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Sättige die Lösung einfach bei einer geringeren Temperatur, beispielsweise 60°C, dann fällt automatisch nicht so viel aus. Dann langsam abkühlen lassen. Das sollte bei dem Salz recht hochwertige, große Kristalle liefern. Die kann man dann sogar noch kurz abspülen ohne gleich wieder alles zu verlieren.
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Na, dann steht ja mein Projekt für morgen - äh, heute. Verdammt, ist es wieder spät...

Hoffentlich habe ich noch Bechergläser frei, drei sind mit Calciumacetat besetzt.

Ich werde versuchen, Fotos zu ergänzen, wenn ich dran denke.

Mal schauen - ich hoffe mal, Natriumchlorat übersättigt nicht und nach dem langsamen Abkühlen gibt es dann nicht gar keine Kristalle!

Natriumchlorat scheint zumindest zum Übersättigen fähig: https://books.google.de/books?id=nLuIBwAAQBAJ&pg=PA318&lpg=PA318&dq=natriumchlorat

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Alle Lösungen usw. usf. können übersättigen bzw. tun dies auch zwangsläufig. Die Frage ist wie viel, da gibt es entsprechende Unterschiede bzw. Neigungen.

Ebenso ist jeder siedende Stoff schon überhitzt. Kleine Gasblasen sind aufgrund ihrer geringen Größe enormen Drücken durch die Oberflächenspannung ausgesetzt, weshalb es eine gewisse Mindestgröße (und Innendruck) braucht, um stabil zu sein bzw. zu wachsen. Bei 100nm Durchmesser sollten es AFAIR 5 bar sein. Aus u.a. diesem Grund entstehen die Blasen auch an irgendwelchen Oberflächen statt mitten in der Flüssigkeit: Da gibt es nicht von allen Seiten eine Oberflächenspannung, sondern z.B. nur 50% von einer Halbkugel.
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Je nachdem wie unrein dein Produkt ist, kannst du auch weitere Fraktionen einfach aus der gleichen Mutterlauge, evtl ergänzt durch das "Abspülwasser" der Kristalle, kristallisieren.

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Falls es noch etwas nützt, ich habe im Chemiker-Kalender folgende Werte für die Wasserlöslichkeit gefunden (in g/100 g):
Bei 0 °C: 80,5
bei 20 °C: 96,1
bei 40 °C: 115,2
bei 60 °C: (138)
bei 80 °C: (167)
bei 100 °C: 204.

Quelle: Chemiker-Kalender, 3. Auflage, 1984, Springer-Verlag

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Danke für die Löslichkeit, je mehr Quellen zum Vergleich stehen, desto besser. Deckt sich mit dem, was ich woanders gefunden habe, zum Beispiel hier: https://wissen.science-and-fun.de/tabellen-zur-chemie/loslichkeit-anorganischer-verbindungen-2/

Die Hauptverunreinigung scheinen mir sehr sehr feine Graphitpartikelchen zu sein, marschieren leider durch Kaffeefilter einfach durch. Wie werde ich die los? Sie sammeln sich langsam am Boden und landen daher irgendwie immer in den Kristallen, die dort wachsen.

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Pok
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Laborfilter verwenden oder über mehrere Tage die Lösung stehen lassen. Graphit setzt sich ab, dann abdekantieren. Restliche Suppe aus Graphit + wenig Chloratlösung nochmal mit Wasser versetzen, kurz rühren, wieder absetzen lassen und abdekantieren. Wenn du 2x je 90 % der Lösung so ohne Graphit abdekantierst, hast du 99 % des Chlorats in der sauberen Lösung. Die dann einengen und wie schon beschrieben kristallisieren lassen.

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Vielen Dank euch allen! Ich habe ein paar sehr schöne, saubere Kristalle bekommen.

Ich habe 200 ml einer bei Zimmertemperatur gesättigten Natriumchloratlösung genommen und 40 weitere Gramm hinzugefügt, wobei ich die Lösung bis zum Sieden erhitzt habe. Dann habe ich die Lösung über Nacht auf einem Styroporblock abkühlen lassen. Diesmal wurde so gut wie kein Graphit eingeschlossen und die Kristalle sind schön und durchsichtig. Die Größe der Kristalle lag zwischen 5 und 15 mm. Man sieht sehr gut, dass die Kristalle kubisch sind!





Die überstehende und weitestgehend graphitfreie Lösung habe ich abgegossen, und die Graphitpartikel separat in ein zweites Gefäß verlagert. Damit werde ich weitere Umkristallisationen durchführen.

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Wow, das sind sehr schöne Kristalle geworden! Glückwunsch! Smile

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Cumarinderivat hat Folgendes geschrieben:
Wow, das sind sehr schöne Kristalle geworden! Glückwunsch! Smile


Danke Very Happy Ich freue mich auch sehr, sind viel besser geworden, als ich gedacht hätte!

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Das sind ja mal richtig schöne Kristalle geworden!

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Ich habe noch ein paar Sachen beobachten können, als ich den Versuch wiederholt habe.

Mir ist die Lösung nämlich zunächst übersättigt, wodurch beim Umrühren ganz viele ganz kleine Kristalle ausgefallen sind. Da habe ich die Lösung einfach nochmal erhitzt, alle Kristalle gelöst und erneut abkühlen lassen. Diesmal klappte alles wie geplant und wieder entstanden schöne, große Kristalle.

Es ist also auch wichtig, dass es Kristallisationskeime gibt - gibt es keine, droht Übersättigung.

Das habe ich so gelöst (no pun intended), dass ich mit einem Rührstab die heiße Lösung umgerührt und dann den Rührstab daneben liegen gelassen habe. Am Rührstab bilden sich schnell Kristalle, da das Wasser eine große Oberfläche zum Verdunsten hat. Wenn die Lösung dann nur noch warm ist, sich aber noch keine Kristalle an der Oberfläche gebildet haben, habe ich mit dem Rührstab wieder umgerührt - die Idee ist, dass die Kristalle am Stab abfallen und so als Keime für die Kristallbildung dienen können. Am Stab bilden sich beim herausnehmen natürlich wieder ein paar Kristalle, und das kann man nochmal machen, falls noch immer keine Kristalle vorhanden sind.

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Wenn du schöne, klare, große NaClO3-Kristalle hast empfehle ich dir folgenden, sehr ästhetischen Versuch:

nimm zwei Polarisationsfolien (man kann die Folien aus Kino-3D-Brillen verwenden, die man mit den Innenseiten aufeinander legen muss!), beleuchte von unten und drehe die obere so, daß maximale dunkelheit eintritt. dann lege einen NaClO3-Kristall dazwischen. Der Kristall ist optisch aktiv und erscheint hell und farbig zwischen den dunklen Folien. Beim Drehen einer der Folien ändert sich die Farbe des Kristalls, weil die verschiedenne Wellenlängen des weißen Lichtes unterschiedlich stark in ihrer Schwingungsebene gedreht werden.

Das hab ich vor ein paar Jahrzehnten mal gemacht, damals waren Polarisationsfolien noch irrsinnig teuer.
Wenn du es nachmachst, wären ein paar Fotos davon nett.

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Das klingt echt spannend! Da schaue ich mal, ob ich mir eine 3D-Brille oder einen anderen Linear-Polfilter besorgen kann. Sobald ich die habe, werde ich den Versuch mal ausprobieren. Da lässt sich mit Sicherheit was machen!

Ich picke mir mal den schönsten Kristall heraus und verwahre ihn so, dass ich ihn nicht versehentlich aufbrauche.

Danke für diesen Vorschlag! Mit etwas Erklärung dazu wäre das ja schon fast ein Artikel wert. Da müsste ich aber noch zu recherchieren - aber das will ich sowieso machen.

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Eine schnelle und günstige Polfilterquelle sind auch LCD Displays (Die Klebefolie auf dem Glas des LCD, sie lässt sich bei manchen LCD's recht einfach ablösen). Als polarisierte Lichtquelle kannst du auch gerade ein LCD Bildschirm verwenden.
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Rekristallisation von Natriumchlorat
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