ich würde diese Modifikation der Reaktion zum Nachweis von Peroxid in Ether vorziehen und eine Wartezeit von 15 Minuten veranschlagen.

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lemmi hat Folgendes geschrieben:
Zunächst kann ich nur dazu raten, die Vanadinschwefelsäure - so wie du es gemacht hast - aus Ammoniummetavanadat herzustellen. Das Lösen von Vandinpentoxid in 80%iger Schwefelsäure dauert im Ölbad bei 130°C nämlich über eine Stunde.

war mehr aus der Not heraus weil eben nur das vorrätig war, aber gut zu wissen! Smile

Zitat:
Die Lösung war nach dem Verdünnen mit Wasser sogar noch gelber als deine.

Ja, die Vanadiumchemie ist sehr bunt und ich kann mir gut vorstellen dass je nach Dauer und Heftigkeit deines Auflöseprozesses leicht unterschiedliche Tönungen entstehen können. Vermutlich mit ein Grund warum die Ph.Int. letztendlich keinen Farbwert sondern "nicht dunkler als Referenz" angibt...

Zitat:

Bei mir gaben 8 ml KI-Stärke-Lösung mit 0,1 ml 0,01 %igem H2O2 auch nach 30 Minuten keinerlei Färbung.

Dann habe ich das KI-Stärke-Reagenz (je 5 ml) mit einem Tropfen (0,05 ml) Eisessig angesäuert und folgende Reihe gemacht (H2O2 0,01%, Reagenzgläser offen!):

- Leerwert (ohne H2O2): nach 30 Minuten keine Verfärbung
- mit 0,5 ml H2O2: nach 2 Minunten deutlich blau gefärbt
- mit 0,1 ml H2O2: nach 7 Minuten deutlich blau gefärbt
- mit 0,05 ml H2O2: nach 12 Minuten deutlich blau gefärbt.
- mit 4 ml Ether: nach 30 Minuten nicht verfärbt

Meine Schlussfolgerung:
Eine leicht essigsaure KI-Stärke-Lösung ist viel empfindlicher als die Vanadinschwefelsäure und es tritt binnen 30 Minuten kein Luftfehler (keine Oxidation des Iodids zu Iod) auf.
Ich würde diese Modifikation der Reaktion zum Nachweis von Peroxid in Ether vorziehen und eine Wartezeit von 15 Minuten veranschlagen.


Ich denke wir sind uns einig, dass die Ph.EUR Version in der Form kein sehr nützlicher Test ist Smile
Machen wir eine Ph.Illumina Version draus - hast du ggfs noch Bildmaterial zu deiner Abwandlung des Tests und Lust das und die Arbeitsvorschrift gleich in den Artikel hinein zu editieren?
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mgritsch hat Folgendes geschrieben:
Machen wir eine Ph.Illumina Version draus - hast du ggfs noch Bildmaterial zu deiner Abwandlung des Tests und Lust das und die Arbeitsvorschrift gleich in den Artikel hinein zu editieren?

Hab ich nicht, aber es nochmal zu dokumentieren ist kein großer Aufwand.
Ich würde das dann hier einstellen, du kannst es in den Artikel übernehmen und mich als freien Mitarbeiter erwähnen. Wink

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Deal!

Und das mit dem Luminol auch gleich? Die Methode kenne ich überhaupt nicht... (reicht so eine minimale Menge Peroxid für eine erkennabre Chemolumineszenz?)
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mgritsch hat Folgendes geschrieben:
Und das mit dem Luminol auch gleich? Die Methode kenne ich überhaupt nicht... (reicht so eine minimale Menge Peroxid für eine erkennabre Chemolumineszenz?)

Muss ich gucken. Brandl et al schreiben in dem Artikel in der ChiuZ, daß man durch destillierten Ether (um die Stabilisatoren zu entfernen) nur "im Abstand von einigen Stunden mit einer Pipette jeweils einige Milliter Luft druchblasen" müsste, um einen ausreichend Peroxide enthaltenden Ether zu bekommen, der in dem Luminol-Test positiv reagiert. zumindest die von uns hier diskutierten Tests waren bei einem so behandelten Ether schon mal negativ. Bei Gelegenheit mach ich das mal.

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Ich hätte mal ne allgemeine Frage zu Etherperoxiden. Besitzen die einen dem Ether ähnlichen Geruch? Mir ist aufgefallen, dass wenn Etherflaschen länger ausgelüftet haben, sie immer noch leicht danach riechen.. oder ist mein selbst hergestellter lediglich verunreinigt?

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Wie hast du dein Ether nach der Herstellung gereinigt? Meiner Erfahrung nach riecht Ether der mit H2SO4/EtOH hergestellt wurde anders als reiner Ether. Dies kommt von verschiedenen Nebenreaktionen wo z.B. unter anderem Diethylsulfat gebildet wird. Ich denke durch Destillation und Refluxieren über KOH düfte man einen recht reinen Diethylether erhalten.

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Welcher Artikel in der ChiuZ ist das denn? Bin mal auf deren Rezeptur gespannt.

Nebenbei: Luminol leuchtet gut, wenn es mit KOH zusammen in DMSO suspendiert/gelöst wird und Luft in das Gefäß gelangt. Man muß vermutlich unter Schutzgas arbeiten, um keinen Luftfehler als falsch-positives Ergebnis zu bekommen.
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dihydrogenmonooxid hat Folgendes geschrieben:
Ich hätte mal ne allgemeine Frage zu Etherperoxiden. Besitzen die einen dem Ether ähnlichen Geruch? Mir ist aufgefallen, dass wenn Etherflaschen länger ausgelüftet haben, sie immer noch leicht danach riechen.. oder ist mein selbst hergestellter lediglich verunreinigt?


ich stelle es mir schwierig vor, den Geruch von reinem Etherperoxid zu ermitteln.
Erstens weil es nicht so leicht sein dürfte das Peroxid Etherfrei zu bekommen (bzw sich auch Ether daraus zurückbilden könnte), zweitens weil ich keinen Bock habe dass mir das um die Nase fliegt Wink
Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es sehr ähnlich richt.

Geruch in Glasflaschen resultiert meist weniger vom Glas (das ist mit vernünftiger Reinigung normalerweise sehr sauber zu bekommen) sondern eher von Kunststoffteilen wie Dichtung oder Verschluss in die alles mögliche sehr schnell eindiffundiert und nur langsam wieder ausdiffundiert.
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Glaskocher hat Folgendes geschrieben:
Man muß vermutlich unter Schutzgas arbeiten, um keinen Luftfehler als falsch-positives Ergebnis zu bekommen.


deswegen finde ich es nicht wichtig, dass ein Test extrem empfindlich ist - daraus lernt man für die Praxis vermutlich deutlchi weniger als mit zB den oben gezeigten Reagenzien. Diese reagieren erst in einem relevanten Konzentrationsbereich von > 1 mg/l.
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Ich habe zu diesem Thema auch ein paar systematische Versuche gamcht, die ich nicht alle jetzt zusammenschreiben werde, aber da wir auf das Luminol kamen, schon mal vorweg den entsprechenden Befund:

Ich habe peroxidhaltigen Ether hergestellt, indem ich 30 ml frisch destillierten Ether so schlecht wie möglich behandelt habe: ich habe ihn mit einem winzigen Kristall Kupferchlorid versetzt, in einer Weißglasflasche ans Fenster gestellt und ein paarmal am Tag Luft durchgeblasen (zuletzt sogar ein paarmal O2 aus einer Gasflasche, aber das war vermutlich gar nicht nötig). Danach sah die Flüssigkeit schon makroskopisch anders aus als vorher: leicht opaleszierend oder im Tageslicht diskret fluoreszierend:



Das Luminolreagenz besteht aus 100 mg Luminol und 1 mg Häminchlorid in 100 ml 20%iger Natriumcarbonatlösung (Brandl et al: Keine Angst vor Peroxiden; Chemie in unserer Zeit 50 (2016): 130-139). Es ist olivgrün gefärbt. Davon habe ich 5 ml in Reagenzgläser abgegossen.



Zuerst habe ich mal eine Empfindlichkeitsprüfung gemacht, angelehnt an die im Eingangspost angewandten Wasserstoffperoxidkonzentrationen. Zu je 5 ml Reagenz habe ich 0,1 ml verdünnte Wasserstoffperoxidlösung gegeben.
mit 0,1%: deutliches Aufleuchten, hält ca 30 Sekunden an.
mit 0,05%: eben im Dunklen erkennbares Aufleuchten, rasch abflauend
mit 0,01%: kaum sichtbares Leuchten, nur an der Eintropfstelle.

Das Leuchten war so schwach/kurz, daß ich es nicht fotografieren konnte. Damit ist das Luminolreagenz deutlich weniger empfindlich, als das KJ-Stärke-Reagenz (dazu später mehr). Eine Oxidation durch den Luftsauerstoff tritt nicht ein (nur in aprotischen Lösungsmitteln, wie DMSO).

Dann habe ich 5 ml meines malträtierten Ethers zu 5 ml Reagenz gegeben. Schon vor dem Schütteln erkennt man eine deutliche Leuchterscheinung, die sich zunächst auf die Etherphase - d.h. dort wo dieselbe die mit Luminol benetzte Wand oder das Reagenz selbst berührt - beschränkt:



Wenn man dann schüttelt leuchtet die wässrige Phase hellblau auf:



Das Leuchten klingt im Verlaufe von 1-2 Minuten ab und lässt sich durch erneutes Durchschütteln noch einmal verstärken (sicher durch Übertritt weiterer Mengen Peroxid aus dem Ether in die wässrige Phase). Ich habe das Experiment ein paarmal wiederholt und zum Vergleich steigende Mengen 0,1%iges Wasserstoffperoxid zu 5 ml Reagenz gegeben. Mit 0,5 ml erhielt ich eine dem Ether vergleichbar starke Lichterscheinung (links: Ansatz mit Ether, rechts: Ansatz mit H2O2):



Der Peroxidgehalt meines Ethers entsprach nach der ruppigen Behandlung also ungefähr 0,5 µg Wasserstoffperoxid in 5 ml.
Die letzten 5 ml habe ich verdunsten lassen und das Schälchen dann mit 1 ml Vanadinschwefelsäure ausgeschwenkt: leichte rötliche Verfärbung zeigt an, dass nach der augenscheinlich vollständigen Verdunstrung Spuren von Peroxiden zurückgeblieben waren:



Einen anderen Geruch als den nach Ether habe ich übrigens an meiner doch wohl stark peroxidhaltigen Probe nicht bemerkt.

[zur Iod-Stärke-Reaktion und zur Vanadinschwefelsäure kommt noch was!]

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lemmi hat Folgendes geschrieben:
Ich habe zu diesem Thema auch ein paar systematische Versuche gamcht, die ich nicht alle jetzt zusammenschreiben werde, aber da wir auf das Luminol kamen, schon mal vorweg den entsprechenden Befund:


cool, wer hätte gedacht dass das so empfindlich ist Smile den Nachweis kann man halt nur am Abend oder im Keller machen Mr. Green
darf ich das dann so in den Artikel integrieren?
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mgritsch hat Folgendes geschrieben:
darf ich das dann so in den Artikel integrieren?

Gerne. Ich will auch nochmals etwas "peroxidierten Ether" herstellen und die beiden anderen Methoden damit probieren.
Nochmal eine Frage: du hattest die KI-Stärkelösung vor dem Test nicht angesäuert, oder?

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Nein, die waren genau nach Rezept ohne Säure.
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