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Die Problematik der sinnfreien Entsorgung makelloser Chemikalien ist mir bekannt. Chemielehrer werden immer wieder zu Fortbildungen gezerrt, wo sie dann mitbekommen, wie die Sammlung ausschauen soll. Und diese Anforderungen werden freilich gerne erfüllt, da damit dann einige Probleme wortwörtlich entsorgt werden. Ein Stoff, der gar nicht erst im Haus ist, richtet auch keinen Schaden an. Und so wird dann oft argumentiert.
Man sollte meiner Meinung nach jedoch auch wirklich differenzieren zwischen sinnvoller und weniger sinnvoller Entsorgung. Nur weil man einen Stoff mal zwei Jahre nicht gebraucht hat, sollte dieser nicht sofort in die Tonne kommen. Andererseits finde ich es beispielsweise überflüssig, Flusssäure oder Arsenoxid vorrätig zu haben... wozu auch, die jungen Lehrer trauen sich in den meisten Fällen ohnehin nicht an so etwas heran und zum anderen fehlt an den allermeisten allgemeinbildenden Schulen die nötigen Sicherheitsvorkehrungen für solch brisantes Zeug. Auch sollte man sich grob an den Lehrplan halten, denn wenn die Chemiesammlung zu 60% aus irgendwelchen ominösen Substanzen, die nie mehr jemand anrührt besteht, sollte ein Ausmisten durchaus ins Auge gefasst werden.
Hängt in deinem Fall natürlich auch von der Kulanz und dem Vertrauen des jeweiligen Lehrers gegenüber dem Schüler ab. An meiner früheren Schule war zwar nicht mehr sooo viel da, einige schöne Sachen konnte ich dennoch abstauben, das wäre sonst auch im Müll gelandet Smile

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Generell hat sich die Anzahl der mögliche Versuche in der Schule sowieso reduziert. Kein Lehrer von Heute zeigt noch die Zersetzung von Quecksilberoxid, also muss man den Stoff auch nicht mehr vorrätig halten. Schließlich geht es in der Schule um das erreichen eines Lehrziels, dabei kann man viele Versuche durch weniger gefährlichere ersetzen. Ein hinterhertrauern der alten Zeiten halte ich daher für unnötig, sofern durch Ersatzversuche ebenfalls das Lehrziel erreicht werden kann. Bedenklich wird es dann, wenn Lehrkräfte sich bei Stoffen wie Schwefelsäure, Methanol oder Ethylacetat anstellen. Substanzen also, von denen bei korrekter Anwendung kaum Gefahr ausgeht und welche auch nicht zu ersetzen sind (hatte ich leider auch schon miterlebt). Da merkt man schnell, dass eine Promotion noch lange kein Garant dafür ist, dass die Lehrkraft überhaupt mit der Organisation eines Labores klar kommt.

Wo ich bis heute relativ viel Unverständnis habe, ist wenn in einer Ausbildung nicht mit den Stoffen gearbeitet wird, die im späteren Beruf zur täglichen Arbeit gehören. So haben wir in unserer UTA Ausbildung nicht einmal einen CSB gemacht, da Kaliumdichromat zu gefährlich sei. Dabei gehört der CSB und die Verwendung von Chromaten oder Quecksilber(II)-Salzen zur Routine in der Umweltanalytik. Und dabei sind Chromate sehr gut zu handhaben unter normalen Schutzvorkehrungen.

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Mein Alter Chemielehrer hat eben ginau die Interessannten Experimente (natürlich unter den nötigen Sicherheitsmassnamen) noch durchgeführt so zum Beispiel die Chemolumineszenz von weissem Phosphor, die Pyrolyse von Quecksilberoxid, die Reaktion vin konz. HNO3 mit 32%-igr Natronlauge, die Reaktion von Kalium mit Wasser, Nitrozellulose, und die Reaktion von Brom mit verschiedenen Metallen.

Bei dem neue Lehrer können wir zum glück im Schwerpunktfach Chemie mit Sachen wie konz. H2SO4, Benzoylperoxid, Dichlormethan und Methanol noch arbeiten, mir traut er zum glück fast alles zu, so werde ich bald mit Oxalylchlorid und Phenol arbeiten.

Ich bin auch dafür, dass man Gefährliche Versuche durch weniger gefährliche ersetzt, aber die Chemolumineszenz des weissen Phosphors ist z.B. einfach unersetzlich, und sollte meiner Meinung nach unbedingt vorgeführt werden, wobei man nicht zwingend von weissem Phosphor ausgehen muss, man kann auch von Magnesium, Knochenasche und Kiselgur ausgehen, da hat man die Herstellung des Phosphors auch gerade noch dabei.

LG
Lithiumoxalat

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In der Schule zählt eben auch die Begeisterung der Schüler sehr viel! Und von daher finde ich es auch wichtig, nicht alles zu streichen, was rein theoretisch irgendwie gefährlich sein könnte ... dann bleibt nicht mehr viel übrig.
Wir haben damals noch eine Flasche Quecksilber in der Sammlung gehabt und durften die als Schüler mal in die Hand nehmen ... das fand ich damals total faszinierend!

Was ich auch eine gute Idee finde: Wir haben die Zersetzung von Quecksilberoxid einfach als Video angeschaut und hatten den Stoff einfach als Flasche da zum anschauen. Ich finde das ist einfach etwas anderes, wenn das da ist und man es anschauen kann - man muss nicht mal unbedingt damit arbeiten.

Die Phosphor-Lumineszenz haben wir leider nie gemacht ... Sad

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Zitat:
Die Phosphor-Lumineszenz haben wir leider nie gemacht ... Sad


Zitat:
... die Chemolumineszenz des weissen Phosphors ist z.B. einfach unersetzlich, und sollte meiner Meinung nach unbedingt vorgeführt werden, wobei man nicht zwingend von weissem Phosphor ausgehen muss ...


Schlagt euren Chemielehrern zur Chemie das Phosphors doch mal das hier vor: Schauversuche aus der Streichholzschachtel. Da kann man die Chemolumineszenz vorführen und die allotropen Modifikatioen besprechen. Very Happy

Ansonsten... ***hüstel***

bitte den Titel des threads beachten! Hier soll nicht seitenlang über Sicherheitsaspekte der Schulchemie geschrieben werden. Wenn ihr das weiter verfolgen wollt macht dazu bitte einen eigenen thread auf! Cool

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@lemmi: Vielleicht wäre es lohnenswert den Teil dieser Diskusion (der inzwischen ja schon recht lange ist) abzutrennen und einen eignen thread zu verschieben?

LG
Lithiumoxalat

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wäre m.E. okay, aber ich kann das nicht - das muss ein Mod machen

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Zitat:
So haben wir in unserer UTA Ausbildung nicht einmal einen CSB gemacht, da Kaliumdichromat zu gefährlich sei. Dabei gehört der CSB und die Verwendung von Chromaten oder Quecksilber(II)-Salzen zur Routine in der Umweltanalytik.

Also in meiner CTA Ausbildung hab ich CSB gemacht. Außerdem traut man CTA´s in der Ausbildung zu mit Brom zu arbeiten ( auch wenn die übervorsichtigen Lehrer gleich das Labor räumen ließen --weil ich das Brom zu schnell zugetropft hab Laughing ) und arbeiten mit Nitriersäure(mit 100%iger HNO3) zum große Mengen Schießbaumwolle herstellen. Quecksilber und Cadmiumsalze sind im Quali Praktikum auch kein Problem. Arsennachweis mit Marshsche Probe war auch drin. ( Einer hat mal vor dem Lehrer von der "Ursubstanz" im Quali probiert und hat davor aber die Ursubstanz durch Natriumchlorid ersetzt --als der Lehrer kreidebleich wurde, weil er wusste das bei der Person eigentlich Arsen in der Ursubstanz drin ist-- war der Arsennachweis somit positiv Laughing ). Und da im Quali Praktikum ein Fläschchen Natriumazid rumstand hab ich das auch mal als Reagenz im Trennungsgang ausprobiert. Bei meiner Legierungsanalyse hatte ich zum Glück Woodsches Metall (mit böösen Cadmium) drin --da konnte ich mir die chemische Analytik sparen und hatte nach Bestimmung des Schmelzpunkts ziemlich schnell das Ergebnis. Und mit Hydrazinhydrat glaube ich auch mal gearbeitet zu haben. Und dann noch eine Geschichte (vielleicht auch Anekdote) von einem alten Lehrer der im Labor eine rauchte während unter den etwas schwachen Abzügen alle mit Ether extrahieren Twisted Evil .Ach ja CTA Ausbildung war echt super
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Nochmal: die Diskusison über dem Umgang mit Gefahrstoffen bitte an anderer Stelle fortsetzen!

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Ich beantrage hiermit offiziell den Namenstausch der Elemente 1 und 8.


Begründung:

- Element Nummer 1 ist unverzichtbarer Bestandteil aller Säuren nach Arrhenius. Logische Folgerung: Es soll fortan "Sauerstoff" genannt werden.

- Element Nummer 8 ist mit 89 Gewichtsprozent der Hauptbestandteil von Wasser. Logische Folgerung: Es soll fortan "Wasserstoff" genannt werden.


Ob man sich allerdings DAZU durchringen wird bezweifele ich. Man müßte die GESAMTE Literatur (inklusive Belletristik) umschreiben. Twisted Evil
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Zitat:
89 Gewichtsprozent

Stimmt das so? Das wäre dann nämlich falsch. Aufs Gewicht sind es 2/18 und von der Teilchenzahl her 2/3.
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Das stimmt so:

Das Element mit der Ordnungszahl 8 hat 16/18 Gewichtsanteil am Molekül "Wasser" und stellt nur 1/3 der Atome darin. In Deiner Frage liegt ein kleiner Rechenfehler oder die Verwechselung der Ordnungszahl vor.
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Jetzt habe ich es verstanden... ich dachte es ging da um ein Zitat aus alten Tagen oder irgendwas. Nichts für ungut.
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Aus gegebenem Anlass suche ich eine Datenbank, in der Schmelzpunkte für viele organische Verbindungen vorzufinden sind, auch wenn diese "sehr unbekannt" sind. Hat da jemand einen Ansatz für mich? Ein melting point predictor wäre auch mal was... Very Happy
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