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Salmonellengefahr bei Geflügel nach Verbrauchsdatum
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Hallo Gemeinde,

Ich habe gerade wieder eine meiner schlaflosen Nächte - in der Jetzigen stehe ich in der Küche und bin dabei, Lebensmittel für die folgenden Tage zu verarbeiten (Eintopf, mjam!)
Dabei ist mir die Packung Pute in die Hände gefallen, welche vom letzten Grillen übrig geblieben ist. Inzwischen ist die Packung 12 Tage über dem Verbrauchsdatum - ganz klar ein Fall für die Biotonne.

Oder möglicherweise doch nicht?!

Mir kam da in den Sinn, dass das Fleisch ja lediglich gut durch erhitzt werden muss, um jeglichen Salmonellenbefall zu sterilisieren. Um genau zu sein, muss die Kerntemperatur für 10 Minuten 70°C erreichen um ein sicheres Ergebnis zu erzielen. Und dann schwirrte mir plötzlich ein Begriff im Kopf herum - "Autoklav" - wenn ich das Fleisch in einem solchen Gerät zubereiten könnte, müssten dabei ja theoretisch alle für Geflügel typischen, pathogenen Mikroorganismen absterben. Woher jetzt aber nur einen Autoklav her nehmen? Wie es der Zufall nun so will, erfüllt ein Schnellkochtopf alle Voraussetzungen dafür, einen Autoklav darstellen zu können - ist also de facto als selbiger anzusehen.

Jetzt beginnt also mein Gedankenspiel:

TL;DR: Könnte man abgelaufenes Geflügel in einem Schnellkochtopf noch "sicher verarbeiten"? Gibt es dazu Studien?

P.S.: Beim Pokern verliere ich meist, daher liegt die Pute bereits dort, wo sie hin gehört - im Abfall. Mr. Green
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NI2
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Wir haben das gemacht um abgelaufene Hühnerbrust noch für unsere Hühner (Kanibalismus) essbar zu machen. Es stinkt furchtbar und sieht auch nicht sonderlich schön aus. Scheint aber zu funktionieren, ich rate dennoch von einem Verzehr ab.

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There is no sadder sight in the world than to see a beautiful theory killed by a brutal fact. [T. Huxley]

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Zwar nicht zu Deiner Geflügelfrage aber zum DDT (Dampfdrucktopf):

Als Autoklav-Ersatz funktioniert er wunderbar allerdings liegt die erreichbare Temperatur bei ca. 105 bis 110°C d.h. die Sterizeit ist zu verlängern und u.U ist auf "Mehrfach-Sterilisierung" auszuweichen.

Geht immer hin auch für Dung-Extrakt-Agar https://www.dsmz.de/microorganisms/medium/pdf/DSMZ_Medium781.pdf den ich mal gebraucht habe:




Bj68
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Bei einem Haltbarkeitsdatum sind es nicht einfach nur irgendwelche Keime, die ein Problem werden. Es verändern sich grundsätztlich Produkteigenschaften wie Aussehen, Konsistenz und/oder Geschmack bzw. Geruch. Darum gibt es noch den Begriff "ungenießbar", der das recht gut zusammenfasst.

Also: Ja könnte man. Unglaublich ekelhaft bleibt das Zeug trotzdem.
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Die Gefahr hierbei sehe ich weniger durch eine infektion durch den Keim selbst ( Lebensmittelinfektion ), da dieser ja durch das starke erhitzen meist komplett abgetötet wird.
Das eigentliche problem, sollte sich ein Keim stark vermehrt haben, sind die bakteriellen Toxine ( Lebensmittelintoxikation ) die hierbei u.u. zu schweren vergiftungserscheinungen führen können.

Also im zweifelsfall besser entsorgen......
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Ja, ich würde auch besser auf Nummer sicher gehen, selbst wenn ich es hasse Lebensmittel wegzuschmeißen, aber mit >1 Woche Durchfall und Erbrechen verschwendet man im Endeffekt mehr Ressourcen als man gespart hätte.
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Zitat:
Das eigentliche problem, sollte sich ein Keim stark vermehrt haben, sind die bakteriellen Toxine ( Lebensmittelintoxikation ) die hierbei u.u. zu schweren vergiftungserscheinungen führen können.

Das ist der wichtigste Punkt. Prominente Bakterientoxine wie Botulinumtoxin und Ähnliches sind zwar meistens auch hitzelabil, aber andere, wesentlich weniger prominente Toxine können hochstabil sein. Insbesondere Endotoxine, die nur beim Tod der Bakterien freigesetzt werden, können Autoklavieren schadlos überstehen und führen zu Reaktionen, die einer typischen Lebensmittelvergiftung gleich kommen. In vielen Fällen wird man generell nicht von den Bakterien und ihren Ausscheidungen vergiftet, sondern einfach durch ein Übermaß an ihnen Zellfragmenten nachdem sie zerstört wurden. Diese toxischen Fragmente lassen dann das Immunsystem durchdrehen und man bekommt diese ganz typischen Symptome wie Fieber, Durchfall, Brechreiz, Schweißausbrüche, usw. und im schlimmsten Fall einen lebensbedrohlichen Schock.

Kurzum, ich glaube nicht, dass du noch Infektionen oder Vergiftungen durch prominente Exotoxine wie Botulinumtoxin erleiden würdest, viele Bakteriengifte kann man totkochen, aber die Chance, dass du davon Fieber oder einen toxischen Schock bekommst, ist nicht unbedingt geringer, denn gerade Superantigene und Endotoxine sind ziemlich hitzeresistent. Da das sowieso die größte, da wahrscheinlichste Gefahr war, gewinnst du nicht viel.
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Öffentliches Brainstorming ist doch ne feine Sache - da kommt man auf Gedanken, die man alleine nicht gehabt hätte (Bezüglich Endotoxine!)

Aus dem Lichte betrachtet ergibt es natürlich schon Sinn, weswegen dieses Fleisch dann doch entsorgt werden sollte.
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Mammamia... Es heißt "mindestens haltbar bis " und nicht "tödlich ab"...
Meist ist eine Nase ein guter Sensor für den Zustand und was unter der Wahrnehmungsschwelle liegt ist allenfalls ein Job für das immunsystem...
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mgritsch hat Folgendes geschrieben:
Mammamia... Es heißt "mindestens haltbar bis " und nicht "tödlich ab"...






Wenn wir jetzt noch in Betracht ziehen, dass die Kühlkette in aller Regel beim Einkauf bis zur Einlagerung im heimischen Kühlschrank unterbrochen wird, treibt das den Index auf der "Flotten Otto Skala" schon ein wenig nach oben.

mgritsch hat Folgendes geschrieben:
Meist ist eine Nase ein guter Sensor für den Zustand und was unter der Wahrnehmungsschwelle liegt ist allenfalls ein Job für das immunsystem...


Und die Industrie hat Mittel und Wege gefunden, dem ganzen Einhalt zu gebieten. N2 / O2 / CO2 Begasung - auch bekannt als "Schutzatmosphäre", damit es länger frisch ausschaut, etc. pp.

Grundsätzlich hast du natürlich recht - aber es gibt halt Dinge, bei denen man lieber zweimal überlegen sollte, wie beispielsweise Fisch, Geflügel, einem Essen beim Chinesen um die Ecke ...
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Zu dem kleinen Unterschied "Mindestens Haltbar bis" und "Zu Verbrauchen bis":
http://foodwaste.ch/uncategorized/was-ist-der-unterschied-zwischen-verbrauchen-bis-mindestens-haltbar-bis-und-verkaufen-bis/


D.h. beim "Verbrauchen bis" sollte beim überschreiten des Datums zu Aktionen gegriffen werden, wobei 1 bis 3 Tage meiner Erfahrung nach nichts ausmachen, allerdings dann auch zubereiten bzw. am Ablauftag auf -18°C ins Tiefkühlfach, dann kann dort das Teil auch Monate sein und ist trotzdem noch verzehrbar.....

Bj68
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In der Regel können die Produkte ja nicht lesen und wissen nicht dass sie verfallen sind.
Ich habe schon Thonfschsalat der 1 Jahr abgelaufen war gegessen, die Büchse war i.O. es roch normal und auch der Geschmack war gut.
In deinem Fall hätte ich daran gerochen und befühlt, wenn es schleimig ist kannst Du es nicht mehr essen. Ansonsten geht es schon, sovern geruch und konsistenz gut ist. Aber salmonellen sind nicht so toll. Aber der Vorteil ist ja dass Du dann ko9stenlos Essen im Spital bekommst. Embarassed
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NI2
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Natürlich können die Produkte nicht lesen, das ändert aber nicht daran, dass sie durchaus verfallen können. MHD sind Erfahrungswerte bzw. an rechtliche Vorgaben (z.b. Für Versicherung, auch wenn eingekochtes ewig haltbar ist, zahlt dir Keine Versicherung nach einem Verzehr nach 20 Jahren Schadenersatz) gekoppelt (Teilweise natürlich auch, dass der Kunde zeitiger Neues kauft). Sieht man auch bei Medikamenten oder Kosmetika (Duschgel z.b.), da ist dann so ein Piktogramm von einem Tiegel mit einer "12M" drinne. Eingekochte oder in Dosen konservierte Sachen können auch nach Jahrzehnten noch genießbar und keimfrei sein, da sie meistens unter harscheren Bedingungen Verschlossen werden, also zum Beispiel rohes Fleisch, allerdings verlieren sie meist Farbe und Konsistenz weil eine Zersetzung stattfindet. Ob's noch schmeckt ist ne andere Sache. Mit Salmonellen habe ich schon als Kind mein Erfahrungen gemacht. Da musste man aber nicht in Krankenhaus sondern hat daheim gelitten >.<

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